Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 08:45 Kiews Chefdiplomat nach Angriff auf Charkiw: Keine Sanktionslockerung für "russische Mörder" +++

07.03.2026, 00:01 Uhr

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat Russland nach dem Raketenangriff auf Charkiw mit mindestens sieben Toten (siehe Eintrag von 08:10 Uhr) als "Terrorstaat" bezeichnet. "Es darf keine Lockerung der Restriktionen gegen russische Mörder geben, solange sie weiterhin ukrainische Kinder im Schlaf töten", schrieb Sybiha am Morgen auf X. "Keine Lockerung der Sanktionen oder der Verbote bei internationalen Sport- und Kulturveranstaltungen." Der Druck auf Russland müsse erhöht werden, um einen dauerhaften Frieden für die Ukraine zu erreichen. Eine russische Rakete war in der Nacht in einem mehrstöckigen Wohnhaus in der ukrainischen Millionenstadt Charkiw eingeschlagen. Unter den sieben Todesopfern sind auch zwei Kinder. "Die Rettungskräfte suchen weiterhin nach Menschen unter den Trümmern", schrieb Sybiha.

+++ 08:10 Zahl der Toten bei russischem Angriff auf Charkiw steigt - auch zwei Kinder sterben +++

Bei dem russischen Raketenangriff auf ein mehrstöckiges Wohnhaus in der ukrainischen Millionenstadt Charkiw (siehe Eintrag von 06:30 Uhr) sind laut neuesten Angaben der lokalen Behörden sieben Menschen getötet worden. Darunter waren auch ein Junge und ein 13 Jahre altes Mädchen, wie die Militärverwaltung des Gebiets Charkiw mitteilt. Die Leichen wurden von Rettungskräften aus den Trümmern geborgen, nachdem eine ballistische Rakete das Gebäude in der Nacht getroffen hatte. Die Zahl der Opfer hatte sich am Morgen immer wieder erhöht, weil Rettungskräfte die Leichen erst nach und nach aus den Trümmern zogen. Mindestens zehn Menschen sind den Behörden zufolge verletzt worden, darunter auch Kinder. Auf den veröffentlichten Fotos waren schwere Schäden an dem fünfgeschossigen Wohnhaus zu sehen. Demnach sprengte die Rakete große Teile des Gebäudes weg.

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Feuerwehrleute bekämpfen den Brand in dem Mehrfamilienhaus. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

+++ 07:45 Geheime Standorte: Britische Ingenieure reparieren in der Ukraine wichtiges Kriegsgerät +++

An vier unbekannten und geheim gehaltenen Orten im Westen der Ukraine arbeiten britische und ukrainische Ingenieure Seite an Seite daran, beschädigte Militärgeräte zu reparieren. Wie der "Guardian" berichtet, wurde die Existenz dieser Einrichtungen bislang geheim gehalten, um nicht zu viel Aufmerksamkeit auf die Standorte zu lenken. Zwar seien keine britischen Militärangehörigen vor Ort, dafür aber britische Ingenieure, die vom Verteidigungsministerium unter Vertrag genommen worden seien und in der Ukraine arbeiteten. Aus Sicherheitsgründen würden andere Länder es oft vorziehen, Ausrüstung außerhalb der Ukraine zu reparieren, was zu längeren Transportwegen und Verzögerungen bei der Rückführung an die Front führe, heißt es im Bericht. Die vom "Guardian" besuchte Einrichtung sei in der Lage, eine Reihe von Waffensystemen zu reparieren, darunter auch die in Großbritannien hergestellten Haubitzen vom Typ AS-90. Demnach sollte die AS-90 ursprünglich in den 2030er-Jahren aus dem Dienst der britischen Armee genommen werden. Die britische Regierung habe aber beschlossen, den gesamten Bestand des Systems an die Ukraine zu spenden. 

+++ 07:05 US-Demokraten: Lockerung der Sanktionen auf russisches Öl "absolut beschämend" +++

Die oppositionellen Demokraten haben US-Präsident Donald Trump scharf für Pläne über die Lockerung der Russland-Sanktionen kritisiert. "Trump gibt Russland die Erlaubnis, sanktioniertes Öl zu verkaufen, und hilft damit, dessen Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren, weil sein eigener 'Krieg der Wahl' die Ölpreise in die Höhe getrieben hat", heißt es auf dem Account der Demokraten für den Außenausschuss des US-Repräsentantenhauses. Unterdessen unterstütze Russland den Iran dabei, amerikanische Truppen anzugreifen. "Absolut beschämend." Wegen der angespannten Situation auf dem Ölmarkt hatte US-Finanzminister Scott Bessent zuvor die Möglichkeit einer weiteren Lockerung der Sanktionen auf russisches Öl ins Spiel gebracht. "Wir könnten weitere russische Öllieferungen von Sanktionen befreien", sagte Bessent dem Sender Fox Business. 

