Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 23:15 Ex-Chef der ukrainischen Terrorabwehr wegen Hochverrats verurteilt +++
Ein ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes ist wegen Hochverrats für schuldig befunden worden. Wie der Generalstaatsanwalt der Ukraine, Ruslan Kravchenko, bekanntgibt, wird der ehemalige Chef der Antiterrorabteilung, Dmytro Kozyura, zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Für Geld soll Kozyura dem russischen Inlandsgeheimdienst zwischen 2018 und 2025 Informationen geliefert haben. Laut der Generalstaatsanwaltschaft übermittelte er während des Krieges systematisch Informationen über die Folgen von Raketenangriffen auf Objekte in Kiew, Standorte von Geheimdienst-Einheiten, Daten zu Militäreinheiten, sowie geheime Dokumente zur kritischen Infrastruktur und deren Schutz.
+++ 22:04 Explosionen in Kiew nach Warnung vor russischen Raketen +++
In Kiew sind am Abend während eines Luftalarms mehrere Explosionen zu hören. Das berichten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatten die ukrainische Luftwaffe und die Stadtverwaltung vor russischen ballistischen Raketen gewarnt, die in Richtung der Hauptstadt abgefeuert worden seien. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärt bei Telegram, die Luftabwehr sei im Einsatz. Er rief die Einwohner auf, Schutzräume aufzusuchen. In einer weiteren Mitteilung erklärt Klitschko, im Bezirk Darnyzja seien Raketentrümmer auf einer Freifläche niedergegangen. Rettungskräfte seien auf dem Weg zu dem Ort.
+++ 21:37 Rubio: "Es gab keine Vereinbarung in Alaska" +++
US-Außenminister Marco Rubio bestreitet, dass die USA und Russland in Alaska eine Vereinbarung zum Ukraine-Krieg getroffen hätten. "Es gab einen Vorschlag in Alaska, aber es gab keine Vereinbarung in Alaska", sagt Rubio auf Nachfrage eines Reporters. "Hätte es eine Vereinbarung gegeben, wäre der Krieg bereits beendet." Dem Außenminister zufolge sind die USA weiterhin bereit, jede konstruktive Rolle zu übernehmen, um ein Kriegsende herbeizuführen. Hintergrund ist der Gipfel der Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump in Alaska im vergangenen August. Die russische Agentur Interfax zitierte am Dienstag Vize-Außenminister Sergej Rjabkow mit den Worten, die USA seien von "grundlegenden Vereinbarungen" abgewichen. Außenminister Sergej Lawrow deutete an, der Gipfel sei möglicherweise ein "Trick der USA gewesen, um Zeit für die Wiederbewaffnung des Kiewer Regimes zu gewinnen". Putin habe damals einem US-Vorschlag zugestimmt, was einen Kompromiss dargestellt habe. Nun fordere Washington weitere Zugeständnisse. Dennoch wolle Russland im Gespräch bleiben und erwarte den Besuch der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner. Mehr dazu lesen Sie hier.
+++ 20:54 Nato hält milliardenschwere Rüstungsaufträge bereit +++
Die Nato will auf ihrem Gipfel im Juli in Ankara neue Rüstungsaufträge in zweistelliger Milliardenhöhe bekanntgeben. Dies kündigt Nato-Generalsekretär Mark Rutte bei einer Rede vor dem Atlantic Council in Washington an. Bei dem Spitzentreffen werde das Bündnis zudem seine Unterstützung für die Ukraine zusichern, sagt Rutte weiter. An dem Treffen werde auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnehmen.
+++ 20:20 Selenskyj billigt 40-tägige Operation, die Moskau zum Einlenken bewegen soll +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj billigt nach Beratungen mit dem Chef des Inlandsgeheimdienstes eine 40-tägige Offensive gegen russische Ziele. Ziel der Operation sei es, Druck auf den Aggressor auszuüben, um ein Ende des Krieges zu erzwingen, teilt Selenskyj in sozialen Medien mit. Details nennt er nicht. Eine russische Stellungnahme liegt bislang nicht vor. Die Ukraine greift seit Monaten Objekte in Russland oder in den besetzten Gebieten an, wobei der Schwerpunkt auf der Ölindustrie liegt.
