Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 11:46 Selenskyj: Bisheriger Vizeregierungschef für EU-Integration bekommt neue Aufgabe +++

17.07.2026, 00:01 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußert sich zu der künftigen Aufgabe von Taras Katschka, der bis zuletzt als Vizeregierungschef für die EU-Integration der Ukraine tätig war. Wie Selenskyj bei X mitteilt, soll Katschka seine bisherige Arbeit künftig "mit der Rolle des Handelsvertreters der Ukraine in Brüssel kombinieren". Über ein vorheriges Gespräch mit Katschka schreibt Selenskyj: "Ich dankte ihm für seine Arbeit in der Regierung der Ukraine und für das sachliche und konstruktive Engagement zwischen unserem Land und den europäischen Institutionen." Die Mission der EU-Integration der Ukraine wird künftig Wsewolod Tschenzow leiten. 

+++ 11:14 Großbritannien erhöht Militärpräsenz in Estland +++

Großbritannien wird seine militärische Präsenz in Estland erhöhen. Im kommenden Frühjahr sollen 300 weitere britische Soldaten samt Waffen und Ausrüstung in dem an Russland grenzenden EU- und Nato-Land stationiert werden. Damit werde deren Gesamtzahl vor Ort auf 1200 steigen. Dies sieht eine von den Verteidigungsministerien in Tallinn und London unterzeichnete Vereinbarung vor. Darin wird auch eine engere Kooperation in anderen militärischen Bereichen und der Rüstungsindustrie festgelegt. "Wir verstärken unsere Präsenz in Estland, um Nato-Territorium zu verteidigen und Russland abzuschrecken", wurde der britische Verteidigungsminister Dan Jarvis in einer Mitteilung zitiert. 

+++ 10:45 Selenskyj fordert angesichts jüngster Opfer schnellere Unterstützung für die Ukraine +++

Vor dem Hintergrund der jüngsten russischen Angriffe auf die Ukraine fordert Präsident Wolodymyr Selenskyj schnellere Unterstützung für sein Land. "Die Umsetzung all dessen, was auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs vereinbart wurde, muss beschleunigt werden", schreibt Selenskyj auf X. "Jedes heutige Verteidigungspaket ist nicht bloß eine Zahl, sondern konkrete Ausrüstung, die hier in der Ukraine täglich Leben schützt." Selenskyj nennt in seinem Beitrag die beiden Todesopfer in Odessa. Zudem sterben ihmzufolge auch zwei Menschen in der Region Saporischschja. 

+++ 10:06 Das soll die neue Bundeswehr-Fregatte MEKO A-200 können +++

Die "Fregatte Klasse 128" soll eine Fähigkeitslücke der Marine schließen: Mit Hightech an Bord sollen die Schiffe im Nordatlantik das Rückgrat der deutschen U-Boot-Jagd bilden. Ein großer Vorteil der MEKO A-200 ist ihre modulare Bauweise.

+++ 09:36 Zahl der Verletzten nach russischem Angriff auf Odessa steigt +++

Nach einem russischen Angriff auf die ukrainische Millionenstadt Odessa steigt die Zahl der Verletzten auf zehn. Das teilt Oleh Kiper, Gouverneur der gleichnamigen Region Odessa, bei Telegram mit. Zuvor hatten lokale Behörden erklärt, dass bei dem Angriff zwei Menschen getötet und mindestens acht weitere verletzt wurden. Kiper schreibt weiter, dass zu den Todesopfern eine Frau zähle, die mit ihren Kindern im Park spazieren war. Dem Gouverneur zufolge sind die Kinder am Leben. 

+++ 08:58 Ukraine greift zwölf russische Schiffe im Schwarzen Meer an +++

Die Ukraine setzt ihre Drohnenangriffe auf russische Ziele im Schwarzen Meer fort. Zwölf weitere Schiffe seien getroffen worden, teilt der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ziele seien neun Frachter, zwei Tanker und ein Schlepper gewesen. Damit steige die Gesamtzahl der Schiffe, die im Juli im Asowschen und im Schwarzen Meer getroffenen wurden, auf 159.

+++ 08:29 Generalstab: Ukraine fängt fünf von acht russischen Raketen ab +++

Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs greift Russland in der Nacht zum Freitag mit insgesamt 8 Raketen und 130 Drohnen an. 5 Raketen und 115 Drohnen wehrt das ukrainische Militär demnach ab, eine Anti-Radar-Rakete verfehlt ihr Ziel. Bei den abgefangenen Raketen handelt es sich um Marschflugkörper der Typen Ch-59 und Ch-69, die wegen ihrer flugtechnischen Eigenschaften leichter abgefangen werden können als andere Raketen. An insgesamt sieben Orten registriert die Ukraine zwei Raketeneinschläge und acht Einschläge von Drohnen. An fünf Orten gehen Trümmer von abgeschossenen Drohnen nieder. 

