Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 19:33 Estland fordert EU-Einreiseverbot für russische Kämpfer +++
Der estnische Innenminister Igor Taro fordert die Europäische Union auf, ihre Visapolitik gegenüber russischen Staatsbürgern zu verschärfen. Russen, die gegen die Ukraine gekämpft haben, sollte die EU auf die Schengen-Einreiseverbotsliste setzen, sagt Taro nach Angaben des estnischen Innenministeriums. "Ich stimme EU-Kommissar Magnus Brunner zu, dass die steigende Zahl an Touristenvisa für russische Staatsbürger unter den gegebenen Umständen völlig inakzeptabel ist", sagt Taro. "Während unschuldige Ukrainer bei Raketenangriffen sterben, sollte es Bürgern des Aggressorstaates nicht erlaubt sein, in Europa Urlaub zu machen und einzukaufen, als wäre nichts geschehen." Taro sagte, dass die Beschränkungen einheitlich in der gesamten Europäischen Union und im Schengen-Raum gelten sollten und nicht nur unverbindliche Empfehlungen für einzelne Länder bleiben dürften.
+++ 18:39 Russische Gleitbomben töten mindestens zwei Menschen in Kramatorsk +++
Bei russischen Bombenangriffen auf die ostukrainische Stadt Kramatorsk sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Ein weiterer sei verletzt worden, teilt der Militärgouverneur des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Die russische Luftwaffe habe drei Gleitbomben abgeworfen. Filaschkin forderte die verbliebenen Einwohner ein weiteres Mal zur Flucht aus den frontnahen Gebieten auf. Kramatorsk ist nur etwas mehr als zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt.
+++ 17:49 Fünf ukrainische Polizisten bei russischen Drohnenangriff in Charkiw verletzt +++
Russische Truppen haben die Stadt Derhachi in der Region Charkiw zweimal mit Kampfdrohnen angegriffen - bei dem zweiten Angriff wurden fünf Polizisten verletzt. Das teilt Wjatscheslaw Zadorenko, Leiter der Militärverwaltung der Stadt Derhatschi, auf Facebook mit. Gegen 5:20 Uhr morgens führten russische Truppen demnach eine attacke mit einer "Geran-2" -Drohne auf ein privates Wohngrundstück durch. Die Drohne detonierte nicht. Polizeibeamte trafen am Einsatzort ein, um möglichen Opfern zu helfen und den Sprengsatz bis zum Eintreffen von Kampfmittelräumern zu sichern. Etwa drei Stunden später, gegen 8:20 Uhr, griffen russische Streitkräfte dasselbe Wohngebäude erneut mit einer "Geran-2"-Drohne an. Infolge des Schlags erlitten fünf im Dienst befindliche Polizeibeamte ein akustisches Trauma. Sie befinden sich derzeit in einer medizinischen Einrichtung und werden dort versorgt.
+++ 16:58 Nato-Militärchef kann sich nicht vorstellen, dass "die Ukraine einfach Gebiete zurückgewinnt" +++
Die Nato sieht sich laut ihrem obersten Militär, Admiral Giuseppe Cavo Dragone, in einer tiefen strategischen Bewährungsprobe, zeigt sich aber handlungsfähig. Im Interview mit dem „Kyiv Independent“ erklärt der Vorsitzende des Nato-Militärausschusses, die Ukraine gewinne derzeit „etwas an Boden“, ein klarer militärischer Sieg sei jedoch unrealistisch. Er könne sich nicht vorstellen, dass "die Ukraine einfach Gebiete zurückgewinnt" - entscheidend bleibe ein Waffenstillstand und anschließende Verhandlungen. Der Krieg diene der Nato zugleich als Lernfeld, insbesondere bei Drohnen, elektronischer Kriegsführung und schneller Innovation. Die Allianz passe ihre Beschaffung an und setze stärker auf eine Mischung aus High-End- und kostengünstigen Systemen. Russland bleibe eine konkrete Bedrohung, auch für die Ostflanke, allerdings sei die Nato auf mögliche Eskalationen vorbereitet.
+++ 16:15 Drohnen verwandeln russische Lagerhallen in Rauchsäulen +++
Eine Welle ukrainischer Drohnenangriffe trifft in Russland zwei Lagerhäuser und eine Ölanlage. Mehrere Nachtschicht-Arbeiter kommen dabei nach russischen Angaben ums Leben, Dutzende werden verletzt. Laut Selenskyj soll der Betreiber der Lagerhäuser sanktionierte Bauteile unter anderem für Drohnen geliefert haben (Siehe Ticker-Eintrag um 11.36 Uhr).
