Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 08:10 Militärexperte Reisner über Moskaus Feuerpause: Putins Drohung "wird von Medien oft übersehen" +++

08.05.2026, 00:01 Uhr

Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte eine Feuerpause vom 8. Mai um Mitternacht bis zum 10. Mai angekündigt. An diesen Tagen feiert Russland den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland mit einer Militärparade in Moskau. Der Militärexperte und Oberst beim Österreichischen Bundesheer Markus Reisner sagt, dass Putins Drohungen "von den Medien oft übersehen" wird. Putin habe neben einer Feuerpause auch die massive Drohung ausgesprochen, sagt Reisner, dass "er Kiew in Schutt und Asche legen will, wenn es zu einem Bruch dieses Waffenstillstands kommt". Die Ukraine habe aus Sicht des Militärexperten sehr überlegt reagiert mit dem Vorschlag, die Waffenruhe bereits ab dem 6. Mai zu vereinbaren - die Russland daraufhin mehrfach gebrochen hat.

+++ 07:38 Selenskyj: Russische Angriffe trotz Waffenruhe +++

Russische Streitkräfte haben nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ihre Angriffe in der vergangenen Nacht fortgesetzt. Dies zeige, dass Russland nicht einmal einen symbolischen Versuch unternommen habe, das Feuer an der Front einzustellen, erklärt Selenskyj. Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte gestern eine Feuerpause vom 8. Mai um Mitternacht bis zum 10. Mai angekündigt. Ursprünglich war dies für den 8. und 9. Mai anberaumt. An diesen Tagen feiert Russland den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland mit einer Militärparade in Moskau. Selenskyj hatte in dieser Woche seinerseits eine unbefristete Waffenruhe ab dem 6. Mai vorgeschlagen. Diese habe Russland verletzt, erklärt er.

+++ 07:03 Kiew: Mehr als 1100 russische Soldaten innerhalb eines Tages "eliminiert" +++

Kiew macht täglich Angaben zu den personellen Verlusten auf russischer Seite. Laut Ukraine sind es 1130 russische Soldaten, die am vergangenen Tag verletzt oder getötet worden sind. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums sind seit Beginn des Krieges im Februar 2022 insgesamt 1.339.190 russische Soldaten "eliminiert" worden. Wie das Verteidigungsministerium in seinen täglichen Angaben zu den Verlusten Russlands verkündet, sind es seit Kriegsbeginn knapp 12.000 Panzer und fast 280.000 Drohnen, die sich nicht mehr im Besitz des russischen Militärs befinden oder zerstört wurden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Moskau selbst hält sich mit Informationen zu eigenen Verlusten in der Ukraine zurück.

+++ 06:19 Wegen Spionage: Russisches Gericht verurteilt Ukrainer zu 22 Jahren Haft +++

Ein russisches Gericht in Rostow am Don hat den gefangengenommenen ukrainischen Staatsbürger Roman Kliukin zu 22 Jahren Haft verurteilt. Das Militärgericht des südlichen Militärbezirks Russlands sprach ihn wegen Spionage und der Beteiligung an den Aktivitäten einer terroristischen Organisation schuldig. Das meldet die staatliche ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf den Pressedienst des Gerichts. Nach Angaben russischer Ermittler unterzeichnete Kliukin im Oktober 2024 einen Vertrag mit dem krimtatarischen Noman-Çelebicihan-Bataillon, in dem er mutmaßli<arch als Sanitäter diente. Die Staatsanwaltschaft macht geltend, dass Kliukin im Januar des vergangenen Jahres "Spionageaufträge" ausführte, indem er Informationen über russisches Militärpersonal in der Region Donezk sammelte. Laut der Pressemitteilung soll Kliukin seine Schuld eingeräumt haben.

+++ 05:37 Ukraine soll russische Ölraffinerie angegriffen haben +++

Die Ukraine soll in der Nacht militärische und industrielle Ziele in Russland angegriffen haben. Das berichtet "Kyiv Independent" unter Berufung auf russische Telegramkanäle. Fotos und Videos in den sozialen Medien sollen einen Brand in der Slavneft-Yanos Raffinierie zeigen, eine der größten Erdölraffinerien Russlands mit Sitz in Jaroslawl. Zudem soll es Angriffe im Industriegebiet von Rostow am Don gegeben haben, die unter anderem ein Radartechnologieunternehmen getroffen hätten. Welche Waffen zum Einsatz kamen, ist laut "Kyiv Independent" noch unklar.

+++ 02:53 Russland meldet Abschuss zahlreicher Drohnen +++

Die russische Luftabwehr hat angeblich mehr als 50 Drohnen im Anflug auf die russische Hauptstadt abgefangen. Die Abschüsse erstrecken sich nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin über einen Zeitraum von etwa 15 Stunden bis in die Nacht, teilt Sobjanin auf Telegram mit. Rettungskräfte untersuchen demnach Trümmerteile am Boden. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldet zudem den Abschuss von 95 ukrainischen Drohnen über zentralen und südlichen Regionen des Landes. Russland hatte erst kürzlich gedroht, auf jeden ukrainischen Angriff während der Feierlichkeiten mit einem massiven Raketenangriff auf Kiew zu reagieren.

