Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 06:06 SPD bringt direkte Gespräche von Merz und Putin ins Spiel +++
Wegen der kaum vorankommenden Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine und der dramatischen Folgen durch den Ausfall von Strom und Heizungen bringen SPD-Politiker eine neue Strategie ins Spiel: "Wir sehen, dass sich in den Gesprächen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs wenig bewegt und, dass wir als Europäer nicht mit am Tisch sitzen", sagt der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, der "Süddeutschen Zeitung". "So wie es jetzt läuft, darf es nicht weiterlaufen." Man müsse neue Wege gehen: "Dazu gehört auch die Klärung der Frage, auf welcher Ebene und durch wen der diplomatische Kontakt zu Russland gesucht werden soll." Merz müsse insgesamt mehr Mut aufbringen. "Ich erwarte von der Bundesregierung, dass wir uns gemeinsam mit europäischen Staaten und Bündnispartnern Gedanken machen, wie eine Strategie aussehen kann, bei der wir wieder einen festen Platz am Verhandlungstisch erhalten."
+++ 05:15 Tote und Verletzte bei russischen Luftangriffen in der Nacht +++
Bei russischen Luftangriffen sind in der Nacht zwei Menschen getötet und mindestens sechs weitere verletzt worden. In der Region Kiew starben ein Mann und eine Frau, als in einem mehrstöckigen Wohngebäude nach einem Drohnenangriff ein Brand ausbrach. Auch in Saporischschja stand ein Haus in Flammen, über mögliche Opfer ist noch nichts bekannt. Am frühen Morgen setzten die russischen Streitkräfte ihre Angriffe in Krywyj Rih fort, ballistische Raketen trafen eine Infrastruktureinrichtung. Eine Frau und ein Mann wurden verletzt.
+++ 02:56 US-Denkfabrik: Mindestens 400.000 Soldaten im Ukraine-Krieg getötet +++
US-Verteidigungsexperten gehen von mindestens 400.000 getöteten Soldaten im Ukraine-Krieg aus. Mit mindestens 325.000 toten Soldaten habe die russische Seite die deutlich höheren Verluste, heißt es in einem Bericht der US-Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS). Auf ukrainischer Seite wurden demnach bis zum Ende des vergangenen Jahres mindestens 100.000 Soldaten getötet. Hinzu kämen Hunderttausende Verletzte und Vermisste: Auf russischer Seite sind es den CSIS-Schätzungen zufolge mindestens 900.000 Menschen. Mindestens 400.000 Menschen wurden deEumnach auf ukrainischer Seite verletzt oder werden vermisst. Bis zum Frühling würden vermutlich Zehntausende weitere Soldaten auf beiden Seiten getötet und verletzt.
+++ 01:52 Ukrainischer Außenminister: Selenskyj ist zu Treffen mit Putin bereit +++
Der ukrainische Präsident Selenskyj ist laut seinem Außenminister bereit, mit Blick auf ein Ende des russischen Angriffskriegs direkt mit Kremlchef Putin über heikle Fragen zu verhandeln. Im Ringen um eine Friedenslösung seien die sensibelsten Fragen noch nicht geklärt, so Chefdiplomat Andrij Sybiha in einem Interview mit dem ukrainischen Portal "Jewropejska Prawda". Dabei gehe es um Gebietsfragen und das russische besetzte Atomkraftwerk in Saporischschja. Um diese Fragen zu klären, sei Selenskyj bereit, sich mit Putin zu treffen, sagt Sybiha. Schon in der Vergangenheit hatte Selenskyj mehrfach ein Treffen mit dem russischen Staatschef gefordert, während Moskau stets bremste.
+++ 00:37 Polens Außenminister: Musk soll Starlink für russische Armee sperren +++
Polens Außenminister Radoslaw Sikorski ruft den US-Milliardär Elon Musk dazu auf, das zu seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX gehörende Satellitennetzwerk Starlink für Russland zu sperren. "Weshalb verhindern Sie nicht, dass die Russen Starlink nutzen, um ukrainische Städte anzugreifen?", schreibt Sikorski bei X an Musk gerichtet. "Mit Kriegsverbrechen Geld zu verdienen schadet Ihrer Marke", fügt der Minister hinzu. Starlink wird vom US-Raumfahrtunternehmen SpaceX betrieben und ermöglicht auch abgelegenen Regionen, in denen die Kommunikationsinfrastruktur nicht funktioniert, einen Zugang zum Internet.