+++ 07:55 Russland greift Wohngebiete in Cherson an - 70-Jährige stirbt +++

Russlands Streitkräfte greifen nach ukrainischen Angaben Wohngebiete in der Stadt Cherson an. Wie die Militärverwaltung der Stadt mitteilt, wird dabei eine 70-jährige Frau zunächst schwer verletzt. Mit einem Explosionstrauma, einem offenen Schädel-Hirn-Trauma und Splitterverletzungen im Brustbereich wird sie demnach in ein Krankenhaus eingeliefert, in dem Ärzte um ihr Leben kämpfen. Wenig später teilt der Chef der Militärverwaltung der frontnahen Stadt, Jaroslaw Tschanko, mit, dass die Frau verstorben ist. Bei der nächtlichen Attacke wird zudem ein 59-jähriger Mann verletzt, der sich den Behörden zufolge zum Zeitpunkt des Angriffs auf dem Balkon seiner Wohnung befand. 

+++ 07:22 Gouverneur: Russische Lenkbomben treffen Stadtzentrum von Sumy +++

Russische Streitkräfte werfen nach ukrainischen Angaben in der Nacht zum Freitag fünf Lenkbomben auf die Stadt Sumy ab und treffen dabei zivile Infrastruktureinrichtungen. Das teilt der regionale Gouverneur Oleh Hryhorow bei Telegram mit. Es gebe zwei Treffer im Stadtzentrum - dort sei ein mehrstöckiges Nichtwohngebäude beschädigt worden. Das volle Ausmaß der Schäden sowie Informationen über mögliche Opfer werden demnach noch überprüft. Wenige Stunden zuvor hatte Russland die Region Sumy bereits mit Lenkbomben angegriffen. 

+++ 06:46 Bericht: Explosionen nach ukrainischem Angriff auf Halbinsel Krim +++

In der Nacht zum Freitag greift die ukrainische Armee offenbar die Hafenstadt Kertsch auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim an. Wie das Medium "Kyiv Independent" unter Berufung auf verschiedene Telegram-Kanäle berichtet, seien nach Drohnenangriffen Explosionen zu hören gewesen. In der Nähe des Bahnhofs der Stadt seien Brände ausgebrochen. 

+++ 06:11 Ukraine: Russland verliert 1370 Soldaten innerhalb eines Tages +++

Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs verliert die russische Armee innerhalb des vergangenen Tages 1370 Soldaten. Demnach steigt die Gesamtzahl der Soldaten, die Russland seit Beginn des Angriffskrieges verloren hat, auf 1.425.990. Zu eigenen Verlusten macht die ukrainische Armee keine Angaben. Verschiedene Denkfabriken gehen jedoch davon aus, dass die russischen Verluste die ukrainischen deutlich übersteigen.

+++ 05:29 Rutte: Tomahawk-Stationierung keine Bedrohung für Moskau +++

Nato-Generalsekretär Mark Rutte sieht im geplanten deutschen Kauf von US-Mittelstreckenwaffen des Typs Tomahawk kein erhöhtes Eskalationsrisiko mit Russland. "Wir sind ein Verteidigungsbündnis. Das bedeutet, dass wir niemals jemanden angreifen werden", sagt der Niederländer. Bei der Stationierung von Tomahawks in Deutschland gehe es lediglich um glaubwürdige Abschreckung und darum, dass man sich im Fall der Fälle verteidigen könne.

+++ 04:51 Raketenangriff auf die Stadt Odessa +++

Russland hat am späten Abend einen Raketenangriff auf die Stadt Odessa durchgeführt. Dabei sollen zwei Menschen getötet und mindestens acht weitere verletzt worden sein, melden lokale Beamte im Süden der Ukraine.

+++ 02:23 Parlament stimmt Selenskyjs Kabinettumbau zu +++

Im Rahmen eines von Präsident Wolodymyr Selenskyj eingeleiteten Kabinettumbaus stimmt das ukrainische Parlament einer neuen Regierung zu. Für die insgesamt 16 Minister stimmt eine deutliche Mehrheit von 264 Abgeordneten. 226 waren notwendig. Die Kandidaturen wurden vom kurz vorher bestätigten Regierungschef Serhij Korezkyj vorgestellt und in einem Paket zur Abstimmung gestellt. Ausgenommen sind der Außen- und der Verteidigungsminister. Für diese hat Selenskyj gemäß Verfassung das Vorschlagsrecht. Erwartet wird, dass der bisherige Außenminister Andrij Sybiha seinen Posten behält. Für die Leitung des Verteidigungsressorts schlug er bereits Jewhenij Chmara, den Chef des Geheimdiensts SBU, vor.

+++ 00:29 Ukrainische Hafenbehörde sieht Getreidelieferungen in Gefahr +++

Russland greift in den ersten beiden Juliwochen nach Angaben der ukrainischen Hafenbehörde 23 Mal Häfen und 17 Mal zivile Schiffe an. Händlern und Analysten zufolge führen die Angriffe zu einem teilweisen Stopp der Getreidelieferungen und einer fast vollständigen Aussetzung der Getreidekäufe in den Hafenterminals.

