Politik

Alle Wahlleute verteilt Biden siegt in Georgia, Trump in North Carolina

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Joe Biden stand bereits zuvor als Sieger der Präsidentschaftswahl fest.

(Foto: AP)

Mehr als eine Woche hat es gedauert, doch nun verkünden US-Sender auch die Sieger in den verbleibenden beiden US-Bundesstaaten Georgia und North Carolina. Ironie der Geschichte: Herausforderer Biden kommt auf so viele Stimmen von Wahlleuten wie Amtsinhaber Trump vor vier Jahren.

Zehn Tage nach der Präsidentschaftswahl stehen laut US-Medien die Ergebnisse in allen 50 Bundesstaaten fest. Demnach gewinnt der demokratische Herausforderer Joe Biden das Rennen im zuletzt noch offenen Staat Georgia. Präsident Donald Trump wiederum sichert sich den Sieg in North Carolina. Das melden die Fernsehsender NBC und CNN. In Georgia werden wegen des knappen Ergebnisses erneut ausgezählt. Experten gehen allerdings nicht davon aus, dass es hier große Verschiebungen gibt.

Damit sind alle Stimmen der Wahlleute verteilt - der US-Präsident wird nur indirekt vom Volk gewählt. Die Stimmen der Wähler entscheiden über die Zusammensetzung des Wahlkollegiums, das den Präsidenten dann im Dezember wählt. Biden kommt demnach auf 306 Stimmen, Trump auf 232. Für einen Wahlsieg sind mindestens 270 Wahlleute-Stimmen erforderlich. Diese Hürde hatte Biden bereits am vergangenen Samstag übersprungen.

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Bei den landesweiten Wählerstimmen liegt Biden mehr als fünf Millionen vor Trump: Der Demokrat kam demnach auf knapp 78 Millionen Stimmen (50,8 Prozent), der Republikaner auf 72,7 Millionen (47,5 Prozent).

Stimmenverteilung wie 2016

Bei der Präsidentschaftswahl 2016 hatte sich Trump mit 306 Stimmen gegen die Demokratin Hillary Clinton durchgesetzt, die 232 Stimmen erhielt. Im sogenannten Electoral College hatte Trump dann aber nur 304 Stimmen erhalten. Zwei Wahlleute hatten offenbar Vorbehalte gegen Republikaner. Trump hatte damals von einem Erdrutschsieg gesprochen, obwohl er landesweit auf weniger Wählerstimmen als Clinton gekommen war.

Trump weigert sich bislang, seine Niederlage einzuräumen, und stellt sich als Opfer massiven Wahlbetrugs dar. Trumps Anwälte haben Klagen in mehreren Bundesstaaten angestrengt, darin jedoch keine Belege für großangelegte Wahlfälschungen oder Fehler geliefert. Mehrere US-Behörden hatten am Donnerstag mitgeteilt, die Wahl am 3. November sei die sicherste in der amerikanischen Geschichte gewesen.

In den USA ist es üblich, dass die Präsidentenwahl auf der Basis von Prognosen großer Medienhäuser als entschieden gilt - normalerweise noch in der Wahlnacht. Die amtlichen Ergebnisse kommen teils erst viel später. Wegen der Corona-Pandemie hatten Millionen Amerikaner dieses Jahr aber per Brief abgestimmt, weshalb sich die Auszählung der Stimmen hinzog.

Quelle: ntv.de, mli/dpa