Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 08:31 ISW: Russland zeigt "zunehmende Raffinesse" bei KI-Videos mit gehissten Fahnen +++
Russland setzt im Krieg gegen die Ukraine immer auch auf Propaganda – und nun auf von KI manipuliertes Bildmaterial. Dies schreibt das Institute for the Study of War. Dieses hat nach eigenen Angaben zuletzt vermehrt Bildmaterial entdeckt, das mit KI erstellt wurde und zeigen soll, wie russische Streitkräfte in mehreren Abschnitten der Front Flaggen hissen. Bereits im Sommer 2025 gingen laut dem Thinktank die Russen zu Infiltrationstaktiken über und stützten sich zunehmend auf Filmmaterial, das das Hissen russischer Flaggen zeigt. "Russland hat die Raffinesse dieser Videos in den letzten Monaten gesteigert und begann im Winter 2025 damit, komplexere, aufwendiger bearbeitete Montagen an zahlreichen Orten zu produzieren", schreibt das ISW. "Die zunehmende Raffinesse und der Einsatz künstlicher Intelligenz in diesen Videos deuten darauf hin, dass der Kreml eine koordinierte Kampagne durchführt, um die Informationsbemühungen des höheren russischen Militärkommandos zu unterstützen." Besonders vor dem 9. Mai, dem Tag des Sieges in Russland, veröffentlichten russische Quellen einen Großteil des KI-Filmmaterials - "möglicherweise um zu kompensieren, dass die russischen Streitkräfte die Fristen für Vorstöße vor dem 9. Mai nicht einhalten konnten", so das ISW.
+++ 07:59 Moskau will "Landsleute" in "unfreundlichen Ländern" unterstützen +++
Sie sind ein beliebtes Mittel der russischen Außenpolitik: Menschen, die Russisch sprechen und nicht im direkten Machtbereich des Kreml leben. Wie die russische Agentur Tass schreibt, richtet das Außenministerium in Moskau nun erneut seinen Fokus auf diese Gruppe. In einem Interview mit der Tass erklärt Gennadi Owetschko, Leiter der "Abteilung für die Arbeit mit Landsleuten im Ausland", dass das Außenministerium seine Bemühungen verstärke, Landsleuten im Ausland Rechtsbeistand zu leisten und jährlich über 17.500 kostenlose Beratungen anbiete. "In vielen Fällen sehen sich Aktivisten, insbesondere in unfreundlichen Ländern, politischem Druck und erfundenen Anschuldigungen ausgesetzt. Leider sind die Justiz- und Verwaltungssysteme dort extrem voreingenommen und ideologisch geprägt, und ohne die Unterstützung des Fonds hätten es die Landsleute schwer", so der Diplomat. Besonders in Moldawien gebe es regelmäßig Beschwerden über "Diskriminierung und Provokationen". Der Kreml begründet seinen Krieg gegen die Ukraine unter anderem mit dem Schutz der russischsprachigen Bevölkerung dort – wobei paradoxerweise besonders diese unter den Angriffen im Osten des Landes leidet.
+++ 07:27 Welche Feuerpause? Ukraine meldet einen Toten und mehrere Verletzte +++
Eigentlich sollen die Waffen noch schweigen. Doch wie die "Ukrainska Prawda" unter Berufung auf ukrainische Behörden berichtet, wird bei Angriffen in der Region Saporischja ein Mensch getötet, zwei weitere werden verletzt. Auch in der Region Mykoajiw gibt es demnach drei Verletzte bei russischen Angriffen. Am Sonntagabend erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits, dass die russischen Truppen trotz der aktuell geltenden Feuerpause ihre Angriffe fortsetzen. Russland habe in den vergangenen 24 Stunden rund 150 Angriffsaktionen gestartet.
+++ 06:58 Gemeinsame Rüstungsprojekte: Pistorius in Kiew eingetroffen +++
Verteidigungsminister Boris Pistorius ist zu Gesprächen über einen Ausbau der Rüstungskooperation mit der Ukraine in der Hauptstadt Kiew eingetroffen. Bei neuen Projekten stehe die gemeinsame Entwicklung modernster unbemannter Waffensysteme aller Reichweiten im Fokus, sagt der SPD-Politiker zum Auftakt der Reise, die aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich angekündigt worden war. "Deutschland und die Ukraine sind strategische Partner, die beide von der Kooperation profitieren. Daraus ergeben sich zahlreiche neue Projekte", sagte der Minister. "Im Fokus steht die gemeinsame Entwicklung modernster unbemannter Systeme in allen Reichweiten, gerade auch im Bereich deep strike. So stärken wir die Sicherheit unserer Länder." Als Deep strike wird die Fähigkeit bezeichnet, wichtige Angriffsziele weit im Hinterland eines gegnerischen Landes zu zerstören.
