Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 19:15 Russland zeigt Drohnenabwehrsystem Zubr +++

11.06.2026, 00:01 Uhr

Russland zeigt erstmals Aufnahmen seines automatisierten Drohnenabwehrsystems Zubr. In dem Clip der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass ist zu sehen, wie das System Luftziele bekämpft. Die Veröffentlichung der Aufnahmen erfolgt zeitgleich mit der Bestätigung des Rüstungskonzerns Rostec, wonach sich erste Zubr-Systeme bereits im Dienst befinden, um Russlands kritische Infrastruktur zu schützen.

+++ 18:31 Freuding: Russland könnte Nato 2029 oder früher angreifen +++

Der Inspekteur des deutschen Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, glaubt, dass Russland die Nato im Jahr 2029 oder sogar früher angreifen könnte. "2029 ist keine deutsche Zeitangabe. Es handelt sich um eine von der Nato anerkannte nachrichtendienstliche Einschätzung", sagt Freuding im Gespräch mit dem Nachrichtenportal Politico. "Alle 32 Nato-Partner sind sich einig, dass Russland im Jahr 2029 möglicherweise die Fähigkeit besitzen könnte, ein NATO-Partnerland anzugreifen." Man müsse darauf vorbereitet sein. Möglicherweise könnte Russland sogar früher angreifen.

+++ 17:39 Reisner: "Ukraine hat Momentum für sich gewonnen" +++

Der Ukraine gelingt es durch zwei "sehr entscheidende Vorteile", die sie errungen hat, den Druck auf Russland zu erhöhen, berichtet Oberst Reisner. Bis zum Herbst versuche Kiew, Russland an den Verhandlungstisch zu zwingen - denn derzeit liege das Momentum bei der Ukraine.

+++ 16:52 Ukraine sieht sich im Drohnenkrieg im Vorteil +++

Die Ukraine gewinnt eigener Einschätzung nach beim Einsatz von Drohnen die Oberhand. "Heute können wir mit gutem Grund behaupten, dass die Ukraine im Wettstreit um Technologie, Innovation und Produktionskapazitäten dem Gegner zumindest in nichts nachsteht und ihm in einzelnen Bereichen sogar voraus ist", sagt Armeechef Olexander Syrskyj gemäß einer Mitteilung bei Telegram. Bei frontnahen ferngesteuerten Drohnen liege das Verhältnis bei 1,5 zu 1 zugunsten der ukrainischen Truppen und verbessere sich weiter. Im Mai seien bereits 12,7 Prozent mehr gegnerische Ziele getroffen worden als im April. Der General hebt ebenso hervor, dass seine Drohnentruppen im russischen Hinterland bis zu 200 Kilometer hinter der Frontlinie immer effektiver und massenhafter Drohnen einsetzen. Die Angaben aus dem Kriegsgebiet lassen sich nicht unabhängig überprüfen. 

+++ 16:10 Bericht: Konzert zum russischen Nationalfeiertag auf dem Roten Platz abgesagt +++

Am 12. Juni, dem russischen Nationalfeiertag, findet in Moskau laut Berichten zum ersten Mal seit 2003 kein Festkonzert auf dem Roten Platz statt. Wie das russische Portal MSK1 meldet, wurde die Veranstaltung kurzfristig in das Mossowjet-Theater verlegt. Der Fernsehsender Rossija 1 kündigt unterdessen an, das Konzert am 12. Juni aus der ZSKA-Arena zu übertragen. Warum das Konzert nicht auf dem Roten Platz stattfindet, ist nicht öffentlich bekannt. Bereits die traditionelle Siegesparade am 9. Mai wurde im Vergleich zu den Vorjahren verkürzt und fand ohne Militärfahrzeuge statt. Als Grund vermuten Experten Russlands Angst vor ukrainischen Angriffen mit Langstreckendrohnen und Raketen.