+++ 15:33 Russen entwickeln auf Telegram Schwarzmarkt für Benzin +++
Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien führen seit Wochen zu spürbaren Engpässen an Tankstellen. Berichten zufolge kommt es vermehrt zu Konflikten unter Autofahrern sowie zu Diebstählen von Benzin und Diesel. Parallel etabliert sich ein wachsender Grau- und Schwarzmarkt für Kraftstoffe. Wie die Zeitung "Nowaja Gaseta Europa" berichtet, verlagert sich der Handel zunehmend auf Telegram, wo zahlreiche Kanäle Kauf- und Verkaufsangebote bündeln. Besonders auf der annektierten Krim ist die Nachfrage hoch. Anbieter werben mit schneller Lieferung direkt zum Fahrzeug, teils per Taxi, oft innerhalb weniger Stunden – in der Regel gegen Vorauszahlung eines Teilbetrags.
+++ 14:59 Ukraine plant Legalisierung von Pornos - für mehr Steuereinnahmen +++
Das ukrainische Parlament plant, Pornografie künftig zu legalisieren. Ein erster entsprechender Gesetzentwurf scheiterte zunächst knapp im Parlament. In der Folge erarbeitete eine fraktionsübergreifende Initiative einen neuen Vorschlag, der unter anderem verschärfte Maßnahmen zum Schutz von Minderjährigen vorsieht. Änderungen im Detail sind weiterhin möglich, das Vorhaben gilt jedoch als grundsätzlich auf den Weg gebracht. Nach Einschätzung von Experten ist die Entscheidung auch fiskalisch relevant. Durch das bisherige Verbot sind dem Staat demnach jährlich mindestens 20 Millionen Euro an Steuereinnahmen entgangen. Auslöser für die neue Dynamik waren Ermittlungen ukrainischer Sicherheitsbehörden, deren Ergebnisse Ende Mai veröffentlicht wurden. Demnach deckten ranghohe Polizeibeamte in fünf westukrainischen Regionen den Betrieb von Pornostudios gegen Bestechungsgelder.
+++ 14:32 Kiews Generalstab meldet Angriffe auf ein Öldepot, Tanker und Schiff "Svetlyak" +++
In der Nacht haben die ukrainischen Streitkräfte nach eigenen Angaben diverse russische Ziele angegriffen - darunter ein Öldepot in der Oblast Moskau, Schiffe im Asowschen Meer und im Schwarzen Meer, ein russisches Patrouillenboot in Kertsch und eine Eisenbahnbrücke in der von Russland besetzten Oblast Luhansk an. Demnach wurde das Öldepot von Nafto-Servis in der Stadt Noginsk in der Oblast Moskau getroffen, wodurch in der Anlage ein Brand ausbrach. Der Generalstab erklärte, die Anlage werde zur Lagerung und Versorgung mit Treibstoff genutzt, unter anderem für den Bedarf der russischen Streitkräfte. Die ukrainischen Verteidigungskräfte haben außerdem zwei Tanker, zwei Schwimmkräne und einen Schlepper in den Gewässern des Asowschen Meeres und des Schwarzen Meeres angegriffen. Ein Angriff auf ein Patrouillenboot der Svetlyak-Klasse in Kertsch wurde ebenfalls gemeldet. Der Generalstab merkte an, dass dies bereits das zweite Schiff dieses Typs sei, das in den letzten zwei Tagen angegriffen wurde. Darüber hinaus griffen ukrainische Streitkräfte eine Eisenbahnbrücke über den Fluss Bila in der Nähe von Sabivka in der Oblast Luhansk an, die die Russen für die militärische Logistik nutzten.
+++ 14:03 Gouverneur: Sechs Tote nach russischen Angriffen auf Tschernihiw +++
Innerhalb von 24 Stunden sind sechs Menschen bei russischen Angriffen auf die Region Tschernihiw im Norden der Ukraine getötet worden. Das teilt Vyacheslav Chaus, der Gouverneur der Region, den sozialen Medien mit. Unter den Todesopfern seien auch drei Kinder. Vor dem russischen Angriff auf die Ukraine lebten in der Region mehr als 900.000 Menschen. Sie grenzt im Nordwesten an Belarus und im Nordosten an Russland.
+++ 13:27 Russland: Zahl der Todesopfer nach ukrainischen Angriffen auf Moskau und Tambow steigt auf acht +++
Bei ukrainischen Angriffen auf zwei Logistikzentren in Russland (siehe Einträge 11:36 und 06:01) sind nach jüngsten Behördenangaben insgesamt acht Menschen getötet worden. Laut dem Gouverneur der westrussischen Region Tambow, Jewgeni Perwijschow, wurden bei einer Attacke in der Stadt Kotowsk sieben Angestellte in einer Einrichtung des Onlinehändlers Wildberries während der Nachtschicht getötet. 24 weitere Menschen wurden demnach dort verletzt. In Elektrostal in der Region Moskau wurde nach Angaben des Gouverneurs Andrej Worobjow ein weiteres Wildberries-Lager durch eine Drohne beschädigt. Ein Mensch sei getötet, 37 weitere seien verletzt worden.
+++ 13:00 Ukraine: Ein Todesopfer bei russischem Angriff auf den Hafen von Odessa +++
Bei einem russischen Angriff auf den Hafen der ukrainischen Schwarzmeer-Stadt Odessa ist nach Behördenangaben ein Mensch getötet worden. Drei weitere Menschen seien verletzt worden, teilt der Regionalgouverneur Oleh Kiper auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Bei dem Angriff wurde demnach ein Schiff unter der Flagge von Antigua und Barbuda getroffen. Hafeneinrichtungen wie Gebäude, Lagertanks und Lagerhäuser seien beschädigt worden.
+++ 12:39 Bericht: Russland verlegt Drohnenstreitkräfte zum Schwarzen Meer +++
Die russischen Streitkräfte haben bis zu 200 Drohnenpiloten, Einheiten des russischen Elite-Zentrums für fortschrittliche unbemannte Technologie "Rubikon", von der Front in der Ukraine an das Schwarze Meer und das Asowsche Meer verlegt, um dort die russische Schattenflotte besser schützen zu können. Diese Beobachtung teilt Robert "Magyar" Browdi, Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme, in den sozialen Medien mit. Auch Teile der Luftverteidigungsdivision sollen von der Front in Richtung Schattenflotte abgezogen worden sein, so der Chef der Drohnenkräfte.
+++ 12:05 Gouverneur zählt mehr als 800 Angriffe auf Saporischschja binnen eines Tages +++
Die russischen Streitkräfte haben die Region Saporischschja im Südosten der Ukraine binnen eines Tages 851 Mal angegriffen. Das teilt der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, auf Telegram mit. Dabei wurde eine Person getötet und zwei weitere, darunter ein Kind, verletzt.
+++ 11:36 Selenskyj bekennt sich zu Angriffen auf wichtige Logistikzentren in Russland +++
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben zwei wichtige Logistikzentren in den russischen Regionen Moskau und Tambow sowie eine Ölanlage angegriffen. Die Logistikzentren seien für die Lieferung sanktionierter Bauteile für die Drohnenproduktion und Navigationsgeräte genutzt worden, teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem hätten ukrainische Angriffe Ziele im Asowschen und im Schwarzen Meer getroffen. Russischen Angaben zufolge wurde bei den Drohnenangriffen ein Lagerhaus des größten russischen Online-Händlers Wildberries in der Stadt Kotowsk in der südlichen Region Tambow getroffen, wobei sieben Mitarbeiter der Nachtschicht getötet worden seien.
+++ 10:50 Ukraine lässt neue Abfangdrohne "Cyclops" für den Einsatz zu +++
Das ukrainische Verteidigungsministerium hat ein neues Modell einer Abfangdrohne für den Einsatz in den ukrainischen Streitkräften zugelassen. Das teilt das ukrainische Verteidigungsministerium mit. "Hohe Manövrierfähigkeit, präzises und reibungsloses Steuern bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten, hohe taktische und technische Eigenschaften", preist das Ministerium die neue Abfangdrohne namens Typ "Cyclops". Sie könne zur Bekämpfung von Luft- und Bodenzielen eingesetzt werden. Die Abfangdrohne stammt aus ukrainischer Produktion, sie hat eine Spannweite von etwas über einem Meter, kann fast 1,5 Stunden in der Luft bleiben und kann höher fliegen als die maximale Einsatzhöhe russischer Kampf- oder Aufklärungsdrohnen, erklärt das ukrainische Verteidigungsministerium.
+++ 10:00 Frankreich bestellt nach Cyberattacken russischen Diplomaten ein +++
Das französische Außenministerium hat einen russischen Diplomaten wegen der russischen Cyberangriffe einbestellt. Das teilt das französische Außenministerium mit. "Ziel dieser Vorladung war es, die von Russland in Frankreich durchgeführten böswilligen Cyberaktivitäten, insbesondere diejenigen, die vom 16. Zentrum des FSB durchgeführt werden, auf das Schärfste zu verurteilen", heißt es in der Erklärung. Diese Aktivitäten, die auch zahlreiche europäische Partner beträfen, seien inakzeptabel und einem ständigen Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen unwürdig.
