Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 21:54 Tschernobyl-Sperrzone: Erneut Brände nach Drohnenabschuss ausgebrochen +++
In schwer zugänglichem Gelände innerhalb der Sperrzone von Tschernobyl sind nach dem Abschuss mehrerer russischer Drohnen erneut Brände ausgebrochen. Das teilt die staatliche Agentur der Ukraine für die Verwaltung der Sperrzone bei Facebook mit. Demnach sind unter anderem russische "Geran-2"-Drohnen im wissenschaftlichen Forschungs- und Naturschutzgebiet Opatschytschi des Tschernobyl-Biosphärenreservats für Strahlenschutz und Ökologie abgefangen worden. Nach Angaben der staatlichen Atomaufsichtsbehörde der Ukraine wird die Lage durch starke Rauchentwicklung, umgestürzte Bäume und das schwierige Gelände erschwert.
+++ 21:13 Nach tödlichem Angriff auf Kiew: Selenskyj fordert schmerzhaftere Sanktionen für Russland +++
Nach einem verheerenden russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew mit vielen Toten und Verletzten fordert Präsident Wolodymyr Selenskyj schmerzhaftere Sanktionen für Russland. In ein Gebäude in Kiew sei ein Marschflugkörper vom Typ Ch-101 eingeschlagen, der im zweiten Quartal dieses Jahres hergestellt worden sei, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft unter Berufung auf vorläufige Angaben. Das bedeute, dass Russland die dafür nötigen Komponenten weiterhin beziehe und die weltweiten Sanktionen umgehe. In Kiew stieg die Zahl der Toten nach dem Angriff auf mindestens zwölf Menschen an, wie der Zivilschutz mitteilte. Darunter seien zwei Minderjährige. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach außerdem von mehr als 50 Verletzten.
+++ 20:38 Litauen: USA dringen auf belarussische Düngerexporte über Ostseehafen - trotz Sanktionen +++
Die USA drängen die Regierung von Litauen nach deren Angaben zur Wiederaufnahme des Exports von belarussischem Dünger. Außenminister Kestutis Budrys bestätigte entsprechenden Druck aus Washington. "Die Situation ändert sich", sagte er. Bisher habe es keine derartigen Bemühungen gegeben, nun aber seien zusätzliche Aktivitäten der USA zu verzeichnen. Budrys betonte jedoch, dass Litauen die EU-Sanktionen gegen belarussisches Kali unterstütze. Solange diese in Kraft seien, werde man nicht über eine Wiederaufnahme der Exporte diskutieren. Die US-Botschaft in Vilnius äußerte sich zunächst nicht dazu. Litauen hatte 2022 alle Ausfuhren von Belaruskali, dem weltweit zweitgrößten Produzenten des Pflanzendüngers, über den Ostseehafen Klaipeda gestoppt. Zuvor hatten die USA das staatliche belarussische Unternehmen sanktioniert. Grund war das harte Vorgehen von Präsident Alexander Lukaschenko gegen die Opposition nach seiner umstrittenen Wiederwahl. Die Europäische Union verhängte 2022 ebenfalls Sanktionen gegen belarussisches Kali, weil das Land die russische Armee bei der Invasion der Ukraine unterstützte .Im März hoben die USA ihre Strafmaßnahmen jedoch auf. Die EU-Sanktionen gelten dagegen noch bis Februar 2027 und können verlängert werden.
+++ 20:10 Merz kritisiert "schwerste russische Angriffe auf die Ukraine seit Langem" +++
Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert die jüngsten russischen Angriffe auf die Ukraine scharf. "Die schwersten russischen Angriffe auf die Ukraine seit Langem zeigen: Moskau setzt auf Eskalation statt Verhandlung", schrieb der CDU-Politiker bei X. Kiew und seine Partner stünden "bereit für Verhandlungen über einen gerechten Frieden. Russland aber führt weiter Krieg."
