Sánchez sieht sich als Opfer"Carlos" erhält erneut Lebenslänglich
2011 verurteilt ein Gericht den einstigen Terroristen "Carlos" zu einer lebenslänglichen Haftstrafe. Dass will der Mann, der eigentlich Ilich Ramírez Sánchez heißt, nicht hinnehmen und legt Berufung ein. Doch auch in zweiter Instanz scheitert er.
Der als "Carlos" bekannt gewordene frühere Top-Terrorist Ilich Ramírez Sánchez ist erneut zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht in Paris bestätigte die Strafe mit einer Mindesthaftdauer von 18 Jahren für den Terroristen "Carlos". Der 63-jährige Venezolaner wurde wie in erster Instanz für schuldig befunden, in den 1980er Jahren vier Anschläge in Frankreich mit insgesamt elf Toten und 150 Verletzten verübt zu haben.
Das Gericht folgte dem Urteil vom Dezember 2011, gegen das "Carlos" in Berufung gegangen war, und bestätigte das höchstmögliche Strafmaß. Die Verteidigung kündigte umgehend an, erneut gegen das Urteil vorzugehen. Es gebe "nicht den Schatten eines Beweises", teilte sie mit.
Die mitangeklagte 70-jährige Deutsche Christa Fröhlich wurde erneut freigesprochen. Sie war während des Berufungsprozesses nicht vor Gericht erschienen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine 20-jährige Haftstrafe für die Deutsche gefordert.
Das Schlusswort dauerte vier Stunden lang
Bereits 1997 war "Carlos" in Frankreich wegen drei Morden im Jahr 1975 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er war nach jahrelanger Fahndung 1994 im Sudan festgenommen worden. In dem aktuellen Verfahren musste er sich wegen vier Anschlägen auf Schnellzüge, einen Bahnhof und eine Zeitungsredaktion in Frankreich in den Jahren 1982 und 1983 verantworten. Laut Anklage wollte der selbst ernannte "Berufsrevolutionär" damit seine deutsche Freundin Magdalena Kopp und den Schweizer Bruno Breguet freipressen, die 1982 mit Waffen und Sprengstoff in Paris festgenommen worden waren.
Den seit dem 13. Mai laufenden Berufungsprozess nutzte "Carlos" wie auch vorherige Verfahren als Bühne. In einem vierstündigen Schlusswort wies er jegliche Beteiligung an den Anschlägen von sich. Er sprach von einem "illegalen" Prozess gegen ihn und Beweisen, die von "Manipulatoren im Dienste der großen ausländischen Mächte gefälscht" worden seien.
Er betonte zudem erneut, er und seine Komplizen seien keine "Terroristen, sondern Kämpfer" gewesen. Den Ermittlungsrichter und den zuständigen Generalstaatsanwalt bezeichnete er als "Agenten der US-Botschaft".