+++ 19:52 Israelische Airline setzt Moskau-Flüge aus +++
Die israelische Fluggesellschaft El Al setzt ihre Flüge zwischen Tel Aviv und Moskau für die kommenden Tage aus. Grund dafür seien die Entwicklungen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, teilt das Unternehmen mit. El Al nennt in diesem Zusammenhang Zwischenfälle in der Luftfahrt in der Region, ohne zunächst genauer darauf einzugehen. In der kommenden Woche werde die Fluggesellschaft die Lage neu bewerten. Die Ukraine verstärkte zuletzt ihre Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur im Landesinneren.
+++ 19:16 Kiew wirft Minsk mögliche Kriegsvorbereitungen vor – Lukaschenko will verhandeln +++
Die Ukraine warnt erneut vor möglichen Kriegsvorbereitungen im Nachbarland Belarus. "Entlang unserer Staatsgrenze zu Belarus werden Bauarbeiten für Straßen, Waffen- und Treibstoffdepots abgeschlossen, die keinen anderen als einen militärischen Zweck haben", teilt Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Netzwerken mit. Dies geschehe offensichtlich unter russischem Einfluss, so Selenskyj. Er fordert Minsk zur Deeskalation und einem Stopp der Bauarbeiten auf. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko ruft derweil zu Gesprächen auf. Er habe erst kürzlich eine Delegation des ukrainischen Präsidenten empfangen und diesen davor gewarnt, Belarus in den Krieg hineinzuziehen, sagt Lukaschenko bei einem Treffen mit dem Gouverneur des Moskauer Umlands, Andrej Worobjow. "Unsere Position ist friedliebend", sagt Lukaschenko der staatlichen Nachrichtenagentur Belta zufolge. "Lasst uns verhandeln, Leute." Beim Überfall auf die Ukraine vor mehr als vier Jahren starteten Russlands Truppen auch von belarussischem Gebiet aus ihre Angriffe.
+++ 18:40 Russland lässt rumänisches Konsulat schließen +++
Russland ordnet die Schließung des rumänischen Generalkonsulats in St. Petersburg an. Wie das russische Außenministerium zudem erklärt, wird der rumänische Konsul zur Persona non grata erklärt. Dies sei eine "Reaktion" auf die Entscheidung Rumäniens, seinerseits das russische Konsulat in der Schwarzmeer-Stadt Konstanza zu schließen. Das rumänische Außenministerium bezeichnet die Entscheidung Russlands als "vorhersehbar". Die Beziehungen beider Länder hatten sich in den vergangenen Wochen vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts erheblich verschlechtert. Im Mai stürzte eine Drohne auf ein Wohnhaus in der nahe der ukrainischen Grenze gelegenen rumänischen Stadt Galati, zwei Menschen wurden dabei verletzt. Rumänien machte Russland für den Vorfall verantwortlich, Moskau wies die Verantwortung zurück.
+++ 17:53 Weltbank sagt Ukraine Milliarden-Hilfe zu +++
Die Ukraine soll nach Angaben von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko weitere 3,39 Milliarden US-Dollar (knapp drei Milliarden Euro) als Hilfen von der Weltbank bekommen. Die Abkommen seien bei der Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Danzig geschlossen worden, teilt Swyrydenko mit. Sie traf dort mit Weltbank-Präsident Ajay Banga zusammen. Den Angaben nach sind 2,35 Milliarden US-Dollar Zuschüsse zur Stabilisierung von Staat und Wirtschaft in dem vom Krieg gezeichneten Land. 1,04 Milliarden US-Dollar werden speziell für wirtschaftliche Entwicklung als Kredit gegeben, garantiert durch Großbritannien und Japan. Es werden keine Angaben gemacht, wann das Geld ausgezahlt wird.
+++ 17:25 Russen sollen auf Kinburn-Nehrung Verluste erlitten haben +++
Ukrainische Soldaten wollen den russischen Besatzern auf der Kinburn-Nehrung am Schwarzen Meer einen Schlag versetzt haben - jedoch bleiben Einzelheiten dazu unklar. Durch massive Feuerangriffe hätten sie die Besatzer zum Rückzug aus ihren Stellungen gezwungen, schreibt das Regionalkommando des südlichen Militärbezirks auf Facebook. Die Marine der Ukraine weist jedoch Berichte über einen vollständigen Rückzug der russischen Armee zurück. Von einer Befreiung des Gebiets könne keine Rede sein, erklärt Marinesprecher Dmitri Pletentschuk gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Suspilne. Allerdings hätten russische Truppen auf der Nehrung Verluste erlitten, sagt er. Die Russen hätten "einige ihrer Positionen" aufgegeben, präzisiert er laut dem "Kyiv Independent". Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Kinburn-Halbinsel liegt südlich der Stadt Mykolajiw - zwischen den Hafenstädten Odessa und Cherson.