+++ 19:28 Gasverarbeitungsanlage in Astrachan steht nach Drohnenangriff still +++
Nach Drohnenangriffen hat eine Gasverarbeitungsanlage in der südrussischen Region Astrachan die Produktion von Kraftstoffen eingestellt. Das berichtet Reuters unter Berufung auf mehrere mit der Thematik vertraute Quellen. In der Anlage, die zu dem russischen Konzern Gazprom gehört, war nach dem Angriff am 13. Mai ein Feuer ausgebrochen.
+++ 19:07 Selenskyj: Kanzleramtschef Frei und BND-Chef Jäger für Treffen in Kiew +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kanzleramtschef Thorsten Frei von der CDU und den Präsidenten des Bundesnachrichtendiensts (BND), Martin Jäger, in Kiew empfangen. "Wir haben darüber gesprochen, wie wir unsere Vereinbarungen mit Deutschland zur Luftverteidigung beschleunigen können, um die Ukrainer vor solch einem Terror zu schützen", erklärte Selenskyj bei X mit Blick auf den jüngsten massiven Angriff Russlands. Der ukrainische Staatschef betonte, es habe "wichtige Signale der Unterstützung" gegeben. "Deutschland hat wiederholt dazu beigetragen, unsere Luftverteidigung zu stärken, und wir hoffen auch jetzt auf eine solche Führungsrolle", schrieb Selenskyj weiter .Zudem sei über ein Drohnenabkommen gesprochen worden, das die Ukraine Deutschland vorgeschlagen habe. Die Ukraine wäre in dem Zusammenhang bereit, "diejenigen zu unterstützen, die uns unterstützt haben".
+++ 18:42 Ukraine: Russland greift UN-Fahrzeug mit Drohnen an +++
Russische Truppen haben ukrainischen Angaben zufolge ein UN-Fahrzeug in der südukrainischen Stadt Cherson zweimal mit Drohnen angegriffen. Den Russen müsse klar gewesen sein, welches Fahrzeug sie ins Visier genommen hätten, erklärt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf X. In dem Wagen des UN-Nothilfebüros (OCHA) hätten sich der Büroleiter und acht weitere Mitarbeiter befunden. Niemand sei verletzt worden, das Personal sei in Sicherheit gebracht worden.
+++ 17:56 Slowakei verurteilt russische Luftangriffe auf die Ukraine +++
Die Slowakei verurteilt die jüngsten russischen Luftangriffe auf die Ukraine. Außenminister Juraj Blanar kritisiert in einer Mitteilung insbesondere die massiven Attacken auf die grenznahe Region Transkarpatien und die Stadt Uschhorod, in der eine große slowakische Minderheit lebt. Die deutlichen Worte stechen heraus, da die Regierung in Bratislava ansonsten enge Beziehungen zu Moskau pflegt. Das EU-Land bezieht weiterhin russisches Öl und Gas. Ministerpräsident Robert Fico hatte erst im April ein Ende der entsprechenden EU-Sanktionen gefordert.
+++ 17:28 Russische Angriffswelle: 1500 Drohnen und 56 Raketen an zwei Tagen auf Ukraine abgefeuert +++
Die Ukraine ist innerhalb von zwei tagen mit mehr als 1500 Drohnen und 56 Raketen beschossen worden. Das teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Wie der Staatschef bei X schreibt, habe die Luftverteidigung eine recht hohe Abfangquote erzielt. Selenskyj spricht von einer Verteidigungsoperation, die "gegen einen massiven und praktisch ununterbrochenen russischen Angriff durchgeführt wurde - einen Angriff, der fast 48 Stunden andauerte". Der ukrainische Präsident nennt die Angriffswelle eine "gezielte Terrortaktik der Russen, die über einen gewissen Zeitraum hinweg Drohnen und Raketen angesammelt und den Schlag bewusst so kalkuliert haben, dass sein Ausmaß erheblich sein und unserer Luftverteidigung größtmögliche Schwierigkeiten bereiten würde." Trotz der massiven Angriffe seien 94 Prozent der Drohnen und 73 Prozent der Raketen abgefangen worden.
+++ 16:54 Drohnen-Vorfälle an Nato-Ostflanke: Litauen und Finnland "schnell" für bessere Luftverteidigung +++
Die Staatspräsidenten von Litauen und Finnland, Gitanas Nauseda und Alexander Stubb, dringen nach den jüngsten Drohnenvorfällen auf eine Stärkung der Luftverteidigung an der Nato-Ostflanke. "Wir müssen - und zwar sehr schnell - sowohl unsere Aufklärungskapazitäten als auch unsere Abschussfähigkeiten verbessern, damit solche Vorfälle umgehend verhindert werden und unsere Bevölkerung nicht gefährdet wird", sagte Nauseda nach einem Treffen mit Stubb in Vilnius. Auch der finnische Staatschef betonte: "Wir müssen wachsamer werden und unsere Luftverteidigung modernisieren." Dazu bedürfe es insbesondere einer engeren Zusammenarbeit mit der Ukraine, deren Erfahrungen es zu nutzen gelte, sagte Stubb litauischen Medienberichten zufolge. Daran arbeiteten alle Verbündeten an der Ost- und Nordostflanke.
+++ 16:18 Neue ungarische Außenministerin verurteilt russische Angriffe: Aggression gegen Zivilisten beenden +++
Ungarns neue Außenministerin Anita Orban kritisiert Russland wegen jüngster Drohnenangriffe auf die westukrainische Region Transkarpatien. Sie habe den russischen Botschafter in Budapest einbestellt, teilt die Politikerin der bürgerlichen Tisza-Partei auf ihrer Facebook-Seite mit. Sie habe ihm gesagt, dass die ungarische Regierung diese Angriffe aufs Schärfste verurteile. "Wir erwarten (von Russland) die unverzügliche Einstellung der Aggression gegen Zivilisten", fügt Orban hinzu. Die Ministerin, die mit dem abgewählten Ministerpräsidenten Viktor Orban nicht verwandt ist, trat ihr Amt am Dienstag an. Nach dem überwältigenden Sieg der Tisza-Partei bei der Parlamentswahl am 12. April hatte die Volksvertretung deren Vorsitzenden Peter Magyar am vergangenen Samstag zum Ministerpräsidenten gewählt. Ungarn grenzt im Osten an die ukrainische Region Transkarpatien. Dort leben nach ungarischen Angaben bis zu 100.000 ethnische Ungarn. Der Rechtspopulist Viktor Orban hatte Russland auch nach dessen Vollinvasion in der Ukraine 2022 so gut wie nie kritisiert.
+++ 15:41 Selenskyj: Fünf Tote in Kiew nach russischen Angriffen +++
Die Zahl der Todesopfer in Kiew nach den nächtlichen russischen Drohnen- und Raketenangriffen ist nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf fünf gestiegen. "Mehr als zehn Menschen gelten als vermisst", schreibt er bei Telegram. Zuvor war von einem Toten die Rede gewesen. Nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko ist auch ein zwölfjähriges Mädchen tot aus den Trümmern geborgen worden. Zudem wurden rund 40 Menschen in der ukrainischen Hauptstadt verletzt. Landesweit habe das russische Militär 180 Objekte beschädigt, davon seien 50 ganz gewöhnliche Wohnhäuser, teilt Selenskyj mit. Neben Kiew hat es seinen Angaben nach auch das Umland der Hauptstadt mit sieben Verletzten, Charkiw mit 28 Verletzten und das Gebiet Odessa mit zwei Verletzten schwer getroffen. Update um 16:20 Uhr: Die Zahl der Todesopfer ist nach Angaben von Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko inzwischen auf acht gestiegen.
