Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 09:50 Ukrainische Drohnen setzen Öllager in Krasnodar in Brand +++

08.03.2026, 00:01 Uhr

Ein ukrainischer Drohnenangriff soll gestern am späten Abend einen Brand in einem Öllager in der russischen Region Krasnodar ausgelöst haben. Dies teilt die Notfallgruppe der Region mit. Laut "Kyiv Independent" haben sich die ukrainischen Behörden noch nicht zu dem Vorfall geäußert. Das russische Verteidigungsministerium gab demnach an, in der Nacht vier ukrainische Drohnen über Krasnodar-Krai abgeschossen zu haben. Der Brand im Öllager wurde auch von lokalen Telegram-Kanälen und Augenzeugenberichten bestätigt. Das Feuer soll in einer Lager- und Umschlaganlage der Southern Oil Company in der Stadt Armavir ausgebrochen sein. Anwohner berichteten laut der Zeitung, dass sie kurz vor Ausbruch des Feuers Explosionen gehört und Aktivitäten der Flugabwehr beobachtet hätten. Videos, die in den lokalen sozialen Medien kursierten, zeigten Flammen, die aus der Anlage aufstiegen. Die Region Krasnodar im Südwesten Russlands nahe dem Schwarzen Meer ist regelmäßig Ziel von Drohnenangriffen der ukrainischen Armee gegen russische Energie- und Militäranlagen.

+++ 09:15 Ukraine trifft Energieanlagen in russischer Großstadt mit Raketen +++

Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Nacht offenbar Energieanlagen in der russischen Großstadt Belgorod nahe der ukrainischen Grenze mit Raketen getroffen, wodurch es laut russischen Angaben zu Unterbrechungen der Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung kam. Der Gouverneur des Gebiets Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, sprach auf Telegram von schweren Schäden, deren genaues Ausmaß aber erst bei Tageslicht eingeschätzt werden könne. Raketen sollen zwei Umspannwerke getroffen haben. Laut dem Gouverneur wurde niemand verletzt. Ein von russischen Kanälen veröffentlichtes Video zeigt den Stromausfall, Angriffe auf ein Umspannwerk in der Stadt und helle Blitze während der Explosionen. Belgorod wird von russischen Truppen sowohl als Aufmarschgebiet genutzt als auch zum Beschuss ukrainischen Territoriums. Daher ist die Region immer wieder Ziel von ukrainischen Gegenangriffen und eine der am schwersten zerstörten russischen Gebiete seit Kriegsbeginn. Insgesamt leben in Belgorod laut offiziellen Angaben gut 300.000 Menschen. 

+++ 08:40 Drei tote Zivilisten bei russischen Angriffen in der Ukraine +++

Bei russischen Angriffen in den Gebieten Donezk, Charkiw und Cherson sind laut ukrainischen Angaben drei Zivilisten getötet und 22 weitere verletzt worden. Demnach ereigneten sich die Angriffe im Laufe des Samstags. Nach Angaben der Militärverwaltung in Cherson griffen die russischen Streitkräfte dort kritische Infrastruktur sowie Wohngebiete an und beschädigten dabei mehr als 20 Häuser.

+++ 08:00 Ukrainische Staatsbank drängt auf Rückgabe von in Ungarn festgehaltenem Vermögen +++

