Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 14:17 Deutschland, Frankreich und Großbritannien beraten mit Ukraine in Davos +++

20.01.2026, 00:01 Uhr

Ukrainische Unterhändler haben sich am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos mit Sicherheitsberatern aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien getroffen. Weitere Treffen mit Partnern zu Sicherheitsgarantien, der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Wiederaufbau der Ukraine seien geplant, teilt der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow auf Telegram mit. Die Gespräche sind Teil der Bemühungen der Regierung in Kiew, eine breite internationale Unterstützung für ihre Friedensvorstellungen zu gewinnen. Auch der russische Sondergesandte Kirill Dmitriew ist in Davos eingetroffen. Insidern zufolge will der Chef des russischen Staatsfonds sich in Davos mit US-Vertretern treffen.

+++ 13:57 Ehemaliges AKW Tschernobyl ohne externe Stromversorgung +++

In der Ukraine hat das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl der Internationalen Atomenergiebehörde zufolge nach weitreichenden Militäraktivitäten seine gesamte externe Stromversorgung verloren. Mehrere für die nukleare Sicherheit wichtige Umspannwerke seien von den Militäraktivitäten betroffen, teilt die IAEA mit. Zudem seien auch Stromleitungen zu einigen anderen Atomkraftwerken in Mitleidenschaft gezogen worden. Zu einer möglichen Notversorgung, etwa durch Generatoren, sagt die Organisation bisher nichts. Russland hatte letzte Nacht wieder einen massiven Drohnen- und Raketenangriff auf die Ukraine gestartet. In Tschernobyl kam es 1986 zu einem verheerenden Atomunfall. Noch heute werden dort radioaktive Abfälle gelagert.

+++ 13:40 Drohnenpilot berichtet von Botschaft im Schnee in Frontstadt – und seiner Reaktion +++

Bei einem Drohnenflug über die frontnahe Stadt Kostjantyniwka in der Oblast Donezk suchte ein ukrainischer Drohnenpilot eigenen Angaben zufolge nach russischen Soldaten, als er eine Botschaft im Schnee entdeckte. "Ich bitte um Brot", habe jemand in den Schnee geschrieben, sagt er in einem Video einer Grenzschutz-Truppe. Ihm zufolge stammte die Botschaft von einer älteren Frau. Daraufhin habe er ein Foto gemacht und sich die Erlaubnis eingeholt, der Bitte nachkommen zu dürfen, sagt er. Schließlich habe er Brot und Kekse bekommen und beides in einem Paket per Drohne abgeworfen. Laut ukrainischen Medienberichten ist in dem veröffentlichten Videomaterial auch ein "Danke" im Schnee zu lesen.

+++ 13:20 Selenskyj schlägt gemeinsame Armee der Ukraine und Europas vor +++

Der ukrainische Präsident Selenskyj schlägt hat die Schaffung einer gemeinsamen Armee der Ukraine und Europas mit bis zu drei Millionen Soldaten vor. Er habe das Thema angesichts der Bedrohung durch Russland bereits im vergangenen Jahr angesprochen, sagt Selenskyj in einem Online-Chat mit Journalisten. Russland plant, seine Streitkräfte bis zum Jahr 2030 auf 2,5 Millionen Soldaten aufzustocken.

+++ 12:57 Lawrow weist angebliche Angriffspläne gegen Grönland zurück +++

Moskaus Außenminister Sergej Lawrow weist den Vorwurf von US-Präsident Donald Trump zurück, dass Russland oder China angeblich Grönland angreifen wollen. "Wir haben mit dieser Frage nichts zu tun", sagt Lawrow in Moskau. Er zweifle nicht daran, dass auch in Washington sehr gut verstanden werde, dass Moskau und Peking keine solchen Pläne hegten. Russland beobachte die Lage. "Das ist zweifellos eine ernste geopolitische Situation." Der Minister zieht auch Parallelen zur Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim durch Russland 2014. Die Krim sei für Russlands Sicherheit nicht weniger wichtig als Grönland für die USA. Trump behauptet, er brauche Grönland, um die Sicherheit der Vereinigten Staaten zu gewährleisten. Lawrow weist genüsslich auch darauf hin, dass Trump seine eigenen moralischen Maßstäbe zur Grundlage seiner Politik mache - und nicht das internationale Recht.

