Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 06:11 BND-Analyse: Moskaus Militärausgaben höher als dargestellt +++
Die militärischen Ausgaben Russlands waren in den vergangenen Jahren nach einer Analyse des Bundesnachrichtendienstes (BND) bis zu 66 Prozent höher als im offiziellen Verteidigungshaushalt dargestellt. So seien etwa Bauvorhaben des Verteidigungsministeriums, IT-Projekte des Militärs oder Sozialleistungen für Angehörige der Streitkräfte nicht im Verteidigungs-, sondern in anderen Teilen des Etats aufgeführt worden, stellt der deutsche Auslandsgeheimdienst in einer seit Längerem laufenden Analyse fest. Dies liegt nach BND-Angaben etwa daran, dass die russische Auslegung von Verteidigungsausgaben stark von der Definition der Nato abweicht. Zudem würden Informationen zu Verteidigungsausgaben von offiziellen russischen Stellen oft verzerrt dargestellt und bedürften weiterer Einordnung.
+++ 05:41 Trotz neuer Angriffe: Ukrainer und Russen verhandeln in Abu Dhabi +++
Trotz schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine sollen Unterhändler aus Kiew und Moskau heute wieder in Abu Dhabi Möglichkeiten für ein Kriegsende ausloten. Beide Seiten, wie auch die USA als Vermittler, haben ein zweites Treffen in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate bestätigt. Vorab wirft die ukrainische Regierung der russischen Seite vor, gegen eine von den USA vermittelte Teilwaffenruhe zu verstoßen und damit einen neuen Verhandlungsansatz nötig gemacht zu haben. US-Präsident Donald Trump mag hingegen keinen Wortbruch des Kremls erkennen.
+++ 04:46 Ischinger verspricht "Sicherheitskonferenz der Superlative" +++
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz rechnet in diesem Jahr mit einer Rekordbeteiligung von Staats- und Regierungschefs. "Das ist in allen Belangen eine Sicherheitskonferenz der Superlative", sagt Wolfgang Ischinger vor dem weltweit wichtigsten Expertentreffen zur Sicherheitspolitik, das vom 13. bis 15. Februar in der bayerischen Hauptstadt stattfindet. "Es kommen mehr Staats- und Regierungschefs als jemals zuvor, es kommen mehr US-Kongressmitglieder als je zuvor und auch mehr Außenminister." Der Andrang stelle "alles bisher Dagewesene in den Schatten".
+++ 03:50 Trump ruft Putin zu Beendigung des Krieges in der Ukraine auf +++
Nach der Wiederaufnahme der russischen Angriffe auf die Ukraine hat US-Präsident Donald Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Beendigung des Krieges aufgerufen. "Ich will, dass er den Krieg beendet", sagt Trump vor Journalisten im Weißen Haus. Auf die Frage, ob er enttäuscht sei, dass Putin die einwöchige Feuerpause nicht verlängert habe, antwortet Trump: "Ich würde mir das von ihm wünschen." Zugleich äußert sich der US-Präsident anerkennend über Putin. Der Kreml-Chef habe "sein Wort gehalten", indem er die Angriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte für den vereinbarten Zeitraum ausgesetzt habe. Eine Woche sei "viel", sagt Trump und fügt hinzu: "Wir nehmen alles, denn es ist dort wirklich sehr, sehr kalt."
+++ 02:32 CDU-Außenpolitiker Hardt: Kreml hat kein Interesse an Frieden +++
Vor den geplanten Gesprächen zwischen ukrainischen und russischen Unterhändlern in Abu Dhabi warnt der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt vor zu großen Erwartungen. "Die Erfahrung lehrt, dass hohe Erwartungen an Friedensverhandlungen mit Putin unangebracht sind. Russland zeigt durch seine bewussten Angriffe auf Kiews Energieinfrastruktur, dass der Kreml kein Interesse an Frieden hat, sondern den kalten Winter nutzt, um die Moral des ukrainischen Volkes zu untergraben", sagt der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Zweck der Verhandlungen sei für Russlands Präsidenten Wladimir Putin ein Zeit- und Punktgewinn, sein Ziel bleibe die Unterwerfung der Ukraine und die Schwächung des freien Europas.
