Politik

Neue Phase des Friedensprozesses Afghanistans Versöhnungsrat tagt erstmals

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Regierung und Taliban treten nun in die eigentlichen Verhandlungen ein.

(Foto: imago images/Xinhua)

Die erste Phase der Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban ist abgeschlossen. Nun beginnen die eigentlichen Verhandlungen. Dafür nimmt der Nationale Versöhnungrat seine Arbeit auf. Das Gremium soll das letzte Wort bei einem möglichen Friedensvertrag haben.

In Afghanistan hat sich erstmals der nationale Versöhnungsrat versammelt, der vor mehr als drei Monaten für die Friedensverhandlungen mit den Taliban ernannt worden war. "Wir dürfen keine gewinnorientierte Vision beim Friedensprozess haben. In einem Krieg profitiert niemand", sagte der Vorsitzende des Hohen Rats für Nationale Aussöhnung, Abdullah Abdullah, bei dem Treffen. Er dankte den militant-islamistischen Taliban für ihre Bereitschaft, an den Friedensgesprächen teilzunehmen.

Die erste Phase der Gespräche sei abgeschlossen, sagte Afghanistans Präsident Aschraf Ghani bei dem Treffen. Am Mittwoch hatten die Regierung und die Taliban erklärt, die Verfahrensfragen für die Friedensverhandlungen seien geklärt. Man werde nun Gespräche über den Themenkatalog aufnehmen. Ghani hatte den Rat Ende August ernannt. Das Gremium soll das letzte Wort darüber haben, ob die Regierung einen Friedensvertrag mit den Taliban unterzeichnet. Der Ratsvorsitzende Abdullah war vergangenes Jahr noch Ghanis Widersacher bei der Präsidentschaftswahl.

US-Außenminister Mike Pompeo begrüßte die erste Versammlung des Versöhnungsrates. "Alle Konfliktparteien sollten zusammenkommen und einen Weg zum Frieden aufzeigen", erklärte Pompeo in einer Mitteilung.

Ende Februar unterzeichneten die Taliban ein Abkommen mit den USA, das einen schrittweisen Abzug der amerikanischen Streitkräfte aus Afghanistan vorsieht. Die Friedensverhandlungen sind das wichtigste Zugeständnis, das die USA den Taliban abringen konnten. Im Gegenzug verpflichteten sich die Islamisten, Verbindungen zu anderen Terroristen zu beenden.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa

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