Politik

Erste Wahlergebnisse Blutiger Anschlag in Kandahar

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Nach dem Anschlag in Kandahar: Ein Toter wird davongetragen.

(Foto: AP)

Bei einem schweren Bombenanschlag in der südafghanischen Stadt Kandahar sind mindestens 40 Menschen getötet und mehr als 60 weitere verletzt worden. Bei den Opfern handle es sich ausschließlich um Zivilisten, sagte Provinzgouverneur Ahmed Wali Karsai.

Noch ist unklar, ob es sich um eine Serie von Autobomben oder einen einzigen größeren, in einem Lkw platzierten Sprengsatz handelte. Ein Augenzeuge sagte, ein Restaurant habe gebrannt und ein Geschäft sowie andere Gebäude seien eingestürzt.

Nach vorherigen Angaben der Provinzregierung ereignete sich der Anschlag kurz nach Einbruch der Dämmerung in der Nähe eines Büros einer kanadischen Hilfsorganisation. Nach dem Anschlag sollen am Tatort mehrere Schüsse gefallen.

In Afghanistan hat die Gewalt angesichts der Präsidentenwahl vom vergangenen Donnerstag stark zugenommen. Sie richtet sich vor allem gegen die ausländischen Truppen und die Regierung in Kabul. Die Zahl der in Afghanistan gefallenen ausländischen Soldaten erreichte am Dienstag einen neuen Höchststand: Sie stieg 2009 auf 295, nachdem im Süden des Landes vier US-Soldaten bei einem Bombenanschlag getötet wurden. Noch nie wurden seit Beginn des Kriegs 2001 in einem Jahr so viele ausländische Soldaten getötet, wie die Website icasualties.org ermittelte. Im vergangenen Jahr hatte die Totenzahl mit 294 gefallenen Soldaten den bisherigen Höchststand erreicht.

Karsai knapp vor Abdullah

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Karsai war Favorit - aber hat er auch gewonnen?

(Foto: AP)

In Kabul veröffentlichte die Wahlkommission unterdessen erste Teilergebnisse der Präsidentenwahl: Demnach liegen Amtsinhaber Hamid Karsai und sein schärfster Rivale Abdullah Abdullah dicht beieinander. Sollte sich der Trend bestätigen, würde das Land auf eine Stichwahl Anfang Oktober zusteuern. Der US-Sondergesandte Richard Holbrooke mahnte allerdings zur Vorsicht, da bislang erst zehn Prozent der Stimmen ausgezählt seien. "Es ist zu früh, um den Ausgang vorherzusagen", sagte Holbrooke bei einem Türkei-Besuch.

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Herausforderer Abdullah Abdullah ruft zur Besonnenheit auf, erneuert jedoch zugleich den Betrugsvorwurf.

(Foto: REUTERS)

Der frühere Außenminister Abdullah bekräftigte zudem seine Wahlfälschungsvorwürfe: Es bestehe kein Zweifel, dass in großem Stil von staatlicher Seite aus betrogen worden sei. Er werde nicht zulassen, dass auf diese Weise der Wahlausgang bestimmt werde, sagte Abdullah kurz vor Veröffentlichung der ersten Teilergebnisse. Diesen zufolge kam Karsai auf 41 Prozent der Stimmen, Abdullah erzielte 39 Prozent. Ein Sprecher der Wahlkommission kündigte an, die Teilergebnisse würden von nun an jeden Tag aktualisiert. Das Endergebnis soll am 3. September feststehen.

Quelle: ntv.de, rts

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