Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 09:18 Atomkraftwerk Saporischschja erneut ohne Strom +++
Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine ist erneut von der äußeren Stromversorgung abgeschnitten. Die zur Anlage führende Hochspannungsleitung sei am Abend automatisch abgeschaltet worden, teilt die Kraftwerksleitung mit. Die als Reserve bereitstehenden Dieselgeneratoren hätten die Stromversorgung übernommen. Erhöhte Radioaktivität sei nicht ausgetreten. "Die Nacht verlief in Enerhodar und dem Umkreis des Atomkraftwerks Saporischschja relativ ruhig", sagt die von Moskau eingesetzte Kommunikationsleiterin des AKW, Jewgenija Jaschina, der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Es habe nur vereinzelt Drohnenbeschuss gegeben. Allerdings sei die gesamte Stadt ohne Stromversorgung.
+++ 08:45 Ukraine: Iskander-Raketen und Dutzende Drohnen abgeschossen +++
Laut den ukrainischen Luftstreitkräften hat die russische Armee die Ukraine mit zwei Iskander-M-Lenkflugkörpern und 221 Drohnen verschiedener Typen angegriffen. Die Verteidigungskräfte hätten 195 feindliche Drohnen außer Gefecht gesetzt. Treffer durch Raketen und Angriffsdrohnen wurden demnach an neun Standorten registriert, außerdem gab es Trümmerteile abgeschossener Drohnen an acht Standorten. "Der Angriff dauert an, im Luftraum befinden sich feindliche Drohnen. Halten Sie sich an die Sicherheitsvorschriften!", so die Warnung der Streitkräfte am Morgen.
+++ 08:12 Ukraine soll kostengünstige Patriot-Alternative erfolgreich getestet haben +++
Die Ukraine hat einem Bericht der "Financial Times" zufolge eine neue Boden-Luft-Rakete getestet, die eine kostengünstige Alternative zum US-Patriot-System sein könnte. Der ukrainische Rüstungshersteller Fire Point gab demnach bekannt, dass er letzte Woche den ersten Flugtest seines Raketenabwehrsystems FP-7.x durchgeführt habe. Mitbegründer Denys Shtilierman nennt diesen in einem Interview mit der Zeitung "ziemlich erfolgreich". Laut dem Hersteller ist FP-7.x dazu gedacht, russische ballistische Raketen und Drohnen abzuwehren – und das zu einem Bruchteil der Kosten bestehender westlicher Systeme. Auch könne es letztendlich in weitaus größeren Stückzahlen produziert werden. Die Massenproduktion der Rakete könne im August beginnen, so Shtilierman, vorbehaltlich der Lieferung eines Infrarot-Suchkopfs für die Lenkung, den Fire Point von der deutschen Firma Diehl Defence beziehen wollte. Die fertigen Raketen würden bis 2027 bereitstehen. Eine Abfangrakete soll laut dem Unternehmen 700.000 Dollar kosten. Das wäre deutlich billiger als die ohnehin kaum mehr lieferbaren Patriot-Raketen.
+++ 07:39 Raffinerie in Südrussland nach Drohnenattacke beschädigt +++
Der durch einen ukrainischen Drohnenangriff entstandene Brand in einer Raffinerie in der städtischen Siedlung Afipski unweit der südrussischen Millionenstadt Krasnodar soll inzwischen gelöscht sein. Dies teilt der Krisenstab der Region Krasnodar mit. "Verletzte hat es nicht gegeben", heißt es. Derweil schreibt Gouverneur Wenjamin Kondratjew auf seinem Telegram-Kanal, es gebe drei Verletzte in der Region durch Drohnenangriffe. Sie seien durch herabfallende Trümmerteile auf Wohnhäuser zu Schaden gekommen. In Afipski steht eine der größten Raffinerien Südrusslands. Im ersten Kriegsjahr soll sie Medienangaben zufolge noch rund sieben Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet haben. Inzwischen wurde die Anlage aber mehrfach zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe (siehe Eintrag um 02:37).