+++ 12:43 Selenskyj knüpft Reise nach Davos an Bedingungen +++

Nun äußert sich der ukrainische Präsident selbst zu einer Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos. Er werde nur dann in die Schweiz reisen, wenn dort Dokumente über Sicherheitsgarantien mit den USA sowie einen Wiederaufbauplan unterzeichnet werden könnten, sagt Selenskyj. Zunächst sei er in Kiew geblieben, um sich um die Folgen eines neuen schweren Luftangriffs Russlands zu kümmern. Dieser habe über Nacht die Heizungsversorgung für etwa die Hälfte der Wohngebäude in der Hauptstadt lahmgelegt.

+++ 12:25 Selenskyjs Teilnahme in Davos noch offen +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat über eine Teilnahme am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos noch nicht entschieden. Grund sei, dass seitens der USA noch nicht klar sei, ob es zu einem substanziellen Treffen mit Präsident Donald Trump kommen werde, sagt ein Regierungsvertreter in Kiew. Die Ukraine sei bereit, Dokumente über Sicherheitsgarantien oder zur Förderung des Wohlstands zu unterzeichnen, sollten die USA dazu bereit sein. In einem X-Beitrag eines Axios-Reporters hieß es zuvor, Selenskyj reise nach massiven russischen Luftangriffen vorerst nicht nach Davos. Selenskyj könnte dem Bericht zufolge jedoch nach Davos reisen, falls es zu einem bilateralen Treffen mit Trump kommt, um ein Abkommen zum Wohlstand des Landes zu unterzeichnen.

+++ 12:06 Kreml-Gesandter will in Davos US-Vertreter treffen +++

Der Kreml-Gesandte Kirill Dmitriew wird beim Weltwirtschaftsforum in Davos Vertreter der US-Regierung treffen. Bei den Gesprächen werde es um die Bemühungen für ein Ende des Kriegs in der Ukraine gehen, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Wer noch an dem Treffen teilnimmt, blieb offen. Dmitriew hatte für die russische Regierung im Dezember an Gesprächen in Florida mit den US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff über die Zukunft der Ukraine teilgenommen.

+++ 11:46 Kiew: Neuer Angriff Russlands muss Weckruf für Davos sein +++

Nach dem neuen russischen Luftangriff bittet der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha dringend um weitere Unterstützung für sein Land. Es sei ein "barbarischer Schlag" gewesen, der ein Weckruf für die Staats- und Regierungschefs beim Weltwirtschaftsforum in Davos sein müsse, schreibt Sybiha auf der Plattform X. "Wir brauchen dringend zusätzliche Energiehilfe, Flugabwehr und Abfangraketen sowie Sanktionsdruck auf Moskau." Er verweist darauf, dass in Kiew wegen des Angriffs Tausende Wohnhäuser bei eisigen Temperaturen ohne Heizung seien.

+++ 11:22 Hunderttausende Haushalte von Stromausfall betroffen+++

Mehr als 335.000 Haushalte waren nach Angaben des Energiekonzerns DTEK infolge des russischen Angriffs in Kiew ohne Strom. Für 162.000 Haushalte gebe es inzwischen wieder Elektrizität. 173.000 Haushalte in der ukrainischen Hauptstadt seien von der Energieversorgung noch abgeschnitten.

+++ 10:47 Kreml-Gesandter Dmitriew meldet sich mit Friedenstauben-Emoji aus Davos +++

Der Kreml-Gesandte Kirill Dmitriew ist nach eigenen Angaben beim Weltwirtschaftsforum in der Schweiz eingetroffen. "Bin in Davos angekommen", schreibt Dmitriew auf Englisch im Onlinedienst X. Dazu postet er ein Friedenstauben-Emoji. Wen er in Davos treffen wird, schreibt er nicht. Dmitriew hatte für die russische Regierung im Dezember an Gesprächen in Florida mit den US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff über die Zukunft der Ukraine teilgenommen.

+++ 10:07 Raketenlieferung kam laut Selenskyj gerade rechtzeitig +++

Angesichts der massiven russischen Angriffe der letzten Nacht stellt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj heraus, wie wichtig die Stärkung der Flugabwehr ist. "Einen Tag vor diesem Angriff haben wir endlich die benötigten Raketen erhalten, was eine große Hilfe war. Jedes Hilfspaket ist wichtig. Raketen für 'Patriots', 'Nasams' und andere Luftabwehrsysteme sind dringend erforderlich", schreibt er bei Telegram. Die Partner der Ukraine dürften nicht nachlassen.

+++ 09:41 Ukraine zählt mehr als 30 russische Raketen und 300 Drohnen +++

Das Militär in der Ukraine nennt Einzelheiten zu den massiven russischen Angriffen seit gestern Abend. Russland habe 33 ballistische Raketen und Marschflugkörper auf die Ukraine gefeuert, sowie 339 Drohnen eingesetzt, melden die Luftstreitkräfte. Abgewehrt werden konnten demnach 27 Raketen und Marschflugkörper sowie 315 Drohnen. Hauptziel des Angriffs sei die Region Kiew gewesen, heißt es weiter. Insgesamt habe es nach vorläufigen Informationen Treffer von fünf Raketen und 24 Drohnen an elf Orten gegeben.