+++ 15:14 "Kehren zum normalen Leben zurück": Magyar hebt von Orbán verhängten Ausnahmezustand in Ungarn auf +++
Ungarns neuer Premierminister Péter Magyar hat den von seinem Vorgänger Viktor Orbán aufgrund der Kriegsgefahr eingeführten Ausnahmezustand aufgehoben. Das gab der neue Regierungschef bei Facebook bekannt. "Heute, nach vier Jahren, endet der von Orbán wegen der Kriegsgefahr eingeführte Ausnahmezustand - und damit verabschieden wir uns von der Dekretregierung, die vor sechs Jahren eingeführt wurde. Wir kehren zum normalen Leben zurück", so Magyar. Orbán hatte den Ausnahmezustand zunächst als Reaktion auf die Coronapandemie und später aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängt, der es ihm ermöglichte, per Dekret zu regieren.
+++ 14:32 Merz: Europa entscheidet selbst über Vermittler +++
Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Bereitschaft Europas bekräftigt, an einer Beendigung des Ukraine-Kriegs mitzuwirken. Gleichzeitig äußerte er bei der Verleihung des Karlspreises in Aachen aber Zweifel daran, das Russland zu Gesprächen bereit ist. "Die Angriffe der letzten Nacht sprechen eine andere Sprache", sagt er. "Gesprächsbereitschaft erfordert Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten." Merz betont auch, dass die Europäer sich keine Vermittler vorschreiben lassen würden. "Wir Europäer entscheiden selbst, wer für uns spricht, niemand anders", sagt er.
+++ 13:54 Ukrainischer Drohnenchef: Todeszone wächst auf 50 Kilometer an +++
Die Todeszone entlang der Front in der Ostukraine hat auf jeder Seite inzwischen mindestens 25 Kilometer erreicht. Militär- und Logistikbewegungen seien in diesem Bereich besonders gefährlich, sagt der Chef der ukrainischen Drohneneinheiten Robert "Madyar" Browdi der Ukrainska Prawda. In diesem Bereich ist der Drohnenkrieg besonders ausgeprägt und es droht jederzeit Gefahr aus der Luft. Auch Oberst Markus Reisner hatte ntv.de zuletzt von entsprechenden Bereichen auf dem Schlachtfeld berichtet. "Jeder, der sich im gläsernen Gefechtsfeld exponiert, läuft Gefahr, in dieser von Zehntausenden Drohnen dominierten Todeszone hohe Verluste zu erleiden."
+++ 13:25 Ukraine: 1060 russische Soldaten ausgeschaltet +++
Die ukrainischen Streitkräfte haben in den vergangenen 24 Stunden nach eigenen Angaben 1060 Soldaten der russischen Armee getötet oder verwundet. Das geht aus dem Bericht des ukrainischen Generalstabs hervor. Darüber hinaus schalten die Truppen Kiews 68 Artilleriesysteme, drei Panzer und einen Mehrfachraketenwerfer aus. Auch drei Luftabwehrsysteme konnten den Angaben zufolge zerstört werden.
+++ 12:58 Nato-Chef fordert mehr Geld für Ukraine +++
Der Chef des Verteidigungsbündnisses Nato, Mark Rutte, hat die Mitgliedsstaaten zu einer weiteren Kraftanstrengung zugunsten der Ukraine aufgefordert. Die Länder sollten 0,25 ihres BIP für die Unterstützung bereitstellen, soll Rutte laut "Politico" vorgeschlagen haben. Der Vorschlag soll von etlichen Nato-Staaten aber bereits zurückgewiesen wollen sein. Bei einem solchen finanziellen Engagement könnte die Ukraine bis zu 143 Milliarden Dollar pro Jahr erhalten.
+++ 12:26 Allein in Kiew: Mindestens vier Tote und 40 Verletzte nach russischen Luftangriffen +++
Infolge der russischen Luftangriffe sind in der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens vier Personen getötet worden. 40 weitere wurden verletzt, erklärt der staatliche Rettungsdienst. 39 der Verletzten befinden sich im Krankenhaus, berichtet der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko. Mehr als zehn Personen werden zudem noch vermisst.
