Politik

32 Mitglieder der Gruppe Wagner? Belarus nimmt russische Söldner fest

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Ein Mann mit großer Mütze und großem Einfluss: Staatschef Alexander Lukaschenko.

(Foto: picture alliance/dpa)

Söldner der vom Kreml kontrollierten Gruppe Wagner sollen an der Annexion der Krim, im Krieg in der Ostukraine und in Syrien beteiligt gewesen sein. Nun hat Belarus nach eigenen Angaben 32 Mitglieder nahe Minsk festgenommen. Ihr Ziel soll die Destabilisierung des Landes gewesen sein.

Die Behörden in Belarus haben mehrere russische Söldner wegen des Vorwurfs einer Verschwörung zur Destabilisierung des Landes vor den Präsidentschaftswahlen festgenommen. 32 Mitglieder der russischen Söldnertruppe Wagner seien nahe der Hauptstadt Minsk festgenommen worden, berichteten staatliche Medien unter Berufung auf die Strafverfolgungsbehörden. Ein weiterer russischer Staatsbürger sei an einem anderen Ort verhaftet worden.

Die Festnahmen seien angeordnet worden, nachdem die Behörden von "der Ankunft von 200 Kämpfern auf (belarussischem) Gebiet" erfahren hatten, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Belta. Deren Ziel sei es gewesen, das Land während des Wahlkampfs zu destabilisieren. Wo sich die übrigen Verdächtigen aufhielten, blieb unklar.

Entlarvt, weil sie keinen Alkohol getrunken haben

Die Russen hielten sich demnach in einem Kurort auf und erkundeten die Gegend. Das belarussische Staatsfernsehen zeigte mehrere russische Pässe, die angeblich den Inhaftierten gehören. Die Männer hätten "militärische Kleidung" getragen und schweres Gepäck bei sich gehabt. Aufgeflogen seien sie, da sie anders als russische Touristen keinen Alkohol getrunken hätten, berichtete Belta.

Die Söldnertruppe Wagner wird Berichten zufolge von einem Verbündeten des russischen Präsidenten Wladimir Putin kontrolliert und ist unter anderem in der Ukraine, in Syrien und in Libyen im Einsatz.

In der autoritär regierten Republik Belarus finden am 9. August Präsidentschaftswahlen statt. Der seit 1994 amtierende Staatschef Alexander Lukaschenko bewirbt sich um seine sechste Amtszeit. Die Behörden in Belarus gehen massiv gegen die Opposition vor. Lukaschenko ließ mehrere potenzielle Präsidentschaftskandidaten inhaftieren und warf einigen Kritikern vor, mit Russland gemeinsame Sache zu machen.

Lukaschenko regiert Belarus seit Jahrzehnten mit harter Hand. Die Ergebnisse der vergangenen vier Präsidentschaftswahlen wurden von den Wahlbeobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wegen Betrugs und Einschüchterungen nicht anerkannt.

Die Festnahmen dürften die Beziehungen zwischen Russland und Belarus belasten. Russland ist der wichtigste politische und wirtschaftliche Verbündete von Belarus. Allerdings kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen den beiden Ländern.

Quelle: ntv.de, bdk/AFP/dpa