+++ 06:46 Ukraine: Elektronische russische Kriegsführung lenkte Drohnen nach Lettland +++
Die Vorfälle mit ukrainischen Drohnen im lettischen Luftraum stehen nach ukrainischen Angaben im Zusammenhang mit der russischen elektronischen Kriegsführung. Wie der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha auf X mitteilt, flogen die ukrainischen Drohnen nach Lettland, weil die russische elektronische Kriegsführung sie von ihren eigentlichen Zielen in Russland abgelenkt habe. Der Minister bekräftigt erneut die Bereitschaft der Ukraine zur Zusammenarbeit mit den baltischen Staaten und Finnland, um ähnliche Vorfälle zu verhindern, auch unter direkter Beteiligung ukrainischer Spezialisten. Polizei und Feuerwehr in Lettland hatten am Donnerstag erklärt, in der rund 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernten Stadt Rezekne seien vier leere Öltanks auf einer Lagerfläche beschädigt worden. Es seien Trümmer einer Drohne gefunden und ein Schwelbrand gelöscht worden. Lettland und Litauen forderten daraufhin die Nato auf, die Luftabwehr in ihrer Region zu verstärken. Bereits Ende März waren offensichtlich fehlgeleitete ukrainische Drohnen in Lettland, Estland und Litauen niedergegangen. Die drei baltischen Nato-Staaten haben ihre Staatsgebiete und ihren Luftraum nach eigenen Angaben nicht für Drohnenangriffe auf russische Ziele zur Verfügung gestellt.
+++ 06:18 Militärverwaltung in Luhansk: Russen "verstaatlichen" rund 150 Immobilien +++
Der Diebstahl ukrainischen Vermögens durch Russland geht weiter. Im besetzten Luhansk wählen die russischen Besatzer offenbar rund 150 Gewerbeimmobilien für eine "Verstaatlichung" aus. Dies berichtet der Leiter der regionalen Militärverwaltung von Luhansk, Oleksii Kharchenko, laut Ukrinform auf Telegram. "Die Russen planen, 150 Gewerbeimmobilien in Luhansk zu 'verstaatlichen'. Nach Wohnimmobilien haben sie nun damit begonnen, auch Gewerbeimmobilien in der Stadt zu inspizieren." Bislang hätten sie etwa 150 Gebäude identifiziert, die Anzeichen dafür aufwiesen, "herrenlos" zu sein. Dazu könnten nicht nur seit Langem verlassene Immobilien gehören, sondern auch solche, deren Eigentümer seit nur drei Monaten nicht mehr erschienen seien oder bei denen die Stromrechnungen nicht bezahlt worden sei, so der Leiter der Militärverwaltung.
+++ 05:44 EU-Außenminister schauen auf ukrainische Rüstungsbranche +++
Die EU-Außenminister diskutieren heute in Brüssel über die militärische Unterstützung der Ukraine sowie eine engere Zusammenarbeit mit der ukrainischen Rüstungsindustrie. Am Nachmittag steht ein Treffen der internationalen Koalition zur Rückkehr ukrainischer Kinder an.
+++ 04:28 Selenskyj: Keine ukrainischen Angriffe, solange Russen nicht zum offenen Krieg zurückkehren +++
Die Ukraine werde von Angriffen auf russische Militärziele absehen, solange Moskau keine Massenangriffe starte, sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Während der Waffenruhe habe die Ukraine angesichts des Ausbleibens massiver russischer Angriffe auf weitreichende Aktionen verzichtet. Er fügt hinzu: "Sollten die Russen beschließen, zum offenen Krieg zurückzukehren, werden unsere Sanktionen dafür sofort und spürbar sein. Die Entfernung spielt bereits eine immer geringere Rolle - das haben wir mit unseren Langstreckenfähigkeiten bewiesen." Zugleich wirft er Russland vor, die Waffenruhe an der Front nicht zu respektieren. (Siehe Eintrag um 21:31)
+++ 02:57 Ukraine übergibt Namensliste für Gefangenenaustausch +++
Die Ukraine hat der russischen Seite im Rahmen der Vorbereitungen für einen Gefangenenaustausch eine "Liste mit 1000" Namen übergeben. Wie Ukrinform berichtet, hat das Koordinierungshauptquartier für die Behandlung von Kriegsgefangenen der russischen Seite die Namensliste übermittelt, die nach der Dauer der Gefangenschaft zusammengestellt worden sei.