+++ 11:47 Estland: Russland hält an Kriegszielen fest +++
Der estnische Außenminister Margus Tsahkna hat mit Blick auf die neuen Luftangriffe erklärt, dass Russland seine Ziele im Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht aufgegeben habe. "Falls es noch eines Beweises bedurfte, dass Russland seine Ziele nicht aufgegeben hat, dann ist dies der Beweis", schreibt Tsahkna auf X. "Drohnen, ballistische Raketen und Marschflugkörper, die auf Kiew abgefeuert wurden, beweisen einmal mehr, dass Putin den Krieg fortsetzen und die Ukraine zerstören will."
+++ 11:11 Lettische Ministerpräsidentin tritt nach Drohnen-Vorfall zurück +++
Die lettische Ministerpräsidentin Evika Silina hat ihren Rücktritt für diesen Donnerstag angekündigt. "Ich trete zurück, aber ich gebe nicht auf", sagt die Politikerin der Mitte-Rechts-Partei Neue Einheit in einer Fernsehansprache. Der lettische Präsident Edgars Rinkevics, der verfassungsgemäß mit der Auswahl eines Regierungschefs beauftragt ist, will sich nun am Freitag mit allen Parlamentsparteien treffen.
+++ 10:33 Munz: "Neu ist: Russland nutzt Belarus als Einflugschneise" +++
Vor wenigen Tagen werden Aussagen von Russlands Machthaber Putin als mögliche Kompromissbereitschaft im Ukrainekrieg gedeutet. Doch Moskau setzt seine massiven Angriffe weiter fort - und mache damit deutlich, den Krieg nicht demnächst beenden zu wollen, sagt ntv-Reporter Rainer Munz.
+++ 09:58 Polen fängt russischen Aufklärungsflieger ab +++
Die polnische Luftwaffe hat ein russisches Aufklärungsflugzeug vom Typ Il-20 über der Ostsee abgefangen. "Dies ist eine weitere aggressive Aktion der Russischen Föderation und eine Bewährungsprobe für unsere Luftabwehrsysteme", erklärt der stellvertretende Verteidigungsminister Wladislaw Kosiniak-Kamysz auf X. Seinen Angaben zufolge war das Flugzeug ohne aktive Transponder unterwegs.
+++ 09:21 Ukrainische Drohnenpiloten "zerstören" Nato-Truppen bei Übung +++
Die ukrainischen Soldaten haben gegenüber der Nato einen erheblichen Erfahrungsvorsprung beim Thema Drohnen. Bei einer Übung auf Gotland stellen sie das erneut unter Beweis: Sie fügen den schwedischen Truppen erhebliche Schläge zu.
+++ 09:06 Ukraine: Ex-Büroleiter von Selenskyj, Jermak, muss in Untersuchungshaft +++
In der Ukraine hat das Oberste Anti-Korruptions-Gericht Untersuchungshaft gegen den früheren ukrainischen Präsidialamtschef Andrij Jermak angeordnet. Die Haft gelte für zunächst 60 Tage, Jermak habe die Möglichkeit, gegen Kaution auf freien Fuß zu kommen, teilt der Richter am Morgen mit.
+++ 08:44 Ukraine: Russische Angriffe auf Häfen in der Region Odessa +++
Die russischen Streitkräfte haben der ukrainischen Regierung zufolge zivile Infrastruktur in der Region Odessa im Süden des Landes angegriffen. Ziel seien unter anderem Häfen und Eisenbahnanlagen gewesen, teilt der stellvertretende Ministerpräsident Olexij Kuleba mit.
+++ 08:10 Selenskyj: Über 1500 russische Drohnen seit Mitternacht am Mittwoch +++
Russland hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge seit Beginn seines längeren Luftangriffes in den frühen Morgenstunden am Mittwoch mehr als 1500 Drohnen auf sein Land abgefeuert. "Insgesamt hat Russland seit gestern um Mitternacht mehr als 1560 Drohnen gegen unsere Städte und Gemeinden eingesetzt", teilt er auf X mit. "Das sind ganz sicher nicht die Taten derer, die glauben, der Krieg gehe zu Ende."
