Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 19:57 Lange Schlangen an Tankstellen - Russland erwägt Exportverbot für Diesel +++

22.06.2026, 00:01 Uhr

Russland erwägt nach ukrainischen Angriffen auf seine Raffinerien ein Exportverbot für Diesel. Zudem bereite die Regierung steuerliche Änderungen vor, um den heimischen Kraftstoffmarkt zu stützen, erklärt Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak. Präsident Wladimir Putin fordert die Regierung auf, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um die Folgen der Angriffe abzufedern. Die Ölkonzerne hätten Wartungsarbeiten an den Raffinerien verschoben und nutzten Kraftstoffreserven, um die Nachfrage zu decken, sagt Nowak bei einem im Fernsehen übertragenen Regierungstreffen unter der Leitung Putins. Die Zeitung "Wedomosti" berichtet unter Berufung auf zwei Insider, dass Russland wegen der Versorgungsengpässe auch den Import von Treibstoff erwäge. Um die Preise im Land zu deckeln, werden zudem Subventionen für diese Einfuhren diskutiert. Die Deckelung der Treibstoffpreise ist für die russische Regierung ein heikles Thema, da steigende Kosten die Inflation anheizen könnten. Zudem würde ein Exportstopp für Diesel den Weltmarkt empfindlich treffen, da das Land üblicherweise große Mengen exportiert, insbesondere nach Brasilien und in die Türkei. Die ukrainischen Angriffe zeigen deutliche Wirkung: Branchen-Insidern zufolge lag die tägliche Benzinproduktion in der vergangenen Woche rund 25 Prozent unter dem Durchschnitt im Juni 2025. 

+++ 19:24 Ukraine verhindert russischen Seedrohnen-Angriff auf Schwarzmeerküste +++

Russische Streitkräfte sollen am frühen Morgen versucht haben, mit Seedrohnen die ukrainische Schwarzmeerküste anzugreifen, berichtet der Berater des Verteidigungsministers, Serhii Beskrestnov, auf Telegram. Sie seien jedoch zerstört worden. "Heute um 4 Uhr morgens hat der Feind versucht, unsere Küste mit mehreren unbemannten Angriffsbooten anzugreifen", schreibt Beskrestnov. Dank koordinierter Maßnahmen der ukrainischen Streitkräfte seien die Seedrohnen jedoch "auf See entdeckt und zerstört". Laut Beskrestnov waren die zerstörten Boote mit Starlink-Satellitenkommunikationsterminals ausgestattet, die Russland seiner Aussage nach zur Fernsteuerung von maritimen Drohnen einsetzt. Von Beskrestnov veröffentlichte Bilder deuteten darauf hin, dass die Abfangaktion im Schwarzen Meer in der Nähe der Kinburn-Nehrung, südlich von Otschakiw, stattfand. Ukrainische Vertreter hatten immer wieder erklärt, dass russische Streitkräfte Starlink-Terminals über Drittländer beschafft hätten, obwohl der Dienst in Russland offiziell nicht verfügbar ist. 

+++ 18:50 Nord-Stream-2-Betreiber klagt gegen EU wegen Importverbot von russischem Gas +++

Der Betreiber der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 klagt vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG) gegen das geplante Importverbot für russisches Gas. Die Gazprom-Tochter Nord Stream 2 AG fordert die Aufhebung des EU-Beschlusses, wie aus einem öffentlich zugänglichen Gerichtsdokument hervorgeht. Das Verbot komme einer faktischen Enteignung ohne Entschädigung gleich, argumentiert das in der Schweiz ansässige Unternehmen. Die EU will die Gasimporte aus Russland als Reaktion auf den Angriff auf die Ukraine bis Ende 2027 vollständig einstellen. Nord Stream 2 wurde 2021 fertiggestellt, ging aber nie in Betrieb.

+++ 18:21 Gericht verurteilt Ukrainer zu 15 Jahren Haft - Hatte Sprengstoff für Anschläge in Kiew versteckt +++

Ein ukrainisches Gericht verurteilt einen Mann wegen Hochverrats zu 15 Jahren Haft und lässt sein Vermögen einziehen. Der Ukrainer wurde vor einem Jahr festgenommen. Er hatte mehrere Verstecke mit Sprengstoff angelegt, der für spätere Anschläge dienen sollte. Er wurde auf frischer Tat ertappt, als er Material ausgrub. Vor Ort wurden 5 Kilogramm Plastiksprengstoff gefunden, wie ukrainische Behörden mitteilen. Er soll bereits 2014 in der Ostukraine als Mitglied einer Terroreinheit aktiv gewesen sein. Aufgrund seiner Aktivitäten habe der russische Geheimdienst GRU Kontakt zu ihm aufgebaut und ihn verdeckt in den von der Ukraine kontrollierten Teil des Landes eingeschleust. Dort legte er im Frühjahr 2025 im Großraum Kiew dann die Verstecke an. 

+++ 17:43 Polen spielt Selenskyjs Absage von Konferenz herunter +++

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk betont den Wert der kommenden Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine auch nach der Absage von Co-Gastgeber Wolodymyr Selenskyj. "Der Aufbau guter Beziehungen ist nicht nur ein Ausdruck von Anstand in schwierigen Zeiten, in Kriegszeiten, sondern er lohnt sich auch", sagt Tusk der Nachrichtenagentur PAP zufolge in Warschau. In diesem Sinne sei die Konferenz mit der Ukraine vorbereitet worden, und so werde sie am Donnerstag und Freitag in Danzig (Gdansk) stattfinden. Es gehe um etwa 200 Verträge und Hunderte Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg. Zwischen der Ukraine und Polen schwelt ein Streit, der sich an einem Geschichtsthema entzündet hat, aber über die Wochen immer heftiger und politischer geworden ist. Der ukrainische Präsident Selenskyj lässt sich deshalb in Danzig durch Regierungschefin Julia Swyrydenko vertreten. Tusks Stellvertreter Wladyslaw Kosiniak-Kamysz kritisiert die Absage Selenskyjs. "Er sollte bei dieser Konferenz anwesend sein, da er Mitorganisator und Mitveranstalter ist", sagt der polnische Verteidigungsminister. Aber auch er bekräftigt, alles zu tun, um Schaden vom polnisch-ukrainischen Verhältnis abzuwenden und die Konferenz für Polen zu einem Erfolg zu machen.

+++ 17:27 Putin unterstellt Nato-Staaten Kriegsvorbereitungen gegen Russland +++

Kremlchef Wladimir Putin wirft der Nato vor, einen Krieg gegen Russland vorzubereiten. Bislang hätten sich die Staaten des westlichen Bündnisses darauf beschränkt, die Ukraine zu unterstützen, behauptet Putin im Kreml vor Absolventen der russischen Militärakademien. Nun werde im Westen offen davon gesprochen, "dass sie sich auf einen Krieg gegen uns vorbereiten und ihre Militär- und Offensivhaushalte aufstocken". Um die Militarisierung zu rechtfertigen, bedienten sich die Nato- und EU-Staaten falscher Behauptungen über eine angebliche militärische Bedrohung durch Russland, so Putin nach Kreml-Angaben. In Wahrheit sind es die Rüstungsausgaben Russlands, die massiv anstiegen. Knapp 40 Prozent der russischen Haushaltsausgaben fließen mittlerweile in die Bereiche Militär, Rüstung und Sicherheit. Nach Aussage Putins setzt sich Moskau für ein multipolares System der internationalen Beziehungen ein, das die militärische Sicherheit jedes Staates gewährleistet. Bei Putins Worten handelt es sich um eine wiederkehrende Behauptung Russlands. Mit angeblichen Expansionsgelüsten der Nato wurde unter anderem bereits die Vollinvasion der Ukraine begründet. Gerade europäische Natostaaten versuchen sich gegen nicht militärische Attacken Russlands, etwa durch Spionage, Sabotage oder Desinformationskampagnen zu wappnen. Zudem fordert US-Präsident Trump eine deutliche Erhöhung der Militärausgaben der Europäer und kokettiert immer wieder mit einem Rückzug der USA aus dem Verteidigungsbündnis.

+++ 17:13 Tödliche Attacke auf Heimatstadt: Selenskyj beklagt zu geringen Druck auf Russland +++

