Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 17:15 Militärexperte Thiele zur Isolation der Krim: "Krieg jetzt deutlich erfahrbar für russische Bevölkerung"
Sieben Millionen Touristinnen und Touristen erwartete man auf der annektierten Krim, die ein beliebter Urlaubsort der Russen ist. Aufgrund der ukrainischen Angriffe ist damit in diesem Sommer Schluss. Militärexperte Ralph Thiele sieht darin eine Zäsur, denn der Krieg wird für die Russen deutlich erfahrbar.
+++ 16:14 Zwei georgische Freiwillige im Kampfeinsatz für die Ukraine getötet +++
Zwei weitere georgische Freiwillige sind im Kampf zur Verteidigung der Ukraine gegen Russland gefallen. Das meldet "Ukrainska Pravda" unter Berufung auf "Sova", ein unabhängiges russischsprachiges Online-Medium. Demnach sollen in den kommenden Tagen Gedenkfeiern für die gefallenen Georgier stattfinden.
+++ 15:39 Sieben weitere ukrainische Zivilisten aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt +++
Sieben weitere ukrainische Zivilisten sind nach jahrelanger Gefangenschaft in Russland nach Hause zurückgekehrt. Das gibt Dmytro Lubinez, der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte, auf Facebook bekannt. Die Freilassung sei das Ergebnis der Zusammenarbeit mit seiner russischen Amtskollegin Jana Lantratowa, sagte Lubinez. Die ukrainischen Männer sind den Angaben nach zwischen 35 und 66 Jahre alt und waren von russischen Streitkräften während der Besetzung von Mariupol sowie in den Gebieten Kiew (Bezirk Butscha), Charkiw, Saporischschja und Luhansk festgenommen und verschleppt worden. "Ein Ukrainer wurde von den Russen aus seinem eigenen Zuhause verschleppt, nur weil seine Söhne in den ukrainischen Streitkräften dienen. Ein anderer Ukrainer wurde auf dem Weg zur Arbeit entführt, wohin er sich am Tag des russischen Einmarsches begeben hatte", schreibt Lubinez dazu. Bereits gestern hatte die Ukraine im Zuge des jüngsten Gefangenenaustauschs mit Russland 160 ukrainische Staatsbürger aus russischer Gefangenschaft zurückgeholt.
+++ 14:56 Fünf Tote und dutzende Verletzte bei russischen und ukrainischen Luftangriffen +++
Bei neuen gegenseitigen Luftangriffen Russlands und der Ukraine sind nach Angaben beider Seiten mindestens fünf Menschen getötet und dutzende Menschen verletzt worden. Die ukrainischen Behörden melden zwei Tote durch russische Angriffe in der Region Sumy im Norden des Landes und im Osten in der Region Dnipropetrowsk. Bei ukrainischen Angriffen auf Ziele in Russland und den russisch kontrollierten Teil der ukrainischen Region Donezk gab es nach Behördenangaben drei Tote.
+++ 14:23 Ukraine meldet Drohnenangriff auf wichtige russische Ölpumpstation +++
Der ukrainische Geheimdienst SBU hat nach eigenen Angaben mit Drohnen eine für die Treibstoffversorgung Moskaus wichtige Ölpumpstation in der Region Wladimir angegriffen. Getroffen worden sei ein technisches Gebäude der Anlage Wtorowo. Nach Angaben des SBU war es bereits der zweite erfolgreiche Angriff auf die Station innerhalb eines Monats. Eine Bestätigung russischer Behörden liegt bislang nicht vor.
+++ 13:49 Russland erwägt nun auch Exportverbot für Diesel +++
Die Bevölkerung in Russland bekommt den Krieg in der Ukraine immer deutlicher zu spüren. Die jüngsten Angriffe auf Energieanlagen verteuern Energie drastisch, neben dem Exportverbot für Benzin und Flugbenzin könnte nun auch Diesel folgen.
+++ 13:20 Ukrainischer MiG-29-Kampfjet bei Kampfeinsatz abgestürzt +++
Ein ukrainischer MiG-29-Kampfjet ist in der Nacht während eines Kampfeinsatzes im Gebiet Poltawa abgestürzt. Das berichtet der "Kyiv Independent" unter Berufung auf die ukrainische Luftwaffe. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten und wurde von einem Such- und Rettungsteam geborgen. Die Ursache des Absturzes wird untersucht.