+++ 01:26 Sieben Verletzte bei Angriff auf Wohnhaus in Charkiw +++
Sieben Menschen sind bei einem russischen Angriff auf ein Wohngebäude in Charkiw verletzt worden. Das berichtet Ukrinform mit Verweis auf die Polizei der Region Charkiw. "Laut aktualisierten Informationen suchten sieben Personen medizinische Hilfe. Ein 57-jähriger Mann und eine 84-jährige Frau erlitten Verletzungen. Vier weitere Frauen im Alter zwischen 84 und 90 Jahren sowie ein 28-jähriger Mann erlitten akute Stressreaktionen", so die Strafverfolgungsbehörden.
+++ 00:04 Empörung in Berlin über Moskaus Revanchismus-Vorwürfe +++
Der vom russischen Außenministerium gegen Deutschland erhobene Vorwurf des "Revanchismus" stößt in Berlin parteiübergreifend auf Empörung. "Es ist bizarr, dass ein Vertreter eines imperialistischen Regimes, welches schlimmste Kriegsverbrechen begeht, die Unterstützung europäischer Staaten für die Ukraine bei ihrer Selbstverteidigung mit haltlosen Revanchismusvorwürfen zu diffamieren versucht", sagt der Grünen-Politiker Anton Hofreiter, der im Bundestag den EU-Ausschuss leitet, der "Süddeutschen Zeitung". Ähnlich äußerte sich der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt. "Die russischen Ablenkungsversuche erreichen immer neue Absurditäten", sagt der CDU-Politiker. Deutschland könne "eben wegen seiner Geschichte nicht wegschauen, wenn in Europa gemordet wird". Die Ukrainer hätten während des Zweiten Weltkriegs zu den größten Leidtragenden der NS-Verbrechen gehört. Das russische Außenministerium hatte die deutsche Unterstützung für die Ukraine zuvor als Revanche für frühere Niederlagen bezeichnet.
+++ 22:20 Ukraine soll Stellungen in Kupjansk zurückerobert haben +++
Die ukrainischen Streitkräfte sollen in der umkämpften Stadt Kupjansk in der Region Charkiw ihre Stellungen zurückerobert haben. Das berichtet das ukrainische Open-Source-Kartierungsprojekt DeepState. Zuvor hatten russische Truppen versucht, die Front mit schweren Offensivoperationen an mehreren Achsen zu überwinden. Moskau versucht, Kupjansk von Norden und Osten her einzukreisen, um seine Präsenz auf der Westseite des Flusses Oskil zu festigen.
+++ 21:54 Nato-Chef Rutte: Friedenslösung erfordert harte Entscheidungen +++
Ein Friedensabkommen zur Beendigung des Krieges wird Nato-Generalsekretär Mark Rutte zufolge harte Entscheidungen erfordern. Dies sagt Rutte bei einem Besuch in Kiew vor dem ukrainischen Parlament. 90 Prozent der ukrainischen Flugabwehrraketen stammten aus dem von der Nato ins Lebegerufenenne Beschaffungsprogramm PURL, führt er aus.
+++ 21:25 Selenskyj: Ansatz von Verhandlungsteam wird nach Angriffen angepasst +++
Die Ukraine wird den Ansatz ihres Verhandlungsteams nach den neuen russischen Angriffen auf die Energieversorgung des Landes anpassen. Dies kündigt Präsident Wolodymyr Selenskyj an. Es habe sich bei den Angriffen in der Nacht um einen gezielten Schlag mit einer Rekordzahl an ballistischen Raketen gehandelt. Russland habe den US-Vorschlag für eine Feuerpause missbraucht, um Raketen zu horten und auf die kältesten Tage des Jahres mit Temperaturen unter minus 20 Grad zu warten. In Abu Dhabi soll am Mittwoch die nächste Runde der Friedensgespräche beginnen.
Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen