Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker++++ 12:46 Ukraine: Erste eigene Gleitbombe bereit für Kampfeinsatz +++

18.05.2026, 00:01 Uhr

Das Verteidigungsministerium in Kiew gibt nach eigenen Angaben die erste in der Ukraine entwickelte Gleitbombe für den Kampfeinsatz frei. Laut dem Militärportal Defense Blog erklärt Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow, dass die Waffe alle erforderlichen Tests absolviert habe und eine erste Versuchscharge bereits vom Verteidigungsministerium beschafft worden sei; derzeit würden Piloten mit der neuen Munition Kampfszenarien trainieren. Die Entwicklung dauerte ukrainischen Angaben zufolge 17 Monate, und die Waffe trägt einen 250-Kilogramm-Sprengkopf, der Befestigungen, Kommandoposten und andere Ziele Dutzende von Kilometern jenseits des Abwurfpunkts treffen können soll. "Die ukrainische Gleitbombe zeichnet sich durch ein einzigartiges Design aus, das speziell auf die Gegebenheiten des modernen Krieges abgestimmt ist", schreibt das Verteidigungsministerium auf X. "Bald werden ukrainische Gleitbomben feindliche Ziele treffen." 

+++ 12:14 Neue Dimension bei russischen Luftangriffen +++

Der Luftkrieg in der Ukraine erreicht in diesem Frühling neue Dimensionen: In der laufenden Monatsbilanz übertrifft der russische Beschuss im Mai schon jetzt die Werte aus dem Vorjahr. Trotz der angekündigten Waffenruhe rund um den 9. Mai verzeichnete die ukrainische Luftabwehr seit Monatsanfang bereits 5402 russische Angriffe mit Drohnen, Raketen oder Marschflugkörpern. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es insgesamt 4096 Waffensysteme. Wenn die Intensität der russischen Luftangriffe anhält, dürfte der Mai 2026 selbst das Niveau aus dem Vormonat übertreffen: Zwischen dem 1. und dem 30. April hatte Russland die Ukraine im Rahmen des Luftkriegs mit insgesamt 6724 Waffensystemen angegriffen

+++ 11:45 Ukraine "kann Verhandlungen so nicht herbeischießen" +++

Der Ukraine gelingen zuletzt Schläge nicht nur gegen, sondern auch in Russland, Z-Blogger wüten über erfolgreiche Einschläge in Moskau. Rainer Munz, der in der russischen Hauptstadt lebt und den Krieg für ntv kommentiert, unterstreicht jedoch: Zu Verhandlungen wird sich der Kreml so nicht drängen lassen. 

+++ 11:17 Millionen-Kaution: Ex-Vertrauter Selenskyjs kommt erstmal frei +++

In dem aufsehenerregenden Korruptionsprozess um den ehemaligen Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak, hinterlegt der Beschuldigte die geforderte millionenschwere Kaution und kommt frei. Das oberste ukrainische Antikorruptionsgericht hatte in der vergangenen Woche eine 60-tägige Untersuchungshaft für Jermak angeordnet, sofern er nicht eine Kaution von 140 Millionen Hrywnja (umgerechnet etwa 2,7 Millionen Euro) hinterlegt. Jermak war von 2020 bis 2025 als Leiter des Präsidialamts Selenskyjs wichtigster Berater. Er wird verdächtigt, an einem weitreichenden Netzwerk zur Veruntreuung von Geldern beteiligt gewesen zu sein. Nach der Festsetzung der Kaution durch das Gericht sagte er: "So viel Geld habe ich nicht." Er hoffe aber, dass seine vielen Freunde und Bekannten ihm helfen könnten.

+++ 11:00 Dutzende Tote, Hunderte Verletzte: Selenskyj zieht Bilanz einer Woche des Terrors +++

Allein in der vergangenen Woche werden bei russischen Luftangriffen in der Ukraine 52 Menschen getötet und Hunderte verletzt. Dies berichtet Radio Swoboda unter Berufung auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Demnach wurde die Ukraine in der vergangenen Woche von 74 Raketenangriffen, 3.170 russischen Drohnenangriffen und 1.300 Streubomben getroffen. Dabei wurden nicht nur Dutzende Menschen getötet, sondern auch 346 verletzt, unter ihnen 22 Kinder.