+++ 15:20 Moskau wirft Berlin, Paris und London "destruktive Politik" vor +++

Der stellvertretende russische Außenminister Michail Galusin wirft den Botschaftern Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens eine "destruktive Politik" vor. Galusin empfing die drei Diplomaten in Moskau, wie das russische Außenministerium mitteilt. Der französische Botschafter Nicolas de Riviere sprach nach dem Treffen vor Journalisten jedoch von einem "guten Gespräch". Eine Erklärung der drei westlichen Staaten (E3) wird zu einem späteren Zeitpunkt erwartet.

+++ 14:33 Rumänien fordert Selbstzerstörung ukrainischer Drohnen +++

Rumänien fordert die Selbstzerstörung ukrainischer Drohnen, sobald sie sich rumänischen Hoheitsgewässern im Schwarzen Meer nähern. Wie die "Kyiv Post" berichtet, erklärt Verteidigungsminister Radu Mîruță in einem Fernsehinterview, das Thema in Kiew ansprechen zu wollen. Ukrainische Drohnen, die im Schwarzen Meer operieren, sollten mit Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet sein und so programmiert werde, dass sie sich bei Kontaktverlust etwa zwölf Seemeilen vor der rumänischen Küste selbst zerstörten. Erst kürzlich war eine fehlgeleitete ukrainische Seedrohne im rumänischen Hafen Constanta explodiert.

+++ 13:59 Mercedes will Rüstungsgeschäft ausbauen +++

Der Autobauer Mercedes-Benz sieht weiteres Potenzial für Spezialfahrzeuge im Sicherheits- und Verteidigungsbereich. "Der Anteil von Fahrzeugen und Fahrgestellen für Sicherheits-, Rettungs- und Verteidigungszwecke liegt aktuell noch unter einem Prozent unseres Gesamtabsatzes", so Produktionsvorstand Michael Schiebe. Man sehe hier jedoch ein strategisches Entwicklungsfeld, das man aktiv und in Kooperation mit Partnern gestalten werde. Mercedes-Benz produziert seit über 45 Jahren entsprechende modifizierte Fahrzeuge. Das Unternehmen ist schon seit langem Lieferant der Bundeswehr. Der Autobauer hatte erst am Mittwoch eine Zusammenarbeit mit dem Drohnen-Start-up Tytan Technologies angekündigt.

+++ 13:29 Spiele in besetzten Gebieten: Internationaler Schachverband geht gegen Russland vor +++

Der internationale Schachverband setzt die Mitgliedschaft des Russischen Schachverbands vorübergehend aus. Die Entscheidung wird auf der Website des Verbands bekannt gegeben. Der Schritt erfolgt, nachdem Russland einer Entscheidung des Sportschiedsgerichts (CAS) nicht nachgekommen ist, seine Schach-Aktivitäten in den besetzten Gebieten in der Ukraine zu beenden. Wie der internationale Schachverband erklärt, gelten die Sanktionen allerdings nur für den Russischen Schachverband und schränken einzelne Schachspieler nicht ein.

+++ 12:56 Koalition erwägt strengeren Geheimschutz wegen AfD-Russlandkontakten +++

Wegen der Russland-Kontakte von AfD-Bundestagsabgeordneten erwägen Union und SPD schärfere Vorkehrungen zum Schutz vertraulicher Informationen im Parlament. "Der Bundestag sollte prüfen, wie geheimhaltungsbedürftige Informationen in Ausschüssen und Gremien besser geschützt werden können", sagt CDU/CSU-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger dem "Handelsblatt". Ähnlich äußert sich der SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler. Anlass sind Kontakte von AfD-Politikern zu Kreml-nahen Akteuren in Russland. AfD-Fraktionsvize Markus Frohnmaier hatte beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg unter anderem Gazprom-Chef Alexej Miller und Kirill Dmitrijew getroffen, den Sonderbeauftragten von Kremlchef Wladimir Putin für Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Ausland. Beide stehen wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine unter westlichen Sanktionen. Auch weitere AfD-Politiker nahmen an der Reise teil. Bilger bezeichnet den Vorgang als "sicherheitspolitisch hochproblematisch".