+++ 23:10 Großbritannien und Schweden sichern Ukraine Flugzeuge zu +++

Der britische Premierminister Keir Starmer kündigt während seines Besuchs in Kiew eine millionenschwere Unterstützung für Verteidigung des ukrainischen Luftraums an. "Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass wir heute noch einen Schritt weiter gehen, denn ich kann ankündigen, dass das Vereinigte Königreich gemeinsam mit Schweden Unterstützung in Höhe von 300 Millionen Euro für die Lieferung von 16 neuen, modernen Flugzeugen bereitstellen wird, die zur Verteidigung des ukrainischen Luftraums beitragen werden", sagt Starmer während einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

+++ 22:15 Polen fängt dritten Tag in Folge russische Kampfflugzeuge über Ostsee ab +++

Die polnische Luftwaffe muss nach Militärangaben drei Tage in Folge russische Kampfflugzeuge über der Ostsee abfangen. "Die Russen testen erneut die Leistungsfähigkeit unserer Flugabwehrsysteme", schreibt Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf X. Demnach fingen zwei polnische Maschinen aus Malbork zunächst zwei russische Kampfjets vom Typ Suchoi Su-30 ab. Dann sei ein russisches Aufklärungsflugzeug etwa 30 Kilometer vor der pommerschen Ostseeküste bei Jastrebia Gora gesichtet worden. Die polnischen Flieger hätten die Iljuschin Il-20 weiter aufs Meer hinaus eskortiert, wo schwedische Jets die Begleitung übernommen hätten. Der polnische Luftraum sei in beiden Fällen nicht verletzt worden, teilt der Verteidigungsminister mit. Die russischen Erkundungsflüge vor der Küste des NATO-Mitglieds Polen haben Warschauer Angaben zufolge nach einer Pause zuletzt wieder zugenommen. Am Dienstag stoppten polnische Jets ein Aufklärungsflugzeug Il-20, am Mittwoch waren es zwei Kampfjets Su-30. 

+++ 21:34 Bolivien ermittelt: Junge Männer mit Fake-Jobangeboten für Russland an die Front gelockt? +++

Die bolivianische Generalstaatsanwaltschaft leitet Ermittlungen in drei Fällen gegen ein mutmaßliches Menschenhandelsnetzwerk ein. Dessen Ziel soll es gewesen sein, bolivianische Staatsbürger mit betrügerischen Stellenangeboten nach Russland zu locken und dort für den Krieg gegen die Ukraine zu rekrutieren. Die Staatsanwaltschaft hat 16 mutmaßliche Opfer identifiziert. Ein mutmaßlicher Anwerber sei identifiziert, zudem hätten Razzien in einem Ort stattgefunden, in dem junge Männer mit falschen Jobversprechen angesprochen wurden, bevor sie nach Russland reisten. Laut von Angehörigen eingereichten Beschwerden boten die Anwerber Verträge mit Vergütungen von bis zu 16.000 US-Dollar (14.000 Euro) an, verbunden mit dem Versprechen auf Arbeitsplätze in der Bau- oder der Malerbranche. Nach den den Staatsanwälten vorliegenden Informationen wurden die jungen Männer jedoch, sobald sie in Russland ankamen, an die Front geschickt.  

+++ 21:08 Rücktritt von Fedorow löst Protestwelle in Ukraine aus +++

Der ukrainische Präsident Selenskyj baut wieder einmal sein Kabinett um. Viele müssen gehen, darunter auch der beliebte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Unfreiwillig erklärt der erst 35-Jährige seinen Rücktritt und löst damit Proteste in der ukrainischen Bevölkerung aus.

+++ 20:25 CIA-Bericht: Überlebensdauer neuer russischer Rekruten an der Front sinkt auf 30 Minuten +++

CIA-Direktor John Ratcliffe erklärt laut einem Bericht von Bloomberg, dass der Einsatz von KI-gesteuerten Drohnen durch die ukrainischen Streitkräfte die durchschnittliche Überlebenszeit neu eingesetzter russischer Rekruten auf dem Schlachtfeld massiv reduziert habe. "Unsere Erkenntnisse decken sich mit einigen der öffentlich zugänglichen Berichte aus der Ukraine, die Sie vielleicht gesehen haben: Die durchschnittliche Überlebenszeit eines russischen Rekruten, der auf dem Schlachtfeld in der Ukraine eintrifft, wird auf 20 bis 30 Minuten geschätzt", sagt Ratcliffe auf dem "Defense and Innovation Summit" in Pennsylvania. Er erklärt, dies liege daran, dass "KI-gestützte Drohnen zu hochspezialisierten, kostengünstigen Tötungsmaschinen geworden sind". US-Beamte schätzen, dass Russland wöchentlich etwa 7000 Soldaten verliert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, dass Drohnen mittlerweile für mehr als 80 Prozent der zerstörten russischen Ziele verantwortlich seien. Am Mittwoch sagte Selenskyj, die Ukraine produziere derzeit 10 Millionen Drohnen pro Jahr, aber es sollte künftig doppelt so viele werden. 

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