Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 10:35 Wegen Iran-Angriff: Selenskyj besorgt um Nachschub für Verteidigung der Ukraine +++

03.03.2026, 00:01 Uhr

Angesichts der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran befürchtet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Probleme für sein eigenes Land im Krieg gegen Russland. "Es könnte schwierig werden, Raketen und Waffen für die Verteidigung unseres Luftraums zu beschaffen", sagte Selenskyj der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera". "Die Amerikaner und ihre Verbündeten im Nahen Osten könnten diese zur Verteidigung benötigen, zum Beispiel Anti-Patriot-Raketen." Der ukrainische Präsident verwies auf Erfahrungen während der Angriffe der USA und Israels auf den Iran im Juni vergangenen Jahres. Damals habe sich die Lieferung von Raketen an sein Land verzögert. "Heute ist das noch nicht geschehen, aber ich befürchte, dass es sich wiederholen könnte."

+++ 10:17 Russland zieht wegen eingefrorenem Vermögen in Brüssel vor EU-Gericht +++

Die russische Zentralbank hat wegen des Einfrierens ihrer Vermögenswerte infolge des Ukraine-Kriegs Klage beim Gericht der Europäischen Union in Luxemburg eingereicht. Dies teilt die Notenbank in Moskau mit. Die Klage richte sich gegen einen Beschluss vom Dezember 2025, die Gelder auf unbestimmte Zeit zu blockieren. Zur Begründung heißt es, das Einfrieren sei mit "schwerwiegenden Verfahrensverstößen" verhängt worden, da es per Mehrheitsentscheidung und nicht wie vom EU-Recht gefordert einstimmig angenommen worden sei. "Die EU-Verordnung verletzt die grundlegenden und unveräußerlichen Rechte auf Zugang zur Justiz und Unverletzlichkeit des Eigentums sowie den Grundsatz der Staatenimmunität", erklärt die Zentralbank weiter. Das im Dezember veröffentlichte EU-Dokument zur Sperrung der Gelder schließt eine Klage Russlands vor EU-Gerichten gegen die Entscheidung jedoch aus. Eine mit den Vorgängen vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die mutmaßlichen Verfahrensverstöße stünden im Mittelpunkt der Klage.

+++ 09:38 Ukrainische Luftabwehr schießt 127 russische Drohnen in der Nacht ab +++

Die ukrainischen Luftverteidigungskräfte haben 127 der 136 Drohnen zerstört, die russische Truppen seit gestern Abend für Angriffe auf die Ukraine eingesetzt haben. Dies teilt die ukrainische Luftwaffe via Telegram mit. Demnach waren etwa 80 der Drohnen vom Typ Shahed. Der Luftangriff wurde von der ukrainischen Luftwaffe, Flugabwehrraketen, Einheiten für elektronische Kampfführung, unbemannten Systemen und mobilen Feuergruppen abgewehrt.

+++ 08:56 Zu viel an die Ukraine abgegeben? Trump unzufrieden über US-Bestände an Hochleistungswaffen +++

US-Präsident Donald Trump äußert sich unzufrieden über die Waffenbestände seines Landes. In Bezug auf den Bestand an Hochleistungswaffen seien die USA "noch nicht da, wo wir sein wollen", erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Seinem Vorgänger Joe Biden warf er vor, einen Großteil der Waffen höchster Klasse an die Ukraine abgegeben zu haben. Trump betonte, dass die USA über ausreichende Waffen der "mittleren und oberen mittleren" Kategorie verfügen würden. Mit diesen Vorräten, die besser seien als die besten Waffen anderer Länder, "können Kriege 'ewig' und sehr erfolgreich geführt werden", fügte er hinzu.