+++ 06:30 Drei Tote bei russischem Raketenangriff auf Charkiw +++

Russland hat die Ukraine über Nacht wieder mit Raketen und Drohnen angegriffen. Betroffen war neben der Hauptstadt Kiew auch Charkiw, wo laut Behörden drei Menschen getötet und zehn verletzt wurden. Die drei Todesopfer wurden laut Bürgermeister Ihor Terekhov unter Trümmern gefunden, nachdem eine ballistische Rakete ein mehrstöckiges Gebäude im Stadtteil Kyivskyi getroffen hatte. In Kiew waren die ersten Explosionen nach Angaben von Journalisten vor Ort gegen 1.30 Uhr (Ortszeit) zu hören. "Die Luftabwehrkräfte sind in der Hauptstadt im Einsatz. Bleiben Sie in den Schutzräumen", sagte Bürgermeister Vitali Klitschko laut "Kyiv Independent".

+++ 05:45 Selenskyj warnt bei Front-Besuch vor russischer Frühlingsoffensive +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einer Reise in die umkämpfte Region Donezk im Osten des Landes vor einer Frühlingsoffensive des russischen Militärs gewarnt. Diese werde gerade vorbereitet und es sei wichtig, dass die Verteidigungspositionen ausgebaut und die ukrainischen Soldaten gut ausgerüstet seien für den Fall, sagte er in einer Videoansprache - diesmal aus der Stadt Druschkiwka, gut 20 Kilometer von der Front entfernt. Zuvor hatte Selenskyj mehrere Kommandopunkte der Ukrainer in der Region besucht, Soldaten ausgezeichnet und sich von den Offizieren ein Lagebild geben lassen, wie aus verschiedenen Beiträgen in sozialen Netzwerken des Präsidenten hervorgeht. Es ist nicht die erste Reise Selenskyjs ins Frontgebiet. Die Region Donezk ist schwer umkämpft, die Ukrainer halten noch etwa ein Fünftel des Territoriums, darunter aber auch den gut ausgebauten Verteidigungsgürtel um das Ballungsgebiet rund um Slowjansk und Kramatorsk.

+++ 04:13 Pipeline-Streit: Ungarn behält Gold von freigelassenen Bankmitarbeitern +++

Nach der vorübergehenden Festnahme mehrerer Ukrainer durch ungarische Behörden vor dem Hintergrund eines Streits um eine Öl-Pipeline hat Ungarn die festgenommenen Bankmitarbeiter wieder freigelassen - das bei der Festnahme beschlagnahmte Bargeld und Gold jedoch einbehalten. Ungarn habe die Wertsachen noch nicht zurückgegeben, erklärt der Chef der ukrainischen Zentralbank, Andryj Pyschnyj, auf Facebook.

+++ 01:51 US-Finanzminister Bessent erwägt Lockerung der Öl-Sanktionen +++

Wegen der angespannten Situation auf dem Ölmarkt hat US-Finanzminister Scott Bessent die Möglichkeit einer weiteren Lockerung der Sanktionen auf russisches Öl ins Spiel gebracht. "Wir könnten weitere russische Öllieferungen von Sanktionen befreien", sagt Bessent dem Sender Fox Business. 

+++ 00:40 Ischinger warnt: Ukraine darf nicht aus dem Fokus geraten +++

Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, sieht durch den Iran-Krieg auch die westliche Unterstützung für die Ukraine in Gefahr. Deutschland müsse als europäische Führungsnation den USA sagen: "Wir müssen uns auf die Ukraine konzentriere - und nicht auch noch Munitionsknappheiten für die Ukraine verstärken durch eine längere militärische Auseinandersetzung mit dem Iran", mahnt Ischinger.

+++ 23:38 Merz reist mit Pistorius und Forschungsministerin Bär nach Norwegen +++

Bundeskanzler Friedrich Merz wird zusammen mit Verteidigungsminister Boris Pistorius und Forschungsministerin Dorothee Bär kommenden Donnerstag nach Norwegen reisen. Während er am Donnerstagabend mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre zusammenkommen will, steht am kommenden Freitag eine Debatte zusammen mit Pistorius und Bär zur Weltraumkooperation mit norwegischen Vertretern auf der Agenda. Norwegen gilt als potenzieller Hub für Satellitenstarts.

+++ 23:05 Merkel mahnt: Europa muss sein Schicksal selbst bestimmen +++

Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Länder Europas angesichts der weltweiten Krisen und Kriege zu Einigkeit und Geschlossenheit aufgerufen. "Europa muss sein Schicksal mehr denn je in die eigene Hand nehmen", sagt die CDU-Politikerin beim Matthiae-Mahl im Hamburger Rathaus vor rund 400 Gästen. Sie wünsche sich ein Europa, das nach innen und nach außen handlungsfähig sei und mit einer Stimme in der Welt wahr- und ernst genommen werde ".Das geht für mich weit über den Sicherheitsaspekt hinaus", betont Merkel. Ein geeint handelndes Europa bedeute Eintreten für Demokratie, Rechtsstaat, Menschenwürde, Wohlstand, Arbeitsplätze, aber auch den Schutz der Außengrenzen, der kulturellen Identität und der gemeinsamen Schöpfung.

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