+++ 09:13 Brigade: Russisches Raketenabwehrsystem zerstört +++

Eine ukrainische Brigade hat laut eigenen Angaben ein russisches Flugabwehrraketensystems des Typs S-300V ausgeschaltet. Das Startgerät des Systems sei getroffen worden, schreibt die 412. Brigade der ukrainischen Kräfte für unbemannte Systeme bei Facebook. Der Wert liege bei etwa 40 Millionen Dollar, schreiben die Ukrainer. Demnach schützt das S-300V wichtige militärische Objekte und Truppenverbände vor Angriffen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben derzeit nicht.

+++ 08:42 Mann bei Angriffen nahe Kiew getötet +++

Durch russische Angriffe ist in der Region um Kiew ein Mann getötet worden, wie Regionalgouverneur Mykola Kalaschnyk mitteilt. Sanitäter hätten vergeblich versucht, den 50-Jährigen im Bezirk Butscha zu retten. Der Gouverneur berichtet zudem von zwei beschädigten Tankstellen. Auch in der südlichen Schwarzmeer-Region Odessa wurden den Behörden zufolge eine Energieanlage sowie ein Hochhaus beschädigt. In der Hafenstadt Tschornomorsk habe zudem eine Drohne ein mehrstöckiges Wohngebäude getroffen. Zu möglichen Opfern gibt es bisher keine Angaben. In der westlichen Region Winnyzja wurde demnach ebenfalls eine Anlage der kritischen Infrastruktur attackiert.

+++ 08:19 Kreise: Macron schlägt Trump G7-Treffen mit Russland in Paris vor +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat US-Präsident Donald Trump ein Treffen der G7-Staaten mit Beteiligung Russlands vorgeschlagen. Es solle am Donnerstag in Paris stattfinden, schrieb Macron in einer Nachricht an Trump, die dieser veröffentlichte. Macrons Umfeld bestätigt deren Echtheit. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 08:02 Verletzte bei Angriff auf Dnipro +++

Aus der Stadt Dnipro werden laut Behördenangaben zwei Verletzte gemeldet. Demnach handelt es sich um Frauen im Alter von 76 und 67 Jahren. Bei dem nächtlichen Angriff des russischen Militärs seien unter anderem ein Hochhaus, Fahrzeuge und Infrastruktur beschädigt worden, heißt es.

+++ 07:27 Klitschko nach neuen Angriffen: Mehr als 5600 Hochhäuser in Kiew ohne Heizung +++

Mehr als 5600 Hochhäuser in Kiew seien nach einem weiteren russischen Angriff ohne Heizung, teilt Bürgermeister Vitali Klitschko am Morgen mit. Fast 80 Prozent davon seien Häuser, deren Heizungsversorgung nach den russischen Angriffen vom 9. Januar wiederhergestellt wurde. Zudem sei die Wasserversorgung in einem Teil der Hauptstadt unterbrochen, schreibt er bei Telegram. Es werde daran gearbeitet, die Versorgung mit Wärme, Wasser und Strom wiederherstellen. Klitschko hatte zuvor auch von Stromausfällen berichtet. Den Angaben zufolge wurden mehrere Gebäude beschädigt, bei denen es sich nicht um Wohngebäude handelt. Mindestens eine verletzte Person wurde in ein Krankenhaus gebracht. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 06:49 Kiews Generalstab: Russisches Drohnenlager in Luhansk zerstört +++

Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte berichtet, dass ukrainische Streitkräfte ein russisches Drohnenlager im besetzten Gebiet Luhansk angegriffen haben. Der Angriff auf das Drohnenlager erfolgte in der Nacht zum Montag, teilt der Generalstab in einem Telegram-Beitrag mit. In dem russischen Lager in Nowokrasnjanka wurden unbemannte Luftfahrzeuge gelagert, schreibt der "Kyiv Independent". Das Lagerhaus gehörte der 144. motorisierten Schützendivision Russlands, teilt das Militär weiter mit. Das Ziel sei erfolgreich getroffen worden.