+++ 09:10 ISW: Russisches Militär stellt sich strategisch auf Stellungskrieg in der Ukraine ein +++
Das russische Verteidigungsministerium scheint darauf bedacht zu sein, die russischen Streitkräfte für eine fortgesetzte Stellungskriegsführung in der Ukraine zu optimieren. Das schreiben die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) in ihrem jüngsten Bericht. Die Analysten des ISW beziehen sich in ihrem Bericht auf geolokalisiertes Bild- und Filmmaterial der vergangenen Tage sowie die Ergebnisse einer Sitzung des russischen Verteidigungsrates. Das russische Militär habe seine Nachschublieferung auf das Schlachtfeld gesteigert. Ebenso ziele das russische Verteidigungsministerium darauf ab, den Mangel an Drohnenpiloten in den Griff zu bekommen. Dies deute laut ISW-Analysten darauf hin, dass wahrscheinlich weiterhin Schwierigkeiten haben werden, nennenswerte territoriale Gewinne zu erzielen, wie dies bereits in den vergangenen Monaten der Fall war. Im Juli 2026 haben die russischen Streitkräfte laut ISW bislang täglich 1,6 Quadratkilometer an Boden verloren.
+++ 08:18 Ukraine veröffentlicht Zahlen zu russischen Verlusten +++
Der ukrainische Generalstab veröffentlicht neue Verlustzahlen zu den russischen Truppen in der Ukraine. Demnach soll Russland seit dem 24. Februar 2022 rund 1.427.410 Soldaten in der Ukraine verloren haben. Allein innerhalb von 24 Stunden betrage die Zahl der Verluste 1420. Dem Bericht aus Kiew zufolge sollen unter anderem außerdem drei Panzer, 85 Artilleriesysteme und 1914 Drohnen zerstört worden sein. Insgesamt soll Russland laut der Ukraine seit Beginn des Großangriffs 12.151 Panzer, 46.169 Artilleriesysteme, 1337 Flugabwehrsysteme und 438 Flugzeuge, 354 Hubschrauber, 414.798 Drohnen, 34 Schiffe sowie zwei U-Boote verloren haben. Westliche Schätzungen nennen geringere Verlustzahlen - wobei das auch nur Mindestwerte sind.
+++ 07:35 Moskau meldet massiven ukrainischen Drohnenangriff +++
Die russische Hauptstadt Moskau meldet massive Drohnenangriffe. Insgesamt seien von der ukrainischen Armee 370 Drohnen in Richtung Moskau gestartet worden, erklärt Bürgermeister Sergej Sobjanin im Internet. "Die meisten wurden von der Luftabwehr bereits in weiter Ferne neutralisiert. 64 feindliche Drohnen wurden im Anflug auf Moskau zerstört."
+++ 06:47 ISW: Keine Vorstöße an der Front in der Ukraine +++
Weder die ukrainischen noch die russischen Streitkräfte erzielten bestätigte Vorstöße. Das schreiben die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) in ihrem jüngsten Bericht. Die Analysten des ISW beziehen sich in ihrem Bericht auf geolokalisiertes Bild- und Filmmaterial der vergangenen Tage. Zunehmend gibt es vermehrt Tage, in denen sich die Front in der Ukraine zum Stellungskrieg entwickelt.
+++ 06:01 Gouverneur: Sieben Tote bei ukrainischem Angriff auf Logistikzentrum im russischen Tambow +++
Bei einem ukrainischen Angriff auf ein Logistikzentrum in Russland sind nach Behördenangaben sieben Menschen getötet und 24 weitere verletzt worden. Der Drohnenangriff habe sich in der Stadt Kotowsk ereignet, erklärt der Gouverneur der westrussischen Region Tambow, Jewgeni Perwijschow. Bei den Todesopfern habe es sich um Mitarbeiter der Nachtschicht in dem Logistikzentrum gehandelt.
+++ 04:36 Wadephul will Schuldenbremse-Ausnahme für Ukraine-Hilfen +++
Außenminister Johann Wadephul unterstützt die Forderung von Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, die Ukraine-Hilfen genauso wie Verteidigungsinvestitionen von der Schuldenbremse auszunehmen. "Ich halte das für eine sinnvolle Idee", sagt Wadephul dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Darüber muss jetzt in der Koalition diskutiert und im Herbst entschieden werden." Alabali Radovan hat zuvor auf einen solchen Schritt gedrängt, der den finanziellen Spielraum für humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe erhöhen würde.