Der Präsident Selenskyj äußert sich auf Telegram zum tödlichen russischen Angriff auf seine Heimatstadt. "In Krywyj Rih wird derzeit daran gearbeitet, die Folgen des russischen Raketenangriffs auf die Stadt zu bewältigen. Die Russen haben zivile Infrastruktur ins Visier genommen. Rettungskräfte haben das Feuer bereits gelöscht. Bislang sind leider drei Todesopfer bekannt. Mein Beileid gilt ihren Familien und Angehörigen. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt. Drei von ihnen befinden sich in kritischem Zustand. Alle erhalten die notwendige medizinische Versorgung", schreibt Selenskyj. Er betont, dass jeder Tag wie dieser und jeder russische Angriff beweisen, dass der Druck auf den Aggressor in diesem Krieg unzureichend ist. "Sie beweisen zudem, dass jede Verzögerung bei der Umsetzung von Vereinbarungen zur Luftverteidigung, jedes Zögern bei der Bereitstellung von Mitteln zum Schutz der Ukraine und der Ukrainer faktisch zum Verlust von Menschenleben führt. Es ist wichtig, dass die Welt nicht verschweigt, dass Russland bislang noch keinen einzigen konkreten Schritt unternommen hat, um diesen Krieg zu beenden", erklärt der Präsident. Bei dem Angriff mit ballistischen Raketen kamen mindestens 3 Menschen ums Leben, 23 wurden verletzt.

+++ 16:39 Nato-Vertreter schätzt russische Verluste auf 1,3 bis 1,5 Millionen Soldaten +++

Russland verzeichnet Schätzungen zufolge seit Beginn der Vollinvasion in der Ukraine im Februar 2021 zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Tote und Verwundete. Allein die Zahl der getöteten russischen Soldaten wird auf rund eine halbe Million geschätzt, so das "UK Defence Journal" unter Berufung auf Angaben vom Treffen der Nato-Verteidigungsminister. Dem Nato-Vertreter zufolge bleiben die russischen Verluste relativ stabil und bewegen sich zwischen 30.000 und 35.000 Soldaten pro Monat. Dieser Verlust lasse sich aufgrund der rückläufigen Zahl freiwilliger Meldungen immer schwerer ausgleichen. Derzeit sucht der Kreml nach neuen Wegen, um seine Reihen aufzufüllen, insbesondere in den Infanterie-Angriffsgruppen, die die schwersten Verluste erleiden. Um seine Einheiten vollzählig zu halten, greift Russland zunehmend auf Strafgefangene, verschuldete Bürger und Ausländer zurück. Die NATO bewertet dieses Rekrutierungsmodell als "kaum tragfähig", da die Zahl der neuen Rekruten in den letzten Monaten bereits unter die monatliche Verlustrate gefallen ist.

+++ 16:06 Frust im Kreml: USA werden nicht mehr als neutraler Vermittler gesehen +++

Russland betrachtet die USA nach dem Kursschwenk von Präsident Donald Trump nicht mehr als neutralen Vermittler im Ukraine-Konflikt. "Was die Vereinigten Staaten betrifft, so scheinen sie, nach ihren Handlungen zu urteilen, jeden Anspruch auf die Rolle eines objektiven Vermittlers aufzugeben", sagt der russische Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Washington verfolge stattdessen jetzt einen Kurs, der darauf abziele, "den Sanktionsdruck auf Russland zu verstärken". Nach monatelanger Beschäftigung mit dem Iran-Krieg zeigte sich auch US-Präsident Trump zuletzt bereit, durch stärkeren Druck auf ein Ende des Ukraine-Konflikts hinzuarbeiten. Der US-Präsident kündigte die Wiedereinführung ausgesetzter Öl-Sanktionen gegen Russland an und forderte Moskau auf, Verhandlungen für ein Ende des Kriegs aufzunehmen. Die G7-Staaten vereinbarten auch weitere Militärhilfen für die Ukraine, unter anderem zur Stärkung der Flugabwehr. Zuvor war Trump dagegen keineswegs neutral aufgetreten. Er hatte der Ukraine und Präsident Selenskyj persönlich immer wieder Vorwürfe gemacht, den Krieg nicht beenden zu wollen. Zudem hatten die USA zeitweise ihre militärische Unterstützung der Ukraine weitgehend eingestellt. Russland hingegen wurde anfangs von Trump so gut wie gar nicht kritisiert. Im Gegenteil: Der US-Präsident unterstellte der Ukraine sogar, den Krieg mit Russland begonnen zu haben

+++ 15:33 Mindestens 3 Tote und 23 Verletzte nach Beschuss von Selenskyjs Heimatstadt Krywyj Rih +++

In der südostukrainischen Industriestadt Krywyj Rih sind mindestens drei Menschen durch russischen Raketenbeschuss getötet worden. Weitere 19 seien verletzt worden, 5 davon schwer, teilt Militärverwaltungschef Olexander Wilkul bei Telegram mit. Präsident Selenskyj spricht sogar von 23 Verletzten. Demnach schlug eine Rakete in ein Objekt der zivilen Infrastruktur ein. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor einer ballistischen Rakete mit Kurs auf die Geburtsstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj gewarnt. Krywyj Rih ist immer wieder Ziel russischer Angriffe gewesen.

