Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 13:15 Patriot-Bestände "kritisch": Ukraine schlägt Alternative vor +++
Angesichts ausgehender Patriot-Munition erwägt die Ukraine nach Angaben von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow die Bildung von Konsortien mit Verbündeten zum Bau eigener Flugabwehrsysteme. Ziel sei die Herstellung von Waffen, die ballistische Raketen abfangen könnten. Die Bestände an PAC-3-Raketen für das US-Flugabwehrsystem Patriot seien inzwischen "kritisch" niedrig. Fedorow machte die Äußerungen in dieser Woche vor Journalisten. Ob bereits entsprechende Gespräche mit Verbündeten stattgefunden haben, ist bislang nicht klar.
+++ 12:33 Kreml nennt Vorwürfe zu Drohne in der Nähe von französischem Flugzeugträger "absurd" +++
Der Kreml hat Vorwürfe von schwedischer Seite als "absurd" zurückgewiesen, wonach eine Drohne in der Nähe eines französischen Flugzeugträgers eine russische Drohne gewesen sei. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte in Moskau, die schwedischen Aussagen zu der Drohne bezögen sich allein darauf, dass ein russisches Schiff in der Nähe gewesen sei. "Diese Erklärung ist völlig absurd", fügte Peskow hinzu, der nach eigenen Angaben keine "Details" zu dem Vorfall kennt. Die schwedische und französische Armee hatten am Donnerstag mitgeteilt, dass in schwedischen Gewässern nahe des französischen Flugzeugträgers "Charles de Gaulle" eine verdächtige Drohne gesichtet worden sei. Der Flugkörper wurde demnach am Mittwoch in mehreren Seemeilen Entfernung von der im Hafen von Malmö ankernden "Charles de Gaulle" entdeckt und von schwedischen Abwehrsystemen in seinem Betrieb gestört. Der schwedische Verteidigungsminister Pal Jonson sagte, die Drohne sei "wahrscheinlich" russischer Herkunft. Jonson begründete diese Vermutung damit, dass sich zum Zeitpunkt des Drohnen-Zwischenfalls ein russisches Militärschiff in der "unmittelbaren Umgebung" befunden habe.
+++ 11:48 Zwei Menschen durch russische Drohne in Region Charkiw getötet +++
Bei einem russischen Drohnenangriff sind in der Ostukraine in der Nacht zum Freitag zwei Menschen in einem Haus getötet worden. Nach Angaben des Rettungsdienstes wurde das Haus in dem Dorf Pidserednie in der nordöstlichen Region Charkiw vollständig zerstört. Rettungskräfte hätten die Leichen eines Mannes und einer Frau aus den Trümmern geborgen, eine weitere Person sei verletzt worden, teilte der Rettungsdienst mit und veröffentlichte Fotos von den Löscharbeiten. Die russische Armee bemüht sich um eine Rückeroberung der nahegelegenen Stadt Kupjansk, die sie 2022 eingenommen hatte, die aber später von der ukrainischen Armee zurückerobert worden war.
+++ 11:09 Ukraine: zuletzt weitere 1280 russische Soldaten außer Gefecht gesetzt +++
Der Generalstab der Streitkräfte hat in seinem täglichen Update zu den geschätzten Verlusten der russischen Seite weitere 1280 eliminierte Soldaten gemeldet. Bei den täglich gemeldeten Zahlen der Ukraine dürfte es sich sowohl um tote als auch verwundete Soldaten handeln. Insgesamt stieg die Zahl der personellen Verluste auf militärischer Seite Russlands damit auf 1.265.130.
+++ 10:25 IAEA bestätigt Feuerpause an Ukraine-AKW Saporischschja für Reparaturen +++
Unter Vermittlung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist am Freitag eine lokale Feuerpause am ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja in Kraft getreten. Ziel sei die Wiederherstellung der 330-Kilovolt-Reserveleitung, teilte die UN-Behörde mit. Derzeit liefen Entminungsarbeiten, um den Reparaturteams einen sicheren Zugang zu ermöglichen. Zuvor hatte bereits die russische Kraftwerksleitung die Feuerpause gemeldet und erklärt, die Reparatur werde mindestens eine Woche dauern. Die Strahlungswerte seien normal.