+++ 10:35 Belarus: Militärübung mit russischen Atomwaffen +++

Belarus trainiert nach eigenen Angaben den Einsatz der auf seinem Staatsgebiet stationierten russischen Atomwaffen. Ziel der Übung sei es, den Ausbildungsstand des Personals zu verbessern und die Einsatzbereitschaft der Luftlandetruppen zu testen, teilt das Verteidigungsministerium mit. Das Training richte sich nicht gegen andere Staaten und stelle keine Sicherheitsbedrohung für die Region dar. Geprobt werden solle auch die Organisation von Kampfeinsätzen aus nicht im Voraus geplanten Gebieten, heißt es weiter. Mehr Details sind derzeit nicht bekannt. Kremlchef Wladimir Putin hatte in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass die Regierung in Moskau die Kontrolle über die in Belarus stationierten Atomwaffen behält.

+++ 10:06 Insider: Russische Drohne trifft chinesischen Frachter vor Odessa +++

Eine russische Drohne hat einem Insider zufolge vor der Schwarzmeerküste der Ukraine ein chinesisches Frachtschiff getroffen. Bei dem Angriff auf die unter der Flagge der Marshallinseln fahrende "KSL Deyang" habe es keine Verletzten gegeben, sagt die mit dem Vorfall vertraute Person. Das Schiff sei nicht nennenswert beschädigt worden. Die Besatzung habe das durch den Einschlag ausgelöste Feuer selbst gelöscht. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe der Frachter keine Ladung an Bord gehabt. Er sei auf dem Weg in den ukrainischen Hafen Piwdenne in der Region Odessa gewesen, um dort Eisenerzkonzentrat zu laden.

+++ 09:37 Angriffe auf Moskau - Selenskyj sieht "veränderte Situation" +++

Am Wochenende greift die Ukraine Moskau direkt und massiv an - die Rede ist von den schwersten Attacken seit über einem Jahr. Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht dadurch eine Veränderung der Situation im Krieg. Jetzt schlägt Russland zurück.

+++ 09:08 Ukrainischer Kommandeur nennt "vorrangige militärische Ziele" +++

Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, auch bekannt als "Madyar", betrachtet die immer häufiger werdenden Angriffe tief in russisches Gebiet hinein als Vergeltung für die russische Invasion. Dies schreibt "Kyiv Post". Die Tiefenangriffe der Ukraine, so Madyar und Regierungsvertreter, zielen demnach auf die Rüstungsindustrie und Ölanlagen ab, um Russland die Ressourcen zu entziehen, die es zur Fortsetzung des Krieges benötigt. "Die Finanzierungsquellen für Putins Kriegskosten … sind zu legitimen und vorrangigen militärischen Zielen in jedem Gebiet, in jedem Teil des Territoriums des Besatzungslandes geworden, ganz gleich, ob es sich um den Süden, den Ural oder Sibirien handelt", zitiert das Portal den Kommandeur. Laut Madyar ist die Ausweitung der ukrainischen Angriffe auf russisches Gebiet demnach auf mehrere Faktoren zurückzuführen – mehr Ressourcen, eine strategische Neuausrichtung und die schrittweise Zerschlagung der russischen Luftabwehrsysteme. Seine Streitkräfte hätten ab Dezember 2025 systematisch der Bekämpfung der russischen Luftabwehr Priorität eingeräumt.

+++ 08:37 Immer mehr Opfer nach russischen Angriffen +++

Die Zahl der Opfer nach den nächtlichen Attacken auf die Ukraine steigt. Bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf die Ukraine gibt es laut Behördenangaben in der Nacht ein Todesopfer und mehr als 30 Verletzte. Berichten der zuständigen Regionalgouverneure auf Telegram zufolge wurde im südukrainischen Cherson eine Person getötet, neun weitere Menschen erlitten hier Verletzungen. Die Großstadt Dnipro war demnach Ziel eines Raketenangriffs, bei dem 18 Menschen verletzt wurden. Darunter seien zwei Kinder im Alter von zwei und zehn Jahren, erklärt Regionalgouverneur Oleksandr Hanscha.