+++ 07:07 Bundeswehr probt den Drohnenkampf +++
Kampfpanzer mit Schutznetzen, Drohnenüberflüge, elektronische Störmaßnahmen: Die für den Einsatz an der Nato-Ostflanke bestimmte Panzerbrigade 45 setzt in Litauen bei ihrer ersten Gefechtsübung bei "Freedom Shield 2026" Lehren um, die aus dem Ukraine-Krieg gezogen wurden. Dazu gelte es, einen veränderten Fähigkeitsmix zu üben, sagt Brigadegeneral Christoph Hube auf dem Truppenübungsplatz Pabrade nahe der Grenze zu Belarus. Geübt werde das Gefecht der Panzertruppen in Verbindung mit den neuen Fähigkeiten: Drohnen, Drohnenabwehr und Maßnahmen der elektronischen Kampfführung. Es gehe auch darum, über der eigenen Truppe einen Schutzschirm aus Störmaßnahmen und Abwehrfeuer zu errichten und den Schutzschirm des Gegners möglichst zu zerschlagen. "Dabei lernen wir natürlich von dem, was wir sehen in der Ukraine", sagt er. Es gehe darum, sich auf mögliche Gefechtsszenarien der Zukunft vorzubereiten, "nicht auf den Krieg der Vergangenheit". Mit der Aufstellung der Brigade reagiert Deutschland auf die wachsende Bedrohung durch Russland. Bis 2027 soll der Verband mit einer Gesamtstärke von 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern voll einsatzfähig sein.
+++ 06:34 Berichte über Angriffe auf die Krim - Brücken offenbar getroffen +++
Explosionen erschüttern ukrainischen Berichten zufolge die von Russland besetzte Krim. Wie "Kyiv Independent" unter Berufung auf lokale Meldungen schreibt, handelt es sich dabei offenbar um einen groß angelegten Angriff auf der gesamten Halbinsel. Demnach werden offenbar mehrere militärische Einrichtungen bei einem andauernden ukrainischen Drohnen- und Raketenangriff getroffen. Laut dem pro-ukrainischen Telegram-Kanal "Krimskyj Weter" soll eine Brücke in Armiansk, einer Stadt im Norden der Krim nahe dem ukrainischen Festland, getroffen worden sein, ebenso wie eine Brücke am Ortseingang von Krasnoperekopsk aus Richtung Armiansk. "Es scheint, als gäbe es keine intakten Brücken mehr auf den Landzugängen zur Halbinsel", schreibt der Kanal. Auch weiter südlich werden Explosionen in Sewastopol gemeldet. "Krimskyj Weter" berichtet, dass Anwohner Raketenstarts vom Kap Fiolent und mehrere Explosionen in der ganzen Stadt gemeldet hätten.
+++ 05:58 "Reserven sind aufgebraucht" - Russische Wirtschaft kommt an ihre Grenzen +++
Die russische Wirtschaft zeigt einer Studie zufolge deutliche Anzeichen struktureller Erschöpfung. Die liquiden Vermögenswerte des russischen Staatsfonds seien von 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu Kriegsbeginn auf aktuell 1,8 Prozent gesunken, heißt es in der Untersuchung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und des Stockholm Institute of Transition Economics. Gleichzeitig habe das Defizit des Bundeshaushalts bereits in den ersten drei Monaten das für das gesamte Jahr angestrebte Ziel der Regierung überschritten. Die Öl- und Gaseinnahmen wiederum seien im ersten Quartal um 45 Prozent zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. "In den ersten Jahren des Krieges gegen die Ukraine hat sich die russische Wirtschaft als widerstandsfähiger erwiesen, als viele erwartet hatten. Doch nun sind die Reserven aufgebraucht", sagt IfW-Präsident Moritz Schularick. "Die wirtschaftlichen Grundlagen haben sich deutlich abgeschwächt." Die fiskalischen Reserven seien weitgehend aufgebraucht. Das Wachstum sei zum Stillstand gekommen. "Gleichzeitig dürften höhere Ölpreise infolge des Krieges am Golf vermutlich nur vorübergehende fiskalische Effekte haben", betont Schularick.
+++ 05:26 Rosneft-Raffinerie in Samara bis auf Weiteres außer Betrieb +++
Nach einem Drohnenangriff in der Nacht zum Mittwoch muss die Kuibyschew-Raffinerie in Samara den Betrieb bis auf Weiteres vollständig einstellen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Quellen in der Öl- und Gasindustrie. Der Angriff auf die Raffinerie des russischen Rosneft-Konzerns habe erhebliche Schäden verursacht, derzeit sei die Anlage nicht betriebsbereit, heißt es. Das Werk zählt zu den wichtigsten Treibstoffproduzenten in Russland, insbesondere für den Bedarf der russischen Armee.
+++ 02:37 Feuer in Raffinerie im russischen Krasnodar +++
Die südrussische Region Krasnodar ist örtlichen Behörden zufolge Ziel eines Drohnenangriffs geworden. Die Behörden teilten mit, dass infolge des Angriffs in der Afipsky-Raffinerie ein Feuer ausgebrochen ist. Zudem sei in der Gegend um Afipsky eine Gaspipeline beschädigt worden.
