Iran-Krieg im Liveticker+++ 10:45 Iran: US-Regierung ist für Scheitern der Gespräche verantwortlich +++
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat die USA für das Scheitern der Friedensverhandlungen in Pakistan verantwortlich gemacht. "Die Vorgehensweise der USA hat dazu geführt, dass die letzte Verhandlungsrunde trotz einiger Fortschritte ihre Ziele aufgrund überzogener Forderungen nicht erreicht hat", sagte Araghtschi nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens nach seiner Ankunft in Sankt Petersburg. In der zweitgrößten russischen Stadt sollte der iranische Außenminister von Kreml-Chef Wladimir Putin empfangen werden. Mit Blick auf die Blockade der Straße von Hormus sagte Araghtschi, die sichere Durchfahrt durch die Meerenge sei ein "wichtiges globales Thema". Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist die für die weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte wichtige Seestraße durch das iranische Militär de facto gesperrt. Die USA blockieren ihrerseits iranische Häfen und lassen dort keine Schiffe ein- und auslaufen. Pakistan hatte vor rund zwei Wochen bereits Gespräche zwischen Vertretern Irans und der USA in Islamabad ausgerichtet, die jedoch ohne Ergebnis blieben. Araghtschi führte am Samstag und am Sonntag Gespräche mit Regierungsvertretern in Pakistan. US-Präsident Donald Trump hatte eine Reise seiner Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner zu möglichen neuen Verhandlungen in Islamabad am Samstag kurzfristig abgesagt.
+++ 09:50 "Iran schlägt eine Art gestaffelten Ansatz vor" - Milliardenschäden in Golfregion? +++
Iran und die USA kommen diplomatisch kaum voran - auch ein Treffen am Wochenende scheitert. Während Teheran nun einen gestaffelten Lösungsansatz ins Spiel bringt, werden neue Details zu der Lage im Golf bekannt: "Der Iran soll Schäden in Milliardenhöhe verursacht haben", berichtet ntv-Reporterin Kavita Sharma.
+++ 08:50 Experte: Iraner verhandeln mit Bewusstsein, "dass das ihr letzter Tag sein könnte" +++
Nach Einschätzung von Nahost-Experte Daniel Gerlach können Teile des iranischen Regimes gut mit einer Fortsetzung des Konfliktes mit den USA über mehrere Jahre leben. Mit Blick auf die Friedensverhandlungen sagte Gerlach in der ARD: "Wir denken, dass ein solcher Prozess jetzt bald zu einem Ergebnis führen muss. Da muss jetzt eine Lösung kommen. Für das iranische Regime ist das nicht so. Ich glaube, innerhalb des iranischen Regimes gibt es Kräfte, die sehr gut damit leben können, sich darauf einstellen können, dass das so ein halb politischer, halb militärischer Konflikt wird, der sich vielleicht die nächsten zwei oder drei Jahre noch fortsetzt." Außerdem verwies Gerlach auf die unterschiedliche Ausgangslage der Verhandler: "Wir dürfen nicht vergessen, dass die Iraner - und zwar alle Personen, die da involviert sind - mit dem Bewusstsein verhandeln oder auch nicht verhandeln, dass das ihr letzter Tag sein könnte. Denn nur weil die Amerikaner oder die Israelis gerade aufgehört haben zu bombardieren und Personen des iranischen Regimes umzubringen, heißt es nicht, dass das nicht wieder anfangen kann." Das sei eine Asymmetrie, da die amerikanischen Verhandler nicht in der Gewissheit lebten, "dass sie morgen umgebracht werden können, wenn das Verhandlungsergebnis nicht zum gewünschten Erfolg führt".
+++ 08:10 Mögliche Kriegsverbrechen: Satellitenbilder zeigen Zerstörung von Dörfern im Südlibanon +++
Israels Armee zerstört im Südlibanon wichtige Straßen und Brücken, aber auch Wohnhäuser. Neue Satellitenaufnahmen zeigen das Ausmaß der Zerstörung in zwei Ortschaften nahe der israelischen Grenze. Israel will mit dem äußerst umstrittenen Vorhaben, alle Häuser in grenznahen Dörfern zu zerstören, eigenen Angaben zufolge verhindern, dass sich dort weiterhin Hisbollah-Kämpfer verstecken und Angriffe auf Israel ausführen können. Israel spricht von einer "Sicherheitszone", die Nordisrael vor Hisbollah-Angriffen schützen soll. Dieses etwa zehn Kilometer breite Gebiet soll nach Worten von Premier Benjamin Netanjahu vom Mittelmeer bis zur syrischen Grenze reichen. Kritiker sprechen von einer illegalen Besatzung und möglichen Kriegsverbrechen.
