Politik

Israel will Iran angreifenBericht: Trump und Netanjahu geraten in heftigen Streit

21.05.2026, 05:10 Uhr
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US-Präsident Trump und der israelische Ministerpräsident Netanjahu im September im Weißen Haus. (Foto: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire)

Nach außen steht die Allianz zwischen Israel und den USA im Krieg gegen den Iran. Zugleich berichten anonyme Quellen von lautstarken Auseinandersetzungen zwischen Trump und Netanjahu. Während der US-Präsident zögere, wolle Israels Premier neue Angriffe auf Teheran.

US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sind Medienberichten zufolge wegen des weiteren Vorgehens gegenüber dem Iran in einem Gespräch aneinandergeraten. Grund dafür seien unterschiedliche Vorstellungen, wie mit einem neuen Vorschlag zur Beendigung des Iran-Kriegs umzugehen sei, berichteten das Portal "Axios" und das "Wall Street Journal" unter Berufung auf ungenannte Quellen. Eine der Quellen habe "Axios" gesagt, Netanjahu sei nach dem Telefonat am Dienstag in Aufruhr gewesen, ihm habe der Kopf geraucht. Katar und Pakistan hatten demnach zusammen mit anderen Partnern einen überarbeiteten Friedensvorschlag vorgelegt, um die Differenzen zwischen den USA und dem Iran zu überbrücken.

Nach erneuten Drohungen hatte Trump zuletzt erklärt, einen neuen Angriff auf den Iran zu verschieben - mit der Begründung, dass es ernsthafte Verhandlungen gebe. Er sprach von einer positiven Entwicklung. Netanjahu steht den Verhandlungen laut den Medienberichten skeptisch gegenüber und möchte den Ende Februar gemeinsam begonnenen Krieg wieder aufnehmen, um die militärischen Fähigkeiten des Irans weiter zu schwächen. Die israelische Armee ist eigenen Angaben bereit, die Angriffe wieder aufzunehmen. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist die IDF in höchster Alarmbereitschaft und auf jede Entwicklung vorbereitet", sagte Armeechef Ejal Samir bei einem Treffen von Kommandeuren.

Trump bezeichnete Netanjahu am Mittwoch vor Journalisten als "sehr guten Mann" und sagte: "Er wird tun, was immer ich von ihm verlange". Der US-Präsident betonte zudem, dass man sich mit Blick auf den Iran in einer Endphase befinde. "Wir werden sehen, was passiert. Entweder kommen wir zu einer Einigung, oder wir werden einige Dinge tun, die etwas unangenehm sind, aber hoffentlich kommt es nicht dazu", sagte er.

Revolutionsgarden drohen mit Ausweitung des Krieges

Irans Regierung rechnet inmitten militärischer Spannungen mit neuen Angriffen. "Die offenen und verdeckten Bewegungen des Feindes zeigen, dass er eine neue Runde des Krieges anstrebt", sagte Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf in einer Audiobotschaft, die iranische Medien verbreiteten. Die Streitkräfte hätten die Waffenruhe bestmöglich genutzt, um ihre Fähigkeiten wiederaufzubauen, erklärte er.

Die iranische Revolutionsgarde hatte zuvor gewarnt, dass sich der Krieg über die Region hinaus ausbreiten würde, falls die USA und Israel erneut angriffen. Davor hatte Trump mit neuen Angriffen gedroht, sollte Teheran einem Friedensabkommen nach seinen Bedingungen nicht zustimmen. "Unsere vernichtenden Angriffe werden euch zerstören", warnten die Revolutionsgarden an die USA und Israel gerichtet. Trotz der bisherigen Angriffe der beiden Länder sei "noch nicht die gesamte Macht der Islamischen Revolution entfaltet" worden, fügten die von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuften Garden in ihrer Erklärung hinzu.

Trump hatte am Dienstag in Washington gesagt: "Ich hoffe, dass wir keinen Krieg machen müssen, aber womöglich müssen wir ihnen einen weiteren großen Schlag versetzen." Er setzte eine Frist von mehreren Tagen für die Wiederaufnahme der Angriffe, falls keine Einigung mit dem Iran zur Beendigung des Krieges erzielt werde.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/AFP

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