Politik

Die letzte Hoffnung für Syrien Annan-Nachfolger gefunden

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Lakhdar Brahimi hat eine fast unlösbare Aufgabe vor sich.

(Foto: dapd)

Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan ist an der Vermittlung zwischen Regierung und Rebellen in Syrien gescheitert. Der Nachfolger steht nun wohl fest – es wird der ehemalige Außenminister Algeriens, Lakhdar Brahimi. Mit der Vermittlung in Krisen kennt er sich aus, Stationen in Afghanistan und Irak stehen in seinem Lebenslauf.

Nach Angaben aus UN-Kreisen soll der 78-Jährige frühere algerische Außenminister Lakhdar Brahimi Anfang kommender Woche offiziell zum Syrien-Gesandten ernannt werden. Brahimi würde dem früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan nachfolgen. Er war in der Vergangenheit als UN-Sondergesandter unter anderen in Afghanistan und im Irak tätig. Der Krisendiplomat habe "gute Chancen", den Auftrag im Namen der Vereinten Nationen (UN) und der Arabischen Liga zu erhalten, sagte ein westlicher Diplomat in Beirut.

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Die Kämpfe in Aleppo gehen unvermindert weiter.

(Foto: AP)

UN-Vermittler Annan hatte vor einer Woche wegen der mangelnden Friedensbereitschaft der Konfliktparteien in Syrien und der Uneinigkeit der Vetomächte im Weltsicherheitsrat seinen Rückzug von dem Amt angekündigt. Die Ernennung eines Nachfolgers soll nach UN-Angaben bald erfolgen. "Wir wollen uns nicht lange Zeit damit lassen, weil wir nicht wollen, dass auf dieser Position ein Vakuum entsteht", sagte ein Sprecher von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York. Ein genaues Datum gebe es aber noch nicht.

"Wir wünschen uns einen starken Nachfolger für Kofi Annan", sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle in Berlin. "Wir müssen angesichts der schrecklichen Gewalt in Syrien dringend den Einstieg in einen politischen Prozess schaffen. Hier kann der zukünftige Sonderbeauftragte eine entscheidende Rolle spielen."

Brahimi geht an die Öffentlichkeit

Wie sein Vorgänger Annan es schon viele Male getan hatte, rief Brahimi den UN-Sicherheitsrat im Umgang mit dem Konflikt zur Einigkeit auf. Der Sicherheitsrat und die Staaten der Region müssten zusammenfinden, um sicherzustellen, dass so schnell wie möglich ein politischer Übergang stattfinde, erklärte er.

"Millionen Syrer rufen nach Frieden, die Großen der Welt dürfen angesichts dieser Schreie nicht länger gespalten bleiben", heißt es in der Erklärung, die von der Gruppe The Elders verbreitet wurde. Zu der von Südafrikas Ex-Präsidenten Nelson Mandela ins Leben gerufenen Gruppe The Elders gehören unter anderen US-Expräsident Jimmy Carter und der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu.

In Aleppo gingen die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Truppen von Präsident Baschar al-Assad und Aufständischen weiter. Dabei gerät auch das einzigartige kulturelle Erbe der historischen Handelsmetropole zunehmend in Gefahr. Eine Granate der Regimetruppen habe das Eingangstor der mittelalterlichen Zitadelle beschädigt und eine Marmortafel zerstört, teilte der oppositionelle Syrische Nationalrat mit. Von unabhängiger Seite ließ sich dies wegen der Kriegsumstände nicht bestätigen. Aleppo ist eine der ältesten, durchgehend bewohnten Städte der Welt und Unesco-Weltkulturerbe.

Quelle: n-tv.de, che/dpa/AFP

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