+++ 07:38 Russland attackiert Ukraine mit fast 700 Drohnen in einer Nacht +++
Bei dem russischen Drohnenangriff auf die Ukraine sind in der vergangenen Nacht 675 Drohnen zum Einsatz gekommen. Das Hauptziel der Putin-Truppen lag dabei auf der Hauptstadt Kiew, berichtet die ukrainische Luftwaffe. Neben den Drohnen wurden auch drei Kinschal-Raketen, 18 ballistische Iskander-Raketen und 35 Marschflugkörper vom Typ X-101 eingesetzt.
+++ 06:59 Laschet kritisiert "Selbstentmündigung Europas" +++
Vor der Verleihung des Karlspreises an den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, hat der Unions-Außenpolitiker Armin Laschet den geringen Einfluss der Europäischen Union in der Weltpolitik angeprangert. "Europa ist international so schwach, weil es eher moralisiert, statt aktiv Diplomatie voranzubringen", sagt der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. "Zwischen Russland und der Ukraine verhandeln nur amerikanische Geschäftsleute, weil die EU sich weigert, ihre eigenen Positionen diplomatisch mit Stärke gegenüber Russland zu vertreten", sagt der CDU-Politiker, der auch Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums ist. Er bezeichnet dies als "absurd". "Das ist eine Selbstentmündigung Europas."
+++ 06:16 Behörden: Mindestens ein Toter bei schwerem russischen Luftangriff auf Kiew +++
Bei einem schweren russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist laut Behörden mindestens ein Mensch getötet worden. Mindestens 16 weitere Menschen seien verletzt worden, schreibt der Leiter der Militärverwaltung von Kiew, Tymur Tkatschenko, auf Telegram. Am frühen Morgen hatte es mehrere Explosionen in Kiew gegeben. Dabei war auch der Einsatz der Flugabwehr vernehmbar. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärt bei Telegram, Kiew werde von Russland mit Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen. Er rief die Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen.
+++ 05:41 Österreichs Außenministerin: EU muss zu Gesprächen mit Russland bereit sein +++
Die EU muss nach Darstellung der österreichischen Außenministerin Beate Meinl-Reisinger bereit sein, mit Russland zu sprechen. Um europäische Interessen zu vertreten, sollte die EU ein Verhandlungsteam oder einen Sondergesandten nominieren, sagt sie in dem Podcast Table.Today. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Regierung in Moskau zu ernsthaften Friedensgesprächen bereit sei. Zudem spricht sich Meinl-Reisinger für den Aufbau einer europäischen Armee aus. Die EU brauche eigene Kommandostrukturen und mehr Autonomie bei der Verteidigung, da die Verlässlichkeit der USA brüchig geworden sei. Dies sei jedoch nicht als Alternative zur Nato gedacht.
+++ 04:51 Russland beschießt Ukraine massiv mit Raketen und Drohnen +++
Wenige Tage nach einer kurzzeitigen Waffenruhe hat Russland die Ukraine mit einem der längsten Luftangriffe in mehr als vier Jahren Krieg überzogen. In der Nacht wurde erneut Luftalarm im ganzen Land ausgelöst, ukrainischen Medienberichten zufolge warnte das Militär vor anfliegenden Drohnen und ballistischen Raketen. Aus der Hauptstadt Kiew wurden kurz darauf Explosionen gemeldet, laut dem Nachrichtenportal "The Kyiv Independent" wurden mehrere Gebäude beschädigt. Bürgermeister Vitali Klitschko spricht demnach von einem eingestürzten Wohnhaus, in dessen Trümmern verschüttete Opfer befürchtet würden.