+++ 14:55 Eisenbahnbrücke auf Krim zerstört - Ukraine erschwert Russland den Nachschub immer mehr +++

Auf der besetzten Krim haben die ukrainischen Streitkräfte eine Eisenbahnbrücke über den Nordkrimkanal zerstört. Das teilt unter anderem der Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation beim Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat, Andrii Kovalenko laut UATV mit. Berichten zufolge haben Drohnen einer Spezialeinheit die Brücke bereits in der Nacht zum Montag attackiert. Die Eisenbahnstrecke wurde zerstört, einer der Brückenpfeiler stürzte ein. Im Laufe des Montags sei Reparaturgerät eingetroffen. Daraufhin wurden in der Nacht zum Dienstag auch die verbleibenden Abschnitte der Brücke zerstört. Sie war Teil des Versorgungsnetzes, das unter anderem für den Transport von militärischem Nachschub genutzt wurde, heißt es. Die Ukraine attackiert seit geraumer Zeit Straßen, Lkw und Bahnstrecken im Süden und stört damit die Nachschubwege Russlands erheblich. Da Benzin in einigen Regionen knapp ist, sind Züge eine zentrale Alternative.

+++ 14:20 Putin unterstellt der Ukraine Angriffe auf Zivilisten - und will nicht verhandeln +++

Der russische Präsident Wladimir Putin wirft der Ukraine vor, mit Angriffen auf zivile Ziele die russische Gesellschaft destabilisieren zu wollen. Angesichts dieser Angriffe auf zivile Ziele sehe er keinen Grund für direkte Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, sagt Putin. Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg greift die Ukraine seit einiger Zeit in Russland immer wieder mit Drohnen an. Zuletzt wurden vermehrt Treffer bei Ölraffinerien verzeichnet. Aus einigen Gebieten werden inzwischen Beschränkungen beim Treibstoffverkauf gemeldet. Tatsächlich greift Russland seinerseits gezielt zivile Ziele an – und das seit langem. Ebenso wird vor allem im Winter immer wieder Energieinfrastruktur in der Ukraine attackiert, um die Zivilbevölkerung zu zermürben. Der russische Außenminister Lawrow (siehe Eintrag 13:50 Uhr) hatte zuvor noch gesagt, Russland sei stets bereit, mit der Ukraine zu verhandeln.

+++ 13:50 Lawrow über Friedensverhandlungen: Sind bereit mit Kiew zu reden +++

Russland ist nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow zur Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen mit der Ukraine bereit. "Wir sind bereit, mit Kiew zu reden. Das waren wir immer", sagt Lawrow vor Journalisten. Es könne an dem Punkt weitergemacht werden, an dem man zuletzt aufgehört habe, fügt er hinzu und verweist auf Gespräche, die kurz nach Beginn des Kriegs 2022 in Istanbul stattfanden und an die 2025 angeknüpft wurde. Allerdings signalisiert er keinerlei Bereitschaft zur Änderung der Forderungen Moskaus. Diese sehen unter anderem eine vollständige Aufgabe der Teile des Donbass vor, die Russlands noch nicht erobert hat. Die Ukraine lehnt dies ab. Die bislang letzten Friedensgespräche fanden im Februar statt. Vermittelt wurden sie von den USA, kurz bevor diese Ende Februar mit Israel den Krieg gegen den Iran begannen.

+++ 13:22 Bericht: Russland erwägt nach ukrainischen Drohnenangriffen Import von Benzin +++

Russland erwägt einem Medienbericht zufolge angesichts von Versorgungsengpässen nach ukrainischen Angriffen auf seine Raffinerien den Import von Treibstoff. Zudem würden Subventionen für die Einfuhren diskutiert, um die Preise im Land zu deckeln, berichtet die Zeitung "Wedomosti" unter Berufung auf zwei Insider. Die Optionen seien gestern bei einem von Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak geleiteten Treffen besprochen worden. Eine Stellungnahme von Nowaks Büro liegt dazu bislang nicht vor. Die Deckelung der Treibstoffpreise ist für die russische Regierung ein heikles Thema, da steigende Kosten die Inflation anheizen könnten. Hintergrund sind die wiederholten ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Öl-Infrastruktur. Das Land, einer der drei größten Ölproduzenten der Welt, ist normalerweise ein bedeutender Exporteur von Ölprodukten. Wegen der Angriffe musste die Regierung in Moskau jedoch bereits Ausfuhrverbote für Benzin und Kerosin verhängen.

