Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 12:39 Bericht: Russland verlegt Drohnenstreitkräfte zum Schwarzen Meer +++
Die russischen Streitkräfte haben bis zu 200 Drohnenpiloten, Einheiten des russischen Elite-Zentrums für fortschrittliche unbemannte Technologie "Rubicon", von der Front in der Ukraine an das Schwarze Meer und das Asowsche Meer verlegt, um dort die russische Schattenflotte besser schützen zu können. Diese Beobachtung teilt Robert "Magyar" Brovdi, Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme, in den sozialen Medien mit. Auch Teile der Luftverteidigungsdivision sollen von der Front in Richtung Schattenflotte abgezogen worden sein, so der Chef der Drohnenkräfte.
+++ 12:05 Gouverneur zählt mehr als 800 Angriffe auf Saporischschja binnen eines Tages +++
Die russischen Streitkräfte haben die Region Saporischschja im Südosten der Ukraine binnen eines Tages 851 Mal angegriffen. Das teilt der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, auf Telegram mit. Dabei wurde eine Person getötet und zwei weitere, darunter ein Kind, verletzt.
+++ 11:36 Selenskyj bekennt sich zu Angriffen auf wichtige Logistikzentren in Russland +++
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben zwei wichtige Logistikzentren in den russischen Regionen Moskau und Tambow sowie eine Ölanlage angegriffen. Die Logistikzentren seien für die Lieferung sanktionierter Bauteile für die Drohnenproduktion und Navigationsgeräte genutzt worden, teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem hätten ukrainische Angriffe Ziele im Asowschen und im Schwarzen Meer getroffen. Russischen Angaben zufolge wurde bei den Drohnenangriffen ein Lagerhaus des größten russischen Online-Händlers Wildberries in der Stadt Kotowsk in der südlichen Region Tambow getroffen, wobei sieben Mitarbeiter der Nachtschicht getötet worden seien.
+++ 10:50 Ukraine lässt neue Abfangdrohne "Cyclops" für den Einsatz zu +++
Das ukrainische Verteidigungsministerium hat ein neues Modell einer Abfangdrohne für den Einsatz in den ukrainischen Streitkräften zugelassen. Das teilt das ukrainische Verteidigungsministerium mit. "Hohe Manövrierfähigkeit, präzises und reibungsloses Steuern bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten, hohe taktische und technische Eigenschaften", preist das Ministerium die neue Abfangdrohne namens Typ "Cyclops". Sie könne zur Bekämpfung von Luft- und Bodenzielen eingesetzt werden. Die Abfangdrohne stammt aus ukrainischer Produktion, sie hat eine Spannweite von etwas über einem Meter, kann fast 1,5 Stunden in der Luft bleiben und kann höher fliegen als die maximale Einsatzhöhe russischer Kampf- oder Aufklärungsdrohnen, erklärt das ukrainische Verteidigungsministerium.
+++ 10:00 Frankreich bestellt nach Cyberattacken russischen Diplomaten ein +++
Das französische Außenministerium hat einen russischen Diplomaten wegen der russischen Cyberangriffe einbestellt. Das teilt das französische Außenministerium mit. "Ziel dieser Vorladung war es, die von Russland in Frankreich durchgeführten böswilligen Cyberaktivitäten, insbesondere diejenigen, die vom 16. Zentrum des FSB durchgeführt werden, auf das Schärfste zu verurteilen", heißt es in der Erklärung. Diese Aktivitäten, die auch zahlreiche europäische Partner beträfen, seien inakzeptabel und einem ständigen Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen unwürdig.
+++ 09:10 ISW: Russisches Militär stellt sich strategisch auf Stellungskrieg in der Ukraine ein +++
Das russische Verteidigungsministerium scheint darauf bedacht zu sein, die russischen Streitkräfte für eine fortgesetzte Stellungskriegsführung in der Ukraine zu optimieren. Das schreiben die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) in ihrem jüngsten Bericht. Die Analysten des ISW beziehen sich in ihrem Bericht auf geolokalisiertes Bild- und Filmmaterial der vergangenen Tage sowie die Ergebnisse einer Sitzung des russischen Verteidigungsrates. Das russische Militär habe seine Nachschublieferung auf das Schlachtfeld gesteigert. Ebenso ziele das russische Verteidigungsministerium darauf ab, den Mangel an Drohnenpiloten in den Griff zu bekommen. Dies deute laut ISW-Analysten darauf hin, dass wahrscheinlich weiterhin Schwierigkeiten haben werden, nennenswerte territoriale Gewinne zu erzielen, wie dies bereits in den vergangenen Monaten der Fall war. Im Juli 2026 haben die russischen Streitkräfte laut ISW bislang täglich 1,6 Quadratkilometer an Boden verloren.