+++ 16:46 Apple verbannt russische App VKontakte +++
Nach dem in Russland weit verbreiteten Messengerdienst Max verbannt der Technologiekonzern Apple auch das russische Online-Netzwerk VKontakte (VK) aus seinem App Store. Wie das Unternehmen VK selbst mitteilt, kann die App daher auf iPhones oder iPads weder neu heruntergeladen noch aktualisiert werden. Auf Geräten, auf denen die App bereits installiert sei, könne sie weiterhin genutzt werden. Das Unternehmen erklärt weiter, Apple habe die Programme "ohne Vorwarnung und ohne eine Erklärung" aus dem Store entfernt. Dadurch werde für Menschen in Russland der Zugang zu "beliebten Diensten" eingeschränkt, die von "Dutzenden Millionen Nutzern verwendet würden", heißt es weiter. Anfang Juni hatte Apple bereits die von VK entwickelte Messenger-App Max aus seinem App Store entfernt. Apple hatte den Schritt mit der Einhaltung bestehender Sanktionen begründet, dies aber nicht näher erklärt.
+++ 16:15 Merz wirbt für private Investitionen in der Ukraine +++
Bei der Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine im polnischen Danzig wirbt die Bundesregierung für internationale Investitionen in der Ukraine. Öffentliche Finanzierung werde "niemals ausreichen, um ein Land wiederaufzubauen, das solch eine massive Zerstörung erlitten hat", sagt Kanzler Friedrich Merz in seiner Rede. "Wir wollen umfangreiche private Investitionen in strategischen Bereichen der ukrainischen Wirtschaft mobilisieren, in Infrastruktur, Energie, Industrie, Logistik." Zugleich betont er, für Investitionen sei Vertrauen notwendig, das wiederum auf starken Institutionen beruhe. Deshalb seien der anhaltende Kampf gegen Korruption und die Stärkung der Rechtssicherheit wichtig. Angesichts fehlender Fortschritte in den US-geführten Gesprächen über ein Ende des von Russland begonnenen Kriegs ist es schwierig, Investoren von einer Unterstützung zu überzeugen.
+++ 15:49 Russland: USA können nicht vermitteln und zugleich Ukraine unterstützen +++
Die russische Regierung sieht angesichts der US-Unterstützung für die Ukraine einen Widerspruch in den Vermittlungsbemühungen von US-Präsident Donald Trump. "Es ist unmöglich, solche Anstrengungen zu unternehmen, wenn man auf einer der Seiten in den Krieg verwickelt ist", sagt Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Er weist damit einen Bericht der Zeitung "Kyiv Independent" zurück. Das Blatt hatte berichtet, die Ukraine habe Trumps Rückhalt für Angriffe auf russische Ölraffinerien erhalten, um Russland zu Verhandlungen zu zwingen. Peskow erklärt, die US-Unterhändler verstünden die russische Position sehr wohl. Russland erwarte eine Fortsetzung des Dialogs.
+++ 15:09 Militärblog: Russische Truppen rücken an Donezk-Front vor +++
Die Lage ukrainischer Truppen im östlichen Gebiet Donezk ist weiterhin schwierig: Russische Truppen seien nahe Stepanivka vorgerückt, meldet der ukrainische Militärblog Deep State. Stepanivka ist wenige Kilometer von der umkämpften Stadt Kostjantyniwka entfernt, die laut Beobachtern im Laufe des Sommers zu fallen droht. In dem Gebiet befindet sich der ukrainische "Festungsgürtel", bestehend aus Festungsstädten sowie Hunderten von Kilometern Gräben und Minenfeldern. Der "Festungsgürtel" erstreckt sich von den Städten Slowjansk und Kramatorsk im Norden bis nach Druschkiwka und Kostjantyniwka weiter im Süden.