Die staatliche ukrainische Oschadbank kündigt rechtliche Schritte an, um Bankvermögen zurückzuerlangen, das nach der Festnahme ihrer Mitarbeiter und gepanzerten Fahrzeuge noch immer in Ungarn festgehalten wird. In einer auf Facebook veröffentlichten Erklärung schreibt die Bank, dass zwar die sieben von den ungarischen Behörden festgenommenen Mitarbeiter nach Hause zurückgekehrt seien, "die Fahrzeuge und Wertsachen jedoch weiterhin unrechtmäßig festgehalten werden". Unter dem beschlagnahmten Eigentum befänden sich "zwei Geldtransporter und Wertgegenstände im Wert von insgesamt 40 Millionen Dollar, 35 Millionen Euro und 9 Kilogramm Bankgold", hieß es. Ungarn hatte die sieben Mitarbeiter der Oschadbank am Donnerstag festgenommen, als diese Bargeld aus Österreich in die Ukraine transportierten. Am Freitag wurden sie wieder freigelassen und konnten in ihre Heimat zurückkehren. Hintergrund ist ein Streit um die Druschba-Pipeline, die nach ukrainischen Angaben im Januar bei einem russischen Angriff beschädigt und deshalb vorübergehend stillgelegt worden war. Ungarn und die Slowakei, die ebenfalls russisches Öl durch die Pipeline erhält, werfen Kiew vor, Reparaturen an der Leitung aus politischen Gründen zu verzögern.

+++ 07:30 Kiesewetter: Deutschland ist Teil eines System-Kriegs mit Russland +++

Der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter warnt davor, dass Russland in den nächsten zwei Jahren Nato-Länder in Europa angreifen könnte. Im Gespräch mit ntv.de sagt Kiesewetter, dass Deutschland sich bereits in einem systemischen Krieg mit Russland befinde: "Wir erleben eine Systemauseinandersetzung, die wir gar nicht so wahrnehmen. Wir sagen: Wir sind nicht im Krieg mit Russland. Auf der anderen Seite sagt aber Russland: Wir sind im Krieg mit der Nato, mit dem Westen. An seiner Seite stehen China, Nordkorea und der Iran, die die Welt in Einflusszonen aufteilen." Dagegen stünden die Staaten, die "noch westliche Werte wie Freiheit, Demokratie und Völkerrecht vertreten und an der regelbasierten Ordnung festhalten".

+++ 07:00 Bericht: Russland setzte bei Angriff auf Charkiw mit elf Toten eine neue Rakete ein +++

Bei dem tödlichen Angriff auf ein Wohnhaus in Charkiw mit elf Toten soll Russland einen neuen Raketentyp eingesetzt haben. Wie die "Kyiv Post" berichtet, deuten vorläufige Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft der Region Charkiw darauf hin, dass die russischen Streitkräfte bei dem Angriff auf das Gebäude eine bislang weitgehend unbekannte Rakete namens Izdeliye 30 abfeuerten. Dem Bericht zufolge handelt es sich dabei um eine Langstrecken-Marschflugrakete, die kürzlich vom ukrainischen Militärgeheimdienst (HUR) als Teil des wachsenden Raketenarsenals Russlands identifiziert worden sei. Nach Einschätzung des HUR hat die Rakete eine Spannweite von etwa drei Metern, trägt einen Sprengkopf mit einem Gewicht von rund 800 Kilogramm und hat eine Reichweite von mindestens 1500 Kilometern, wodurch sie Ziele in der gesamten Ukraine erreichen könne. Den Angaben zufolge erreicht sie eine Geschwindigkeit von bis 720 Kilometern pro Stunde und fliegt auf einer tiefen Flughöhe von 200 bis 2000 Metern. Dadurch sollen solche Raketen gegnerischen Radaren und Flugabwehrsystemen entgehen. In der Nacht zu Samstag hatte laut Bericht eine Rakete dieses Typs beim Einschlag in ein Wohnhaus in Charkiw elf Menschen getötet. Unter den Toten waren nach Behördenangaben auch eine Lehrerin und ihr Sohn sowie eine weitere Frau und ihre 13 Jahre alte Tochter. 16 Menschen seien verletzt worden.