+++ 23:40 Angriff auf Zug in Charkiw: Zahl der Todesopfer steigt +++
Beim russischen Drohnenangriff auf einen Zug in Charkiw (siehe Eintrag von 20:57 Uhr) sind laut dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj mindestens vier Menschen getötet worden. Zunächst war von drei Todesopfern die Rede. Selenskyj zufolge beförderte der angegriffene Zug rund 200 Passagiere. "Es gibt keine und kann keine militärische Rechtfertigung dafür geben, Zivilisten in einem Zug zu töten", so der Präsident. Die Attacken würden die derzeit laufende Diplomatie "untergraben", erklärte er. Insgesamt starben am Dienstag insgesamt elf Zivilisten bei russischen Angriffen.
++ 22:46 Mehr als 700.000 Menschen immer noch ohne Strom +++
Nach den massiven russischen Angriffen auf das ukrainische Energienetz sind mehr als 700.000 Menschen in Kiew weiterhin von der Stromversorgung abgeschnitten. Das gab der erste Stellvertretende Ministerpräsident und Energieminister der Ukraine, Denys Schmyhal, am Abend bei Facebook bekannt. "Aktuell sind 710.000 Verbraucher in Kiew ohne Strom. Wir verstehen, dass das Leben in dieser Ungewissheit ohne klare Versorgungspläne sehr belastend ist. Die dringende Aufgabe der Experten besteht nun darin, die planmäßige Stromversorgung wiederherzustellen", so Schmyhal.
+++ 22:08 Lukaschenko zur Rechenschaft ziehen? Minsk "nicht besorgt" über Ukraine-Pläne +++
In Minsk nimmt die belarussische Regierung die Absicht der Ukraine, Staatschef Alexander Lukaschenko zur Rechenschaft zu ziehen, offenbar gelassen zur Kenntnis. Minsk sei "nicht besorgt", sagte Natallia Eismant, Sprecherin des belarussischen Staatschefs, wie "Ukrainska Pravda" meldet unter Berufung auf eine Mitteilung der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Novosti. "Das besorgt uns nicht. Wir wissen nichts von irgendwelchen angeblichen Gesprächen und Absichten", so die Sprecherin. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hatte zuvor in einem Interview mit der Zeitung "European Pravda" gesagt, Kiew plane, Lukaschenko für seine Unterstützung Russlands in dessen Angriffskrieg zur Rechenschaft zu ziehen. (siehe Eintrag um 18:47 Uhr)
+++ 21:27 Selenskyj verurteilt Angriff auf Zug als "Terrorismus" - Zahl der Toten auf vier gestiegen +++
Bei einem Drohnenangriff auf einen Zug im Gebiet Charkiw sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vier Menschen getötet worden. Er wirft Russland deswegen "Terrorismus" vor. "In jedem Land würde ein Drohnenangriff auf einen zivilen Zug genauso bewertet werden – als reiner Terrorismus", schreibt er auf Telegram.
+++ 20:57 Drei Tote nach russischem Angriff auf Passagierzug in Charkiw +++
Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Zug in der Region Charkiw sind mindestens drei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden. Das teilt die Staatsanwaltschaft der Region Charkiw via Telegram mit.
+++ 20:12 Militärgeheimdienst: Belarussische Spionin in Kiew enttarnt und festgenommen +++
Der ukrainische Militärgeheimdienst DIU meldet die Festnahme einer belarussischen Spionin in Kiew. Wie der DIU bei Facebook mitteilt, hat die Frau seit 2015 für den belarussischen Geheimdienst KGB gearbeitet und war 2020 als Agentin in die Ukraine entsandt worden. Dabei habe die 35 Jahre alte Frau zur Tarnung ihre Tätigkeit als Journalistin genutzt und versucht, eine Einheit des Militärgeheimdienstes zu infiltrieren. "Bei einer mehrmonatigen Spezialoperation (...) wurden ihr als geheime Daten getarnte Desinformationen zugespielt", heißt es in der Mitteilung. So sei die Frau überführt worden. Ursprünglich hat die Belarussin der Mitteilung zufolge für den sanktionierten Sender 112 gearbeitet. Dieser hat Verbindungen zum ehemaligen Abgeordneten Viktor Medwedtschuk, einem ukrainischen Geschäftsmann und prorussischen Politiker, dessen Tochter den russischen Präsidenten Wladimir Putin als Taufpaten hat. Danach soll sie bei einem führenden Medienunternehmen der Ukraine tätig gewesen sein.
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