+++ 14:27 Tusk ruft Polen und Ukrainer zu "gegenseitigem Respekt" auf +++
Angesichts des jüngsten Streits um die Weltkriegsvergangenheit ruft der polnische Ministerpräsident Donald Tusk seine Landsleute und die Ukrainer zu "gegenseitigem Respekt" auf. "Wir können die Zukunft nur auf der Wahrheit, dem gegenseitigen Respekt und dem Verständnis der Geschichte aufbauen", sagt Tusk bei der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz in Danzig. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko dankt den Polen für ihre Bereitschaft, für die Ukraine "eine gemeinsame Zukunft" in der Europäischen Union zu schaffen. Die Regierungschefin war wegen des diplomatischen Streits zwischen Kiew und Warschau anstelle von Präsident Wolodymyr Seleneskyj nach Danzig gereist. Dieser hatte in den vergangenen Jahren stets an den Wiederaufbaukonferenzen teilgenommen.
+++ 13:59 Druck auf Belarus? Kreml weist Bericht zurück +++
Russland weist einen Medienbericht zurück, wonach es das benachbarte Belarus für eine Ausweitung des Krieges gegen die Ukraine unter Druck setzt. Einem Bericht der US-Zeitung "Wall Street Journal" vom Mittwoch zufolge will die Regierung in Moskau Belarus als Ausgangsbasis für verstärkte Angriffe nutzen und droht mit dem Entzug finanzieller Hilfen. Auch nach Angaben des belarussischen Verteidigungsministers Wiktor Chrenin sieht sich das Land dem Versuch ausgesetzt, in den Ukraine-Krieg hineingezogen zu werden. Einen konkreten Urheber der mutmaßlichen Versuche nennt er jedoch nicht. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagt nun, der Bericht entspreche nicht der Realität. Belarus sei der engste Verbündete Russlands. Russische Truppen hatten das belarussische Staatsgebiet zu Beginn des Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 als Aufmarschgebiet genutzt.
+++ 13:36 Ukraine: Russland attackiert Loks - Bahnmitarbeiter stirbt +++
Bei russischen Angriffen auf die ukrainische Infrastruktur stirbt Behördenangaben zufolge ein Bahnmitarbeiter. Nach Angaben der ukrainischen Staatsbahn Ukrsalisnyzja trafen die Angriffe drei Lokomotiven in den Regionen Sumy im Nordosten und Saporischschja im Süden des Landes. Während sich das Bordpersonal zweier Züge rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte, sei der Assistent des Lokführers in Saporischschja ums Leben gekommen, teilt Bahnchef Oleksandr Perzowskyj auf Facebook mit. Russland hat in diesem Jahr Perzowskyj zufolge mehr als 100 Lokomotiven angegriffen. Er hatte erst kürzlich der Regierung in Moskau vorgeworfen, den Bahnbetrieb der Ukraine lahmlegen zu wollen.
+++ 13:09 Selenskyj bestätigt ukrainische Angriffe auf mehrere Ölanlagen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigt mehrere ukrainische Angriffe auf Ölanlagen in Russland. Demnach habe das ukrainische Militär ein Öllager in der südrussischen Region Krasnodar sowie zwei Ölraffinerien in der Region Ufa tief im Landesinneren attackiert. "Die Russen sollten über echte Diplomatie nachdenken, anstatt erneut zu versuchen, andere auszutricksen oder Zeit zu gewinnen", schreibt Selenskyj bei X. "Der Krieg muss beendet werden." Zuvor hieß es von den Behörden in Ufa, dass nach der Abwehr eines Drohnenangriffs Trümmerteile in ein Industriegebiet abgestürzt seien, der Betrieb in den drei großen Ölraffinerien der Stadt aber normal weiterlaufe. Die Nachrichtenagentur Tass berichtete zuvor unter Berufung auf örtliche Behörden, dass das Öllager Poltawskaja in Krasnodar brenne. Das Feuer sei offenbar durch herabstürzende Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne ausgelöst worden.
+++ 12:28 Macron: Frankreich fängt erneut Tanker von russischer Schattenflotte ab +++
Die französische Marine fängt nach Angaben von Präsident Emmanuel Macron erneut einen Tanker der russischen Schattenflotte ab. Das Schiff sei vor der Küste Siziliens aufgebracht worden, schreibt Macron auf der Plattform Instagram. "Wir werden nicht zulassen, dass die Schattenflotte Sanktionen umgeht und die russischen Kriegsanstrengungen finanziert." Ein dazu von Macron veröffentlichtes Video zeigt Soldaten, die sich von Hubschraubern auf den Tanker "Deliver" abseilen. Der Einsatz erfolgt wenige Tage nach einer ähnlichen Aktion Großbritanniens. Frankreich fängt damit den fünften Tanker ab, den das Land der russischen Schattenflotte zurechnet.