+++ 03:49 Medien: Pentagon stoppt Entsendung von 4000 Soldaten nach Europa +++
Das US-Verteidigungsministerium hat Medienberichten zufolge die Entsendung von mehr als 4000 Soldaten einer Kampfbrigade nach Europa gestoppt. Die Entscheidung dazu sei am Mittwoch bei einem Treffen des Europa-Kommandos der US-Streitkräfte (Eucom) und Teilen des US-Heeres kommuniziert worden, berichtet unter anderem das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen Beamten des Pentagons. Eigentlich war demnach erwartet worden, dass die Soldaten für einen auf neun Monate angelegten Einsatz in Polen stationiert werden.
+++ 02:49 Großbritannien bestellt mobile Geschütze bei Rheinmetall und KNDS +++
Großbritannien kauft für eine Milliarde Pfund (1,35 Milliarden Dollar) 72 moderne Geschütze, die auf schnellen Radfahrzeugen montiert sind. Das teilt die Regierung in London mit. Mit den ferngesteuerten Waffensystemen vom Typ RCH 155 soll eine Lücke in der Verteidigungsfähigkeit des Landes geschlossen werden. Diese war entstanden, nachdem Großbritannien seine bisherigen Waffensysteme an die Ukraine abgegeben hatte. Der Auftrag geht an die in Deutschland ansässige Artec GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von KNDS und Rheinmetall. Die Fertigung sichert nach Regierungsangaben mehr als 500 Arbeitsplätze in Großbritannien. Die Waffensysteme sollen im Rheinmetall-Werk in Mittelengland gebaut werden, während Fahrgestell und Motor von KNDS UK in Nordengland kommen. Der britische Verteidigungsminister John Healey sagt, der Vertrag sei gut für das Schlachtfeld und die Wirtschaft. Die Geschütze können Ziele in 70 Kilometern Entfernung treffen und sich mit über 100 Kilometern pro Stunde bewegen. Die ersten Fahrzeuge sollen 2028 ausgeliefert werden.
+++ 01:49 Moskau schränkt Veröffentlichung von Bildern nach Angriffen ein +++
Die Behörden in Moskau schränken die Veröffentlichung von Fotos und Videos ein, die die Folgen von "Terroranschlägen" wie Drohnenangriffen zeigen. Dies teilt das Büro von Bürgermeister Sergej Sobjanin mit. Eine auf der offiziellen Website des Bürgermeisters veröffentlichte Anordnung verbietet es Medien, Privatpersonen und Rettungsdiensten, entsprechendes Bildmaterial zu veröffentlichen, bevor es auf den Seiten des Verteidigungsministeriums oder der Stadtverwaltung erscheint. Ziel der Maßnahme sei es, die Verbreitung ungesicherter Informationen zu verhindern, heißt es offiziell. Bei Verstößen drohen Privatpersonen Geldstrafen zwischen umgerechnet etwa 340 und 580 Euro, für Beamte oder juristische Personen fallen diese deutlich höher aus. In anderen Teilen Russlands gelten ähnliche Verbote.
+++ 00:47 Putin tauscht Gouverneure in Grenzregionen aus +++
Russlands Präsident Wladimir Putin wechselt die Gouverneure der beiden stark von ukrainischen Gegenangriffen betroffenen Grenzregionen Brjansk und Belgorod aus. Die beiden Gouverneure Alexander Bogomas und Wjatscheslaw Gladkow seien ersetzt worden, teilt der Kreml mit. Als Nachfolger setzt der russische Staatschef einen Armeegeneral ein, der in der Ukraine gekämpft hat, sowie einen Beamten, der zuvor für die russischen Besatzungsbehörden in der Ostukraine tätig war. Gladkow, der seit 2021 Gouverneur von Belgorod war, hatte die Angriffe täglich dokumentiert und war Medienberichten zufolge bei der Bevölkerung sehr beliebt.
