Politik

"Gegen die Jagd auf Dr. Guttenberg" 130.000 Fans auf Facebook

Auf Facebook sammeln sich die Unterstützer von Verteidigungsminister Guttenberg, beim Wiki "GuttenPlag" sammeln Kritiker Fundstellen. Beide Seiten sind sehr erfolgreich. "GuttenPlag" will heute Abend einen Zwischenbericht vorlegen. Bislang seien auf 270 Seiten Plagiate gefunden worden.

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Auch Guttenberg ist im Netz aktiv. Seine Unterseite "Verteidigungsminister" wird derzeit allerdings überarbeitet.

(Foto: dpa)

Nachdem im Netz zur Plagiatsaffäre um die Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zunächst vor allem die Kritiker des Verteidigungsministers zu hören waren, melden sich nun auch die Unterstützer des CSU-Politikers online zu Wort. Im Online-Netzwerk Facebook fand ein Forum mit dem Titel "Gegen die Jagd auf Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg" bis Montagmittag mehr als 130.000 Unterstützer - Tendenz rasch steigend.

Die Facebook-Seite war am Donnerstagabend vom Mainzer Medienunternehmer Tobias Huch ins Leben gerufen worden, der auch Altersverifikationssysteme für Erotik- und Porno-Seiten im Web anbietet. "Ich war verärgert darüber, dass die Plagiats-Vorwürfe gegen zu Guttenberg im Netz eine so große Welle erzeugt haben, obwohl es viel wichtigere Themen gibt, etwa die Nachricht von den in Afghanistan gefallenen Soldaten", sagte der 29-Jährige. "Deshalb habe mich entschlossen, diese Seite einzurichten und ein paar Freunde darauf hinzuweisen."

In dem Forum unterstellen viele Facebook-Nutzer den Guttenberg-Kritikern unlautere Motive: "Erfolg erzeugt Neid! Wo führt uns Deutsche das noch hin? Ich bin stolz, dass es einen Menschen wie KTv.G gibt, der selbst mit kleinen Fehlern Deutschland noch hoffen lässt", schreibt ein Guttenberg-Fan. In dem Forum kommen aber auch umfangreich Gegner des Verteidigungsministers zu Wort: "Unglaublich! Worauf soll man da bitte neidisch sein? Ererbter Adelstitel, erschlichener Dr.-Titel...", lautet die Antwort eines Facebook-Nutzers.

Wiki sammelt Stellen

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Schwarz steht für Seiten, auf denen Plagiate gefunden wurden - viel Raum für eigene Ideen bleibt "GuttenPlag" zufolge nicht.

(Foto: GuttenPlag Wiki)

Die Initiatoren des Internet-Wiki "GuttenPlag" kündigten unterdessen an, am Montagabend einen Zwischenbericht zu den Abschreibe-Vorwürfen online zu stellen. Das Mitmach-Projekt dokumentiert mögliche Plagiate in der Doktorarbeit von zu Guttenberg. Bis Montagmittag hatten die Aktivisten nach eigenen Angaben auf 270 Seiten der Doktorarbeit Plagiate gefunden. Eine Liste mit "herausragenden Fundstellen" findet sich hier.

"Die Überprüfung dieser Textstellen ist sehr aufwendig", sagte der Betreiber. Rund 30 Freiwillige beschäftigten sich inzwischen intensiv mit der Kontrolle. Darunter seien allerdings keine Juristen, betonte der Sprecher, der als Doktorand an einer deutschen Hochschule namentlich nicht genannt werden wollte.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa

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