+++ 09:42 Angeklagter Düsseldorfer Bildhauer: Kyrill hat Krieg zum Heiligen Krieg erklärt +++
Der Düsseldorfer Bildhauer Jacques Tilly weist Vorwürfe der Beleidigung im umstrittenen russischen Strafverfahren gegen ihn zurück. Am Donnerstag wurde vor Gericht in Moskau insbesondere über einen Karnevalswagen aus dem Jahr 2024 gesprochen, auf dem Figuren von Putin und Patriarch Kyrill beim Oralverkehr zu sehen waren. "Der Wagen richtete sich selbstverständlich nicht gegen die russisch-orthodoxe Kirche an sich, sondern gegen den religiösen Anführer: Es geht nur um Patriarch Kyrill", sagte Tilly, der dem Prozess nicht beiwohnt, der "Rheinischen Post". "Kyrill hat meiner Meinung nach die Gläubigen durch seine Politik beleidigt: Er hat den russischen Krieg in der Ukraine zum Heiligen Krieg erklärt. Er hat allen Sündenerlass versprochen, die in diesem Krieg sterben. Dabei müsste sich ein Kirchenchef doch für den Frieden einsetzen, das Evangelium verkünden und sich nicht zum Kumpanen eines imperialistischen Regimes machen. Das ist jedenfalls meine Position und deshalb habe ich 2024 diesen drastischen Wagen gebaut - auch um zu zeigen, dass die Freiheit bedroht ist, wenn Thron und Altar ein Bündnis eingehen." Zugleich betonte er: "Der Wagen nimmt auch satirisch aufs Korn, dass Russland Menschen kriminalisiert, die sich lieben - wenn sie homosexuell sind. Insofern ist es auch ein Solidaritätswagen - gewidmet allen, die durch Russlands Anti-LGBTQ-Gesetze in Leben und Freiheit bedroht sind."
+++ 08:57 Russland: Feuerpause nahe AKW Saporischschja für Reparaturen +++
In der Nähe des von Russland kontrollierten ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja ist nach russischen Angaben eine lokal begrenzte Feuerpause vereinbart worden. Das soll es ermöglichen, Stromleitungen zu reparieren, berichten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf den staatlichen russischen Atomkonzern Rosatom.
+++ 08:06 Ukraine meldet nächtliche Angriffe auf Hafenanlagen in Region Odessa +++
Die ukrainische Regierung meldet russische Angriffe auf Hafenanlagen in der südlichen Region Odessa. Brände seien daraufhin in der Nacht ausgebrochen und Lagerhäuser, Lebensmittelcontainer und Geräte beschädigt worden, teilt der stellvertretende Ministerpräsident Olexij Kuleba mit. Der ukrainische Seekorridor sei aber trotz der Angriffe weiterhin betriebsbereit. Über die Strecke im Schwarzen Meer werden Kuleba zufolge 176 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen, darunter über 150 Millionen Tonnen Getreide.
+++ 07:32 Bundeswehr bekommt mehr Rechte bei Drohnenbekämpfung +++
Die Bundeswehr erhält mehr Kompetenzen zur Abwehr von Drohnen. Die entsprechende Änderung des Luftsicherheitsgesetzes des Innenministeriums beschloss der Bundestag am Donnerstag. Das Parlament reagiert damit auf die veränderte Sicherheitslage und die Zunahme von Drohnensichtungen seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Die Drohnenpiloten sind meist kaum zu ermitteln. Es wird aber vermutet, dass in vielen Fällen Russland hinter den Flügen steht. Das Gesetz ist Teil des Ziels der Bundesregierung, die Abwehr von Drohnen zu vereinfachen und zu beschleunigen. Dazu dient auch das neue Drohnenabwehrzentrum in Berlin. In Deutschland sind zunächst die Polizeikräfte der Länder für die Drohnenbekämpfung zuständig. Meist fehlen ihnen dazu aber die Möglichkeiten. Deshalb sind bereits die Kompetenzen der Bundespolizei ausgeweitet worden.