+++ 12:24 Warum Lambsdorff ins russische Außenministerium muss +++

Warum muss Deutschlands Botschafter Alexander Graf Lambsdorff heute ins russische Außenministerium? ntv-Korrespondent Rainer Munz hat vorab mit ihm gesprochen und ordnet die Hintergründe des überraschenden Termins in Moskau ein.

+++ 11:50 Ehemals hochrangiger ukrainischer Militär in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt +++

Der ehemalige erste Stellvertreter des Kommandanten der ukrainischen Marine, Vizeadmiral Serhij Jelisejew, wird in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt und seines militärischen Ranges als Vizeadmiral enthoben. Dies teilt die ukrainische Staatsanwaltschaft mit. Jelisejew übte demnach zu Beginn der Besetzung der Krim 2014 faktisch die Aufgaben des Kommandanten der ukrainischen Marine aus, weigerte sich jedoch, die Befehle Kiews auszuführen, verstieß gegen seinen Militäreid und lief zu Russland über. Die Staatsanwaltschaft wies nach eigenen Angaben nach, dass seine Handlungen zur Untergrabung der Verteidigungsfähigkeit der Ukraine, zur Eroberung ukrainischer Kriegsschiffe und zur Erlangung der Kontrolle der russischen Streitkräfte über die Krim-Halbinsel beitrugen. Er wurde des Hochverrats, der Desertion, der Verletzung der territorialen Integrität und Unversehrtheit der Ukraine, der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und der Durchführung aggressiver Kriegshandlungen für schuldig befunden. Er ist einer der ersten hochrangigen Offiziere der ukrainischen Marine, gegen den ein Strafverfahren wegen Landesverrats eingeleitet wurde.

+++ 11:14 Botschafter Lambsdorff im russischen Außenministerium +++

Die Botschafter Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands, Nicolas de Rivière, Nigel Casey und Alexander Graf Lambsdorff, sind im russischen Außenministerium eingetroffen. Das Ministerium veröffentlicht ein Video, das die Ankunft der drei Diplomaten am Gebäude im Zentrum der russischen Hauptstadt zeigt. Hier wollen sie sich laut der Agentur Tass mit dem stellvertretenden Minister Michail Galuzin treffen. Am Mittwoch verkündete der russische Außenminister Sergej Lawrow, die drei Botschafter hätten um ein Treffen mit seinem Stellvertreter im Außenministerium gebeten, um über den Ukraine-Konflikt zu reden. "Wir werden uns mit ihnen treffen und ihnen zuhören. Ich bin einfach neugierig, wie sie ihre Anliegen vortragen werden, die zu konstruktiven Überlegungen führen könnten."

+++ 10:42 Lage für ukrainische Truppen bei Kostjantyniwka kritisch +++

Die Lage für die Verteidiger der Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine verschlechtert sich. "Kostjantyniwka selbst befindet sich in einer Halbeinkreisung, da der Gegner im Bereich von Tschassiw Jar und Berestok vorgestoßen ist", sagt Serhij Jaryj, Kommandeur eines Drohnenbataillons der 28. mechanisierten Brigade, dem Nachrichtenportal Hromadske. Die russische Armee versuche die zwei Hauptnachschubwege in die Stadt zu kontrollieren. "Dadurch ist die Logistik in einer sehr angespannten Lage: Evakuierungen, Versorgung und das Nachführen von Infanterie nach Kostjantyniwka sind sehr erschwert". Ukrainische Lagekarten bestätigen die Umfassung der stark zerstörten Industriestadt von drei Seiten. Zuvor hatten auch andere ukrainische Militärs die Lage als sehr schwierig geschildert.