+++ 01:13 Viele Verletzte nach russischem Angriff in Ostukraine +++
In der ostukrainischen Industriestadt Pawlohrad sind bei einem russischen Angriff mindestens zwölf Menschen verletzt worden. Ein mehrstöckiges Wohngebäude sei beschädigt worden, schreibt der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram. Ein Brand sei ausgebrochen. Nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft handelte es sich um einen Drohnenangriff.
+++ 23:24 Ukraine wirft Russland Drohnenangriffe auf Frachter vor +++
Die Ukraine wirft Russland vor, zwei Frachter im Schwarzen Meer mit Drohnen attackiert zu haben. Die Handelsschiffe seien unter der Flagge von Barbados und Panama unterwegs gewesen, erklärt das ukrainische Ministerium für kommunale und territoriale Entwicklung. Eines habe Weizen transportiert, das andere sei auf dem Weg zu einem Hafen in der Region Odessa gewesen, um Metall zu laden. Den Angaben zufolge brach an Bord eines Frachters ein Feuer aus, das von der Besatzung jedoch schnell gelöscht werden konnte. Verletzt worden sei niemand und die Frachter hätten ihre Fahrt fortsetzten können. Russland versuche, den Betrieb des ukrainischen Seekorridors zu behindern, sagt Oleg Kiper, Gouverneur der südukrainischen Region Odessa.
+++ 22:02 Bericht: Russland baut große Militärbasis nahe Finnlands Grenze +++
Weniger als 180 Kilometer von der finnisch-russischen Grenze entfernt, entsteht im russischen Nowaja Wilga einem Medienbericht zufolge ein großer Militärstützpunkt. Wie Finnlands öffentlich-rechtlicher Rundfunk Yle meldet, schreiten die im Frühjahr begonnenen Bauarbeiten nahe der Stadt Petrosawodsk zügig voran. Etwa ein Dutzend große Kasernengebäude befinden sich demnach bereits im Bau. Der Militärexperte Marco Eklund schätzt, dass in der fertigen Militärstadt 4000 bis 6000 Soldaten stationiert werden können.
+++ 21:28 Ukraine führt "Tag der Drohnen-Kräfte" ein +++
Der massenhafte Einsatz von Drohnen hat die Kriegsführung verändert - die Ukraine führt nun einen "Tag der unbemannten Systeme" ein. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, ein entsprechendes Dekret unterzeichnet zu haben. Dieser "spezielle Tag" sei ein Zeichen des Respekts und werde von nun an jedes Jahr an 11. Juni begangen. Die "Kräfte Unbemannter Systeme" sind eine Teilstreitkraft des ukrainischen Militärs. Als erstes Land habe die Ukraine einen solchen Zweig aufgebaut, betont Selenskyj.
+++ 20:30 Firmenich: "Atmosphäre in Moskau ist durchaus relaxed" +++
Ruth Firmenich, Europaabgeordnete für das BSW, reist mit einem Parteikollegen für diplomatische Gespräche nach Moskau. Wie der Dialog mit den russischen Vertretern lief und was ihre Motivation für den Schritt war, hat sie ntv-Korrespondent Rainer Munz erklärt.
+++ 20:08 Pawlohrad attackiert - mehrere Verletzte +++
Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Stadt Pawlohrad sind nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen verletzt worden. Dem Gouverneur der Region Dnipropetrowsk zufolge befindet sich eine 75-jährige Frau in einem ernsten Zustand. Durch den Angriff sei ein mehrstöckiges Gebäude beschädigt worden und ein Feuer ausgebrochen, so der Gouverneur.
+++ 19:37 Schickt Russland Techniker und Logistik-Personal zu Angriffen? +++
Obwohl sie nicht zur Artillerie gehören, sollen russische Militärangehörige zu Angriffen im Osten der Ukraine geschickt worden sein. Laut dem Institute for the Study of War (ISW) berichtet dies ein ukrainischer Offizier einer Brigade, die in Richtung Lyman operiert. Logistikpersonal, Reparaturtechniker und anderes Nicht-Infanterie-Personal seien zum Vorstoß entsendet worden, da nicht genügend Soldaten der Infanterie an der Front seien, so die ukrainischen Angaben. Unabhängig überprüfen lassen sich die Behauptungen nicht.
+++ 18:12 Blog: Russen rücken an Frontabschnitt im Osten voran +++
Das russische Militär kommt anscheinend an einem Frontabschnitt im Osten der Ukraine voran: Russische Truppen seien nahe Rodynske in der Oblast Donzek vorangerückt, meldet der ukrainische Militärblog Deepstate.
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