+++ 02:19 Wadephul: Putin sollte "für sein Land sehr schädlichen Krieg" beenden +++
Außenminister Johann Wadephul drängt auf eine Verhandlungslösung für den Ukraine-Krieg. Hierbei seien auch die Europäer gefragt. "Die USA haben im Ukraine-Dossier zuletzt ein weniger starkes Engagement gezeigt. Insofern haben wir Europäer nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die klare Aufgabe, uns zu engagieren", sagt er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Deutschland, Frankreich und Großbritannien hätten dazu einen Vorstoß gemacht. Das Wichtigste sei, "endlich einen Weg für Gespräche zu finden". Putin verschließe sich dem bislang, so der Minister. "Es liegt also an ihm, denn er muss jetzt die Chance ergreifen, diesen auch für sein Land sehr schädlichen Krieg zu beenden", sagt Wadephul.
+++ 00:45 Trotz Verbot: Ukrainische Medien berichten über Korruptionsvorwürfe +++
In der Ukraine haben sich acht große Medienhäuser einem gerichtlichen Verbot widersetzt und über Korruptionsvorwürfe im Umfeld des Direktors der Ermittlungsbehörde SBI berichtet. "Wir betrachten dieses Verbot als einen eklatanten Akt der Zensur", erklärt das Medienhaus Suspilne, das an der Veröffentlichung beteiligt war. Deshalb sei es nötig, "zusammen mit anderen die Ergebnisse der Recherche zu herauszugeben". Die Investigativplattform "Slidstvo.Info" und die Anti-Korruptions-Organisation Antac hatten zu Immobiliengeschäften des Bruders von SBI-Chef Oleksyj Suchatschow recherchiert, der 143 Immobilien erworben haben soll. Suchatschows Behörde ist unter anderem für die Strafverfolgung von Richtern und Militärangehörigen zuständig.
+++ 23:04 Russland meldet Todesopfer auf der Krim +++
Auf der von Russland bereits 2014 annektierten ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim sind nach russischen Angaben mindestens zwei Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden. Ein weiterer sei verletzt worden, teilt der von Moskau eingesetzte regionale Verwaltungschef, Sergej Aksjonow, bei Telegram mit. Der Angriff fand demnach im Nordteil der Krim statt. Die Angaben sind bisher nicht unabhängig verifiziert.
+++ 21:50 Ukrainer protestieren weiter gegen Entlassung des Verteidigungsministers +++
In Kiew und anderen Städten der Ukraine gibt es den dritten Tag in Folge Proteste gegen die Personalpolitik von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die Demonstranten fordern vor allem die Wiedereinsetzung des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform meldete. Viele verlangten auch eine Entlassung des Oberkommandierenden der Armee, Olexander Syrskyj. Gemeinsames Zeichen der Proteste waren die Losungen auf braunen Papptafeln. Selenskyj hat bei einer größeren Regierungsumbildung den erst seit einem halben Jahr amtierenden Fedorow aus dem Kabinett entfernt.
Der 35 Jahre alte Minister gilt als Reformer, der das Beschaffungswesen für die Armee verändert hat und der stark auf Technisierung und Digitalisierung der ukrainischen Verteidigung setzt. Allerdings lag Fedorow, wie er selbst eingesteht, in einem Dauerstreit mit General Syrskyj. Selenskyj entschied sich in diesem Konflikt dafür, an dem Oberkommandierenden festzuhalten. Als neuen Verteidigungsminister will der Präsident den bisherigen kommissarischen Chef des Geheimdienstes SBU, Jewhenij Chmara, nominieren.
+++ 21:05 Mindestens zehn Tote auf beiden Seiten - Raketenteile treffen Mutter bei Spaziergang mit Kindern +++
Im Ukraine-Krieg sind bei russischen und ukrainischen Angriffen in beiden Ländern am heutigen Freitag mindestens zehn Menschen getötet worden. Der folgenschwerste Angriff ereignete sich in der ukrainischen Hafenstadt Odessa, wo Vize-Bürgermeister Oleksandr Filatow zufolge zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt wurden, als eine russische Rakete in einem Wohngebäude einschlug. Unter den Todesopfern befand sich demnach auch eine Frau, die in einem nahen Park mit zwei Kindern spazieren ging. Durch den Angriff wurden Wohngebäude, eine religiöse Einrichtung, eine Schule, Fahrzeuge sowie weitere zivile Infrastruktur beschädigt, wie Filatow weiter erklärte. Bei einem ukrainischen Drohnenangriff wurde in der russischen Region Belgorod örtlichen Behörden zufolge ein Mann in seinem Auto getötet. Zwei Menschen seien bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf eine Autobahn in den besetzten Gebieten in der Region Cherson getötet worden, sagte der von Moskau eingesetzte Gouverneur.
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