+++ 06:14 Russland überzieht Ukraine mit zweiter Angriffswelle +++

Auf die Ukraine gibt es seit der Nacht erneut einen Großangriff. Ukrainische Medien berichten von einer zweiten Angriffswelle am Morgen mit Raketen und Drohnen auf Kiew und Umgebung. Bereits in der Nacht sprach Bürgermeister Vitali Klitschko von neuen Stromausfällen und einer Unterbrechung der Wasserversorgung in einem Teil der Stadt. (Siehe Eintrag um 04:42 Uhr) In der ukrainischen Hauptstadt sind es aktuell Minus 13 Grad. Die ganze Nacht über warnen die Luftstreitkräfte vor Angriffen in verschiedenen Teilen der Ukraine. Derzeit gilt fast im gesamten Land Luftalarm.

+++ 05:42 Republik Moldau tritt endgültig aus der GUS aus +++

Als Bruch mit der sowjetischen Vergangenheit bereitet die Republik Moldau den endgültigen Austritt aus der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) vor. Das sagt Außenminister Mihai Popsoi im Rundfunksender Radio Moldova in Chisinau. Die Gründungsdokumente der GUS von 1991 und deren Statut von 1993 sollten aufgekündigt werden. Sein Ministerium bereite eine entsprechende Entscheidung des Parlaments vor. In der von Russland dominierten GUS haben die früheren Sowjetrepubliken versucht, einen Zusammenhalt nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 zu organisieren. Mit Moskau verfeindete Länder wie die Ukraine oder Georgien sind bereits keine Mitglieder mehr. In Moldau läuft der Austrittsprozess, seit das Land 2022 Kandidat für den EU-Beitritt wurde.

+++ 04:42 Stromausfälle in Kiew nach russischem Angriff +++

Russland greift die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Drohnen und Raketen an. Dies führt zu Unterbrechungen der Strom- und Wasserversorgung, teilt Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Ein nicht näher bezeichnetes Gebäude sei getroffen und eine Person verletzt worden. Zudem wird ein Lagerhaus beschädigt, mehrere Autos stehen in Flammen.

+++ 03:47 Ukraine organisiert ihre Drohnenabwehr neu +++

Zum besseren Schutz vor feindlichen Drohnen organisiert die Ukraine ihre Flugabwehr um. "Unsere Aufgabe ist es, einen Anti-Drohnen-Schutzschild über der Ukraine zu errichten", erläuterte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. "Ein System, das nicht erst nachträglich reagiert, sondern die Bedrohung bereits im Anflug zerstört." Die Luftabwehr dürfe nicht nur punktuell wirken, sie müsse als Netz über das ganze Land gespannt werden. Mit dieser Aufgabe hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den erfolgreichen Kommandeur einer Drohneneinheit, Pawlo Jelisarow, betraut und ihn zum Vizekommandeur der Luftwaffe gemacht. (Siehe Eintrag um 23:21 Uhr)

+++ 01:53 Serbien: Russen stimmen Verkauf von Anteilen an sanktioniertem Ölkonzern NIS zu +++

Die russischen Mehrheitseigner des mit US-Sanktionen belegten serbischen Ölkonzerns NIS stimmen nach Angaben der serbischen Energieministerin einem Verkauf ihrer Anteile zu. Gazprom Neft habe sich mit dem ungarischen Energiekonzern MOL "auf die grundlegenden Bestimmungen eines künftigen Kaufvertrags geeinigt, was eine Forderung der US-Regierung war", erklärt Energieministerin Dubravka Djedovic. Der ausstehende Kaufvertrag werde der Washington nun zur Genehmigung vorgelegt. Der russische Konzern Gazprom Neft besitzt derzeit 45 Prozent an NIS. Gegen das serbische Unternehmen waren wegen dessen russischer Mehrheitseigner Anfang Oktober US-Sanktionen in Zusammenhang mit dem russischen Krieg in der Ukraine in Kraft getreten - Anfang Dezember musste die Raffinerie daher ihren Betrieb einstellen. NIS deckt mehr als 80 Prozent des Diesel- und Benzinbedarfs Serbiens. Washington verlangte den vollständigen Rückzug der russischen Teilhaber. Am 31. Dezember jedoch setzten die USA die Sanktionen wieder aus und gewährten dem Konzern die Erlaubnis, den Betrieb bis zum 23. Januar fortzusetzen und bis zum 24. März über den Verkauf zu verhandeln.

