Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 03:36 Russland: Berichte über Einschränkungen bei Telegram-Nutzung +++

17.01.2026, 00:01 Uhr

Die russische Telekommunikationsbehörde Roskomnadzor hat nach Informationen von "Kiyiv Independent" die Nutzung von Telegram eingeschränkt. Russische Nutzer berichten demnach von einer Verlangsamung der beliebtesten Messaging-Plattform des Landes. Laut dem Fensehsender Moscow24 sind die Störungen auf Maßnahmen von Roskomnadzor zurückzuführen. Der Kreml versucht seit dem Überfall auf die Ukraine seine Kontrolle über Medien und Telekommunikation weiter auszubauen. Der Zugang zu Plattformen wie Signal, Whatsapp oder Youtube wurde seitdem beschränkt.

+++ 00:12 Klitschko: Kiew hat nur noch halb so viel Strom wie die Stadt braucht +++

Nach russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur verfügt die ukrainische Hauptstadt Kiew nur über etwa die Hälfte des benötigten Stroms. "Es ist das erste Mal in der Geschichte unserer Stadt, dass bei so strengem Frost im größten Teil der Stadt die Heizung ausgefallen ist und es einen massiven Strommangel gibt", sagt Bürgermeister Vitali Klitschko. Reparaturteams würden rund um die Uhr arbeiten, um die Heizungsversorgung wiederherzustellen. Etwa 100 Gebäude seien immer noch unbeheizt. Es sei die schwerste Energiekrise während des Krieges für die Stadt mit 3,6 Millionen Einwohnern.

+++ 23:14 Russland und Ukraine einigen sich auf Feuerpause an AKW Saporischschja +++

Russland und die Ukraine haben sich nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) auf eine lokale Feuerpause am Atomkraftwerk Saporischschja verständigt. Dies soll Reparaturen an der letzten Reserve-Stromleitung ermöglichen, wie die UN-Behörde mitteilt. Die Behörde arbeite eng mit beiden Seiten zusammen, um die nukleare Sicherheit zu gewährleisten und einen Unfall zu verhindern, erklärt Generaldirektor Rafael Grossi. Die Leitung war demnach vor zwei Wochen infolge von Kämpfen beschädigt worden. Anlagen des stillgelegten AKWs seien nur über die verbliebene 750-Kilovolt-Leitung mit Strom versorgt worden. Es ist die vierte lokale Waffenruhe rund um Saporischschja seit Beginn des Krieges.

+++ 22:19 Lawrow redet von "Neurussland" und der Sehnsucht nach "Rückkehr" +++

Der russische Außenminister Sergej Lawrow beschuldigt die EU einmal mehr, kriegerische Absichten gegen Russland zu hegen. "Das 'kollekive Brüssel' ist daran interessiert, sich auf einen Krieg gegen die Russische Föderation vorzubereiten", sagt Lawrow, ohne Belege zu liefern. Er bringt auch wieder den Begriff "Neurussland" ins Spiel. Den Russen zufolge handelt es sich dabei um ein Gebiet vom Schwarzen Meer bis in den Norden von Charkiw, von dem noch immer ein Großteil nicht russisch besetzt ist. Lawrow behauptet, dass die Menschen dort "das Kiewer Regime kategorisch ablehnen und ihre Haltung dazu ausgedrückt haben, nach Russland zurückzukehren". Damit hätte Moskau wieder einen Vorwand, um noch mehr ukrainisches Gebiet für sich zu beanspruchen. Allerdings dürfte spätestens seit der Vollinvasion in allen ukrainischen Regionen die Sehnsucht nach Russland weiter abgeebbt sein. Laut dem Institute for the Study of War unterstreicht Lawrows Erwähnung von "Neurussland", dass Russlands Erwartungen die Friedensvorschläge aus den USA übersteigen. "Seine Kommentare zielen wahrscheinlich darauf ab, Bedingungen für ein potenzielles Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff, dem ehemaligen Senior Advisor Jared Kushner und Wladimir Putin vorzubereiten", heißt es weiter.

+++ 21:49 Kreml äußert ein Lob für die Europäer +++

Der Kreml begrüßt Forderungen einiger europäischer Regierungen nach einer Wiederaufnahme des Dialogs zwischen der EU und Russland als "positiv". "Wir haben die Äußerungen einiger europäischer Staats- und Regierungschefs in den vergangenen Tagen zur Kenntnis genommen", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow. Er fügte hinzu: "Wenn dies tatsächlich die strategische Vision der Europäer widerspiegelt, dann ist es eine positive Weiterentwicklung ihrer Position." Der französische Präsident Emmanuel Macron und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatten sich kürzlich beide für eine Wiederaufnahme des Dialogs mit Moskau ausgesprochen.

+++ 21:16 Selenskyj warnt vor neuen massiven russischen Angriffen +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet die Lieferungen von Luftabwehrsystemen und Raketen durch die Verbündeten als unzureichend. Es sei entscheidend, dass die Partner die Bitten der Ukraine um zusätzliche Lieferungen hörten, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache. Zudem warnt er seine Landsleute vor neuen massiven russischen Angriffen. "Bitte beachtet die Luftalarme", sagte der Staatschef.

+++ 20:40 Bundespolizei wegen russischer Schiffe auf Ostsee im Einsatz +++

Die Bundespolizei ist auf der Ostsee wegen russischer Schiffe im Einsatz. Zu den laufenden Einsatzverfahren könne er sich aber aus einsatztaktischen Gründen nicht näher äußern, sagt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin. Er reagiert damit auf eine Frage, ob die Bundespolizei in den vergangenen Tagen mehrfach die Durchfahrt russischer Schiffe verhindert habe. "Also ich kann generell dazu sagen, dass die Bundespolizei den Auftrag hat und den auch durchführt, den Schiffsverkehr auf Nord- und Ostsee – also in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone und im deutschen Küstenmeer - im Rahmen ihrer gesetzlichen Aufgabenwahrnehmung zu übernehmen und dass sie halt die entsprechenden Maßnahmen trifft, die notwendig sind für eine eventuelle Gefahrenabwehr", sagt der Sprecher.

+++ 20:12 Ukraine-US-Gespräche schon am Samstag +++

Die Ukraine kündigt für diesen Samstag Gespräche in den USA über die "zukünftige Sicherheitsarchitektur" und die "langfristige ökonomische Entwicklung" des osteuropäischen Landes an. Dabei solle an Abkommen über Sicherheitsgarantien und zum "wirtschaftlichen Aufblühen der Ukraine" mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet bis zu 690 Milliarden Euro gearbeitet werden, schreibt die ukrainische Botschafterin in Washington, Olha Stefanischyna, auf Facebook. Als Verhandlungsort nennt sie Miami im Staat Florida. Bei einem günstigen Verlauf könne es bereits kommende Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos zu einer Unterzeichnung kommen.

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