+++ 08:18 Ukraine veröffentlicht Zahlen zu russischen Verlusten +++
Der ukrainische Generalstab veröffentlicht neue Verlustzahlen zu den russischen Truppen in der Ukraine. Demnach soll Russland seit dem 24. Februar 2022 rund 1.427.410 Soldaten in der Ukraine verloren haben. Allein innerhalb von 24 Stunden betrage die Zahl der Verluste 1420. Dem Bericht aus Kiew zufolge sollen unter anderem außerdem drei Panzer, 85 Artilleriesysteme und 1914 Drohnen zerstört worden sein. Insgesamt soll Russland laut der Ukraine seit Beginn des Großangriffs 12.151 Panzer, 46.169 Artilleriesysteme, 1337 Flugabwehrsysteme und 438 Flugzeuge, 354 Hubschrauber, 414.798 Drohnen, 34 Schiffe sowie zwei U-Boote verloren haben. Westliche Schätzungen nennen geringere Verlustzahlen - wobei das auch nur Mindestwerte sind.
+++ 07:35 Moskau meldet massiven ukrainischen Drohnenangriff +++
Die russische Hauptstadt Moskau meldet massive Drohnenangriffe. Insgesamt seien von der ukrainischen Armee 370 Drohnen in Richtung Moskau gestartet worden, erklärt Bürgermeister Sergej Sobjanin im Internet. "Die meisten wurden von der Luftabwehr bereits in weiter Ferne neutralisiert. 64 feindliche Drohnen wurden im Anflug auf Moskau zerstört."
+++ 06:47 ISW: Keine Vorstöße an der Front in der Ukraine +++
Weder die ukrainischen noch die russischen Streitkräfte erzielten bestätigte Vorstöße. Das schreiben die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) in ihrem jüngsten Bericht. Die Analysten des ISW beziehen sich in ihrem Bericht auf geolokalisiertes Bild- und Filmmaterial der vergangenen Tage. Zunehmend gibt es vermehrt Tage, in denen sich die Front in der Ukraine zum Stellungskrieg entwickelt.
+++ 06:01 Gouverneur: Sieben Tote bei ukrainischem Angriff auf Logistikzentrum im russischen Tambow +++
Bei einem ukrainischen Angriff auf ein Logistikzentrum in Russland sind nach Behördenangaben sieben Menschen getötet und 24 weitere verletzt worden. Der Drohnenangriff habe sich in der Stadt Kotowsk ereignet, erklärt der Gouverneur der westrussischen Region Tambow, Jewgeni Perwijschow. Bei den Todesopfern habe es sich um Mitarbeiter der Nachtschicht in dem Logistikzentrum gehandelt.
+++ 04:36 Wadephul will Schuldenbremse-Ausnahme für Ukraine-Hilfen +++
Außenminister Johann Wadephul unterstützt die Forderung von Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, die Ukraine-Hilfen genauso wie Verteidigungsinvestitionen von der Schuldenbremse auszunehmen. "Ich halte das für eine sinnvolle Idee", sagt Wadephul dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Darüber muss jetzt in der Koalition diskutiert und im Herbst entschieden werden." Alabali Radovan hat zuvor auf einen solchen Schritt gedrängt, der den finanziellen Spielraum für humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe erhöhen würde.
+++ 02:19 Wadephul: Putin sollte "für sein Land sehr schädlichen Krieg" beenden +++
Außenminister Johann Wadephul drängt auf eine Verhandlungslösung für den Ukraine-Krieg. Hierbei seien auch die Europäer gefragt. "Die USA haben im Ukraine-Dossier zuletzt ein weniger starkes Engagement gezeigt. Insofern haben wir Europäer nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die klare Aufgabe, uns zu engagieren", sagt er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Deutschland, Frankreich und Großbritannien hätten dazu einen Vorstoß gemacht. Das Wichtigste sei, "endlich einen Weg für Gespräche zu finden". Putin verschließe sich dem bislang, so der Minister. "Es liegt also an ihm, denn er muss jetzt die Chance ergreifen, diesen auch für sein Land sehr schädlichen Krieg zu beenden", sagt Wadephul.