+++ 08:25 Berichte: Ukraine setzt vermehrt auf deutsche Kampfdrohnen +++

Die Ukraine setzt Berichten zufolge verstärkt die deutschen HX-2 Strike-Drohnen des Herstellers Helsing ein. Wie das Fachportal "Militarnyi" meldet, werden diese Kamikaze-Drohnen nun offenbar systematisch für Angriffe in den Gebieten weit hinter der Front der russischen Besatzungstruppen eingesetzt. Demnach kursieren Aufnahmen von Wrackteilen mit dem markanten X-Flügel-Design in russischen Telegram-Kanälen. Die Drohnen treffen laut "Militarnyi" vermehrt Instandsetzungs- und Bautrupps, die für die Reparatur des Straßennetzes und der Versorgungswege zuständig sind.

+++ 07:41 Geheimdienst hört Gespräche ab: Russische Kommandeure zwingen verwundete Soldaten an die Front +++

Der ukrainische Geheimdienst hat ein abgehörtes Gespräch veröffentlicht, das die unmenschliche Behandlung der russischen Truppen durch ihre Kommandeure offenbart. Die Tonaufnahme wurde vom Verteidigungsnachrichtendienst der Ukraine öffentlich gemacht, wie die staatliche ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform meldet. In dem abgehörten Gespräch spricht demnach ein russischer Infanterist mit seinem Kommandeur über schwere Verletzungen und Erfrierungen, die bereits zu ernsthaften Komplikationen führten. Der Soldat berichtet in dem Gespräch, dass er und seine Kameraden verletzte Hände hätten, die von Wundbrand befallen seien, und von Erfrierungen, die medizinisch versorgt werden müssten. Der Kommandeur kümmert sich jedoch nicht darum und besteht darauf, dass der Befehl ausgeführt wird. "Dieses abgehörte Gespräch beweist einmal mehr die völlige Missachtung des Lebens und der Gesundheit von Angehörigen der russischen Armee", so der Geheimdienst.

+++ 07:08 Kiew: Russland verliert fast 800 russische Soldaten innerhalb eines Tages +++

Kiew macht täglich Angaben zu den personellen Verlusten auf russischer Seite. Laut Ukraine sind es 790 russische Soldaten, die am vergangenen Tag verletzt oder getötet worden sind. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums sind seit Beginn des Krieges im Februar 2022 insgesamt 1.268.520 russische Soldaten "eliminiert" worden. Wie das Verteidigungsministerium in seinen täglichen Angaben zu den Verlusten Russlands verkündet, habe der Gegner seit Kriegsbeginn rund 11.700 Panzer und fast 155.000 Drohnen, die sich nicht mehr im Besitz des russischen Militärs befinden oder zerstört wurden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Moskau selbst hält sich mit Informationen zu eigenen Verlusten in der Ukraine zurück.

+++ 06:20 Selenskyj wirft Orbán und Fico fehlende Dankbarkeit für Reparaturen an Druschba-Pipeline vor +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft dem ungarischen Ministerpräsident Viktor Orbán und seinem slowakischen Amtskollegen Robert Fico vor, der Ukraine keinerlei Dankbarkeit für die Reparatur der Druschba-Ölpipeline entgegen zu bringen. "Hat irgendjemand von Orbán oder Fico gehört: 'Wir sind der Ukraine sehr dankbar' oder 'Es tut uns sehr leid für die Familien und Angehörigen, die gelitten haben'? Kein einziges Wort, außer dass wir ihnen noch etwas schulden", sagte Selenskyj zu Journalisten von "Ukrainska Pravda". "Wenn europäische Staats- und Regierungschefs uns dazu auffordern, müssen wir den Preis verstehen … Nach dem ersten Angriff haben wir alle Arbeiten wieder aufgenommen. Es gab keine öffentlichen Appelle an die Russen, die Pipeline nicht anzugreifen. Aber es gab öffentliche Appelle an die Ukrainer, denn es geht hier um die Energiesicherheit Ungarns und der Slowakei." Während der Reparaturarbeiten sei es zu einer "Kampfsituation" gekommen, bei der Arbeiter verletzt wurden.

