Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 04:43 Selenskyj: Wir erwarten Austausch Kriegsgefangener +++

05.02.2026, 00:01 Uhr

Vor dem Hintergrund der laufenden Gespräche mit Moskau und Washington rechnet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit einem baldigen Austausch von Kriegsgefangenen. In seiner abendlichen Videobotschaft sagt er, es werde einen wichtigen Schritt geben - hin zum Austausch von Gefangenen. Die Gespräche im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs sollen heute in Abu Dhabi weitergehen. Zuvor hatte auch der Kiewer Chefunterhändler, Rustem Umjerow, von einem Gefangenenaustausch gesprochen.

+++ 03:41 Ukraine befürchtet weitere Stromausfälle nach russischen Angriffen +++

Der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal hat die Bevölkerung vor einer Verschärfung der geplanten Stromabschaltungen in den kommenden Tagen gewarnt. Zudem bestehe die Gefahr, dass die russischen Streitkräfte neue Luftangriffe starten könnten, um die Strom- und Heizungsnetze weiter lahmzulegen, sagt Schmyhal. Die Lage bei der Energieversorgung bleibe sehr schwierig. "Dies hängt mit dem letzten Angriff zusammen und der Tatsache, dass die Erzeugungsausfälle im Stromsystem immer noch erheblich sind", schreibt der Minister auf Telegram. In der Hauptstadt Kiew seien mehr als 200 Notfallteams im Einsatz, um die Wärmeversorgung nach den russischen Angriffen im Januar wiederherzustellen. Dem Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge waren am Dienstag noch mehr als 1100 Gebäude ohne Heizung.

+++ 02:19 Auslaufender Atomvertrag: Wadephul besorgt über Ende von New Start +++

Mit dem Auslaufen des letzten großen Atomwaffenvertrags zwischen den USA und Russland wächst die Sorge vor einem neuen nuklearen Wettrüsten. Außenminister Johann Wadephul mahnt im australischen Canberra, Vertrauen in der internationalen Politik wieder zur Grundlage von Rüstungskontrolle zu machen - und fordert dabei auch China zu mehr Verantwortung auf. "Jede Rüstungskontrollvereinbarung, die ausläuft, muss unsere Besorgnis erregen", sagt der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner australischen Kollegin Penny Wong in der Hauptstadt Canberra. Es müsse wieder Vertrauen in der Welt geschaffen werden, als Grundlage für neue Vereinbarungen. "Das gilt nicht nur für das Verhältnis zwischen den USA und Russland, sondern in der Tat: Auch China muss einbezogen werden", betont Wadephul.

+++ 01:05 "Washington Post" schließt auch Büro in Kiew +++

Die "Washington Post", die seit 2013 dem amerikanischen Oligarchen Jeff Bezos gehört, hat ihr Kiewer Büro inmitten des härtesten Winters seit Beginn des russischen Angriffskrieges geschlossen. "Ich wurde mitten im Kriegsgebiet von der Washington Post entlassen. Mir fehlen die Worte. Ich bin am Boden zerstört", schrieb Ukraine-Korrespondentin Lizzie Johnson auf X. Die Leiterin des Ukraine-Büros, Siobhán O'Grady, bezeichnet die Stelle als "die Ehre meines Lebens" und bedauert die Entscheidung.

+++ 23:40 Selenskyj nennt Zahl gefallener Ukrainer +++

Rund 55.000 ukrainische Soldaten sind nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges vor fast vier Jahren getötet worden. "In der Ukraine beträgt die Zahl der auf dem Schlachtfeld getöteten Militärs, ob Berufssoldaten oder Freiwillige, offiziell 55.000", sagt Selenskyj in einem Interview mit dem französischen Fernsehsender France 2. Zugleich gebe es eine "große Zahl" von Menschen, die sein Land als vermisst betrachte, fügt er hinzu. Wenn Russland die Ostukraine militärisch erobern wolle, müsse es 800.000 weitere Männer opfern, sagte Selenskyj dem Sender weiter. Russland werde mindestens zwei weitere Jahre dafür brauchen und "sehr langsam vorrücken", sagt Selenskyj laut der Übersetzung des französischen Senders. "Meiner Meinung nach werden sie nicht so lange durchhalten."

+++ 22:15 Rubio: Liste ungelöster Streitpunkte zwischen Kiew und Moskau deutlich reduziert +++

US-Außenminister Marco Rubio ist der Ansicht, dass sich die Liste der ungelösten Streitpunkte zwischen der Ukraine und Russland im Laufe des letzten Jahres deutlich verkürzt hat. Das berichtet Ukrinform, die nationale Nachrichtenagentur der Ukraine, unter Berufung auf eine Aussage des Ministers vor Journalisten zu einer Frage nach dem Fortschritt der Verhandlungen zwischen den Delegationen der Ukraine und Russlands in Abu Dhabi. "Wir glauben, dass wir im letzten Jahr Fortschritte erzielt haben. Wenn man die Liste der offenen Fragen von vor einem Jahr mit der Liste der heute noch offenen Fragen im Hinblick auf ein Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland vergleicht, hat sich diese Liste deutlich verkürzt. Das sind gute Nachrichten", so Rubio.

+++ 21:52 Ukrainischer Bahnchef: Russland will mit Angriffen Landesteile abschneiden +++

Der ukrainische Bahnchef hat Russland bei seinen Angriffen auf das Schienennetz Kalkül vorgeworfen, um ganze Regionen vom Rest des Landes zu trennen. "Das Ziel ist sehr klar: Wenn man die jüngsten Angriffe auf der Karte betrachtet, fällt deutlich auf, dass versucht wird, bestimmte Regionen der Ukraine effektiv abzuschneiden", sagt der ukrainische Bahnchef Oleksandr Perzowskyj. Die ukrainische Bahn sei stolz darauf, dass ihre Züge "trotz des Krieges fahrplanmäßig verkehren", sagt der Bahnchef weiter. Doch vor die Wahl gestellt würde das staatliche Unternehmen auf "Nummer sicher" gehen und "anhalten und das Personal evakuieren" anstatt weiterzufahren. Moskau hat in den vergangenen Monaten seine Angriffe auf die Bahn-Infrastruktur der Ukraine verstärkt. Bei den Angriffen wurden Zivilisten getötet und Zugstrecken unterbrochen, die zur Evakuierung von Menschen aus dem Frontgebiet genutzt wurden.

+++ 21:31 Grüne werfen Bundesregierung Untätigkeit bei russischer Schattenflotte vor +++

Die Bundesregierung kann nach eigenen Angaben nicht beziffern, wie viele Schiffe der russischen Schattenflotte seit 2022 die deutsche Ausschließliche Wirtschaftszone durchquert haben. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Demnach soll der Anteil sogenannter "Substandard-Vessels" "nicht ermittelbar" sein, da diese Schiffe Häfen mit Hafenstaatkontrollen gezielt meiden würden, wird aus der Antwort des Verkehrsministeriums zitiert. Mit "Substandard-Vessels" gemeint sind jene Schiffe, die internationale Sicherheits-, Umwelt- oder Sozialstandards nicht erfüllen. Bis einschließlich November seien die Behörden nur in einem einzigen Fall gegen ein Schiff der Schattenflotte tätig geworden. Im Dezember gab es einen zweiten Fall. "Die Bundesregierung toleriert durch ihr ausbleibendes Handeln die Finanzierung des russischen Angriffskrieges über den Export russischen Öls durch die Ostsee, der zudem mit einer massiven Gefahr für die Umwelt einhergeht", kritisiert der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Anton Hofreiter, im "Spiegel" , der die Anfrage initiiert hat.

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