Politik

Widerstand auch in Baden Bahn prüft Rheintal-Pläne

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In Ringsheim sagt die fünfjährige Emma dem Bahnchef, was sie von seinen Plänen hält.

(Foto: dpa)

Die Deutsche Bahn will kein zweites Stuttgart 21 erleben. Deshalb stellt sie die Pläne für den vierspurigen Ausbau der Strecke Karlsruhe - Basel auf den Prüfstand.

Nach der Kontroverse um Stuttgart 21 stellt die Bahn ihre Pläne für den Ausbau der Strecke Karlsruhe-Basel auf den Prüfstand. Sein Unternehmen werde die Planungen kritisch unter die Lupe nehmen, sagte Bahnchef Rüdiger Grube im südbadischen Kenzingen. "Wir wollen verhindern, dass es hier ein zweites Stuttgart 21 gibt." Die Erweiterung der sogenannten Rheintalbahnstrecke von zwei auf vier Gleise ist nach Stuttgart 21 das größte Bahnprojekt in Baden-Württemberg.

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Schwester Martina, die in Offenburg ein Kloster leitet, ist das bekannteste Gesicht der Bahngegner am Oberrhein.

(Foto: picture alliance / dpa)

In der Pflicht stehe auch die Bundesregierung, sagte Grube. Sollte es veränderte Trassenführungen und mehr Lärmschutz geben, müsse der Bund zusätzlich Geld zur Verfügung stellen. Baden-Württemberg müsse sich finanziell beteiligen. "Bei diesen Fragen bin ich zuversichtlich", sagte Grube. Das Land hat bereits zugesagt, bis zu 50 Prozent der Mehrkosten zu übernehmen.

Grube schaut sich am Wochenende bei einer zweitägigen Informationsreise Bauplätze an. Zudem spricht er mit Anwohnern, Kommunalpolitikern und Vertretern von Bürgerinitiativen. Der Besuch war auf seinen ersten Stationen von friedlichen Protesten begleitet.

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Gegen die Bahn-Pläne sind mehr als 172.000 Einsprüche eingegangen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mitte Oktober hatte Grube bei einem Treffen mit Vertretern der Landesregierung in Offenburg bereits Umdenken signalisiert. Seinen Worten zufolge will die Bahn dort  den Bau eines Tunnels und einer veränderten Streckenführung prüfen. Die Regierung und auch die betroffene Region hatten das gefordert.

Quelle: ntv.de, dpa