Kernpunkt der Reform ist, dass die Streitkräfte im Rahmen der Amtshilfe künftig auch direkt gegen Drohnen vorgehen dürfen. Bisher war der Einsatz etwa mit Störsendern oder auch Waffen eng begrenzt. Um besonders schwere Unglücksfälle oder Anschläge zu verhindern, darf die Truppe nun Drohnen gezielt zum Absturz bringen oder abfangen. Zudem wurden Entscheidungswege innerhalb der Regierung verkürzt: Das Verteidigungsministerium kann Einsätze nun in Eigenregie anordnen, um auf akute Bedrohungen kurzfristig reagieren zu können.
+++ 07:07 Mützenich fordert Beteiligung der EU an Ukraineverhandlungen +++
Angesichts der bislang erfolglos von den USA geführten Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, der in diesem Monat ins fünfte Jahr geht, kommt aus der SPD der Ruf nach einer europäischen Initiative. Der ehemalige Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich fordert eine eigene europäische Rolle in den Verhandlungen zwischen Moskau und Kyjiw. "Spätestens mit Bekanntwerden der Pläne der US-Regierung über die Zukunft der Ukraine sollte jedem klar geworden sein, dass bei den Gesprächen über ein Ende des Krieges eine eigene Rolle und Stimme durch Europa unabdingbar ist", sagt Mützenich. Der Außenpolitiker kritisiert, dass sich die wichtigsten europäischen Staats- und Regierungschefs, einschließlich der deutschen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, im vergangenen August "wie Bittsteller vor dem Schreibtisch von Donald Trump versammelten". Dieses Bild dürfe sich nicht wiederholen. Europa zahle inzwischen die finanzielle Hauptlast für die Unterstützung der Ukraine bei den militärischen und zivilen Hilfen. "Umso mehr ist eine europäische Rolle bei einer notwendigen und möglichen Nachkriegsordnung wünschenswert und erforderlich", sagt der SPD-Politiker.
+++ 06:39 Selenskyj richtet Blick bereits auf kommenden Winter +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereit derzeit bereits den Abwehrkampf seines Landes und insbesondere den Schutz der Energieinfrastruktur in Hinsicht auf den kommenden Winter vor. "Wir haben mit der ukrainischen Premierministerin Julia Swrydenko ausführlich über die Ausarbeitung unserer Strategie zur Energie-Wiederherstellung und zum verstärkten Schutz des Energiesektors für den kommenden Winter gesprochen", erklärt Selenskyj in einem Beitrag auf X. "Wir werden die Strategie bis zum 1. März fertigstellen und anschließend verabschieden." Es solle sichergestellt werden, dass sich die Europäische Kommission, die europäischen Länder, die Vereinigten Staaten, internationale Unternehmen und ukrainische Firmen "mit den erforderlichen Kapazitäten" alle beteiligen und "gemeinsam mit uns – und unseren Bürgern – die Widerstandsfähigkeit stärken und unsere Kapazitäten für den kommenden Winter ausbauen können".
+++ 06:00 Russlands Regionen haben Haushaltsprobleme +++
Seit mehr als vier Jahren führt Russland Krieg gegen die Ukraine - das ist teuer auf allen Ebenen. Haushaltsprobleme haben Medien zufolge inzwischen die Provinzen des Landes erreicht. Das Gesamtdefizit der russischen Regionen sei bis Ende 2025 auf mehr als 16 Milliarden Euro gestiegen und ein Rekordwert seit Beginn der Beobachtungen, schrieb die Moskauer Tageszeitung "Kommersant" unter Berufung auf eine von ihr in Auftrag gegebene Auswertung von Finanzdaten. Verwendet wurden den Angaben nach Daten des Finanzministeriums. Demnach schlossen 74 Regionen das Jahr mit einem Defizit ab, 2024 waren es nur 50. Am größten sei die Lücke in Moskau, dem Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen und dem Autonomen Kreis der Chanten und Mansen. Auch beim Staatshaushalt sieht es ähnlich aus. Der seit mehr als vier Jahren andauernde russische Angriffskrieg in der Ukraine ist teuer für Russland. Rund 180 Milliarden Euro sind für Militär, Rüstung, nationale Sicherheit und Polizeiorgane eingeplant - das entspricht knapp 40 Prozent der Gesamtausgaben. Die Rüstungsindustrie boomte in den vergangenen Jahren dank staatlicher Subventionen und Großaufträge. In anderen Sektoren gibt es allerdings schon seit geraumer Zeit Krisenzeichen. Wichtig für Russland sind traditionell die Einnahmen aus den Energieverkäufen.