+++ 13:05 Selenskyj fährt nicht zu Wiederaufbaukonferenz nach Polen +++

Wegen eines eskalierenden Geschichtsstreits mit Polen reist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht zu einer Wiederaufbaukonferenz nach Danzig (Gdansk). Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko teilte in Kiew mit, dass sie die ukrainische Delegation leiten werde.

+++ 12:57 Munz über Moskauer Börse: "Gestern war ein schwarzer Tag" +++

Dass der Kreml die Benzinkrise in den Griff bekommt, "kann man eigentlich nicht erwarten", berichtet Korrespondent Rainer Munz. Die schlechte Stimmung im Land lasse sich auch an der Börse ablesen. "Gestern war ein schwarzer Tag", berichtet Munz, Experten sprächen von "Panikverkäufen".

+++ 12:18 Lawrow: USA geben offenbar Rolle als "objektiver Vermittler" im Ukraine-Konflikt auf +++

Russland betrachtet die USA nach dem Kursschwenk von Präsident Donald Trump nicht mehr als neutralen Vermittler im Ukraine-Konflikt. "Was die Vereinigten Staaten betrifft, so scheinen sie, nach ihren Handlungen zu urteilen, jeden Anspruch auf die Rolle eines objektiven Vermittlers aufzugeben", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Washington verfolge stattdessen einen Kurs, der darauf abziele, "den Sanktionsdruck auf Russland zu verstärken". Lawrow verurteilte zudem die militärische Unterstützung für Kiew durch die europäischen Verbündeten der Ukraine. Europa werde dadurch "erneut zu einer großen Bedrohung für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit". Die G7-Staaten hatten bei ihrem Gipfel in Frankreich vor einer Woche den Druck auf Russland erhöht und verschärfte Sanktionen angekündigt. Nach monatelanger Beschäftigung mit dem Iran-Krieg zeigte sich auch Trump bereit, auf diese Art auf ein Ende des Ukraine-Konflikts hinzuarbeiten Er kündigte die Wiedereinführung ausgesetzter Öl-Sanktionen gegen Russland an und forderte Moskau auf, Verhandlungen für ein Ende des Kriegs aufzunehmen.

+++ 11:51 Ukrainischer Militärgeheimdienst: Russische Logistikroute mit Drohnen attackiert +++

Der ukrainische Militärgeheimdienst DIU hat Aufnahmen von Drohnenangriffen auf russische Militärlastwagen und Militärpersonal auf einer Logistikroute nahe Tschonhar veröffentlicht. Der Ort liegt im Süden der Ukraine an der Grenze zur von Russland besetzten Krim. "Offenbar glauben die Besatzer weiterhin, dass ihre Logistikrouten durch den sogenannten Landkorridor zur Krim sicher seien. Doch die Drohnen der Abteilung für aktive Operationen sehen das anders", schreibt der DIU in einer Mitteilung bei Telegram. Lieferungen an die Front bei Saporischschja seien "gestrichen", kommentiert der Geheimdienst die Aufnahmen von der Drohnenattacke.

+++ 11:05 Südkorea will alle nordkoreanischen Kriegsgefangenen aufnehmen +++

Die Außenminister der Ukraine und Südkoreas werden Ende Juni in Seoul Gespräche über nordkoreanische Kriegsgefangene führen, die auf russischer Seite gekämpft haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach erkläre das südkoreanische Außenministerium, das Land sei bereit, alle nordkoreanischen Kriegsgefangenen aufzunehmen, die auf russischer Seite gekämpft haben, sofern diese es wünschten. "Südkorea lehnt jede Rückführung nordkoreanischer Kriegsgefangener nach Russland oder Nordkorea gegen deren Willen ab", so das südkoreanische Außenministerium. Der Sprecher des südkoreanischen Außenministeriums, Lee Jae-wong, hatte zuvor erläutert, dass die südkoreanische Verfassung die gesamte koreanische Halbinsel als Staatsgebiet definiere und somit faktisch alle Bewohnerinnen und Bewohner der Halbinsel als südkoreanische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger anerkenne.

