Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 07:27 Klitschko nach neuen Angriffen: Mehr als 5600 Hochhäuser in Kiew ohne Heizung +++

20.01.2026, 00:01 Uhr

Mehr als 5600 Hochhäuser in Kiew seien nach einem weiteren russischen Angriff ohne Heizung, teilt Bürgermeister Vitali Klitschko am Morgen mit. Fast 80 Prozent davon seien Häuser, deren Heizungsversorgung nach den russischen Angriffen vom 9. Januar wiederhergestellt wurde. Zudem sei die Wasserversorgung in einem Teil der Hauptstadt unterbrochen, schreibt er bei Telegram. Es werde daran gearbeitet, die Versorgung mit Wärme, Wasser und Strom wiederherstellen. Klitschko hatte zuvor auch von Stromausfällen berichtet. Den Angaben zufolge wurden mehrere Gebäude beschädigt, bei denen es sich nicht um Wohngebäude handelt. Mindestens eine verletzte Person wurde in ein Krankenhaus gebracht.

+++ 06:49 Kiews Generalstab: Russisches Drohnenlager in Luhansk zerstört +++

Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte berichtet, dass ukrainische Streitkräfte ein russisches Drohnenlager im besetzten Gebiet Luhansk angegriffen haben. Der Angriff auf das Drohnenlager erfolgte in der Nacht zum Montag, teilt der Generalstab in einem Telegram-Beitrag mit. In dem russischen Lager in Nowokrasnjanka wurden unbemannte Luftfahrzeuge gelagert, schreibt der "Kyiv Independent". Das Lagerhaus gehörte der 144. motorisierten Schützendivision Russlands, teilt das Militär weiter mit. Das Ziel sei erfolgreich getroffen worden.

+++ 06:14 Russland überzieht Ukraine mit zweiter Angriffswelle +++

Auf die Ukraine gibt es seit der Nacht erneut einen Großangriff. Ukrainische Medien berichten von einer zweiten Angriffswelle am Morgen mit Raketen und Drohnen auf Kiew und Umgebung. Bereits in der Nacht sprach Bürgermeister Vitali Klitschko von neuen Stromausfällen und einer Unterbrechung der Wasserversorgung in einem Teil der Stadt. (Siehe Eintrag um 04:42 Uhr) In der ukrainischen Hauptstadt sind es aktuell Minus 13 Grad. Die ganze Nacht über warnen die Luftstreitkräfte vor Angriffen in verschiedenen Teilen der Ukraine. Derzeit gilt fast im gesamten Land Luftalarm.

+++ 05:42 Republik Moldau tritt endgültig aus der GUS aus +++

Als Bruch mit der sowjetischen Vergangenheit bereitet die Republik Moldau den endgültigen Austritt aus der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) vor. Das sagt Außenminister Mihai Popsoi im Rundfunksender Radio Moldova in Chisinau. Die Gründungsdokumente der GUS von 1991 und deren Statut von 1993 sollten aufgekündigt werden. Sein Ministerium bereite eine entsprechende Entscheidung des Parlaments vor. In der von Russland dominierten GUS haben die früheren Sowjetrepubliken versucht, einen Zusammenhalt nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 zu organisieren. Mit Moskau verfeindete Länder wie die Ukraine oder Georgien sind bereits keine Mitglieder mehr. In Moldau läuft der Austrittsprozess, seit das Land 2022 Kandidat für den EU-Beitritt wurde.

+++ 04:42 Stromausfälle in Kiew nach russischem Angriff +++

Russland greift die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Drohnen und Raketen an. Dies führt zu Unterbrechungen der Strom- und Wasserversorgung, teilt Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Ein nicht näher bezeichnetes Gebäude sei getroffen und eine Person verletzt worden. Zudem wird ein Lagerhaus beschädigt, mehrere Autos stehen in Flammen.

+++ 03:47 Ukraine organisiert ihre Drohnenabwehr neu +++

Zum besseren Schutz vor feindlichen Drohnen organisiert die Ukraine ihre Flugabwehr um. "Unsere Aufgabe ist es, einen Anti-Drohnen-Schutzschild über der Ukraine zu errichten", erläuterte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. "Ein System, das nicht erst nachträglich reagiert, sondern die Bedrohung bereits im Anflug zerstört." Die Luftabwehr dürfe nicht nur punktuell wirken, sie müsse als Netz über das ganze Land gespannt werden. Mit dieser Aufgabe hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den erfolgreichen Kommandeur einer Drohneneinheit, Pawlo Jelisarow, betraut und ihn zum Vizekommandeur der Luftwaffe gemacht. (Siehe Eintrag um 23:21 Uhr)

+++ 01:53 Serbien: Russen stimmen Verkauf von Anteilen an sanktioniertem Ölkonzern NIS zu +++

Die russischen Mehrheitseigner des mit US-Sanktionen belegten serbischen Ölkonzerns NIS stimmen nach Angaben der serbischen Energieministerin einem Verkauf ihrer Anteile zu. Gazprom Neft habe sich mit dem ungarischen Energiekonzern MOL "auf die grundlegenden Bestimmungen eines künftigen Kaufvertrags geeinigt, was eine Forderung der US-Regierung war", erklärt Energieministerin Dubravka Djedovic. Der ausstehende Kaufvertrag werde der Washington nun zur Genehmigung vorgelegt. Der russische Konzern Gazprom Neft besitzt derzeit 45 Prozent an NIS. Gegen das serbische Unternehmen waren wegen dessen russischer Mehrheitseigner Anfang Oktober US-Sanktionen in Zusammenhang mit dem russischen Krieg in der Ukraine in Kraft getreten - Anfang Dezember musste die Raffinerie daher ihren Betrieb einstellen. NIS deckt mehr als 80 Prozent des Diesel- und Benzinbedarfs Serbiens. Washington verlangte den vollständigen Rückzug der russischen Teilhaber. Am 31. Dezember jedoch setzten die USA die Sanktionen wieder aus und gewährten dem Konzern die Erlaubnis, den Betrieb bis zum 23. Januar fortzusetzen und bis zum 24. März über den Verkauf zu verhandeln.