+++ 10:21 Merz: Ukraine gehört auf lange Sicht zur EU +++

Bundeskanzler Friedrich Merz sichert der Ukraine die weitere Unterstützung der Bundesregierung zugesichert. Das Ziel bleibe ein gerechter und dauerhafter Frieden, "der auch unsere Sicherheitsinteressen berücksichtigt", sagte er in einer Regierungserklärung im Bundestag. Dafür unterstütze man die Ukraine. "Wir haben das gestern getan, wir tun das heute und wir tun das morgen, solange wie es notwendig ist." Gegen Russlands "offenkundige Bereitschaft zur Eskalation" stärke man die Ostflanke der Nato und unterstütze zugleich die Bemühungen für eine Verhandlungslösung. "Ein tragfähiger Frieden wird nur in Verhandlungen mit Beteiligung der Ukraine, mit Russland, der USA und Europa erreicht werden können, anders wird es nicht möglich sein." Die Ukraine verteidige ihre Freiheit und die Freiheit und Sicherheit in ganz Europa. Denn sie gehöre zu Europa und in längerer Perspektive auch zur Europäischen Union, so Merz.

+++ 09:49 Gouverneur: Tanklastwagen erreichen Sewastopol nicht +++

Die Lage wird offenbar nicht gerade besser auf der russisch besetzten Krim. Wie "Kyiv Post" schreibt, kommt man derzeit auch mit Rationierungsmarken für Benzin nicht weiter. Die Behörden in Sewastopol hätten deren Verwendung vorübergehend ausgesetzt, Lieferwagen konnten nach ukrainischen Angriffen keinen Treibstoff mehr ausliefern. "Leider konnten die Tanklastwagen heute Abend nicht in die Stadt kommen“, schreibt Gouverneur Michail Razvozhajew auf Telegram. Er fügt hinzu, dass an diesem Donnerstag vorrangig öffentliche Verkehrsmittel und Versorgungsunternehmen sowie Rettungs- und Regierungsfahrzeuge betankt würden. Die Unterbrechung erfolgt vor dem Hintergrund einer allgemeinen Treibstoffknappheit auf der Krim und verstärkter ukrainischer Drohnenangriffe auf die russische Energie- und Verkehrsinfrastruktur.

+++ 09:18 Atomkraftwerk Saporischschja erneut ohne Strom +++

Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine ist erneut von der äußeren Stromversorgung abgeschnitten. Die zur Anlage führende Hochspannungsleitung sei am Abend automatisch abgeschaltet worden, teilt die Kraftwerksleitung mit. Die als Reserve bereitstehenden Dieselgeneratoren hätten die Stromversorgung übernommen. Erhöhte Radioaktivität sei nicht ausgetreten. "Die Nacht verlief in Enerhodar und dem Umkreis des Atomkraftwerks Saporischschja relativ ruhig", sagt die von Moskau eingesetzte Kommunikationsleiterin des AKW, Jewgenija Jaschina, der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Es habe nur vereinzelt Drohnenbeschuss gegeben. Allerdings sei die gesamte Stadt ohne Stromversorgung. 

+++ 08:45 Ukraine: Iskander-Raketen und Dutzende Drohnen abgeschossen +++

Laut den ukrainischen Luftstreitkräften hat die russische Armee die Ukraine mit zwei Iskander-M-Lenkflugkörpern und 221 Drohnen verschiedener Typen angegriffen. Die Verteidigungskräfte hätten 195 feindliche Drohnen außer Gefecht gesetzt. Treffer durch Raketen und Angriffsdrohnen wurden demnach an neun Standorten registriert, außerdem gab es Trümmerteile abgeschossener Drohnen an acht Standorten. "Der Angriff dauert an, im Luftraum befinden sich feindliche Drohnen. Halten Sie sich an die Sicherheitsvorschriften!", so die Warnung der Streitkräfte am Morgen.

+++ 08:12 Ukraine: Massenproduktion von billiger Patriot-Alternative könnte im August beginnen +++

Nun schreibt es auch die "Financial Times": Die Ukraine hat eine neue Boden-Luft-Rakete getestet, die eine kostengünstige Alternative zum US-Patriot-System sein könnte. Der ukrainische Rüstungshersteller Fire Point gab demnach bekannt, dass er letzte Woche den ersten Flugtest seines Raketenabwehrsystems FP-7.x durchgeführt habe. Mitbegründer Denys Shtilierman nennt diesen in einem Interview mit der Zeitung "ziemlich erfolgreich". Laut dem Hersteller ist FP-7.x dazu gedacht, russische ballistische Raketen und Drohnen abzuwehren – und das zu einem Bruchteil der Kosten bestehender westlicher Systeme. Auch könne es letztendlich in weitaus größeren Stückzahlen produziert werden. Die Massenproduktion der Rakete könne im August beginnen, so Shtilierman, vorbehaltlich der Lieferung eines Infrarot-Suchkopfs für die Lenkung, den Fire Point von der deutschen Firma Diehl Defence beziehen wollte. Die fertigen Raketen würden bis 2027 bereitstehen. Eine Abfangrakete soll laut dem Unternehmen 700.000 Dollar kosten. Das wäre deutlich billiger als die ohnehin kaum mehr lieferbaren Patriot-Raketen.

+++ 07:39 Raffinerie in Südrussland nach Drohnenattacke beschädigt +++

Der durch einen ukrainischen Drohnenangriff entstandene Brand in einer Raffinerie in der städtischen Siedlung Afipski unweit der südrussischen Millionenstadt Krasnodar soll inzwischen gelöscht sein. Dies teilt der Krisenstab der Region Krasnodar mit. "Verletzte hat es nicht gegeben", heißt es. Derweil schreibt Gouverneur Wenjamin Kondratjew auf seinem Telegram-Kanal, es gebe drei Verletzte in der Region durch Drohnenangriffe. Sie seien durch herabfallende Trümmerteile auf Wohnhäuser zu Schaden gekommen. In Afipski steht eine der größten Raffinerien Südrusslands. Im ersten Kriegsjahr soll sie Medienangaben zufolge noch rund sieben Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet haben. Inzwischen wurde die Anlage aber mehrfach zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe (siehe Eintrag um 02:37)

+++ 07:07 Bundeswehr probt den Drohnenkampf +++

Kampfpanzer mit Schutznetzen, Drohnenüberflüge, elektronische Störmaßnahmen: Die für den Einsatz an der Nato-Ostflanke bestimmte Panzerbrigade 45 setzt in Litauen bei ihrer ersten Gefechtsübung bei "Freedom Shield 2026" Lehren um, die aus dem Ukraine-Krieg gezogen wurden. Dazu gelte es, einen veränderten Fähigkeitsmix zu üben, sagt Brigadegeneral Christoph Hube auf dem Truppenübungsplatz Pabrade nahe der Grenze zu Belarus. Geübt werde das Gefecht der Panzertruppen in Verbindung mit den neuen Fähigkeiten: Drohnen, Drohnenabwehr und Maßnahmen der elektronischen Kampfführung. Es gehe auch darum, über der eigenen Truppe einen Schutzschirm aus Störmaßnahmen und Abwehrfeuer zu errichten und den Schutzschirm des Gegners möglichst zu zerschlagen. "Dabei lernen wir natürlich von dem, was wir sehen in der Ukraine", sagt er. Es gehe darum, sich auf mögliche Gefechtsszenarien der Zukunft vorzubereiten, "nicht auf den Krieg der Vergangenheit". Mit der Aufstellung der Brigade reagiert Deutschland auf die wachsende Bedrohung durch Russland. Bis 2027 soll der Verband mit einer Gesamtstärke von 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern voll einsatzfähig sein. 