+++ 00:45 Trotz Verbot: Ukrainische Medien berichten über Korruptionsvorwürfe +++
In der Ukraine haben sich acht große Medienhäuser einem gerichtlichen Verbot widersetzt und über Korruptionsvorwürfe im Umfeld des Direktors der Ermittlungsbehörde SBI berichtet. "Wir betrachten dieses Verbot als einen eklatanten Akt der Zensur", erklärt das Medienhaus Suspilne, das an der Veröffentlichung beteiligt war. Deshalb sei es nötig, "zusammen mit anderen die Ergebnisse der Recherche zu herauszugeben". Die Investigativplattform "Slidstvo.Info" und die Anti-Korruptions-Organisation Antac hatten zu Immobiliengeschäften des Bruders von SBI-Chef Oleksyj Suchatschow recherchiert, der 143 Immobilien erworben haben soll. Suchatschows Behörde ist unter anderem für die Strafverfolgung von Richtern und Militärangehörigen zuständig.
+++ 23:04 Russland meldet Todesopfer auf der Krim +++
Auf der von Russland bereits 2014 annektierten ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim sind nach russischen Angaben mindestens zwei Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden. Ein weiterer sei verletzt worden, teilt der von Moskau eingesetzte regionale Verwaltungschef, Sergej Aksjonow, bei Telegram mit. Der Angriff fand demnach im Nordteil der Krim statt. Die Angaben sind bisher nicht unabhängig verifiziert.
+++ 21:50 Ukrainer protestieren weiter gegen Entlassung des Verteidigungsministers +++
In Kiew und anderen Städten der Ukraine gibt es den dritten Tag in Folge Proteste gegen die Personalpolitik von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die Demonstranten fordern vor allem die Wiedereinsetzung des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform meldete. Viele verlangten auch eine Entlassung des Oberkommandierenden der Armee, Olexander Syrskyj. Gemeinsames Zeichen der Proteste waren die Losungen auf braunen Papptafeln. Selenskyj hat bei einer größeren Regierungsumbildung den erst seit einem halben Jahr amtierenden Fedorow aus dem Kabinett entfernt.
Der 35 Jahre alte Minister gilt als Reformer, der das Beschaffungswesen für die Armee verändert hat und der stark auf Technisierung und Digitalisierung der ukrainischen Verteidigung setzt. Allerdings lag Fedorow, wie er selbst eingesteht, in einem Dauerstreit mit General Syrskyj. Selenskyj entschied sich in diesem Konflikt dafür, an dem Oberkommandierenden festzuhalten. Als neuen Verteidigungsminister will der Präsident den bisherigen kommissarischen Chef des Geheimdienstes SBU, Jewhenij Chmara, nominieren.
+++ 21:05 Mindestens zehn Tote auf beiden Seiten - Raketenteile treffen Mutter bei Spaziergang mit Kindern +++
Im Ukraine-Krieg sind bei russischen und ukrainischen Angriffen in beiden Ländern am heutigen Freitag mindestens zehn Menschen getötet worden. Der folgenschwerste Angriff ereignete sich in der ukrainischen Hafenstadt Odessa, wo Vize-Bürgermeister Oleksandr Filatow zufolge zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt wurden, als eine russische Rakete in einem Wohngebäude einschlug. Unter den Todesopfern befand sich demnach auch eine Frau, die in einem nahen Park mit zwei Kindern spazieren ging. Durch den Angriff wurden Wohngebäude, eine religiöse Einrichtung, eine Schule, Fahrzeuge sowie weitere zivile Infrastruktur beschädigt, wie Filatow weiter erklärte. Bei einem ukrainischen Drohnenangriff wurde in der russischen Region Belgorod örtlichen Behörden zufolge ein Mann in seinem Auto getötet. Zwei Menschen seien bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf eine Autobahn in den besetzten Gebieten in der Region Cherson getötet worden, sagte der von Moskau eingesetzte Gouverneur.
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