+++ 23:47 Ukraine rechnet mit Raketenangriffen +++
Nach einem Tag massiver russischer Drohnenangriffe auf die Ukraine droht in der Nacht eine Welle von Raketenangriffen. Die ukrainische Luftwaffe meldet abends die Explosion einer russischen Hyperschallrakete vom Typ Kinschal (Dolch) bei Starokostjantyniw im Westen, wo eine wichtige ukrainische Luftwaffenbasis liegt. Ukrainische Telegramkanäle warnen vor dem drohenden Beschuss mit ballistischen Raketen. Sie melden zudem den Start von mindestens vier russischen Langstreckenbombern des Typs Tupolew Tu-160. Diese sollen bei Tagesanbruch die Zonen für den Abwurf ihrer Marschflugkörper erreichen.
+++ 22:46 Selenskyj dankt Budapest für Verurteilung russischer Angriffe +++
Kiew dankt dem neuen ungarischen Ministerpräsidenten Peter Magyar für dessen Verurteilung russischer Angriffe auf die Ukraine. "Unsere gemeinsame Position ist wichtig, um diesen brutalen Krieg zu beenden", schreibt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien. Moskau hat einmal mehr bewiesen, dass es nicht nur eine Bedrohung für die Ukraine, sondern auch für die Nachbarländer und ganz Europa darstelle. Laut Angaben aus Kiew und Budapest wurde die westukrainische Oblast Transkarpatien von russischen Drohnen angegriffen. Transkarpatien grenzt sowohl an Ungarn als auch an die Slowakei. Eine ungarische Minderheit lebt in der Grenzregion.
+++ 22:12 Zwei Menschen bei Angriffen auf Bahnanlagen getötet +++
Die Eisenbahn-Infrastruktur der Ukraine gehört zu den Zielen der jüngsten russischen Drohnenangriffe. Zwei Menschen seien dabei getötet worden, sagt Präsidentenberater Dmytro Lytvyn der Nachrichtenagentur Ukrinform. Es handele sich um Eisenbahnmitarbeiter, die zum Zeitpunkt des Angriffs im westukrainischen Zdolbuniv nicht im Dienst waren. Eine weitere Person sei verletzt worden. Laut Lytvyn wurden insgesamt 23 Bahnanlagen getroffen.
+++ 21:43 Beriet frühere Nummer Zwei der Ukraine mit Esoterikerin über Spitzenposten? +++
Das Verfahren gegen den früheren ukrainischen Präsidialamtschef Andrij Jermak vor einem Anti-Korruptions-Gericht fördert auch Details über dessen Kontakt mit einer Esoterik-Beraterin zutage. Die Anklage lässt bei der Verhandlung in Kiew Chats zwischen Jermak und der Frau verlesen, die in seinen Telefonkontakten als "Veronika Feng-Shui Büro" verzeichnet war. Demnach habe Jermak, der bis November die rechte Hand von Präsident Wolodymyr Selenskyj war, mit der Frau über die Besetzung von Spitzenposten in der Ukraine gesprochen. Er habe ihr Geburtsdaten von Kandidaten geschickt und um Rat gebeten. Bis zu seinem Rücktritt galt Jermak als der zweitmächtigste Mann in der Ukraine. Das Präsidentenbüro teilt angesichts der Nachrichten aus dem Gerichtssaal mit, man beschäftige sich nicht mit Esoterik, Numerologie, Feng-Shui oder ähnlichem. Er habe nie derartige Vertreter in der Kanzlei gesehen, sagt Selenskyjs Berater Dmytro Lytwyn. Jermak und fünf anderen Verdächtigen wird Geldwäsche in Millionenhöhe bei einem Luxusbauprojekt vorgeworfen. Er bestreitet die Vorwürfe.
+++ 21:01 Nato-Ostflanke fordert stärkere Flugabwehr +++
Die Staaten an der Nato-Ostflanke fordern angesichts wiederholter russischer Luftraumverletzungen eine rasche Stärkung der Flugabwehr des Bündnisses. In einer gemeinsamen Erklärung verurteilen die Staats- und Regierungschefs von 14 Alliierten nach einem Treffen in Bukarest zudem russische Sabotageakte und hybride Angriffe. An dem Treffen haben unter anderem Nato-Generalsekretär Mark Rutte und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilgenommen.
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