+++ 10:33 Ukrainische Luftabwehr fängt 118 russische Drohnen in der Nacht ab +++

Die ukrainische Luftabwehr hat 118 von 135 russischen Drohnen in der vergangenen Nacht abgefangen. Das teilt die ukrainische Luftwaffe am Morgen mit. "Bis 08:00 Uhr hatten die (ukrainischen) Luftabwehrkräfte im Norden, Süden und Osten des Landes 118 Drohnen der Typen Shahed, Gerbera, Italmas und andere zerstört oder durch Störmaßnahmen neutralisiert. An elf Orten wurden Einschläge von 13 Drohnen verzeichnet, an drei weiteren Orten stürzten Trümmer abgeschossener Flugkörper zu Boden." Die Drohnen seien von den russischen Städten Orjol, Kursk, Brjansk, Primorsko-Achtarsk und Millerowo aus gestartet worden.

+++ 09:47 Russland: Schule bei ukrainischem Angriff auf Saporischschja getroffen +++

Bei einem ukrainischen Angriff ist nach russischen Angaben ein Schulgebäude in dem von Russland kontrollierten Teil der ukrainischen Region Saporischschja beschädigt worden. Verletzte habe es nicht gegeben, meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf die örtlichen Behörden. Die Region Saporischschja liegt im Südosten der Ukraine und ist seit geraumer Zeit zum Teil von russischen Truppen besetzt.

+++ 09:29 Russland: Könnte bald Gefangenenaustausch mit Ukraine geben +++

Nach russischen Angaben könnte es bald einen weiteren Austausch von Kriegsgefangenen mit der Ukraine geben. Das meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa. Beide Seiten haben bereits mehrfach Gefangene ausgetauscht.

+++ 08:42 Medien: Erneut Ölterminal auf der Krim attackiert +++

Die Ukraine hat Medienberichten zufolge erneut strategisch wichtige Objekte in der russischen Schwarzmeerregion Krasnodar und auf der von Moskau annektierten Halbinsel Krim angegriffen. Getroffen worden seien dabei auch ein Ölterminal und ein Öldepot nahe der Großstadt Kertsch im Osten der Krim, berichtete das Internetportal "Ukrajinska Prawda". Auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge wurde demnach mit dem Hafen Kawkas im Gebiet Krasnodar ebenfalls eine schon früher attackierte Anlage erneut unter Beschuss genommen. Offiziell gibt es bislang keine Bestätigung für die Angriffe. Das russische Verteidigungsministerium meldete lediglich den Abschuss von insgesamt 143 ukrainischen Drohnen

+++ 07:54 Treibstoffkrise weitet sich in Russland aus +++

Die durch ukrainische Angriffe auf Öl-Anlagen ausgelöste Treibstoffkrise in Russland weitet sich auf immer mehr Gebiete bis nach Sibirien aus. Mehrere russische Regionen rationieren inzwischen den Verkauf von Benzin und Diesel. In der sibirischen Region Omsk werde die Abgabe von Benzin auf 40 Liter pro Auto begrenzt, teilte Gouverneur Witali Chozenko bei Telegram mit. Diesel werde je nach Standort auf 80 bis 200 Liter limitiert, das Abfüllen in Kanister sei verboten. Damit sollten Panikkäufe an den Tankstellen verhindert werden. Auch die benachbarte Region Nowosibirsk bereitet nach Angaben ihres Gouverneurs Andrej Trawnikow ähnliche Einschränkungen vor. Ab Dienstag rationiert zudem der zweitgrößte russische Ölkonzern Lukoil den Verkauf von Benzin und Diesel in der Region Woronesch im südlichen Zentralrussland, wie die Behörden dort mitteilten.

+++ 07:19 Kreml: Putin und Lukaschenko sprechen "in absehbarer Zeit" über Selenskyjs Ultimatum +++

Der russische Präsident Wladimir Putin und der belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko planen ein Treffen in naher Zukunft, um voraussichtlich ein Ultimatum zu erörtern, das der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kürzlich an Minsk gerichtet hat. Dies teilt der Kreml mit, wie die ukrainische Zeitung "Kyiv Independet" meldet. Selenskyj hatte Belarus am 18. Juni vorgeworfen, russische Drohnenangriffe auf die Ukraine zu begünstigen. Er forderte Minsk auf, die zur Unterstützung dieser Angriffe genutzte Kommunikationsausrüstung binnen einer Woche zu entfernen, andernfalls werde die Ukraine selbst Maßnahmen ergreifen. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Putin und Lukaschenko würden Selenskyjs Äußerungen "in absehbarer Zeit" besprechen. Peskow kritisierte das Ultimatum scharf und warf Selenskyj sowie der Ukraine vor, die Souveränität von Belarus zu bedrohen.