+++ 12:06 Merz: "Die Zeit ist da, um Verhandlungen aufzunehmen" +++
Bei der Wiederaufbau-Konferenz für die Ukraine in Polen ruft Bundeskanzler Friedrich Merz zu einem Einstieg in Friedensverhandlungen auf. "Russland wird diesen Krieg nicht gewinnen", sagt der CDU-Politiker in Danzig. Europa und das transatlantische Bündnis seien bereit, noch mehr Druck auf die angeschlagene russische Wirtschaft auszuüben. "Die Zeit ist da, um Verhandlungen aufzunehmen, die Frontlinie einzufrieren und das Töten zu beenden", sagt Merz in Richtung Moskau.
+++ 11:41 Gouverneur: Drohne trifft Auto in Brjansk - zwei Tote +++
Bei einem ukrainischen Angriff in der russischen Grenzregion Brjansk sterben örtlichen Behörden zufolge zwei junge Menschen. Eine Drohne sei in ein Auto beim Dorf Solowa eingeschlagen, teilt der kommissarische Gebietsgouverneur, Jegor Kowaltschuk, mit. Dabei sei der 23 Jahre alte Fahrer und eine 15-jährige Mitfahrerin getötet worden.
+++ 11:14 EU zahlt Ukraine erste Milliarden aus neuem Darlehen aus +++
Die Ukraine erhält am heutigen Donnerstag die erste Zahlung des 90 Milliarden Euro schweren Unterstützungsdarlehens der EU. Rund drei Milliarden Euro Makrofinanzhilfen würden ausgezahlt, sagt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Danzig. In den kommenden Tagen solle zudem zusätzliches Geld für die Drohnenproduktion an Kiew fließen. "Das ist gelebte Solidarität", so von der Leyen. Die Ukraine erwartet, dass innerhalb der zwei Konferenztage mehr als 160 Vereinbarungen im Wert von über zehn Milliarden Euro besiegelt werden. Von den neuen EU-Finanzhilfen in Höhe von 90 Milliarden Euro sind 60 Milliarden für verteidigungsrelevante Ausgaben vorgesehen. Die Hälfte des Geldes soll bereits in diesem Jahr fließen - weitere 45 Milliarden könnten dann im kommenden Jahr folgen.
+++ 10:47 Ministerin: Deutschland will ukrainische Wirtschaft stärken +++
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan will bei der Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine im polnischen Danzig für internationale Investitionen werben. "Unsere Botschaft ist klar - die Partnerinnen und Partner der Ukraine stehen fest an der Seite der Ukraine, politisch und mit konkreten Investitionen in den Wiederaufbau", erklärt Alabali Radovan. Deutschland setze sich insbesondere für den Wiederaufbau einer starken ukrainischen Wirtschaft und eine enge Kooperation mit der deutschen und europäischen Wirtschaft ein. Die zweitägige Wiederaufbaukonferenz hat am heutigen Donnerstag begonnen. Auch Kanzler Friedrich Merz ist vor Ort.
+++ 10:11 Ukraine greift Ölraffinerie tief im Inneren von Russland an +++
Das ukrainische Militär hat eine Ölraffinerie in der russischen Stadt Ufa angegriffen. Das berichtet die Nachrichtenagentur "Ukrainian National News" unter Berufung auf mehrere Telegram-Kanäle. Auf dem Gelände seien mehrere Brände ausgebrochen. Der Gouverneur der Region Baschkortostan, Radij Chabirow, teilt unterdessen mit, nach der Abwehr eines Drohnenangriffs seien Trümmerteile in das Industriegebiet gefallen. Es gebe keine Verletzten. Der Betrieb in den drei großen Ölraffinerien der Stadt laufe normal weiter, heißt es. Ufa liegt mehr als 1400 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Bereits im April nahm die ukrainische Armee eine Anlage in der Stadt ins Visier.
+++ 09:42 Russische Behörden: Mindestens zwei Tote auf der Krim +++
Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden mindestens zwei Menschen infolge ukrainischer Angriffe getötet worden. Eines der Opfer sei minderjährig, teilt der von Russland eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow mit. Zwei weitere seien bei der Attacke im Umland von Simferopol verletzt worden.