+++ 12:38 Ukraine: Luftwaffe wehrt 113 russische Drohnen ab +++
Die ukrainische Luftabwehr hat in der vergangenen Nacht nach eigenen Angaben 113 russische Drohnen abgewehrt. Insgesamt habe Russland 129 Kampfdrohnen des Typs Shahed gestartet. 13 Ziele an sieben Standorten wurden demnach getroffen. Trümmerteile abgefangener Drohnen fielen an drei weiteren Orten nieder.
+++ 11:36 Elf Verletzte nach russischem Drohnenangriff auf Sumy +++
Bei einem russischen Drohnenangriff auf die nordostukrainische Stadt Sumy werden am Morgen elf Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. Das berichtet die "Kyiv Post" unter Berufung auf die ukrainische Nationalpolizei und den Leiter der Militärverwaltung der Region, Oleh Hryhorow. Demnach griffen russische Streitkräfte gezielt ein Wohngebiet mit einer modifizierten strahlgetriebenen Drohne an. Rettungskräfte und Einsatzteams seien in den betroffenen Stadtteilen im Einsatz.
+++ 10:42 Selenskyj: Haben Rüstungswerk mit eigenen Flamingo-Raketen getroffen +++
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj das Rüstungswerk in der russischen Region Wolgograd mit selbst produzierten "Flamingo"-Raketen getroffen. Das schreibt Selenskyj auf Telegram. Der nächtliche Angriff habe ein Feuer auf dem Gelände der Fabrik Titan-Barrikady ausgelöst, in der unter anderem Artilleriesysteme und Bauteile für Raketenwerfer hergestellt werden.
+++ 09:57 Bericht: Russland stationiert Flugabwehrsysteme nahe Kreml +++
Russland hat laut Recherchen von "Radio Free Europe/Radio Liberty" eine neue Stellung für das Flugabwehrsystem S-400 in unmittelbarer Nähe des Kremls errichtet. Die Position soll weniger als zehn Kilometer vom Machtzentrum entfernt auf dem Gelände der Innopraktika-Stiftung liegen, die von Putins Tochter Katerina Tichonowa geleitet wird. Satellitenbilder sollen dort eine Betonplattform und stationierte S-400-Systeme zeigen. Die neue Anlage ist dem Bericht zufolge mindestens die fünfte ihrer Art in einem entstehenden Luftverteidigungsring um Moskau und gilt als bislang kremlnächste bekannte S-400-Stellung.
+++ 09:04 Ukraine zieht Festung fernab der heißen Front hoch +++
Die Ukraine verzeichnet zuletzt bemerkenswerte Erfolge im Kampf gegen die russische Invasion. Doch fernab der heißen Front fürchtet Kiew eine weitere Gefahr: Angriffe aus Belarus. Entlang der Nordgrenze der Ukraine ist mittlerweile eine kilometerlange, regelrechte Festung entstanden.
+++ 08:18 Sechs Verletzte bei russischem Angriff auf Saporischschja +++
Russische Streitkräfte haben die ukrainische Stadt Saporischschja am Morgen mit gelenkten Fliegerbomben angegriffen. Das berichtet die "Kyiv Post" unter Berufung auf den Militärgouverneur Iwan Fedorow. Demnach trafen drei Lenkbomben die Stadt, wobei ein Hochhaus sowie weitere Wohn- und Nichtwohngebäude beschädigt wurden. Sechs Menschen seien verletzt worden, darunter ein 13-jähriges Kind.
+++ 07:37 Gouverneur bestätigt ukrainischen Angriff auf Wolgograd +++
Nach Medienberichten bestätigt Gouverneur Andrej Botscharow den nächtlichen ukrainischen Angriff auf die russische Millionenstadt Wolgograd. Auf Telegram erklärt er, mindestens zehn Menschen seien verletzt und die Produktionsanlagen eines Betriebs beschädigt worden. Weitere Angaben zu dem Unternehmen machte er nicht. Zum Einsatz kamen seinen Worten nach "Flugobjekte mit Hochgeschwindigkeit" - damit dürften Marschflugkörper gemeint sein. Unbestätigten russischen und ukrainischen Medienberichten zufolge wurde die Rüstungsfabrik Titan-Barrikady getroffen.