+++ 08:07 Ukraine schießt Hunderte Drohnen ab +++

Die ukrainische Flugabwehr hat in der Nacht 507 Drohnen abgeschossen. Das teilt die Luftwaffe des von Russland angegriffenen Landes mit. Insgesamt habe Russland mit 524 unbemannten Flugobjekten sowie 22 Raketen beziehungsweise Marschflugkörpern angegriffen. An 34 Orten wurden Einschläge von 18 Raketen und 16 Angriffsdrohnen verzeichnet, außerdem der Absturz von abgeschossenen Drohnen (Trümmer) an elf Orten.

+++ 07:39 Ukraine: Elf Verletzte bei Angriffen auf Odessa und Dnipro +++

Bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf die Städte Odessa und Dnipro sind nach Behördenangaben in der Nacht elf Menschen verletzt worden, darunter zwei Kinder. In der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer trafen Drohnen unter anderem Wohngebäude, eine Schule und einen Kindergarten, wie der Leiter der lokalen Militärverwaltung, Serhij Lyssak, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilt. Dabei seien ein elfjähriger Junge und ein 59-jähriger Mann verletzt worden. Die südöstliche Großstadt Dnipro sei in einem separaten Angriff mit Raketen beschossen worden, erklärt Regionalgouverneur Oleksandr Hanscha. Neun Menschen hätten Verletzungen erlitten, darunter ein zehnjähriger Junge. Auch Russland meldet neue Drohnenangriffe aus der Ukraine. Diese galten der südlichen Region Rostow, wie Regionalgouverneur Juri Sljussar auf Telegram mitteilt.

+++ 07:09 Mehdorn: Schröder könnte als Vermittler "gut handeln" +++

Der ehemalige Manager Hartmut Mehdorn, unter anderem Chef der Deutschen Bahn und von Air Berlin, traut dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder zu, im Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln. "Ich glaube, Herr Schröder könnte diese Mission als einer der ganz wenigen Politiker in Europa, gut handeln", sagt der 83-Jährige dem Tagesspiegel in seinem ersten Interview seit mehr als acht Jahren. "Es scheint aber, da gibt es keinen, der echten Frieden will. Da sind zu viele Interessen und Deals auf allen Seiten im Spiel." Putins Vorstoß bezeichnete Mehdorn zugleich als "PR-Gag". Mehdorn reagierte damit auf eine Aussage des russischen Staatspräsidenten bei einer Pressekonferenz nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor wenigen Tagen. "Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen", hatte Putin gesagt. Mehdorn, der mehrere Jahre lang im Aufsichtsrat der russischen Staatsbahn saß, war 1999 von Schröder als Bahn-Chef berufen worden, um einen Teil-Börsengang des bundeseigenen Unternehmens vorzubereiten.

+++ 06:14 Etliche Verletzte nach schweren russischen Drohnen- und Raketenangriffen +++

Die Ukraine meldet etliche Verletzte nach schweren russischen Drohnen- und Raketenangriffen. Nach Angaben von Behördenvertretern seien bei Attacken auf die zentralen und südlichen Regionen des Landes mindestens zwölf Menschen verletzt worden, darunter zwei Kinder, berichtet "Kyiv Independent". In der südlichen Hafenstadt Odessa trafen demnach russische Drohnen ein Wohnhaus und verletzten einen 11-jährigen Jungen sowie einen 59-jährigen Mann. Der Angriff auf Odessa beschädigte zudem einen Hörsaal sowie einen Kindergarten. Mindestens neun Menschen, darunter ein Kind, seien in Dnipro verletzt worden.

+++ 05:42 Pistorius empfängt Kollegen aus Österreich, Luxemburg und der Schweiz +++

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius empfängt am heutigen Montag seine Kolleginnen und Kollegen aus den Nachbarländern Österreich, Schweiz und Luxemburg in Berlin. Bei dem Gespräch im Verteidigungsministerium soll es um die Sicherheitslage in Europa und um die weitere Unterstützung der Ukraine gehen.

+++ 03:45 Kiew: Moskau soll Archive für Verbrechen aus der Sowjetzeit öffnen +++

Das Außenministerium der Ukraine hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, die Verbrechen des Sowjetregimes zu verurteilen, und verlangt, dass Russland seine Archive öffnet und Dokumente über Verbrechen des sowjetischen Geheimdienstes NKWD freigibt. Das Ministerium teilt dies in einer Erklärung zum Gedenktag für die Opfer politischer Repressionen mit, wie Ukrinform berichtet. "Wir verneigen uns im Gedenken an die Millionen Menschen, die unter dem Sowjetregime Repressionen, Verfolgung, Folter, Verhaftungen und moralischer wie physischer Zerstörung litten. Der Wald von Bykiwnia, Demianiv Laz, Sucha Balka, Piatykhatky, Rutchenkove Pole, Sandarmokh und andere Orte werden niemals vergessen sein. Diese Wunden werden für immer in unserem nationalen Gedächtnis bleiben. Gleichzeitig erinnert uns jede dieser Narben daran, wofür wir heute kämpfen: das Existenzrecht unseres Volkes und unsere eigene Freiheit, unser Leben und unsere Würde", so das Ministerium. Weiter heißt es, dass die Millionen von Verbrechen des Sowjetregimes nie angemessen verurteilt, untersucht oder bestraft wurden.

+++ 02:45 Ukraines Außenminister verurteilt Angriff auf Atomkraftwerk in den Emiraten +++

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha verurteilt einen mutmaßlich iranischen Drohnenangriff in der Nähe des Atomkraftwerks Barakah in den Vereinigten Arabischen Emiraten und bezeichnet jeden Angriff, der Atomanlagen gefährdet, als "völlig inakzeptabel". In einem Beitrag auf der Social-Media-Plattform X erklärt Sybiha, "der heutige Angriff auf das Gelände des Kernkraftwerks Barakah in den Vereinigten Arabischen Emiraten, bei dem eine Drohne einen Generator traf, ist völlig inakzeptabel. Die Ukraine verurteilt aufs Schärfste jegliche Angriffe, die nukleare Anlagen gefährden". Er merkt an, dass die Ukraine seit mehr als vier Jahren unter Russlands gezielten Angriffen auf die Energieinfrastruktur, einschließlich Kernkraftwerke, leide.

+++ 01:41 Ukraine: Wohngebäude in Odessa bei Drohnenangriff getroffen +++

Bei einem Drohnenangriff auf die südukrainische Region Odessa wurden nach Angaben des dortigen Gouverneurs Wohngebäude getroffen. Informationen über mögliche Opfer und Schäden lägen zunächst nicht vor, teilt Gouverneur Oleh Kiper über den Kurznachrichtendienst Telegram mit.

+++ 00:39 Bericht: Dobrindt plant Milliarden für Zivilschutz +++

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt will die Kapazitäten beim Zivilschutz für den Kriegs- und Anschlagsfall massiv ausbauen. "Wir rüsten auf beim Bevölkerungsschutz und der zivilen Verteidigung", sagt der CSU-Politiker der "Bild"-Zeitung. Dies geschehe "mit klarer Kante gegen hybride Bedrohungen und konsequenter Unterstützung der ehrenamtlichen Kräfte", so der Minister. Militärische und zivile Verteidigung würden stärker vernetzt, um Sicherheit und Resilienz zu erhöhen. Wie das Blatt unter Berufung auf einen Kabinettsentwurf berichtet, geht es um ein Sonderprogramm in Höhe von zehn Milliarden Euro.

+++ 23:17 Angriff bei besetztem AKW Saporischschja gemeldet +++

Eine Fahrzeughalle des von Russland besetzten ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja ist nach russischer Darstellung von ukrainischer Artillerie getroffen worden. Das Gebäude sowie einige darin abgestellte Busse seien dabei beschädigt worden, Verletzte habe es nicht gegeben, teilt die Verwaltung des Kraftwerks mit. Zudem sei eine ukrainische Drohne beim Anflug auf das Kraftwerk von der Flugabwehr zerstört worden. Von ukrainischer Seite gibt es dazu keine Erklärung.

+++ 22:05 Erneuter Vorfall im Baltikum: Abgestürzte Drohne in Litauen entdeckt +++

Nach mehreren Drohnenvorfällen in den baltischen Staaten ist erneut eine unbekannte Drohne auf litauischem Boden entdeckt worden. Nach Angaben des Nationalen Krisenmanagementzentrums wurde in einem Feld im Bezirk Utena ein abgestürztes Flugobjekt gefunden. Dabei soll es sich möglicherweise um eine militärische Drohne handeln. Bislang gebe es keine Anzeichen dafür, dass die Drohne explodiert sei. Die genauen Umstände des Vorfalls werden einem Rundfunkbericht zufolge nun untersucht. Zu Herkunft und Art des Flugkörpers gab es zunächst keine Angaben. Erste Informationen deuteten jedoch darauf hin, dass es sich um eine ukrainische Drohne handelt, sagte der Leiter des Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, litauischen Medienberichten zufolge in Vilnius. Demnach untersuchen Sicherheitskräfte den Fundort der Drohne, deren Absturz den Behörden von Anwohnern gemeldet worden sei. Wann und wie der Flugkörper in den litauischen Luftraum eingeflogen ist und abstürzte, blieb zunächst unklar. Utena liegt im Nordosten des baltischen EU- und Nato-Landes nahe der Grenze zu Lettland und Russlands Verbündeten Belarus. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. In dem wechselseitigen Drohnenkrieg sind die mit elektronischen Mitteln abgewehrten Fluggeräte auch eine Gefahr für die Nachbarländer. Bei ukrainischen Angriffen waren in jüngster Zeit wiederholt fehlgeleitete Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten eingedrungen und teils abgestürzt, mit denen Kiew Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen hatte.

+++ 21:05 Selenskyj sieht veränderte Wahrnehmung des Kriegs: "Langstreckenfähigkeiten verändern Lage erheblich" +++

Die vergrößerte Reichweite der neuesten ukrainischen Waffen ändert nach Meinung von Präsident Wolodymyr Selenskyj die Lage im Krieg erheblich. In seiner abendlichen Videoansprache hob er die Wirkung der jüngsten Angriffe gegen die russische Hauptstadt Moskau und andere weit entfernte Ziele in Russland hervor. "Die Entfernung zu den Zielen beträgt diesmal mehr als 500 Kilometer, was auch deshalb von Bedeutung ist, weil die Region Moskau am stärksten mit russischen Luftabwehrmitteln gesättigt ist", sagte er. "Aber die ukrainischen Langstreckenwaffen überwinden dies bereits." Bei massiven ukrainischen Gegenangriffen mit mehr als 100 Drohnen sind nahe Moskau nach Angaben russischer Behörden mindestens drei Menschen getötet worden. Der Gouverneur des Moskauer Gebiets Andrej Worobjow sprach auch von fünf Verletzten. In Moskau berichtete Bürgermeister Sergej Sobjanin von zwölf Verletzten beim Angriff auf eine Ölraffinerie. Kiew antwortet damit auf die russischen Dauerangriffe der vergangenen Jahre gegen Ziele in der Ukraine. Nunmehr sollten sich Russen Gedanken "über ihre eigenen Raffinerien, ihre Ölförderanlagen und ihre Unternehmen machen und nicht darüber, wie sie das Leben anderer Völker zerstören können", betonte Selenskyj. "Und diese Reichweite unserer Waffen ist es, die die Lage und die allgemeine Wahrnehmung des russischen Krieges in der Welt erheblich verändert." Der Krieg kehre somit nach Russland "in seinen Heimathafen zurück".

Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.