+++ 01:09 Sabotage an russischer Lokomotive stört Frontnachschub +++
Die Partisanenbewegung Atesh hat Sabotageakte auf einem Eisenbahnabschnitt in der russischen Region Lipezk durchgeführt. Die Agenten hätten eine Güterzuglokomotive außer Gefecht gesetzt, die für militärische Transporte der russischen Streitkräfte eingesetzt war, berichtet Ukrinform mit Verweis auf einen Telegram-Post der Partisanen. Diese Lokomotiven dienen dem Transport von Munition, Treibstoff, Waffen und schwerem Gerät aus dem russischen Hinterland in die Kampfgebiete. Die Störung auch nur einer einzigen dieser Einheiten erschwert die Versorgung der Fronttruppen erheblich und verlangsamt den Transfer von Reserven. "Die außer Gefecht gesetzte Elektrolokomotive kann nun nicht mehr am Transport von Militäreinheiten teilnehmen, was bedeutet, dass ein weiterer Teil des Logistiksystems des Feindes gestoppt wurde", schreiben die Partisanen.
+++ 23:36 Trump: Gefangene in Belarus freigelassen - Danke Lukaschenko für seine Freundschaft +++
Russland und Belarus haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump Gefangene freigelassen. "Wir haben soeben die Freilassung von drei polnischen und zwei moldauischen Gefangenen aus belarussischer und russischer Haft erwirkt", schreibt Trump auf seiner Plattform "Truth Social". "Mein Freund, der polnische Präsident Karol Nawrocki, hat sich im vergangenen September mit mir getroffen und mich gebeten, dabei zu helfen, Andrzej Poczobut aus einem belarussischen Gefängnis freizubekommen." Dieser sei nun frei. "Die USA liefern Ergebnisse für unsere Verbündeten und Freunde. Ich danke Präsident Alexander Lukaschenko für seine Kooperation und Freundschaft. Sehr schön!" Wer die anderen Freigelassenen sind und welche Umstände zu den Freilassungen führten, teilt Trump nicht mit.
+++ 22:27 Kriegsgefangenen-Austausch: Selenskyj fordert Trump zur Umsetzung auf +++
Bei der Verkündung der Feuerpause hat US-Präsident Donald Trump auch einen Austausch von je 1000 Kriegsgefangenen beider Seiten angekündigt - wann das passiert, ist bisher allerdings unklar. "Wir erwarten, dass die amerikanische Seite aktiv ist, um für die Umsetzung dieser Vereinbarung zu sorgen", sagt Selenskyj am Sonntagabend.
+++ 21:56 Belgien will Ukraine komplette F-16-Kampfjet-Flotte überlassen +++
Das belgische Verteidigungsministerium will bis 2029 insgesamt 53 F-16-Kampfjets an die Ukraine übergeben, berichten das Nachrichtenmagazin "Le Vif" und die Tageszeitung "Le Soir" übereinstimmend. Der Großteil der Lieferungen solle dabei im letzten Jahr der aktuellen belgischen Legislaturperiode erfolgen. Grundlage hierfür sei ein vor zwei Jahren geschlossenes Sicherheitsabkommen, das unter anderem die Bereitstellung belgischer Jagdbomber plane. Die Übergabe sei jedoch an den Erhalt neuer F-35-Maschinen gekoppelt, welche die F-16-Kampfjets in Belgien schrittweise ersetzen sollen.
+++ 21:31 Selenskyj beklagt brüchige Waffenruhe: Russland "versucht es nicht einmal" +++
Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig die Verletzung der zuvor ausgerufenen dreitägigen Waffenruhe vor. "Die Russen setzen die Angriffe in für sie wichtigen Gebieten fort", sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videoansprache. "An der Front respektiert die russische Armee die Waffenruhe nicht und versucht es nicht einmal." Das russische Verteidigungsministerium beschuldigt dagegen die Ukraine, binnen 24 Stunden 16.071 Verletzungen der Waffenruhe begangen zu haben - darunter zahlreiche Drohnenangriffe.
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