Warteschleifen zum NulltarifAbzocke am Telefon bald passé

Telefonwarteschleifen sollen künftig nur noch bei Gratisnummern oder normalen Ortsvorwahlen erlaubt sein. Damit schieben Bund und Länder der Abzocke jetzt einen Riegel vor. Allein im vergangenen Jahr hatten die Deutschen knapp 150 Millionen Euro für das Verharren in teuren Warteschleifen ausgegeben.
Teure Warteschleifen bei Servicenummern dürften bald der Vergangenheit angehören: Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat verständigte sich über strittige Punkte des sogenannten Telekommunikationsgesetzes. Der Bundesrat hatte das Gremium wegen anderer Aspekte der Reform – etwa die Länderzuständigkeit für Rundfunkfragen – angerufen.
Vorgesehen ist, dass Warteschleifen nur noch bei Gratisnummern oder für Anrufe bei normalen Ortsvorwahlen geschaltet werden dürfen. Zulässig sind sie auch, wenn für den Anruf ein Festpreis gilt oder die angerufene Firma die Kosten trägt. Dies gilt für Anrufe aus dem Festnetz genauso wie bei Telefonaten vom Handy.
Zudem soll Telefonkunden der Anbieterwechsel erleichtert werden. Bei , also wenn Kunden einen Anbieter per Vorwahl wählen, soll eine Preisansage vor dem Gespräch verpflichtend werden.
Für Schleifen bei Vorwahlnummern wie 0180 oder 0900 werden Erhebungen zufolge bisher teils drei Euro und mehr fällig. Die soll die Bundesbürger im vergangenen Jahr knapp 150 Millionen Euro gekostet haben.
Länder dürfen mitreden
Die Vermittler verständigten sich auch darauf, die Zuweisung von Mobilfunkfrequenzen künftig durch eine Verordnung zu regeln, die der Zustimmung des Bundesrats bedarf. Die Länder hatten dabei mehr Mitspracherechte verlangt und deshalb im November den Vermittlungsausschuss angerufen. Das Gesetz soll außerdem den Ausbau schneller Internetverbindungen vorantreiben.
Bundestag und Bundesrat sollen noch in dieser Woche abschließend über das neue Gesetz beraten. Anbieter bekommen nach Inkrafttreten des Gesetzes ein Jahr Zeit, ihren Service umzustellen.