+++ 01:11 Moskaus Waffenruhe ist in Kraft +++

Kurz vor dem traditionellen Tag des Sieges in Russland läuft die Zeit der einseitig von Moskau im Ukraine-Krieg ausgerufenen Waffenruhe. Das russische Verteidigungsministerium hatte die Feuerpause zuvor bekräftigt. Sie solle bis zum 10. Mai gelten, teilt das Ministerium mit. Ob die Kampfhandlungen tatsächlich eingestellt werden, ist unklar. Um Mitternacht Ortszeit herrscht in den meisten Teilen der Ukraine kein Luftalarm. In Russland meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass kurz nach Mitternacht vorübergehende Einschränkungen aus Sicherheitsgründen am Moskauer Flughafen Wnukowo.

+++ 23:57 Moskau lädt ausländische Journalisten von Militärparade aus +++

Kurz vor dem Tag des Sieges lädt Russland ausländische Journalisten von der traditionellen Militärparade auf dem Roten Platz aus. Nur noch einige russische Medien erhielten Zugang zum Roten Platz, teilt der Kreml mit. Zuvor hatte die Präsidialverwaltung noch die Akkreditierung westlicher Journalisten bestätigt und einen schriftlichen Ablaufplan geschickt. Nun wird auf die Sicherheitslage in der Hauptstadt verwiesen. Noch im vergangenen Jahr zum 80. Jahrestag war die Weltpresse zugelassen.

+++ 22:17 Wadephul wertet russische Drohungen als "Zeichen der Panik" +++

Außenminister Johann Wadephul spricht mit Blick auf die russischen Drohungen von einem "Zeichen der Panik, die in Moskau umgeht, weil die Konsequenzen der endlosen Kette schwerster Fehlentscheidungen Putins nicht mehr zu verstecken sind". Der Krieg gegen die Ukraine sei ein fortlaufendes Verbrechen gegenüber der Ukraine, mit jedem weiteren Tag aber auch ein Beweis der absoluten "Verachtung gegenüber den eigenen Soldaten, die als Kanonenfutter zu Tausenden in verlorene Schlachten geschickt werden", sagt der Außenminister der "Bild"-Zeitung. "Das Regime weiß genau, dass seine eigene Bevölkerung die geplante Siegesparade vor diesem Hintergrund nur als Hohn empfinden kann." Die indirekte Drohungen des Kreml gegen diplomatische Vertretungen in Kiew bezeichnet Wadephul als "inakzeptabel".

+++ 21:33 "Inakzeptabel": Moskau kritisiert Verbündeten Armenien nach Selenskyj-Besuch scharf +++

Moskau hat sich "empört" darüber geäußert, dass das mit Russland verbündete Armenien Anfang der Woche bei einem Gipfeltreffen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj empfangen hat. Es sei "kategorisch inakzeptabel", dass Armenien Selenskyj "bei den jüngsten von der EU geförderten Veranstaltungen eine Plattform geboten hat", erklärt das russische Außenministerium. Moskau sei in dieser Angelegenheit "zu Recht empört", heißt es weiter. Russland bestellt als Reaktion den armenischen Gesandten ins Außenministerium ein. Moskau fürchtet, dass sich die ehemalige Sowjetrepublik stärker zu Europa hinwenden könnte.

+++ 20:46 Bericht: EU bereitet sich auf mögliche Gespräche mit Putin vor +++

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union bereiten sich einem Zeitungsbericht zufolge auf mögliche Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor. EU-Ratspräsident António Costa sehe "Potenzial" für Verhandlungen mit Putin, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf einen hochrangigen Beamten. Die EU habe dafür die Rückendeckung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, heißt es in dem Bericht weiter.

+++ 20:06 Politikwissenschaftler Jäger: Kiew und Moskau "tragen Kampf der Nerven aus" +++

In Erwartung des russischen Festakts am 9. Mai feuern sich Moskau und Kiew heftige Drohungen entgegen. Politikwissenschaftler Thomas Jäger sieht darin einen "Kampf der Nerven", bei dem Russland aus einer Position der Schwäche handelt. Eine ukrainische Aktion in Moskau wäre "für Russland eine Katastrophe".

+++ 19:34 Putin hält am 9. Mai Rede - Fico aus Slowakei auf Gästeliste +++

Der russische Präsident Wladimir Putin hält bei der Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau am Samstag anlässlich des Sieges im Zweiten Weltkrieg eine Rede. Im Anschluss sind bilaterale Treffen geplant, unter anderem mit dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico, dem malaysischen König Sultan Ibrahim und dem laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith, teilt Kreml-Berater Juri Uschakow mit. Wegen der Gefahr eines ukrainischen Angriffs auf die Feierlichkeiten gelten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen für Putin (siehe Eintrag 14:46 Uhr).

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