+++ 06:46 Polens Außenminister kritisiert Entzug von Selenskyjs Orden +++
Polens Außenminister Radoslaw Sikorski hält den Entzug des Ordens vom Weißen Adler für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für eine unangemessene Reaktion auf den jüngsten Streit zwischen Warschau und Kiew. Das berichtet der "Kyiv Independent". Die Entscheidung habe Selenskyj persönlich gedemütigt und erschwere den Dialog mit dem Präsidenten eines Landes im Krieg, sagte Sikorski. Auslöser des Konflikts war die Benennung einer ukrainischen Militäreinheit nach Kämpfern der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA), deren Rolle im Zweiten Weltkrieg in Polen bis heute umstritten ist.
+++ 06:02 Hofreiter kritisiert EU-Pläne für wehrfähige Ukrainer +++
Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter hält die Pläne der EU-Kommission für falsch, wehrfähigen Ukrainern künftig nicht mehr automatisch vorübergehenden Schutz zu gewähren. "Ich stehe zum Recht auf Kriegsdienstverweigerung", sagt der Vorsitzende des Europaausschusses dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Niemand sollte gezwungen werden, zur Waffe zu greifen, wenn dies mit dem Gewissen nicht vereinbar sei. Nach den Plänen der EU-Kommission müssten wehrpflichtige ukrainische Männer, die neu in die EU einreisen, künftig Asyl beantragen, statt automatisch Schutz zu erhalten.
+++ 05:08 Berichte: Ukrainische Flamingos sollen Rüstungsfabrik in Wolgograd getroffen haben +++
In der russischen Stadt Wolgograd soll es Raketeneinschläge gegeben haben. Das berichten unter anderem die Telegram-Kanäle Astra und Exilenova+. Online kursierende Videos zeigen Explosionen und dichte Rauchwolken, die mutmaßlich über einem Industriekomplex aufsteigen. Den Berichten zufolge soll es sich um einen Angriff mit Flamingo-Marschflugkörpern gehandelt haben. Mindestens zwei seien in das Titan-Barrikady-Werk eingeschagen, einem wichtigen Produktionsort der russischen Rüstungsindustrie. Unter anderem werden dort Startrampen für die ballistischen Iskander-Raketen gebaut.
+++ 04:29 Angriff auf Kleinbus: Zwei Tote in Nikopol +++
Russische Drohnenangriffe töten in der Nacht zwei weitere Menschen. In der Stadt Nikopol wurden beim Angriff auf einen Kleinbus zwei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt, teilt der Gouverneur von Dnipropetrowsk mit. Zudem wurden in der südöstlichen Region Saporischschja zwei Menschen bei russischen Angriffen verletzt.
+++ 02:44 Ukrainische Energiebranche sorgt für Winter vor +++
Die ukrainische Energiewirtschaft bereitet sich nach Angaben des großen privaten Stromversorgers DTEK intensiv auf einen weiteren Kriegswinter vor. "Wir haben im vergangenen Winter unsere Lektion gelernt, die Energiefirmen, die Regierung, alle Beteiligten", sagt DTEK-Vorstandschef Maksym Timtschenko bei der Wiederaufbau-Konferenz für die Ukraine (URC) in Danzig. In den außergewöhnlich kalten Wintermonaten Anfang dieses Jahres hatten russische Luftangriffe die ukrainischen Energienetze schwer beschädigt. In Kiew gab es für Hunderttausende Menschen über Wochen keine Heizung und kaum Strom. "Derzeit haben wir mit den Sanierungsarbeiten begonnen und unser Ziel ist es, noch vor dem Winter über ausreichende Kapazitäten zu verfügen", sagt der Firmenchef. Voraussetzung sei, dass die Anlagen nicht erneut durch Luftangriffe beschädigt würden. Sie seien aber mittlerweile besser geschützt.
+++ 00:45 Drohne tötet 66-Jährigen in Sumy +++
In der Region Sumy ist am Abend ein Zivilist bei einem Drohnenangriff getötet worden. Das teilt der Leiter der Militäradministration, Oleg Grigorov mit. Die russische Drohne habe ein Privathaus angegriffen und den 66-jährigen Besitzer getötet.