+++ 00:33 Auswärtiges Amt: Ukrainische Energieversorgung vor dem Kollaps +++

Die fortgesetzten russischen Angriffe auf die Ukraine haben die Infrastruktur und Energieversorgung des Landes nach Angaben des Auswärtigen Amtes in die Nähe "eines Kollaps" gebracht. Das Außenministerium habe noch einmal 60 Millionen Euro an humanitärer Hilfe zur Verfügung gestellt, sagt ein Sprecher. Die Menschen litten unter extremer Kälte und "brutalen russischen Angriffen" auf die Energieinfrastruktur. Man unterstütze Bargeldhilfen für Menschen in frontnahen Gebieten zur Anschaffung der nötigsten Güter, von Notstromaggregaten für Schutzräume, Heizsystemen, Kleidung und Decken. Man schaue, was noch an Schritten möglich sei. Das Entwicklungsministerium verweist auf ein Winterhilfe-Unterstützungspaket über 50 Millionen Euro, das man geschnürt habe.

+++ 23:21 Ukraine will Luftabwehr umbauen: Selenskyj rechnet mit massivem Angriff Russlands +++

Nach wochenlangen, verheerenden russischen Luftangriffen auf Infrastruktur und Energieversorgung will die Ukraine ihre Luftabwehr umbauen. Dabei werde großes Gewicht auf Abfangdrohnen gelegt, kündigt Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache an. Es gehe um einen neuen Ansatz, der mobile Einheiten, Abfangdrohnen und andere Abwehrmaßnahmen mit kurzer Reichweite umfasse. Federführend bei der Entwicklung solle Pawlo Jelisarow werden, der deswegen zum neuen stellvertretenden Befehlshaber der Luftwaffe ernannt wurde. Der Präsident ruft die Bevölkerung zu höchster Wachsamkeit auf: "Russland hat einen Angriff vorbereitet, einen massiven Schlag, und wartet auf den Moment, ihn auszuführen." Jede Region müsse bereit sein, so schnell wie möglich zu reagieren und den Menschen zu helfen.

+++ 22:14 Ukraine verfolgt Divisions-Kommandeur - Soll Angriffe auf Energieanlagen befohlen haben +++

Die ukrainische Staatsanwaltschaft klagt einen stellvertretenden russischen Divisions-Kommandeur wegen der Erteilung von Befehlen zum Angriff auf Energie- und Gastransportinfrastruktureinrichtungen an. Laut Ermittlern war der Beschuldigte an den Befehlen zur Durchführung von Drohnenangriffen auf die Ukraine beteiligt. Demnach erteilte der Verdächtige in den Jahren 2023 und 2024, während er sich auf der besetzten Krim aufhielt, zusammen mit dem russischen Militärkommando Angriffsbefehle auf vorab festgelegte Koordinaten. Dabei sollen Energie- und Gastransportinfrastruktureinrichtungen in der Ukraine ins Visier genommen worden sein, die für die Sicherstellung der lebenswichtigen Bedürfnisse der Zivilbevölkerung von entscheidender Bedeutung sind. Zuvor hatte der ukrainische Sicherheitsdienst SBU erklärt, dass Russland seit Beginn der aktuellen Heizperiode mehr als 250 Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Energieanlagen und Heizsysteme durchgeführt habe.

+++ 21:45 Russen können Huljajpole nicht besetzen - und starten spezielle Operation +++

Die russischen Streitkräfte können die Stadt Huljajpole nicht besetzen und ändern daher ihre Taktik, erklärt Vladyslav Voloshyn, Sprecher der Verteidigungskräfte der Ukraine im Süden gegenüber der Nachrichtenagentur Ukrinform. Die Stadt sei derzeit eine Art "Grauzone", in der keiner der beiden Seiten ein entscheidender Erfolg gelinge. Die russischen Truppen hätten nun damit begonnen, die Stadt in einer groß angelegten Aktion zu verminen. Es würden Antipersonen- und Panzerabwehrminen gelegt, so Voloshyn. Dennoch komme es weiterhin zu Zusammenstößen in der Stadt und umliegenden Siedlungen. Russland setze dabei ganz massiv auf Kamikazedrohnen. In den letzten 24 Stunden seien mindestens 1200 im Gebiet Huljajpole registriert worden, so Voloshyn.

+++ 21:17 Soll Kriegsgefangene getötet haben - Ukraine nimmt russischen Soldaten gefangen +++

Das ukrainische Militär nimmt einen russischen Soldaten gefangen, der für die Hinrichtung ukrainischer Kriegsgefangener im russischen Gebiet Kursk im Oktober 2025 verantwortlich sein soll. Das teilt Präsident Selenskyj auf X mit. Der ukrainische Präsident schreibt unter anderem: "Jeder russische Mörder muss für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Und so wird es auch sein." Am 20. November berichteten Medien über eine wahrscheinliche Hinrichtung gefangengenommener ukrainischer Soldaten, die im russischen Gebiet Kursk eingekesselt worden waren.

Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.