+++ 05:40 Merz in Washington eingetroffen +++

Drei Tage nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran ist Bundeskanzler Friedrich Merz in Washington eingetroffen, um sich mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zu treffen. Merz kommt als erster europäischer Regierungsvertreter seit Kriegs-Beginn mit dem US-Präsidenten zusammen. Merz wird nach einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern am Vormittag im Weißen Haus in Washington erwartet (11.00 Uhr Ortszeit, 17.00 Uhr MEZ). Nach der Eintragung ins Gästebuch ist ein halbstündiges Gespräch mit Trump im Oval Office geplant. Themen sind insbesondere Trumps Zollpolitik und die weitere Unterstützung der Ukraine. Nach der Eskalation im Iran-Konflikt am Wochenende kündigte Merz an, er wolle mit Trump auch über dieses Thema sprechen. Es ist der dritte Besuch von Merz als Kanzler in Washington.

+++ 05:05 Merz-Treffen mit Trump: Transatlantik-Koordinator hofft auf Nato-Bekenntnis +++

Vor dem heutigen Empfang von Kanzler Friedrich Merz durch US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus setzt die Bundesregierung auf eine klare Haltung Trumps bei Handelspolitik, Ukraine-Krieg und Nato-Beistandsklausel. "Deutschland will von den USA Sicherheit für Handel und Investitionen, und eine dauerhafte Verlässlichkeit bei der Unterstützung der Ukraine. Ein erneutes klares Bekenntnis Trumps zu Artikel 5 des Nato-Vertrages, also zur Beistandsklausel, wäre sehr gut", sagte der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Metin Hakverdi, im Interview mit dem "Tagesspiegel": "Sollte der Kanzler das alles erreichen, wäre seine Reise ein enormer Erfolg."

+++ 03:16 Lücken bei Luftverteidigung? Kiew fürchtet langen Iran-Krieg +++

Sollte der Krieg zwischen den USA und dem Iran andauern, könnte es laut ukrainischen Experten zu Engpässen bei der Raketenversorgung der ukrainischen Luftverteidigung kommen. Als die USA und Israel koordinierte Angriffe gegen den Iran starteten, reagierte Teheran mit Angriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte. Der Krieg hat in der Ukraine Besorgnis über mögliche Auswirkungen auf ihre Luftverteidigung ausgelöst, die maßgeblich auf dem US-amerikanischen Patriot-System basiert, das auch von den USA im Nahen Osten eingesetzt wird. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt gegenüber Journalisten, dass er zwar besorgt sei, aber derzeit keine Aussicht auf einen Mangel an PAC-3-Abfangraketen sehe. "Diese Frage beschäftigt uns natürlich. Bislang gab es kein entsprechendes Signal vonseiten der Amerikaner oder Europäer", sagt Selenskyj.

+++ 00:38 Selenskyj bezweifelt starke russische Frühjahrsoffensive +++

Der ukrainische Präsident Selenskyj zweifelt an der Stoßkraft der zu erwartenden Frühjahrsoffensive der russischen Armee. Klar sei, dass Russland weiterhin den Osten der Ukraine sowie im Süden die Städte Saporischschja und Dnipro besetzen wolle, sagt der Präsident. "Es ist schwierig für sie, aber sie haben die Region Odessa im Blick." Doch nach ukrainischer Einschätzung reichten die russischen Kräfte nicht aus. "Ihre Karten stimmen nicht mit der Realität überein - wo sich unsere Streitkräfte befinden und wo ihre Streitkräfte", sagt Selenskyj, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform meldet. "Sie können den März-Angriff nicht so beginnen, wie sie es wollten."