+++ 06:23 Ukraine: Sechs Verletzte nach russischen Luftangriffen +++

Bei russischen Luftangriffen auf die Ukraine wurden nach Angaben lokaler Behörden in der Nacht sechs Menschen verletzt. Zuvor waren bei einem ukrainischen Angriff auf ein Werk für Raketenelektronik in der russischen Grenzregion Woronesch laut des dortigen Gouverneurs fünf Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.

+++ 05:51 Honduras will Drohnen in der Ukraine bestellen +++

Honduras will für den Grenzschutz und den Kampf gegen Drogen Drohnen aus der Ukraine kaufen. "Mit ihrer Technologie kann uns die Ukraine sehr dabei helfen, unsere Grenzen noch besser zu sichern und den Drogenhandel zu bekämpfen", sagt Honduras' Präsident Nasry Asfura, der am Freitag den ukrainischen Präsidenten Selenskyj in Kiew getroffen hatte. Dieser bot dem zentralamerikanischen Land Militärtechnologie an, insbesondere die Lieferung von Drohnen. Die Ukraine setzt seit Beginn der russischen Invasion 2022 in hohem Maße auf Drohnen.

+++ 04:49 Russland: Mit Raketen bestückte Bomber absolvieren Testflug über Barentssee +++

Russische mit Raketen bestückte Bomber vom Typ Tu-160 absolvieren nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau derzeit einen 16-stündigen Flug über der Barentssee und dem Europäischen Nordmeer. Der Routineflug in der neutralen Zone umfasse auch einen Test zur Luftbetankung, teilt das Ministerium auf Telegram mit. Die Maschinen werden nach russischen Angaben von MiG-31-Kampfjets begleitet und zeitweise von ausländischen Kampfflugzeugen eskortiert. Um welche Länder es sich dabei handelt, wird nicht mitgeteilt. Im Norden grenzt Russland an die Nato-Mitglieder Norwegen und Finnland.

+++ 03:28 Rüstungsexperten kritisieren überhöhte Preise bei Bundeswehr-Lieferanten +++

Angesichts des milliardenschweren Verteidigungsetats warnen Haushaltsexperten des Bundestages vor überhöhten Preisen der Rüstungsindustrie. "Bei Tankcontainern haben wir in vier Jahren eine Verdoppelung des Preises. Dabei ist das nicht einmal ein High End-Produkt, sondern normales Schlosserhandwerk, sagt der Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion für den Wehretat, Andreas Schwarz, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Überhöhte Preise seien auch schon aufgefallen bei Löschfahrzeugen für militärische Flughäfen. "Es werden andere Preise aufgerufen, wenn der Auftraggeber Bundeswehr heißt", so Schwarz. Ein weiteres Beispiel seien Sprechsätze bei Funkgeräten. Strategische Autonomie und Resilienz bei der Produktion und den Lieferketten hätten ihren Preis, sagt der grüne Haushaltspolitiker Sebastian Schäfer dem RND. "Dennoch erscheinen von der Industrie aufgerufene Preise für militärische Beschaffungsvorhaben im internationalen Vergleich teils unangemessen überhöht."

+++ 01:06 Luftalarm in Kiew +++

In Kiew rufen die Behörden Luftalarm aus. Die Bevölkerung wird aufgerufen, Schutzräume aufzusuchen. Präsident Selenskyj hatte in der vergangenen Woche vor einem massiven russischen Angriff gewarnt. Die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw wurde nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow in der Nacht mit Drohnen und zwei Raketen angegriffen. Dabei sei eine Frau verletzt worden, teilt er auf Telegram mit.

+++ 00:20 Trump stellt Unterstützung für Nato-Verbündete infrage +++

US-Präsident Trump droht den Nato-Verbündeten erneut damit, ihnen im Notfall möglicherweise die Unterstützung zu verweigern. Die USA gäben Hunderte Millionen Dollar aus, um europäische Staaten vor Russland zu schützen. "Und wenn wir dann vielleicht bei Kleinigkeiten um Hilfe bitten ... dann sagen sie: Nein, wir helfen lieber nicht", sagt Trump mit Blick auf die seiner Ansicht nach mangelnde Unterstützung der Alliierten im Iran-Krieg. Konkret nennt er Großbritannien, Deutschland und Italien. "Wir können ihnen das ebenfalls entgegnen, wenn wir wollen - und das tun wir womöglich auch." 

