Politik
(Foto: dapd)
Donnerstag, 30. August 2012

Im August 2,9 Millionen ohne Job: Arbeitslosenzahl steigt wieder

Das geringere Wirtschaftswachstum Deutschlands zeichnet sich auch auf dem Arbeitsmarkt ab. So lautet zumindest die Analyse des Chefs der Arbeitsagentur. Noch liegt die Zahl der Arbeitslosen unter dem Vorjahresniveau, doch der Anstieg von Juli auf August ist überraschend stark.

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im August stärker gestiegen als für den Ferienmonat üblich. Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren in diesem Monat 2,905 Millionen Arbeitslose registriert, wie die Behörde mitteilte. Dies seien 29.000 mehr gewesen als im Juli, aber noch 40.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,8 Prozent. "Insgesamt entwickeln sich die wesentlichen Arbeitsmarktindikatoren zunehmend schwächer", erklärte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. "Hier zeigt sich auch das geringere Wachstum der deutschen Wirtschaft."

Experten aus der Wirtschaft teilen diese Auffassung. Der Arbeitsmarkt habe sich schlechter entwickelt als im Hochsommer der vergangenen fünf Jahre, sagte der Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld. "Wir stehen wirtschaftlich vor einem schlechten dritten Quartal. Diese Entwicklung greift relativ rasch auf den Arbeitsmarkt über."

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung bleibt optimistisch

Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) werde die Rezession im Euroraum vor allem die exportabhängige Industrie treffen: "Hier dürften teilweise sogar Kurzarbeit und Rückgänge bei der Beschäftigung anstehen", sagte DIW-Deutschlandexperte Simon Junker. Der Rückgang der Beschäftigung werde aber nur einen kleinen Teil der Wirtschaft treffen. "Insgesamt wird die Lage auf dem Arbeitsmarkt außerordentlich gut bleiben."

Für den Sommer- und Ferienmonat ist es typisch, dass die Arbeitslosenzahl stagniert, weil Betriebe mit Neueinstellungen bis zum Ende der Sommerpause warten. Bereits in den vergangenen Monaten hatte sich die Arbeitslosigkeit allerdings schlechter entwickelt als im Jahresmuster üblich. Der Abstand zum Vorjahr wird von Monat zu Monat geringer. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen nahm die Arbeitslosenzahl saisonbereinigt um 9000 zu und stieg damit den fünften Monat in Folge. Experten hatten eine Zunahme um 8000 erwartet.

Quelle: n-tv.de

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