+++ 09:01 Russland greift Industrieanlage im Gebiet Poltawa an +++
Russland hat in der Nacht eine Industrieanlage im Gebiet Poltawa mit Drohnen angegriffen. Das teilt Vitaliy Dyakivnych, Leiter der regionalen Militärverwaltung, bei Telegram mit. "Einheiten des Katastrophenschutzes konnten den durch den Angriff ausgelösten Brand umgehend löschen. Glücklicherweise gab es keine Verletzten", schreibt er.
+++ 08:33 Russland greift Tankstellen in ukrainischen Städten an +++
Das russische Militär greift Tankstellen in den ukrainischen Städten Sumy und Saporischschja an. Das berichtet das Medium "Ukrainska Pravda" unter Berufung auf Amtsträger in den Regionen. Demnach sagt Artem Kobzar, Bürgermeister von Sumy, eine Drohne habe gegen 6 Uhr eine der Tankstellen im Stadtteil Zarichnyi getroffen. Daraufhin sei ein Feuer ausgebrochen. Nach Angaben des ukrainischen Rettungsdienstes gibt es vier Verletzte. Auch Iwan Fedorow, Militärgouverneur des Gebiets Saporischschja, teilt mit: Der Rauch, der über Saporischschja zu sehen sei, sei das Ergebnis eines russischen Angriffs auf eine Tankstelle.
+++ 07:56 Ukrainisches Militär meldet erneut hohe Verluste in Russlands Armee +++
Russland verliert nach ukrainischen Angaben 1270 Soldaten innerhalb eines Tages. Das teilt der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte mit. Einen Tag zuvor seien es 1260 Soldaten gewesen. Seit Beginn des Angriffskrieges hat Russland demnach insgesamt 1.397.060 Soldaten verloren. Über eigene Verluste macht die ukrainische Armee keine Angaben. Unabhängige westliche Denkfabriken - etwa das Center for Strategic and International Studies - schätzen, dass die russischen Verluste die ukrainischen deutlich übersteigen.
+++ 07:22 Ukrainische Kinder wenden sich an Regierungschefs +++
Vor der Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine im polnischen Danzig stellen ukrainische Kinder Forderungen an die teilnehmenden Staats- und Regierungschefs. "Wir wissen, dass ihr Erwachsenen gerade darüber entscheidet, wie unser Land in Zukunft aussehen wird. Aber wenn diese Entscheidungen ohne uns getroffen werden, werden viele von uns einfach weggehen", heißt es in einem Brief, den die Nichtregierungsorganisation Save the Children veröffentlicht. Die Kinder fordern deshalb unter anderem einen Jugendrat für den Wiederaufbau, um gehört zu werden. Der Appell richtet sich auch an Bundeskanzler Friedrich Merz, der gemeinsam mit Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan an dem zweitägigen Treffen teilnimmt.
+++ 06:47 Ukrainische Drohnen treffen Energieinfrastruktur auf der Krim +++
Das ukrainische Militär greift in der Nacht zum Donnerstag erneut die von Russland besetzte Halbinsel Krim an. Wie das Medium "Kyiv Independent" unter Berufung auf russische Telegram-Kanäle berichtet, treffen Drohnen dabei auch die Energieinfrastruktur der Halbinsel. Bereits am Mittwoch kam es auf der Krim nach ukrainischen Angriffen zu weitreichenden Stromausfällen. Dem Bericht zufolge halten sie weiterhin an.
+++ 06:15 Schweiz verhandelt über Luftverteidigungssystem neben Patriot +++
Die Schweiz leitet Vertragsverhandlungen mit Herstellern aus Frankreich, Israel und Südkorea für ein zweites bodengestütztes Luftverteidigungssystem größerer Reichweite ein. Dies beschließt die Regierung. Das zusätzliche System neben dem US-System Patriot soll den Schutz vor Angriffen aus der Distanz rasch stärken und die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter verringern. Die USA hatten die Auslieferung von Patriot-Systemen zugunsten der Ukraine umpriorisiert. Ein Abbruch der Beschaffung sei für die Schweizer Regierung wegen der verschlechterten Sicherheitslage jedoch keine Option.
+++ 05:42 Tass: Öllager in Region Krasnodar brennt nach Drohnenangriff +++
In der südrussischen Region Krasnodar brennt einem Agenturbericht zufolge das Öllager Poltawskaja. Wie die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf örtliche Behörden meldet, wurde das Feuer offenbar durch herabstürzende Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne ausgelöst.