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Feuerwehrleute löschen das Feuer in den Ruinen eines Wohnhauses nach dem russischen Raketenangriff in Charkiw. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

+++ 06:15 Selenskyj kritisiert fehlende Fortschritte bei Ukraine-Hilfe der EU +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der Europäischen Union vorgeworfen, dass sie keine Fortschritte beim 20. Sanktionspaket gegen Russland und beim 90-Milliarden-Euro-Hilfspaket für die Ukraine erzielt habe. In einer Videobotschaft stellte Selenskyj auch einen Zusammenhang zum Iran-Krieg her: "Es gibt immer noch keine Fortschritte beim 20. Sanktionspaket der Europäischen Union gegen Russland wegen dieses Krieges. Auch beim 90-Milliarden-Euro-Hilfspaket für die Ukraine gibt es keine Bewegung, obwohl Europa anerkennt, dass es für uns lebenswichtig ist." Selenskyj erklärte, dass er seine Positionen zu diesen Themen am Samstag in einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron abgestimmt habe. "Tatsächlich wird die gesamte kommende Woche der gemeinsamen Arbeit mit den Europäern gewidmet sein, um sicherzustellen, dass die zum Schutz der Ukraine erforderlichen Entscheidungen auch tatsächlich umgesetzt werden", sagte er. Die EU-Kommission hatte Anfang Februar ein 20. Sanktionspaket gegen Russland vorgeschlagen, das unter anderem ein "umfassendes Verbot maritimer Dienstleistungen" für Tanker mit russischem Rohöl an Bord vorsieht. Das Paket sollte rechtzeitig zum vierten Jahrestag des russischen Kriegsbeginns in der Ukraine verabschiedet werden, doch wegen der Blockade durch Ungarn gibt es weiterhin keine Einigung.

+++ 05:12 Raketenangriff auf Energieinfrastruktur in Belgorod +++

Die ukrainische Armee hat einen großangelegten Raketenangriff auf Belgorod durchgeführt, erklärt der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, bei Telegram. Anlagen der Energieinfrastruktur seien laut der russischen Nachrichtenagentur Tass dabei schwer beschädigt worden.

+++ 02:23 Russland meldet lebenslange Haft für 70 ukrainische Kämpfer +++

Russland meldet die lebenslange Verurteilung von über 70 ukrainischen Kämpfern, wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichtet. Laut Alexander Bastrykin, Chef des russischen Ermittlungskomitees, werde ihnen die Tötung von Zivilisten vorgeworfen - eine Darstellung, die sich bisher nicht unabhängig verifizieren lässt.

+++ 01:14 Selenskyj: Habe Saudi-Arabien Hilfe bei Drohnen-Abwehr angeboten +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt, er habe mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman über die Lage im Iran und im Nahen Osten gesprochen. Dabei habe er sein Angebot bekräftigt, bei der Bekämpfung iranischer Drohnen zu helfen. Die Ukraine kämpfe seit Jahren gegen vom Iran entwickelte Drohnen des Typs Shahed. Jeder wisse, dass kein anderes Land der Welt über solche Erfahrungen damit verfüge wie die Ukraine, betonte er. "Wir sind bereit zu helfen und erwarten, dass auch unser Volk die notwendige Unterstützung erhält", sagt Selenskyj mit Blick auf den Krieg in der Ukraine.

+++ 23:25 Ölterminal in Südrussland nach Drohnenangriff in Brand +++

Nach einem Drohnenangriff ist örtlichen Behörden zufolge in einem Ölterminal in der südrussischen Region Krasnodar ein Feuer ausgebrochen. Die Einsatzzentrale der Region schreibt auf Telegram, 91 Feuerwehrleute würden den Brand in Armavir bekämpfen. Es gebe keine Verletzten.

+++ 22:06 Selenskyj tauscht sich mit saudischem Kronprinz aus +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich nach eigenen Angaben mit dem saudischen Kronprinz Mohammed bin Salman ausgetauscht. Es sei um die Situation im Nahen Osten gegangen, so Selenskyj in einem Beitrag auf X. In diesem unterstreicht er die ukrainischen Fähigkeiten bei der Bekämpfung iranischer Drohnen. "Wir sind bereit zu helfen und gehen davon aus, dass unsere Leute auch die Unterstützung erhalten werden, die sie benötigen", so Selenskyj.

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