Politik

Nervosität vor SiegesparadeMoskau kappt wieder das mobile Internet

05.05.2026, 12:30 Uhr
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Zum Fotografieren, Schminken und Telefonieren sind die Handys auch in Moskau noch geeignet. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Die Spannung wächst in Russland kurz vor dem Tag des Sieges über Nazi-Deutschland. Und die Angst. Besonders die Moskauer trifft das hart, sie müssen auf einige Annehmlichkeiten des modernen Lebens verzichten.

Russland hat vor der jährlichen Militärparade zu den Feiern des Sieges über Nazi-Deutschland am 9. Mai in Moskau den Zugang zum mobilen Internet für viele Nutzer gekappt. Die Einschränkungen dienten der Sicherheit angesichts eines erhöhten Risikos ukrainischer Drohnenangriffe, teilt der Kreml mit.

In verschiedenen Stellen der Hauptstadt funktionierte bereits jetzt das mobile Internet nicht. Telefongespräche waren demnach jedoch weiterhin möglich. Russische Mobilfunkbetreiber, die Großbank Sberbank sowie die Taxi-Sparte des Internetkonzerns Yandex hatten zuvor angekündigt, dass es zu Interneteinschränkungen und Störungen bei der Nutzung ihrer Dienste kommen könnte.

Die Parade zum Gedenken an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg wurde in diesem Jahr wegen der Bedrohungslage bereits verkleinert. Seit der Invasion in der Ukraine vor vier Jahren hat Russland die Kontrolle über das Internet bereits massiv verschärft.

In den vergangenen Wochen gab es immer massivere Internetblockaden, was zuletzt selbst in regierungstreuen Kreisen für Kritik gesorgt hatte. Viele Webseiten, Dienste und Messenger wie Whatsapp und Telegram sind blockiert und können nur über einen VPN-Dienst, der den Standort verschleiert, aufgerufen werden. Doch auch dagegen geht Russland zunehmend vor. Immer häufiger wird das mobile Internet regional ganz abgeschaltet.

Im April hatte Kremlchef Wladimir Putin die zunehmenden Internetblockaden in Russland mit der Verhinderung von Terrorismus erklärt. Es gebe Probleme und Störungen des Internets in den großen Städten, sagte er laut Kreml bei einer Beratung mit der Regierung. Es gehe dann um operative Maßnahmen zur Verhinderung von Terroranschlägen. "Die Sicherheit von Menschen wird immer Priorität haben."

Quelle: ntv.de, ghö/rts/dpa

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