+++ 04:42 NGO-Mitarbeiter bei Angriff getötet, weitere verletzt +++
Bei einem russischen Angriff im Süden der Ukraine ist ein ukrainischer Mitarbeiter einer norwegischen Nichtregierungsorganisation getötet worden. Fünf weitere Menschen wurden bei dem Angriff in der Region Cherson verletzt, wie der Leiter der auf die Räumung von Minen spezialisierten Organisation Norsk Folkehjelp, Bujar Hoxha, mitteilt. "Sechs unserer Mitarbeiter wurden getroffen: Einer von ihnen wurde getötet, ein weiterer schwebt in Lebensgefahr und vier sind verletzt", fügt Hoxha hinzu. Die Militärverwaltung von Cherson teilt mit, dass es sich bei den betroffenen Mitarbeitern um ukrainische Staatsbürger handelt. Der Angriff erfolgte demnach in der Ortschaft Nowopetriwka rund 40 Kilometer von der Front entfernt.
+++ 03:59 Selenskyj kündigt Präventivschläge gegen russische Anlagen an +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigt Präventivschläge gegen russische Einrichtungen an. Er habe die Geheimdienste und das Militär angewiesen, präventiv gegen Anlagen vorzugehen, die Russland für den Krieg nutze, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Unterdessen fällt die Moskauer Ölraffinerie Insidern zufolge nach schweren Schäden durch ukrainische Drohnenangriffe für mindestens sechs Monate aus. Die russische Produktion von Erdölprodukten sinkt offiziellen Daten zufolge im Mai im Jahresvergleich um 13,5 Prozent.
+++ 02:54 Erste Zahlen: Röwekamp hält Wiedereinführung der Wehrpflicht weiter für möglich +++
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp, hält eine Absage an die Wiedereinführung der Wehrpflicht nach den ersten vom Verteidigungsministerium präsentierten Zahlen über den Rücklauf beim neuen Wehrdienst für verfrüht. "Die bisher vorliegenden Rückmeldungen aus dem Fragebogen zum neuen Wehrdienst enthalten Licht und Schatten", sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Erfreulich ist, dass so viele junge Menschen der Aufforderung zur Beantwortung der Fragen nachgekommen sind." Röwekamp fährt fort: "Insgesamt werden wir jedoch die erste Auswertung erst nach einem vollständigen Jahrgang vornehmen können. Denn entscheidend für unsere militärischen Fähigkeiten ist am Ende nicht die abstrakte Bereitschaft, sondern die konkrete Zahl von Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr."
+++ 01:54 Russischer Oppositionspolitiker muss sieben Jahre in Haft +++
Knapp drei Monate vor der Parlamentswahl in Russland hat ein Gericht in Moskau den Oppositionspolitiker Maxim Kruglow wegen des Vorwurfs der Verbreitung von Unwahrheiten über die Armee zu sieben Jahren Strafkolonie verurteilt. Das melden mehrere russische Medien übereinstimmend. Vorgeworfen wurden dem stellvertretenden Vorsitzenden der Oppositionspartei Jabloko demnach zwei Posts in sozialen Medien aus dem Jahr 2022. In einem Post hatte Kruglow demnach geschrieben, dass er sich auf Angaben der Vereinten Nationen beziehe, und eine Zahl getöteter Zivilisten in der Ukraine genannt. Im anderen ging es um Butscha. Russische Truppen hatten die ukrainische Kleinstadt in den ersten Kriegstagen besetzt, sie wurde nach ihrer Befreiung zu einem Symbol für russische Kriegsverbrechen.
+++ 00:53 Kreml bezeichnet Atomwaffen als "einzige" Garantie gegen globalen Krieg +++
Atomwaffen sind aus Sicht des Kreml das "einzige" Bollwerk, das die Welt vor einem globalen Krieg bewahrt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagt bei einem außenpolitischen Forum in Moskau, das globale Sicherheitssystem erodiere. "Tatsächlich haben wir auf dieser Welt nichts mehr außer der nuklearen Abschreckung. Sie ist das Einzige, was die Welt vor einem globalen Krieg schützt", sagt Peskow. "Angesichts der technologischen Entwicklung ist bereits klar, dass neue Arten von nicht-nuklearen Waffen entstehen werden, die jedoch letztendlich in ihrer Zerstörungskraft mit Atomwaffen gleichziehen könnten", fährt der Kreml-Sprecher fort. Im Februar war mit New Start der letzte Atomwaffenkontrollvertrag zwischen Russland und den USA ausgelaufen. Dadurch sind Beschränkungen für die beiden größten Atommächte der Welt aufgehoben. Russlands Präsident Wladimir Putin hat während des Krieges gegen die Ukraine wiederholt auf nukleare Rhetorik gesetzt.