+++ 23:27 Ukrainische Luftwaffe warnt vor "erheblicher" Drohnen-Aktivität +++

Die Luftstreitkräfte warnen die Bevölkerung der Ukraine vor neuen Bedrohungen: Entlang der gesamten Frontlinie sei eine erhebliche Aktivität feindlicher Aufklärungs- und Angriffsdrohnen über den Frontgebieten zu verzeichnen, heißt es am Abend vom Militär. Genannt werden die Regionen Odessa, Cherson, Saporischschja, Dnipropetrowsk, Donezk und Charkiw. Zuvor war die Flugabwehr in Kiew im Einsatz gewesen. Bürgermeister Vitali Klischko rief die Bewohner auf, Schutzräume aufzusuchen. Es seien Explosionen in der ukrainischen Hauptstadt zu hören gewesen, meldete die Nachrichtenseite "Ukrajinska Prawda". Später sei der Luftalarm wieder aufgehoben worden.

+++ 22:14 Wegen schwacher Nachfrage: Rohr-Werk in Russland stellt Produktion ein +++

Russlands größter Stahlrohrhersteller TMK hat offenbar zumindest in Teilbereichen seines Geschäfts Probleme. TMK habe mitgeteilt, die Produktion in einem seiner Werke aufgrund der schwachen Nachfrage in Russland vorübergehend einzustellen, berichtet die "Moscow Times". Betroffen ist demnach ein Walzwerk in Perwouralsk. Zur Begründung heißt es, das Produktionsprogramm des Werks werde angesichts der allgemeinen Lage in der Branche angepasst. Vorgesehen sei die vorübergehende Stilllegung einiger Anlagen, deren Produkte derzeit nicht nachgefragt werden.

+++ 21:40 Polen und weitere Staaten beraten mit Frankreich über atomare Abschreckung +++

Polens Regierungschef Donald Tusk begrüßt den französischen Vorstoß, die Zusammenarbeit mit anderen Staaten zur atomaren Abschreckung auszuweiten. Tusk schreibt auf X, man führe dazu Gespräche mit Frankreich und einer Gruppe der engsten Verbündeten. "Wir rüsten mit unseren Freunden auf, damit unsere Feinde es nicht wagen, uns anzugreifen." Frankreich will sich mit acht Ländern, darunter Deutschland und Großbritannien, auf die Ausweitung seines Atomschutzschirms auf Europa verständigen. "Es wurden Kontakte zu einer ersten Gruppe von Verbündeten geknüpft, angefangen natürlich mit unserem wichtigsten Partner, Deutschland", sagte Macron. "Sie haben positiv auf das Angebot Frankreichs reagiert. Heute kann somit eine neue Etappe der französischen Abschreckung konkretisiert werden." Die weiteren interessierten Länder seien Polen, die Niederlande, Belgien, Griechenland, Schweden und Dänemark. Konkret stellt Macron in Aussicht, dass Partner an den französischen Atomübungen teilnehmen könnten. Außerdem könnten vorübergehend strategische Elemente zu den Verbündeten verlegt werden.

+++ 21:13 Ukraine meldet Befreiung von neun Siedlungen +++

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben im Südosten der Ukraine seit Ende Januar neun Siedlungen zurückerobert und setzen ihren Gegenangriff in Richtung Oleksandrivka fort. Die Befreiung weiterer Siedlungen sei im Gange, teilt das Kommando der Luftlandetruppen mit. Erstmals seit dem Sommer 2024 hätten die eigenen Truppen in einem Monat mehr Gebiete befreit als die russischen Angreifer eingenommen hätten, sagt Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj. (Siehe Eintrag um 19:15 Uhr) Berichten zufolge profitierten die Ukrainer dabei von massiven Ausfällen der Starlink-Terminals auf russischer Seite. Der Gründer der Satellitenfirma SpaceX, Elon Musk, hatte den Zugang für russische Truppen Ende Januar auf Bitten der Regierung in Kiew blockiert, was die Kommunikation und Lagebeurteilung der Angreifer erheblich beeinträchtigte. Am Sonntag meldete der ukrainische Militärblog Deepstate, dass die russischen Truppen in der Nähe von fünf Orten zurückgedrängt worden seien, die nahe an der Grenze der Regionen Dnipropetrovsk und Saporischschja liegen.

Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.