Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 06:10 Gouverneur meldet Angriffe im Westen der Ukraine +++

01.04.2026, 00:04 Uhr

In der Nacht hat Russland die Stadt Chmelnyzkyj im Westen der Ukraine angegriffen und dabei Teile eines Gewerbegebiets zerstört. Dies berichtet der "Kyiv Independent". "Infolge eines feindlichen Angriffs brach in einem der Betriebe im regionalen Zentrum ein Feuer aus. Es wird derzeit von Einheiten des staatlichen Katastrophenschutzdienstes der Ukraine unter Kontrolle gebracht", teilt Gouverneur Serhij Tjurin in einem Telegram-Beitrag mit. Die Luftverteidigung sei im Gebiet Chmelnyzkyj im Einsatz gewesen, Zahlen zu Verletzten oder Opfern gebe es bisher keine. Auch in der Stadt Luzk waren kurz darauf mehrere Explosionen zu hören.

+++ 04:25 Wadephul und Kallas übergeben Hilfslieferungen an Ukraine +++

Deutschland und die Europäische Union unterstützen die durch den russischen Angriffskrieg angeschlagene ukrainische Eisenbahn mit Material im Wert von rund zwei Millionen Euro. Außenminister Johann Wadephul und EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas übergeben das Material zur Unterstützung der ukrainischen Eisenbahn zum Abschluss ihres Solidaritätsbesuches in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Kallas übergibt für die EU 10 von insgesamt 32 Generatoren. Das Paket im Wert von 1,4 Millionen Euro umfasst zudem Baumaschinen und Lastwagen. Deutschland stellt der Ukraine bilateral 18 Fahrzeuge im Wert von rund 600.000 Euro zur Verfügung. Wadephul übergibt symbolisch mehrere Pickups und Minibusse.

+++ 02:53 Drei Tote bei Explosion in russischer Chemiefabrik +++

Bei einem Großbrand in einer Petrochemie-Anlage in der russischen Region Tatarstan sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Feuerwehrmann. 68 Menschen wurden verletzt, teilt der Betreiber Sibur mit. Im Werk Nizhnekamskneftekhim sei nach einem Druckverlust ein Gasgemisch in einer Anlage für synthetischen Kautschuk explodiert. Das Feuer ist unter Kontrolle, eine Ausbreitung droht nicht. Die Produktion werde um sechs Prozent reduziert, sagt Sibur-Chef Mikhail Karasalow. In umliegenden Wohnblocks sind Fenster zerstört worden.

+++ 01:47 Selenskyj kündigt Videogespräch mit US-Vertretern an +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird heute ein Videogespräch mit US-Vertretern führen. Die US-Seite habe darum gebeten, so Selenskyj. Dabei sein sollen demnach Selenskyj selbst und der Sekretär des nationalen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow, sowie der US-Sondergesandte Steve Witkoff, US-Präsident Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der US-Senator Lindsey Graham. Es werde darum gehen, "wo wir stehen" und wie nah ein dreiseitiges Treffen sei, sagt Selenskyj. Die Ukraine sei bereit, einen Waffenstillstand zu vereinbaren, dort wo sie stehe, sagt das ukrainische Staatsoberhaupt. Das sei eine starke Kompromisssituation, um zu einer diplomatischen Lösung zu gelangen. Russland habe den USA neue Fristen für die Erreichung seiner Ziele an der Front genannt, führt Selenskyj aus.

+++ 00:50 Russisches Militärflugzeug stürzt auf der Krim ab - 29 Tote +++

Ein russisches Militärflugzeug ist auf der annektierten Halbinsel Krim abgestürzt. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass sind sechs Besatzungsmitglieder und 23 Passagiere ums Leben gekommen. Das Transportflugzeug vom Typ Antonow-26 befand sich demnach auf einem planmäßigen Flug über die Halbinsel, als der Kontakt gegen 18.00 Uhr verlorenging. Ein Such- und Rettungsteam habe später die Absturzstelle ausfindig gemacht. An den Trümmern des Flugzeugs seien keinerlei Spuren eines äußeren Einschlags festgestellt worden.