+++ 23:21 Iris-T-System aus Deutschland ist jetzt in Estland im Einsatz +++

Estland hat das erste Mittelstrecken-Flugabwehrsystems Iris-T aus Deutschland erhalten. Die Luftwaffe des baltischen EU- und Nato-Landes nahm auf dem Militärflugplatz Ämari eine Einheit des bodengebundenen Waffensystems des Herstellers Diehl Defence entgegen, wie das estnische Militär und das Unternehmen mitteilen. Estlands Luftwaffen-Chef Riivo Valge spricht dabei von einem "wichtigen Tag für die estnischen Streitkräfte und die estnische Luftwaffe". Iris-T ermögliche dem an Russland grenzenden Estland, Bedrohungen aus der Luft auf größere Entfernungen und in größeren Höhen als mit den bisherigen Kurzstreckensystemen zu bekämpfen. Die Luftverteidigung wird als eine Schwachstelle Estlands betrachtet. Daher wurde der Kauf von Iris-T gemeinsam mit dem benachbarten Lettland vereinbart. Die beiden Baltenstaaten betrachten den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine als direkte Gefahr für ihre Sicherheit. Die Regierung in Tallinn hat deshalb die Militärausgaben bereits massiv aufgestockt und rüstet die Streitkräfte auf.

+++ 22:17 Ukraine fürchtet russische Offensive von Belarus - aber: Kreml bräuchte 70.000 Soldaten +++

Russland müsste rund 70.000 Soldaten zusammenziehen, um von Belarus aus eine Großoffensive gegen die Ukraine zu starten, schätzt der Kommandeur der Nationalgarde, Generalmajor Oleksandr Pivnenko in einem Interview mit Interfax-Ukraine. Er bezeichnet die Bedrohung durch Belarus als real, erklärt jedoch, Moskau habe derzeit Schwierigkeiten, die für eine solche Operation erforderlichen Streitkräfte aufzubringen. "Die Hauptaufgabe des Feindes besteht darin, unsere Streitkräfte zu strecken, damit sie schneller tiefer in unser Territorium vordringen können", sagt Pivnenko. "Aber dafür braucht man auch Truppen - man muss 70.000 Soldaten finden, die in der Lage sind, solche Einsätze durchzuführen. Sollen sie es doch versuchen. Wir werden unser Bestes tun, um sicherzustellen, dass sie diese Soldaten nicht finden." Pivnenko weist darauf hin, dass das russische Sonderoperationszentrum "Senezh" bereits in der Nähe der Grenze im Einsatz ist und auf der Achse Tschernihiw aktiv ist. "Ich bin mir nicht sicher, ob sie sich so schnell organisieren können, da Russland in Richtung Pokrowsk mit gewissen Problemen zu kämpfen hat - wir vernichten dort einen Großteil ihrer Infanterie", sagt er. Aktuell sei die Lage an der Nordgrenze stabil. 

+++ 21:41 Kiew registriert 800.000 erfolgreiche Drohnenangriffe auf russisches Militär in diesem Jahr +++

Die ukrainischen Streitkräfte haben seit Jahresbeginn mehr als 800.000 feindliche Ziele mit Drohnen getroffen, teilt Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov mit. Dabei soll es sich um bestätigte Treffer handeln. Mittlerweile entfielen über 90 Prozent der Angriffe auf das russische Militär auf Drohnen. Unter den Zielen befänden sich unter anderem Personal, Flugabwehrsysteme, Artillerie, Transportfahrzeuge, Hauptquartiere, Lagerhäuser und Ausrüstung für die elektronische Kriegsführung, schreibt er auf Telegram. Der Minister ergänzt, dass allein in diesem Zeitraum etwa 167.000 russische Soldaten getötet oder schwer verwundet worden seien. 

+++ 21:14 Fünf Verletzte durch russischen Beschuss in Cherson +++

Fünf Menschen sind durch russischen Beschuss verletzt worden, wie die Regionalstaatsanwaltschaft von Cherson mitteilt. Im Laufe des Tages habe die russische Armee Ortschaften im Gebiet Cherson mit Rohrartillerie beschossen und mit Drohnen verschiedener Typen angegriffen, heißt es. Bis zum Nachmittag seien fünf Verletzte registriert worden, teilen die Strafverfolgungsbehörden auf ihrem Telegram-Kanal mit. Den Ermittlungen zufolge wurden vier Personen in Cherson und ein Mann im Dorf Molodetske durch Drohnenangriffe verletzt. Wo und wie die fünfte Person verletzt wurde, ist dagegen nicht bekannt. 

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