+++ 05:17 Verdächtige Drohne nahe französischem Flugzeugträger gesichtet +++
Eine in schwedischen Gewässern nahe des französischen Flugzeugträgers "Charles de Gaulle" gesichtete verdächtige Drohne ist "wahrscheinlich" russischer Herkunft. Das sagte der schwedische Verteidigungsminister Pal Jonson. Der Flugkörper wurde am Mittwoch in mehreren Seemeilen Entfernung von der im Hafen von Malmö ankernden "Charles de Gaulle" entdeckt. Jonson begründete die Vermutung damit, dass sich zum Zeitpunkt des Drohnen-Zwischenfalls ein russisches Militärschiff in der "unmittelbaren Umgebung" befunden habe. "Aller Wahrscheinlichkeit nach gibt es eine starke Verbindung zwischen dem russischen Militärschiff und dieser Drohne", sagte der Außenminister im Fernsehsender SVT.
+++ 04:01 Hunderttausende in Kiew immer noch ohne Heizung +++
Nach den schwersten Angriffen auf Energieinfrastruktur der ukrainischen Hauptstadt Kiew seit Kriegsbeginn sind nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko noch 300.000 bis 400.000 Menschen ohne Heizung. Etwa 1000 Wohnblöcke seien weiterhin betroffen, sagte Klitschko dem RedaktionsNetzwerk Deutschland in Kiew. "Wir arbeiten Tag und Nacht daran", die Versorgung wieder sicherzustellen. Er hoffe, dass das "in ein paar Wochen" geschehen werde. "Wir hätten uns nie vorgestellt, dass wir in unserer Stadt vor solchen Herausforderungen stehen."
+++ 01:30 IWF bewilligt Ukraine neuen Milliardenkredit +++
Der Internationale Währungsfonds (IWF) bewilligt der Ukraine einen neuen, über vier Jahre laufenden Kredit in Höhe von 8,1 Milliarden Dollar. Davon würden 1,5 Milliarden Dollar sofort ausgezahlt, teilt der IWF mit. Die neue erweiterte Fondsfazilität für die Ukraine sei Teil eines internationalen Unterstützungspakets in Höhe von 136,5 Milliarden Dollar für das vom Krieg heimgesuchte Land.
+++ 23:34 Russland berichtet von 24 Drohnen mit Kurs auf Moskau +++
Das russische Verteidigungsministerium meldet den Abschuss von 220 ukrainischen Drohnen innerhalb von neun Stunden. Darunter seien 24 Fluggeräte gewesen, die Kurs auf Moskau genommen hätten. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin schreibt auf Telegram von 27 abgeschossenen Drohnen, die die Hauptstadt zum Ziel gehabt hätten.
+++ 22:26 Satellitenbilder zeigen schwer beschädigte russische Chemiefabrik nach Drohnenattacke +++
Satellitenbilder zeigen die massiven Zerstörungen im Chemiewerk Dorogobusch in der russischen Region Smolensk. Dies berichtet das ukrainische Militärnachrichten-Portal Militarnyi. Das ukrainische Militär hatte nach eigenen Angaben das russische Chemiewerk in der Nacht vom 24. auf den 25. Februar angegriffen. "Bilder, die von OSINT-Analysten veröffentlicht wurden, zeigen die Folgen der Drohnenangriffe. Der größte Schaden konzentriert sich auf die Bereiche, die für die Produktion, Lagerung und den Transport von Ammoniumnitrat genutzt werden", heißt es in dem Bericht. Bei dem ukrainischen Angriff kamen auch mehrere Werksarbeiter ums Leben, weitere wurden verletzt. Die Chemiefabrik sei strategisch wichtig für das russische Militär, wie "Nexta" schreibt. Dort werden demnach etwa zehn Prozent des russischen Ammoniumnitrats produziert, das für Düngemittel und Sprengstoffe benötigt wird.
Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.