Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 07:08 Militärhistoriker: "Vollkommen irrsinniges System" in russischer Armee +++

20.04.2026, 00:07 Uhr

Die Gewalt in der russischen Armee könnte laut einem Militärhistoriker sogar noch schlimmer sein als zu Zeiten von Diktator Stalin. Da sich Russland nicht offiziell im Krieg befindet, gilt auch nicht das Kriegsrecht, wie Matthias Uhl im "Spiegel" feststellt. "Die russische Militärführung hat also keine rechtliche Handhabe, Befehlsverweigerer oder Deserteure hinzurichten. Das Schlimmste wäre vielleicht der Militärknast." Deshalb müssten die Soldaten durch andere Praktiken diszipliniert werden. "Die werden nackt ausgezogen, gedemütigt, an Bäume gebunden oder sie kommen in die sogenannte Grube, wo sie tagelang ohne Essen und Trinken ausharren müssen." Auch gebe es die weitverbreitete Praxis der "Bnulenije", des auf Null Zurücksetzen: "Da werden Soldaten, die zum Problem geworden sind, sehenden Auges in Einsätze geschickt, bei denen klar ist, dass sie sterben werden." Hinzu kommt die schlechte Ausbildung der russischen Soldaten. "Das ist ein vollkommen irrsinniges System, das dazu führt, dass die Menschen massenweise sterben."

+++ 06:37 Der Papst stellt sich auf die Seite der Ukraine +++

Papst Leo XIV. zeigt sich solidarisch mit der Ukraine angesichts der eskalierenden Angriffe auf Zivilisten. "Ich bin zutiefst betrübt über die jüngste Eskalation der Angriffe auf die Ukraine, unter denen die Zivilbevölkerung weiterhin leidet“, schreibt er auf X. "Ich bekunde meine Solidarität mit den Leidenden und versichere dem gesamten ukrainischen Volk meine Gebete. Ich erneuere meinen Appell, die Waffen zum Schweigen zu bringen und den Weg des Dialogs zu beschreiten." Die Äußerungen des Papstes kommen nur wenige Tage, nachdem Russland einen tödlichen Massenraketenangriff auf ukrainische Städte gestartet hatte, bei dem mindestens 17 Zivilisten getötet und über 100 verletzt wurden. In derselben Woche erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow, die Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit der Ukraine habe für den Kreml keine "oberste Priorität".

+++ 06:11 Toter nach ukrainischem Drohnenangriff auf Tuapse +++

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Kurstadt Tuapse in der südwestrussischen Region Krasnodar wird nach Angaben des Regionalgouverneurs ein Mann getötet. Ein weiterer Mann sei bei dem zweiten Angriff auf den Seehafen binnen weniger Tage verletzt und medizinisch versorgt worden, teilt Regionalgouverneur Wenjamin Kondratjew mit. Er spricht der Familie des Todesopfers sein "tiefstes Beileid" aus. Trümmerteile der Drohne beschädigten Kondratjew zufolge Fensterscheiben in Gebäuden in der gesamten Stadt, darunter in Wohnungen, einer Grundschule, einem Kindergarten, einem Museum und einer Kirche. Am Donnerstag waren bei einem Angriff in Tuapse dem Regionalgouverneur zufolge bereits ein 14-jähriges Mädchen und eine junge Frau getötet worden.

+++ 05:40 Bekommt Ungarn heute wieder Öl aus der Druschba-Pipeline? +++

Dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban zufolge hat sein Land über die EU die Information aus der Ukraine erhalten, dass man dort bereit sei, die Öllieferungen über die Druschba-Pipeline heute wieder aufzunehmen. Dafür solle Ungarn seine Blockade des 90-Milliarden-Euro-Kredits aufgeben. "Die Position Ungarns hat sich nicht geändert: kein Öl = kein Geld. Sobald die Öllieferungen wieder aufgenommen werden, werden wir der Genehmigung des Kredits nicht länger im Wege stehen", schreibt Orban auf X.