+++ 06:34 Berichte über Angriffe auf die Krim - Brücken offenbar getroffen +++

Explosionen erschüttern ukrainischen Berichten zufolge die von Russland besetzte Krim. Wie "Kyiv Independent" unter Berufung auf lokale Meldungen schreibt, handelt es sich dabei offenbar um einen groß angelegten Angriff auf der gesamten Halbinsel. Demnach werden offenbar mehrere militärische Einrichtungen bei einem andauernden ukrainischen Drohnen- und Raketenangriff getroffen. Laut dem pro-ukrainischen Telegram-Kanal "Krimskyj Weter" soll eine Brücke in Armiansk, einer Stadt im Norden der Krim nahe dem ukrainischen Festland, getroffen worden sein, ebenso wie eine Brücke am Ortseingang von Krasnoperekopsk aus Richtung Armiansk. "Es scheint, als gäbe es keine intakten Brücken mehr auf den Landzugängen zur Halbinsel", schreibt der Kanal. Auch weiter südlich werden Explosionen in Sewastopol gemeldet. "Krimskyj Weter" berichtet, dass Anwohner Raketenstarts vom Kap Fiolent und mehrere Explosionen in der ganzen Stadt gemeldet hätten.

+++ 05:58 "Reserven sind aufgebraucht" - Russische Wirtschaft kommt an ihre Grenzen +++

Die russische Wirtschaft zeigt einer Studie zufolge deutliche Anzeichen struktureller Erschöpfung. Die liquiden Vermögenswerte des russischen Staatsfonds seien von 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu Kriegsbeginn auf aktuell 1,8 Prozent gesunken, heißt es in der Untersuchung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und des Stockholm Institute of Transition Economics. Gleichzeitig habe das Defizit des Bundeshaushalts bereits in den ersten drei Monaten das für das gesamte Jahr angestrebte Ziel der Regierung überschritten. Die Öl- und Gaseinnahmen wiederum seien im ersten Quartal um 45 Prozent zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. "In den ersten Jahren des Krieges gegen die Ukraine hat sich die russische Wirtschaft als widerstandsfähiger erwiesen, als viele erwartet hatten. Doch nun sind die Reserven aufgebraucht", sagt IfW-Präsident Moritz Schularick. "Die wirtschaftlichen Grundlagen haben sich deutlich abgeschwächt." Die fiskalischen Reserven seien weitgehend aufgebraucht. Das Wachstum sei zum Stillstand gekommen. "Gleichzeitig dürften höhere Ölpreise infolge des Krieges am Golf vermutlich nur vorübergehende fiskalische Effekte haben", betont Schularick.

+++ 05:26 Rosneft-Raffinerie in Samara bis auf Weiteres außer Betrieb +++

Nach einem Drohnenangriff in der Nacht zum Mittwoch muss die Kuibyschew-Raffinerie in Samara den Betrieb bis auf Weiteres vollständig einstellen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Quellen in der Öl- und Gasindustrie. Der Angriff auf die Raffinerie des russischen Rosneft-Konzerns habe erhebliche Schäden verursacht, derzeit sei die Anlage nicht betriebsbereit, heißt es. Das Werk zählt zu den wichtigsten Treibstoffproduzenten in Russland, insbesondere für den Bedarf der russischen Armee. 

+++ 02:37 Feuer in Raffinerie im russischen Krasnodar +++

Die südrussische Region Krasnodar ist örtlichen Behörden zufolge Ziel eines Drohnenangriffs geworden. Die Behörden teilten mit, dass infolge des Angriffs in der Afipsky-Raffinerie ein Feuer ausgebrochen ist. Zudem sei in der Gegend um Afipsky eine Gaspipeline beschädigt worden.

+++ 01:13 Viele Verletzte nach russischem Angriff in Ostukraine +++

In der ostukrainischen Industriestadt Pawlohrad sind bei einem russischen Angriff mindestens zwölf Menschen verletzt worden. Ein mehrstöckiges Wohngebäude sei beschädigt worden, schreibt der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram. Ein Brand sei ausgebrochen. Nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft handelte es sich um einen Drohnenangriff.