+++ 07:10 Bei Evakuierung von Soldaten: Hisbollah greift israelischen Militärhubschrauber mit Drohne an +++
Einem Bericht zufolge hat die Hisbollah-Miliz israelische Truppen bei der Evakuierung nach einer Operation im Süden des Libanon angegriffen. Auf einem von Al Jazeera verbreiteten Video ist zu sehen, wie mutmaßlich eine Drohne nur wenige Meter neben einem Helikopter des Militärs einschlägt und die Soldaten auseinanderstieben. Der Helikopter hebt daraufhin sofort ab. Laut Bericht hat Israel neue Evakuierungsanordnungen für Gebiete im Südlibanon erlassen und die Bewohner von sieben Ortschaften aufgefordert, diese zu verlassen. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete am Sonntag 14 Tote bei israelischen Angriffen. Es handelte sich um die meisten Todesopfer an einem Tag seit dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon am 17. April. Die Feuerpause war am vergangenen Donnerstag um drei Wochen verlängert worden. Unter den Toten waren nach Angaben aus Beirut zwei Kinder und zwei Frauen. Zudem seien 37 weitere Menschen verletzt worden. Damit stieg die Zahl der Todesopfer bei israelischen Angriffen im Libanon seit Beginn der Waffenruhe auf mindestens 36.
+++ 06:42 Irans Außenminister zu Gesprächen mit Putin in Russland eingetroffen +++
Der iranische Außenminister Abbas Aragtschi ist iranischen Medienberichten zufolge in Russland eingetroffen. Dort wird er Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin führen.
+++ 06:12 Karliczek: Energiekrise macht Fernreisen zum Risiko +++
Die Vorsitzende des Tourismusausschusses im Bundestag, Anja Karliczek, hat wegen der Energiekrise vor unkalkulierbaren Risiken bei Fernreisen gewarnt. Stand heute sei die Versorgung mit Kerosin in Deutschland für gebuchte Flugreisen zwar gesichert, dies sehe in anderen Regionen der Welt jedoch anders aus. Es bestehe durchaus ein Risiko für Urlauber, nicht zum Ziel oder wieder nach Hause zu kommen, sagt die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post". Niemand wisse zudem, wie sich die Lage speziell für Reisen nach Asien und in den Nahen Osten entwickeln werde.
+++ 05:42 Ölpreise steigen erneut wegen stockender Friedensgespräche +++
Die Ölpreise haben am Morgen wegen stockender Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran erneut deutlich angezogen. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um gut zwei Prozent auf 107,49 Dollar pro Barrel. Der Preis für die US-Sorte WTI stieg um knapp zwei Prozent auf 96,17 Dollar. Die Hoffnungen auf erneute Friedensbemühungen hatten am Wochenende einen Dämpfer erhalten: US-Präsident Donald Trump sagte eine geplante Reise seiner Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Islamabad ab, obwohl der iranische Außenminister Abbas Aragtschi bereits in Pakistan eingetroffen war.
+++ 04:52 Zähe Verhandlungen: Iraner sorgen sich um Zukunft +++
Die ins Stocken geratenen Verhandlungsbemühungen zwischen Washington und Teheran um ein Kriegsende bereiten den Menschen im Iran zunehmend Sorgen. "Die Lage hier ist wirklich sehr, sehr kritisch", sagt ein Bewohner Teherans mit Blick auf die Zukunft. "Entweder gibt es wieder Krieg, oder es gibt keinen Krieg und das Regime bleibt. Oder am allerschlimmsten: Krieg und Regime bleiben trotz allem." Der Mann will aus Furcht vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen der Sicherheitsbehörden der Islamischen Republik nicht namentlich genannt werden.