+++ 00:29 Kallas wirbt für gemeinsames Vorgehen gegen Schattenflotte +++

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas plädiert dafür, für ein Ende des Ukraine-Kriegs den wirtschaftlichen Druck auf Russland noch einmal deutlich zu erhöhen. "Wir müssen mit der Schattenflotte etwas tun, denn das ist ein Instrument, das Russland nutzt, um Öl herauszuholen aus Russland und zu verteilen", sagt sie den ARD-"Tagesthemen". Auf diese Weise bekomme Russland Einkünfte, um den Krieg zu finanzieren. "Hier müssen wir kreativ sein, wir müssen mit unseren Partnern zusammensitzen, mit ihnen sprechen, denn wenn das Vereinigte Königreich, die USA, Europa, die G7-Partner die gleichen Sanktionen erlassen, dann haben wir großen Effekt". Jetzt liege der Schwerpunkt darauf, mehr Druck auf Russland auszuüben, so dass Moskau diesen Krieg beende. Der russischen Volkswirtschaft gehe es nicht gut, betont Kallas.

+++ 22:58 Gericht erlaubt Pfändung russischer Immobilien in Österreich +++

Sechs ukrainische Unternehmen, darunter der staatliche Energiekonzern Naftogaz, haben in Österreich einen juristischen Etappensieg gegen Russland erzielt. Das Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen bestätigt die Vollstreckbarkeit eines internationalen Schiedsspruchs. Damit bleibt der Weg für die Zwangsversteigerung von 23 russischen Immobilien in Österreich offen. Mit dem Erlös wollen die ukrainischen Firmen einen Teilbetrag von 120 Millionen Euro eintreiben. Hintergrund ist ein Schiedsspruch aus Den Haag vom April 2023, der Russland zur Zahlung von rund 4,2 Milliarden Dollar an die ukrainischen Gesellschaften verpflichtet. Russland hatte sich gegen die Pfändungen in Österreich gewehrt und sich auf die Staatenimmunität berufen. Nach völkerrechtlichen Bestimmungen unterlägen die betroffenen Immobilien nicht der österreichischen Gerichtsbarkeit.

+++ 21:54 Trümmerteile von Drohne in Estland entdeckt +++

Auf einem Feld im Südosten Estlands sind Trümmerteile einer Drohne gefunden worden. Nach Angaben der Polizei haben Sicherheitskräfte den Fundort abgesperrt und untersuchen die Gegenstände. Von estnischen Medien veröffentlichte Bilder zeigen einen Propeller und weitere Teile, die in einem Feld liegen. Die Ukraine hatte in der vergangenen Nacht erneut den russischen Öl- und Gashafen Ust-Luga bei St. Petersburg angegriffen. Nach Angaben des estnischen Militärs drangen mehrere Drohnen auch in den Luftraum des baltischen Landes ein. Die Flugobjekte seien von Radarsystemen und von in Estland stationierten Nato-Kampfjets gesichtet worden. Dem Militärsprecher zufolge wurde keines der ausländischen Flugobjekte auf estnischem Gebiet abgeschossen.

+++ 21:16 Blockierter EU-Kredit: Selenskyj beklagt verlorenen Monat +++

Vor dem Hintergrund eines durch Ungarn blockierten EU-Kredits hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen versäumten Monat für die Vorbereitung auf den nächsten Winter beklagt. "Hier geht es um Menschenleben. Wir hätten damit im März beginnen müssen, aber jemand hat diesen Monat blockiert", sagt der Staatschef bei einem Treffen mit EU-Außenministern in Kiew. Konkret seien fünf Milliarden Euro für "Schutz und Wiederaufbau" noch nicht verwendbar. Die Drohung des Scheiterns der Vorbereitungen auf den nächsten Winter bleibe für die Dauer der Blockade bestehen. "Und das passiert, weil eine Person in Europa gegen ganz Europa steht, einfach um Moskau zufriedenzustellen", sagt Selenskyj im Hinblick auf Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban. Es sei offensichtlich, dass dies in Absprache mit Moskau geschehe.

+++ 20:45 "Butscha muss auf Europa-Ebene aufgearbeitet werden" +++

Ukraineexpertin Oxana Huss meint, spätestens nach dem Angriff auf Butscha hätten die Ukrainer verstanden, "mit wem sie es zu tun haben". Entsprechend stark beeinflusst die Tragödie ihre Abwehrbereitschaft. Die Aufarbeitung der russischen Kriegsverbrechen müsse auf internationaler Ebene erfolgen. 

+++ 20:21 Ex-Trump-Botschafterin: "Russland ist wahrscheinlich der größte Gewinner" +++

Die ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley sieht den Kreml als einen der Profiteure des aktuellen Kriegs gegen den Iran. "Russland ist wahrscheinlich der größte Gewinner in der ganzen Angelegenheit aufgrund der gestiegenen Ölpreise", so Haley. Moskau mache nun Deals mit Indien und könne sein Öl wieder verschiffen, so die ehemalige Ministerin mit Blick auf die gelockerten US-Sanktionen. 

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