+++ 23:11 Zwei Personen wegen Spionage für Russland verurteilt +++
In Lettland werden ein Mann und eine Frau wegen Spionage für Russland zu Haftstrafen verurteilt. Beide werden von einem Gericht in Riga des Sammelns und der Weitergabe von vertraulichen Informationen für schuldig befunden. Dafür muss der Mann dem noch nicht rechtskräftigen Urteil zufolge für sechs Jahre ins Gefängnis, die Frau erhält eine Strafe von fünf Jahren. Dies meldet die lettische Nachrichtenagentur Leta. Der bereits in einem anderen Fall wegen Spionage verurteilte Mann wurde beschuldigt, einen Mithäftling aufgefordert zu haben, die Namen anderer Personen herauszufinden, die der Spionage verdächtigt werden. Später soll er persönliche Daten zu drei Menschen erhalten haben, die die mitangeklagte Frau dann während einer Reise nach Russland weitergegeben haben soll.
+++ 22:06 Selenskyj: "Putins Freunde haben von uns gehört, dass ein Treffen möglich ist" +++
Um einem Kriegsende näher zu kommen, unterbreitet die Ukraine nach den Worten von Präsident Selenskyj Vorschläge zu einem möglichen Treffen. In seiner abendlichen Videobotschaft sagt er: "Die Ukraine hat ihren Schlüsselpartnern Vorschläge übermittelt, und auch Putins Freunde haben von uns gehört, dass ein Treffen möglich ist und dass eine Beendigung dieses Krieges möglich ist. Russland muss nun diesen Schritt in Richtung Frieden gehen."
+++ 21:39 Gebäude auf Gelände von Putin-Residenz soll abgerissen worden sein +++
Auf dem Gelände der Residenz von Kremlchef Wladimir Putin in Waldai soll ein Gebäude abgerissen worden sein. Darüber berichten Open-Source-Analysten der ukrainischen Gruppe Cyber Boroshno in sozialen Medien und verweisen auf Satellitenaufnahmen. Der Grund für die Maßnahme sei unbekannt. Die Gruppe spekuliert, der Schritt könnte erfolgt sein, um einen möglichen ukrainischen Drohnentreffer zu vermeiden. Im April berichtete Radio Svoboda - der russische Dienst des US-Auslandsrundfunks Radio Free Europe/Radio Liberty - über Bauarbeiten um das Gelände. Seit März seien weitere Türme für Flugabwehrsysteme errichtet worden, hieß es unter Verweis auf Satellitenbilder.
+++ 20:53 Vertrauen der Russen in Putin gesunken +++
In der russischen Bevölkerung ist das Vertrauen in Präsident Wladimir Putin einer Umfrage zufolge gesunken. 69 Prozent der Befragten sprachen Putin ihr Vertrauen aus, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldet. Demnach wurden für die Umfrage der Public Opinion Foundation (FOM) zwischen dem 19. und 21. Juni 1500 Russen befragt. Die unabhängigen russischen Online-Medien Meduza und The Bell ergänzen, dass der Wert im Vergleich zur Vorwoche um fünf Prozentpunkte gesunken und auf dem niedrigsten Stand seit Kriegsbeginn sei.
+++ 20:24 Russland bestraft Online-Einloggen über ausländische Dienste +++
In Russland schränkt der Staat die freie Nutzung des Internets mit Strafen noch ein weiter: Ein von Kremlchef Wladimir Putin unterzeichnetes Gesetz sieht Geldstrafen für russische Webseitenbetreiber vor, die ihren Nutzern die Anmeldung über ausländische Dienste ermöglichen, wie die "Moscow Times" berichtet. So sei zum Beispiel die Anmeldung über ausländische E-Mail-Adressen wie Gmail ober über Dienste wie Apple-IDs und Google-IDs verboten, heißt es in dem Bericht. Der Zugriff müsse über eine russische Telefonnummer, einen russischen Online-Dienst oder über ein Biometrisches-System erfolgen. Die Geldbußen für Einzelpersonen und Organisationen reichen demnach von umgerechnet etwa 110 Euro bis zu mehr als 15.000 Euro bei wiederholten Verstößen. Die Initiative ziele darauf ab, die Abhängigkeit des Internets in Russland von Entscheidungen aus "unfreundlichen Ländern" weiter zu verringern, sagt einer der Mitverfasser des Gesetzes zur Begründung.
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