+++ 03:47 Medien: Iran macht USA Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus +++
Der Iran hat den USA einem Medienbericht zufolge offenbar einen neuen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus und zur Beendigung des Krieges gemacht. Der Plan sei bereits über pakistanische Vermittler übermittelt worden, berichtet das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter und zwei weitere Insider. Demnach solle zunächst die Seeblockade aufgehoben werden. Verhandlungen über das iranische Atomprogramm würden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
+++ 02:59 Iran-Schock: Auch Umweltminister Schneider schließt Haushaltsnotlage nicht aus +++
Bundesumweltminister Carsten Schneider schließt wegen der aktuellen Iran-Krise und ihrer Folgen für Verbraucher und Wirtschaft eine Haushaltsnotlage nicht aus. "Wir müssen auf Sicht fahren, das geht in so einer Krisensituation gar nicht anders", sagt der SPD-Politiker in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" auf die Frage, inwieweit das Ausrufen einer solchen Notlage überhaupt vermittelbar wäre. Deswegen könne er nichts ausschließen. "Aber wir zielen nicht darauf ab." Zuvor hatte bereits SPD-Fraktionschef Matthias Miersch das Aussetzen der Schuldenbremse ins Spiel gebracht. Schneider bezeichnet die Iran-Krise als Schock für das Wirtschaftswachstum.
+++ 01:55 Iran: Gespräche im Oman auch über sicheren Transit in Straße von Hormus +++
Bei den Gesprächen im Oman geht es nach Angaben des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi auch um die Sicherheit in der Straße von Hormus. Es werde über Wege beraten, einen sicheren Transit durch die wichtige Meerenge zu gewährleisten, teilt der Minister auf der Plattform X mit.
+++ 00:24 Libanon meldet 14 Tote bei israelischen Angriffen +++
Bei israelischen Angriffen im Libanon werden nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums 14 Menschen getötet und 37 verletzt. Unter den Todesopfern seien zwei Kinder. Israelischen Angaben zufolge kommt zudem ein Soldat der eigenen Streitkräfte ums Leben. Ein Sprecher des israelischen Militärs erklärt auf der Plattform X, die radikal-islamische Hisbollah-Miliz verletze die geltende Waffenruhe. Israel werde dagegen vorgehen. Das Militär fordert die Bewohner von sieben Ortschaften nördlich des Litani-Flusses auf, sich nach Norden und Westen in Sicherheit zu bringen. Die Orte liegen außerhalb der von israelischen Truppen besetzten Pufferzone im Südlibanon.
+++ 23:11 Irans Präsidialamt rechtfertigt Internetsperren +++
Im Iran sieht sich das Präsidialamt nach massiver Kritik an den Internetsperren im Land zu einer Rechtfertigung der Maßnahmen gezwungen. "Auch der Präsident (Massud Peseschkian) ist strikt gegen eine eingeschränkte Internetnutzung für die Bevölkerung", behauptet die Pressestelle des Präsidialamts auf der Plattform X. Das Projekt "Pro Internet" - so werden die Einschränkungen in der Islamischen Republik genannt - sei nicht dauerhaft, sondern lediglich eine vom Sicherheitsrat verhängte vorübergehende Maßnahme in der aktuellen Kriegssituation, heißt es weiter. Nach Ende der Konflikte werde der reguläre Zugang für alle Bürger wiederhergestellt.
+++ 22:01 Iran: Rekonstruieren nicht detonierte US-Raketen und Bunkerbrecher-Bomben +++
Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran könnte Teherans militärisches Know-How vorantreiben. Der staatliche iranische Fernsehsender Press TV berichtet über "nicht detonierte US-Raketen und Tausende von Submunitionen", die vom Korps der Islamischen Revolutionsgarden gefunden wurden. Man habe mehr als 15 schwere amerikanische Raketen unschädlich gemacht und an Forschungseinheiten übergeben. Dort könnten sie analysiert und rekonstruiert werden. Man habe auch eine GBU-57-Bunkerbrecher-Bombe gefunden.
+++ 21:20 Neue Gaza-Hilfsflotte von Sizilien aus in See gestochen +++
Dutzende Schiffe der "Global Sumud Flotilla" mit Aktivisten aus zahlreichen Ländern an Bord sind von Sizilien aus Richtung Gazastreifen in See gestochen. Nach einer wetterbedingten Verzögerung seien nun 56 Schiffe von einem Hafen bei Syrakus aufgebrochen, teilt die Organisation mit. Sie sprach von der größten Flottille, die jemals versucht habe, den Gazastreifen zu erreichen. Die propalästinensischen Aktivisten wollen erneut versuchen, die seit 2007 bestehende israelische Seeblockade des Gazastreifens, die auch von Ägypten mitgetragen wird, zu durchbrechen und Hilfsgüter in die Konfliktregion zu bringen. Erklärtes Ziel der "Global Sumud Flotilla" ist es außerdem, die Einrichtung eines dauerhaften humanitären Korridors voranzubringen.
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