+++ 23:24 Ukraine wirft Russland Drohnenangriffe auf Frachter vor +++

Die Ukraine wirft Russland vor, zwei Frachter im Schwarzen Meer mit Drohnen attackiert zu haben. Die Handelsschiffe seien unter der Flagge von Barbados und Panama unterwegs gewesen, erklärt das ukrainische Ministerium für kommunale und territoriale Entwicklung. Eines habe Weizen transportiert, das andere sei auf dem Weg zu einem Hafen in der Region Odessa gewesen, um Metall zu laden. Den Angaben zufolge brach an Bord eines Frachters ein Feuer aus, das von der Besatzung jedoch schnell gelöscht werden konnte. Verletzt worden sei niemand und die Frachter hätten ihre Fahrt fortsetzten können. Russland versuche, den Betrieb des ukrainischen Seekorridors zu behindern, sagt Oleg Kiper, Gouverneur der südukrainischen Region Odessa.

+++ 22:02 Bericht: Russland baut große Militärbasis nahe Finnlands Grenze +++

Weniger als 180 Kilometer von der finnisch-russischen Grenze entfernt, entsteht im russischen Nowaja Wilga einem Medienbericht zufolge ein großer Militärstützpunkt. Wie Finnlands öffentlich-rechtlicher Rundfunk Yle meldet, schreiten die im Frühjahr begonnenen Bauarbeiten nahe der Stadt Petrosawodsk zügig voran. Etwa ein Dutzend große Kasernengebäude befinden sich demnach bereits im Bau. Der Militärexperte Marco Eklund schätzt, dass in der fertigen Militärstadt 4000 bis 6000 Soldaten stationiert werden können.  

+++ 21:28 Ukraine führt "Tag der Drohnen-Kräfte" ein +++

Der massenhafte Einsatz von Drohnen hat die Kriegsführung verändert - die Ukraine führt nun einen "Tag der unbemannten Systeme" ein. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, ein entsprechendes Dekret unterzeichnet zu haben. Dieser "spezielle Tag" sei ein Zeichen des Respekts und werde von nun an jedes Jahr an 11. Juni begangen. Die "Kräfte Unbemannter Systeme" sind eine Teilstreitkraft des ukrainischen Militärs. Als erstes Land habe die Ukraine einen solchen Zweig aufgebaut, betont Selenskyj.

+++ 20:30 Firmenich: "Atmosphäre in Moskau ist durchaus relaxed" +++

Ruth Firmenich, Europaabgeordnete für das BSW, reist mit einem Parteikollegen für diplomatische Gespräche nach Moskau. Wie der Dialog mit den russischen Vertretern lief und was ihre Motivation für den Schritt war, hat sie ntv-Korrespondent Rainer Munz erklärt.

+++ 20:08 Pawlohrad attackiert - mehrere Verletzte +++

Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Stadt Pawlohrad sind nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen verletzt worden. Dem Gouverneur der Region Dnipropetrowsk zufolge befindet sich eine 75-jährige Frau in einem ernsten Zustand. Durch den Angriff sei ein mehrstöckiges Gebäude beschädigt worden und ein Feuer ausgebrochen, so der Gouverneur.

+++ 19:37 Schickt Russland Techniker und Logistik-Personal zu Angriffen? +++

Obwohl sie nicht zur Artillerie gehören, sollen russische Militärangehörige zu Angriffen im Osten der Ukraine geschickt worden sein. Laut dem Institute for the Study of War (ISW) berichtet dies ein ukrainischer Offizier einer Brigade, die in Richtung Lyman operiert. Logistikpersonal, Reparaturtechniker und anderes Nicht-Infanterie-Personal seien zum Vorstoß entsendet worden, da nicht genügend Soldaten der Infanterie an der Front seien, so die ukrainischen Angaben. Unabhängig überprüfen lassen sich die Behauptungen nicht.

+++ 18:12 Blog: Russen rücken an Frontabschnitt im Osten voran +++

Das russische Militär kommt anscheinend an einem Frontabschnitt im Osten der Ukraine voran: Russische Truppen seien nahe Rodynske in der Oblast Donzek vorangerückt, meldet der ukrainische Militärblog Deepstate.

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