Politik

Tote und Verschleppte Boko Haram überfallen Dorf im Niger

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Die Flagge der Islamisten weht über einem Dorf.

(Foto: REUTERS)

Seit Jahren tyrannisiert sunnitischen Fundamentalisten den Nordosten Nigeras. Immer wieder überqueren sie dabei auch die Grenze zum Niger. Bei einem Überfall auf ein Dorf im Nachbarland Niger sterben neun Menschen.

Mutmaßliche Kämpfer der islamistischen Terrormiliz Boko Haram haben im westafrikanischen Staat Niger ein Dorf angegriffen und mindestens neun Menschen getötet. Zudem seien 37 Menschen aus dem Ort Ngalewa nahe der Grenze zu Nigeria entführt worden, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Kabelawa, Abari Elh Daouda. Er machte Boko Haram für den Angriff am Sonntagabend in der Region Diffa im Südosten des Landes verantwortlich.

Erst vergangene Woche hatten sich zwei Selbstmordattentäterinnen in einem Flüchtlingslager in Kabelawa in die Luft gesprengt, wie die UN mitteilten. Sie töteten demnach zwei Menschen und verletzten elf. Das UN-Flüchtlingshilfswerk bezeichnete dies als den ersten Selbstmordanschlag in der Region in den vergangenen zwölf Monaten. In dem rund 50 Kilometer von der Grenze mit Nigeria entfernten Lager leben demnach etwa 10.000 Menschen.

Boko Haram kämpft seit 2009 gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Bei Anschlägen und Angriffen der sunnitischen Fundamentalisten sind seit 2009 mindestens 20.000 Menschen getötet worden, rund zwei Millionen Nigerianer sind vor der Gewalt geflohen. Gelegentlich greift die Terrorgruppe auch Ziele im Nachbarland Niger an.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP