Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 10:53 Ukraine: Kupjansk fast vollständig von Russen befreit - neue schwere Attacken erwartet +++
Mit der fast vollständigen Befreiung von Kupjansk von den russischen Invasoren hat die Ukraine Ende des vergangenen Jahres ein größeren Erfolg verbuchen können. Aktuell seien in der Stadt weniger als 100 russische Besatzer, teilt der Leiter der Kommunikationsabteilung der Vereinigten Streitkräfte, Viktor Tregubow, laut der Nachrichtenagentur Unian im Fernsehsender 24 Kanal mit. Die Besatzer seien vollständig umzingelt und hätten sogar Probleme mit der Versorgung aus der Luft. Die Ukraine rechnet zudem mit neuen großen Attacken auf die Stadt. Laut Tregubow hat Russland das Ziel, Kupjansk bis Februar einzunehmen. Deshalb würden Truppen nach Norden verlegt, um erneut in die Stadt einzudringen.
+++ 10:03 Russischer Gouverneur meldet Toten nach ukrainischem Angriff +++
Der Gouverneur der russischen Grenzregion Belgorod meldet einen ukrainischen Drohnenangriff, bei dem ein Mann getötet worden sei. Zudem seien eine Frau und ein vierjähriges Kind verletzt worden, teilt Wjatscheslaw Gladkow weiter mit. Ihr Zustand sei ernst, sie seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Feuerwehr habe einen Brand gelöscht, der nach dem Angriff ein Auto erfasst habe. Das russische Verteidigungsministerium teilt daneben mit, es seien in der Nacht 90 ukrainische Drohnen und am Sonntagmorgen 42 weitere Drohnen abgeschossen worden. Drei von ihnen seien Richtung Moskau unterwegs gewesen.
+++ 09:00 Partisanengruppe: Wichtiges Unternehmen der russischen Rüstungsindustrie ausspioniert +++
Die proukrainische Partisanengruppe Atesh hat laut eigenen Angaben Agenten ein Automobilwerk in Brjansk ausspioniert. "Eines der wichtigsten Unternehmen des russischen Militär-Industrie-Komplexes für die Herstellung von speziellen Radfahrgestellen und Plattformen für Flugabwehrraketensysteme, Radaranlagen und andere Militärtechnik, die im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt werden." Darunter sollen Fahrgestelle für die Flugabwehrsysteme S-400 "Triumph" und S-350 "Vityaz" sowie für die Raketenkomplexe Iskander-M und Uragan fallen. "Im Rahmen der Aufklärung wurden die Standorte der Produktionsgebäude, Verwaltungsgebäude, Lagerinfrastruktur und Zufahrtswege, die für die Logistik des Unternehmens genutzt werden, erfasst", teilt Atesh mit. "Die gewonnenen Daten wurden bereits an die Verteidigungskräfte der Ukraine weitergeleitet und können für die Planung gezielter Maßnahmen gegen die militärische und industrielle Infrastruktur des Feindes verwendet werden."
+++ 08:03 "Würde sich negativ auf Kämpfe auswirken" - Deepstate besorgt mögliche Maljuk-Absetzung +++
Auch der dem ukrainischen Militär nahestehende Kanal Deepstate warnt vor einer möglichen Absetzung des Inlandsgeheimdienstchefs Wassyl Maljuk (siehe auch Eintrag von 06:05 Uhr). Diese würde sich negativ auf die weitere Durchführung von Kampfhandlungen auswirken, heißt es in einer Einschätzung. "Außerdem werden bestimmte Generäle und Oberste noch mehr Lügen über die Lage an der Front verbreiten können, was zusätzliche Probleme bei der Überprüfung der Daten für die politische Führung mit sich bringen wird." Deepstate hofft, dass die Gerüchte über eine Ablösung von Maljuk Gerüchte bleiben. Der Inlandsgeheimdienstchef werde von Magyar und vielen anderen angesehenen Militärs unterstützt. Bei Magyar handelt es sich um Robert Brovdi, den Kommandanten der Drohnenstreitkräfte der Ukraine.
+++ 06:59 Heftige Kämpfe um Pokrowsk und Myrnohrad - ukrainische Truppengruppierung nennt Details +++
Laut der ukrainischen Truppengruppierung Ost werden weiterhin Stellungen im Ballungsraum Pokrowsk-Myrnohrad gehalten. "Der Feind erleidet schwere Verluste", heißt es. Man kontrolliere nach wie vor den nördlichen Teil von Pokrowsk. Die russische Seite hatte mehrfach fälschlicherweise behauptet, die Stadt vollständig eingenommen zu haben. Zur Verteidigung der östlichen Nachbarstadt Myrnohrad würden Luftlandetruppen und Marinesoldaten eingesetzt, heißt es von der Truppengruppierung Ost. "Die Logistik bleibt schwierig. Um unsere Versorgungskapazitäten zu stärken, werden Maßnahmen zur Erweiterung der Logistikkorridore nach Myrnohrad ergriffen."
+++ 06:05 Brisante Personalveränderung in der Ukraine könnte bevorstehen - Beobachter warnen +++
Nach diversen erfolgten Personalveränderungen innerhalb der ukrainischen Regierung in den vergangenen Tagen halten sich Gerüchte um eine Abberufung des Chefs des Inlandsgeheimdienstes SBU, Wassyl Maljuk. Dieser ist für die wohl spektakulärsten Anschläge bei der Verteidigung gegen die russische Invasion verantwortlich. Darunter mehrere Attacken auf die Krim-Brücke und die Drohnenangriffe in Russland auf Dutzende Flugzeuge der Luftwaffe. Viele Beobachter warnen vor einer Entlassung Maljuks und einer möglichen Versetzung auf einen anderen Posten.
+++ 04:57 Selenskyj: "Wenn Russland Frieden blockiert, verteidigen wir uns eben weiter" +++
Die Ukraine werde sich weiterhin verteidigen, falls die Bemühungen scheitern sollten, Russland zur Beendigung seines Angriffskrieges zu bewegen, sagte Selenskyj kämpferisch vor Journalisten. "Wenn Russland alles blockiert, wenn unsere Partner Russland nicht dazu zwingen, den Krieg zu beenden, gibt es einen anderen Weg: uns selbst zu verteidigen", erklärte Selenskyj.
+++ 02:38 Selenskyj hält am Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte fest +++
Die umfassende Regierungsumbildung hat laut Präsident Selenskyj keinen Einfluss auf Oleksandr Syrskyj, Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte. Die Veränderungen umfassten verschiedene Institutionen - darunter auch die ukrainischen Streitkräfte - nicht aber "eine Ablösung des Oberbefehlshabers", berichtet "Kyiv Independent". Dies sei "zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgesehen", stellte Selenskyj vor Journalisten klar. Zuvor gab es personelle Veränderungen, unter anderem beim Militärgeheimdienst und bei der Leitung des Präsidialamtes.
+++ 01:08 Selenskyj: USA wissen, wie mit "Diktatoren" umzugehen ist +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Angriff auf Venezuela und die Festnahme des gestürzten Staatschefs Nicolás Maduro als wegweisend gelobt, wie mit "Diktatoren" umzugehen ist. "Wenn man mit Diktatoren so umgehen kann, dann wissen die Vereinigten Staaten von Amerika, was sie als Nächstes tun müssen", sagte Selenskyj ukrainischen Medien zufolge in Kiew vor Journalisten. Demnach ließ der Kontext der Äußerung darauf schließen, dass Selenskyj mutmaßlich Wladimir Putin im Blick hatte - ohne ihn namentlich zu erwähnen.
+++ 00:02 Selenskyj will britische und französische Soldaten in der Ukraine +++
Selenskyj dringt erneut auf solide Sicherheitsgarantien der USA und der europäischen Staaten, die nach einem Kriegsende vor künftigen russischen Angriffen Schutz für die Ukraine bieten sollen. Das bedeute ganz klar, dass "auf jeden Fall" mindestens französische und britische Truppen in der Ukraine stationiert sein würden, sagte Selenskyj. Russland, das an den Gesprächen zunächst nicht beteiligt ist, warnt immer wieder vor der Stationierung von Soldaten aus Nato-Staaten in der Ukraine.
+++ 23:03 Sicherheitsberater der Ukraine-Unterstützer erörtern "Rahmendokumente" +++
Die nationalen Sicherheitsberater der sogenannten Koalition der Willigen haben nach ukrainischen Angaben über "Rahmendokumente" zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gesprochen. Zu den am Samstag erörterten Dokumenten gehörten laut Verhandlungsführer Rustem Umerow "Sicherheitsgarantien und Ansätze für den Friedensplan". Zudem sei es bei dem Treffen um die "Abfolge weiterer gemeinsamer Schritte" gegangen, erklärte Umerow im Onlinedienst Telegram.
+++ 21:54 Ukrainischer Generalstab meldet neue Verlustzahlen Russlands +++
Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine beziffert die Zahl der seit Beginn der großangelegten Invasion getöteten und verletzten Soldaten Russlands auf mittlerweile 1.210.630. Laut der jüngsten Grafik kamen seit dem Vortrag demnach 750 personelle Verluste auf russischer Seite hinzu. Drei weitere Panzer seien zerstört worden, was die Zahl auf 11.497 ansteigen lässt. 24 weitere russische Artilleriesysteme sollen innerhalb eines Tages vernichtet oder beschädigt worden sein. Die Ukraine meldet täglich Verluste auf russischer Seite, diese können jedoch nicht unabhängig überprüft werden. Westliche Beobachter halten die Zahlen in der Regel für übertrieben, aber nicht völlig aus der Luft gegriffen.
+++ 20:55 Selenskyj verkündet weitere Neubesetzung in seinem direkten Umfeld +++
Dass der Chef des ukrainischen Militärgeheimdiensts, Kyrylo Budanow, neuer Büroleiter seines Präsidenten Wolodymyr Selenksyj werden soll, ist bereits bekannt. Nun erklärt Selenskyj, wer Budanows erster Stellvertreter werden soll. "First Deputy Head of the Office of the President" wird demnach der Diplomat Serhij Kyslyzja. Selenskyj teilt auf X ein Foto eines gemeinsamen Treffens. "Wir haben ausführlich über unsere diplomatische Arbeit und Möglichkeiten zur Stärkung dieses Bereichs innerhalb des Präsidialamtes gesprochen – nämlich die Sicherstellung der Kommunikation mit Partnern auf höchster Ebene, die Entwicklung bilateraler Beziehungen und die Synchronisierung der Bemühungen mit dem System des Außenministeriums", so Selenskyj. Die Besetzung von Selenskyjs Büro ist von Bedeutung, denn seine Bürochefs entscheiden mehr oder weniger, wer Zugang zum Präsidenten erhält.
+++ 20:09 Selenskyj erwartet von zwei europäischen Ländern unbedingte Militärpräsenz +++
Noch wird über Sicherheitsgarantien für die Ukraine verhandelt - und auch darüber, ob ein Frieden oder ein Einfrieren des Konflikts überhaupt zustandekommt. Auf einem Briefing in Kiew hat der ukrainische Präsident nun Berichten zufolge erläutert, was einige seiner Mindestvorstellungen von Sicherheitsgarantien sind. "Zweifellos ist die [militärische] Präsenz wichtig für uns. Und zweifellos ist nicht jeder dazu bereit … Aber die Präsenz ist einer der wichtigen Faktoren, und selbst die Existenz der Koalition der Willigen hängt davon ab, ob sie bereit sind, ihre Präsenz zu verstärken", so Selenskyj laut dem Portal "Ukrainska Prawda". Der ukrainische Präsident erläuterte demnach weiter, dass in vielen europäischen Unterstützerstaaten Parlamente Einsätzen zustimmen müssten und einige Länder keine Truppen schicken würden, es aber Mindestvoraussetzungen gäbe. "Das Vereinigte Königkreich und Frankreich sind die Vorsitzenden [der Koalition der Willigen]. Ihre Militärpräsenz ist obligatorisch."
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