+++ 03:30 Selenskyj: Russland könnte mit Sperrung von sozialen Netzwerken Unruhen verhindern wollen +++

Die Rekrutierung von Freiwilligen in Russland für den Krieg gegen die Ukraine läuft schlecht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt im Fernsehen, dass Russland den Zugang zu sozialen Netzwerken einschränken könnte, um Unruhen infolge einer allgemeinen Mobilmachung für eine neue Großoffensive zu verhindern. Um eine solche Mobilisierung drückt sich Moskau seit Jahren, da sie in der Bevölkerung unbeliebt ist. Selenskyj hält zum Beispiel Unruhen in zentralen Städten wie Moskau und St. Petersburg für möglich.

+++ 23:26 Militärökonom: Russland wird den Krieg verlieren +++

Der Militärökonom Marcus Keupp geht davon aus, dass Russland den Krieg verlieren wird. Im Interview mit CH Media sagt er: "Sie merken das am Zurückschrauben der russischen Kriegsziele. Mittlerweile ist nicht mal mehr die Rede von den vier Oblasten, die man vollständig besetzen will. Sie sehen, wie die inneren wirtschaftlichen Probleme in Russland langsam durchschlagen: Die Inflation steigt stark an, die Produktivkraft sinkt, den enormen Opfern steht bisher kein Ertrag gegenüber. Sie sehen auch, dass die Taktik der Russen – wir schieben die Front, egal, was es an Menschenleben kostet, Kilometer für Kilometer voran – immer weniger funktioniert." Kremlchef Wladimir Putin gingen langsam nicht nur die militärischen Systeme aus, sondern auch die Menschen, so Keupp. "Er muss laufend die Mobilisierungsprämien erhöhen. Und Sie sehen eben auch, dass die Ukraine technologisch laufend besser wird."

+++ 22:28 Ukraine dringt auf europäisches Raketenabwehrsystem +++

Europa muss nach Darstellung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein eigenes Abwehrsystem gegen ballistische Raketen aufbauen. Die Ukraine führe bereits Gespräche mit mehreren Staaten über dessen Entwicklung, sagt Selenskyj im Fernsehen. "Wir müssen innerhalb eines Jahres unser eigenes System zur Abwehr ballistischer Raketen aufbauen", erklärt er. Dies sei eine extrem schwierige, jedoch realistische Aufgabe. Er habe das Vorhaben bereits mit wichtigen europäischen Ländern besprochen, ohne diese namentlich zu nennen. Der Schutz vor solchen Angriffen gehört zu den größten Herausforderungen für die Ukraine, da Russland mit diesen Waffen gezielt Kraftwerke und Stromnetze des Landes angreift. Bislang können nur bestimmte Raketen des US-Systems Patriot die russischen Geschosse abfangen. Diese sind jedoch wegen ihres verstärkten Einsatzes in der Golfregion zunehmend knapp. Das einzige europäische System, das französisch-italienische SAMP/T, wird in relativ geringen Stückzahlen produziert.

+++ 22:04 "Keine Belohnung für Russland" - US-Beamter verteidigt verlängerte Lockerung der Ölsanktionen +++

Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, verteidigt die Entscheidung der USA, die Lockerung der russischen Ölsanktionen zu verlängern. "Das ist keine Belohnung für Russland. Das ist absurd", sagt Waltz in einem Interview mit Kristen Welker in der NBC-Sendung "Meet the Press". Das US-Finanzministerium entschied am 17. April, die Sanktionsausnahmeregelung zu verlängern.

+++ 21:10 Selenskyj: Attacken auf Ölindustrie bescheren Russland Verluste in Milliardenhöhe im März +++

Die ukrainischen Langstreckenangriffe auf die russische Ölindustrie haben laut Wolodymyr Selenskyj allein im März Milliardenverluste für Moskau zur Folge. "Unsere Langstrecken-Sanktionen zeigen weiterhin Wirkung - ich bin all unseren Kämpfern für ihre Präzision dankbar", sagt der ukrainische Präsident in seiner abendlichen Videoansprache. "Allein im März belaufen sich Russlands Öleinnahmenverluste durch unsere Langstreckenfähigkeiten schätzungsweise auf mindestens 2,3 Milliarden US-Dollar. In nur einem Monat. Wir setzen diese Arbeit im April fort." Zudem äußert Selenskyj sein Bedauern über die Entscheidung der USA, die Lockerung der Ölsanktionen gegen Russland zu verlängern. "Diese Entscheidung wird der Diplomatie keinen wirklichen Nutzen bringen - und jeder Dollar aus dem Ölgeschäft ermutigt Russland nur, den Krieg fortzusetzen."

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