+++ 23:44 "Er schlägt sich ziemlich gut": Trump lobt Selenskyj im Kampf gegen Russland +++
US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für den Verteidigungskampf der ukrainischen Truppen gegen Russland gelobt. "Er schlägt sich ziemlich gut. Er hält zumindest gut stand", sagt Trump im Weißen Haus über Selenskyj. "Auf beiden Seiten sterben viele Menschen, aber ich denke, er schlägt sich ziemlich gut." Trump hatte Selenskyj in der Vergangenheit oft scharf kritisiert und ihm vorgeworfen, er blockiere Bemühungen um eine Beendigung des Konflikts, obwohl er "keine Karten" mehr in der Hand halte. Zuletzt erhöhte der US-Präsident aber den Druck auf Moskau. Zusammen mit den anderen Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten kündigte er in der vergangenen Woche verschärfte Sanktionen gegen Russland an. Der US-Präsident forderte den Kreml auf, Verhandlungen für ein Ende des Kriegs aufzunehmen.
+++ 22:55 Ukraine will Grenzorte im Norden evakuieren +++
Die Menschen in zwölf Grenzsiedlungen im Norden der Ukraine sollen innerhalb der nächsten zwei Monate evakuiert werden. Das sei auf Antrag des Militärs beschlossen worden, erklärt die Oblast Tschernihiw auf Telegram. Diese liegt nordöstlich von Kiew und grenzt sowohl an Belarus als auch an Russland. Zudem soll die Evakuierung von sieben weiteren Grenzdörfern in Tschernihiw fortgesetzt werden, die bereits im Winter begonnen wurde. Ein Teil der Bewohner habe sich allerdings geweigert, zu gehen, heißt es. Den Behörden zufolge leben noch etwa Tausend Menschen in den Grenzsiedlungen, darunter 120 Kinder.
+++ 22:06 Angriff tötet eine Person und verletzt fünf weitere +++
Durch Angriffe Russlands im Südosten der Ukraine gibt es weitere Opfer. Eine Frau sei gestorben und fünf weitere Menschen seien verletzt, nachdem das russische Militär das Gebäude eines Versorgungsunternehmens im Bezirk Saporischschja attackiert habe, schreibt die regionale Verwaltung auf Telegram. Das Gebäude liege teilweise in Trümmern.
+++ 21:47 Kreml beharrt auf Forderungen und stellt zugleich Europas Dialogbereitschaft infrage +++
Der Kreml stellt die Bereitschaft Europas zu Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs und die Wiederherstellung der Beziehungen infrage. "Erst einmal müssen wir sicher sein, dass vonseiten Europas der Wunsch da ist, einen Dialog zu führen", antwortet Kremlsprecher Dmitri Peskow auf die Frage zu den Aussichten möglicher Gespräche. Es gebe zwar erste Signale, doch diese seien widersprüchlich, sagt Peskow mit Blick auf den Streit in Brüssel über eine Kontaktaufnahme von EU-Ratspräsident António Costa mit Moskau. Letzte Woche wurde bekannt, dass Costa über sein Büro Kontakt mit Moskau aufgenommen hatte, um Kommunikationskanäle für mögliche künftige Verhandlungen zu öffnen. Die deutsche Regierung äußerte sich verärgert über das Vorgehen, da es nicht vorher abgestimmt war. Peskow betont einmal mehr die Dialogbereitschaft Russlands, beharrt dabei aber auf altbekannten Moskauer Positionen. Für eine Beendigung des Kriegs müsste die Ukraine sich damit aus allen Landstrichen der Region Donezk zurückziehen.
+++ 21:18 Ukraine: Russische Drohnenangriffe beschädigen Naftogaz-Anlagen +++
Russische Drohnenangriffe beschädigen nach Angaben von Naftogaz die Gaserzeugungs- und Speicheranlagen des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns in der zentralen Region Poltawa erheblich. Ein Teil der Anlagen stellt den Betrieb ein, wie das Unternehmen auf Telegram mitteilt.
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