+++ 00:33 Auswärtiges Amt: Ukrainische Energieversorgung vor dem Kollaps +++

Die fortgesetzten russischen Angriffe auf die Ukraine haben die Infrastruktur und Energieversorgung des Landes nach Angaben des Auswärtigen Amtes in die Nähe "eines Kollaps" gebracht. Das Außenministerium habe noch einmal 60 Millionen Euro an humanitärer Hilfe zur Verfügung gestellt, sagt ein Sprecher. Die Menschen litten unter extremer Kälte und "brutalen russischen Angriffen" auf die Energieinfrastruktur. Man unterstütze Bargeldhilfen für Menschen in frontnahen Gebieten zur Anschaffung der nötigsten Güter, von Notstromaggregaten für Schutzräume, Heizsystemen, Kleidung und Decken. Man schaue, was noch an Schritten möglich sei. Das Entwicklungsministerium verweist auf ein Winterhilfe-Unterstützungspaket über 50 Millionen Euro, das man geschnürt habe.

+++ 23:21 Ukraine will Luftabwehr umbauen: Selenskyj rechnet mit massivem Angriff Russlands +++

Nach wochenlangen, verheerenden russischen Luftangriffen auf Infrastruktur und Energieversorgung will die Ukraine ihre Luftabwehr umbauen. Dabei werde großes Gewicht auf Abfangdrohnen gelegt, kündigt Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache an. Es gehe um einen neuen Ansatz, der mobile Einheiten, Abfangdrohnen und andere Abwehrmaßnahmen mit kurzer Reichweite umfasse. Federführend bei der Entwicklung solle Pawlo Jelisarow werden, der deswegen zum neuen stellvertretenden Befehlshaber der Luftwaffe ernannt wurde. Der Präsident ruft die Bevölkerung zu höchster Wachsamkeit auf: "Russland hat einen Angriff vorbereitet, einen massiven Schlag, und wartet auf den Moment, ihn auszuführen." Jede Region müsse bereit sein, so schnell wie möglich zu reagieren und den Menschen zu helfen.

+++ 22:14 Ukraine verfolgt Divisions-Kommandeur - Soll Angriffe auf Energieanlagen befohlen haben +++

Die ukrainische Staatsanwaltschaft klagt einen stellvertretenden russischen Divisions-Kommandeur wegen der Erteilung von Befehlen zum Angriff auf Energie- und Gastransportinfrastruktureinrichtungen an. Laut Ermittlern war der Beschuldigte an den Befehlen zur Durchführung von Drohnenangriffen auf die Ukraine beteiligt. Demnach erteilte der Verdächtige in den Jahren 2023 und 2024, während er sich auf der besetzten Krim aufhielt, zusammen mit dem russischen Militärkommando Angriffsbefehle auf vorab festgelegte Koordinaten. Dabei sollen Energie- und Gastransportinfrastruktureinrichtungen in der Ukraine ins Visier genommen worden sein, die für die Sicherstellung der lebenswichtigen Bedürfnisse der Zivilbevölkerung von entscheidender Bedeutung sind. Zuvor hatte der ukrainische Sicherheitsdienst SBU erklärt, dass Russland seit Beginn der aktuellen Heizperiode mehr als 250 Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Energieanlagen und Heizsysteme durchgeführt habe.

+++ 21:45 Russen können Huljajpole nicht besetzen - und starten spezielle Operation +++

Die russischen Streitkräfte können die Stadt Huljajpole nicht besetzen und ändern daher ihre Taktik, erklärt Vladyslav Voloshyn, Sprecher der Verteidigungskräfte der Ukraine im Süden gegenüber der Nachrichtenagentur Ukrinform. Die Stadt sei derzeit eine Art "Grauzone", in der keiner der beiden Seiten ein entscheidender Erfolg gelinge. Die russischen Truppen hätten nun damit begonnen, die Stadt in einer groß angelegten Aktion zu verminen. Es würden Antipersonen- und Panzerabwehrminen gelegt, so Voloshyn. Dennoch komme es weiterhin zu Zusammenstößen in der Stadt und umliegenden Siedlungen. Russland setze dabei ganz massiv auf Kamikazedrohnen. In den letzten 24 Stunden seien mindestens 1200 im Gebiet Huljajpole registriert worden, so Voloshyn.

+++ 21:17 Soll Kriegsgefangene getötet haben - Ukraine nimmt russischen Soldaten gefangen +++

Das ukrainische Militär nimmt einen russischen Soldaten gefangen, der für die Hinrichtung ukrainischer Kriegsgefangener im russischen Gebiet Kursk im Oktober 2025 verantwortlich sein soll. Das teilt Präsident Selenskyj auf X mit. Der ukrainische Präsident schreibt unter anderem: "Jeder russische Mörder muss für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Und so wird es auch sein." Am 20. November berichteten Medien über eine wahrscheinliche Hinrichtung gefangengenommener ukrainischer Soldaten, die im russischen Gebiet Kursk eingekesselt worden waren.

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