Politik

Anschlag von Nizza im Liveticker Der Tag des Grauens zum Nachlesen

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Der Lastwagen des Attentäters ist inzwischen von der Strandpromenade von Nizza abtransportiert. Wir beenden den Liveticker zu dem Anschlag und informieren Sie weiter aktuell in den gewohnten Formaten. Die Entwicklungen des Tages können Sie unten noch einmal chronologisch nachlesen.

Alternativ finden Sie

Wir bei n-tv.de haben unser Bestes gegeben, sie so aktuell und akkurat wie möglich über die Ereignisse in Frankreich zu informieren. Sollte es hierbei zu Fehlern gekommen sein, bitten wir diese zu entschuldigen. Es ist nicht immer leicht, bei so einem traurigen Großereignis die Übersicht zu behalten.

Wir nehmen Anteil am Leid der Hinterbliebenen und trauern um die Opfer des Anschlags von Nizza. Liberté, Egalité, Fraternité!

+++ 18:21 EU-Außenminister beraten am Montag über Nizza-Attentat +++
Die EU-Außenminister werden bei ihrem Treffen am Montag in Brüssel auch über den Kampf gegen den Terrorismus beraten. Nach dem Anschlag von Nizza mit mehr als 80 Toten sei die Tagesordnung auf Wunsch Frankreichs entsprechend erweitert worden, hieß es offiziell in Brüssel.

Die Außenminister der 28 EU-Staaten treffen am Montagmorgen zunächst ihren US-Kollegen John Kerry, bevor sie ihre Beratungen beginnen. Dabei geht es unter anderem um die Lage in Syrien und Libyen. Erstmals wird auch der neue britische Außenminister Boris Johnson dabei sein.

+++ 18:05 Binnen vier Jahren 242 Terror-Tote in Frankreich +++

 

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 Seit März 2012 sind in Frankreich bei sieben Terroranschlägen insgesamt 242 Menschen umgekommen, davon 84 am gestrigen Abend. Das Attentat ist das mit den zweitmeisten Opfern unter den islamistischen Anschlägen in Frankreich. Gemessen an der Zahl der Täter, hat der Terrorist von Nizza sogar einen perversen Rekord aufgestellt: Mit mindestens 84 Toten auf einen Einzeltäter ist Mohamed Lahouaiej Bouhlel an der Spitze der Terroristen und löst den Norweger Anders Breivik ab.

+++ 17:40 UN-Sicherheitsrat hält Schweigeminute ab +++
Mit einer Schweigeminute hat der UN-Sicherheitsrat der Opfer des Anschlags von Nizza gedacht. Die Botschafter der Mitgliedstaaten legten das Gedenken zu Beginn ihrer heutigen Beratungen ein. Bei dem Treffen ging es eigentlich um die Lage im Irak. Frankreichs UN-Botschafter François Delattre sagte vor Journalisten, "wir sind im Schockzustand". Doch zugleich sei das Schlüsselwort "Entschlossenheit, absolute Entschlossenheit im Kampf gegen den Terrorismus, sowohl national als auch international".

Zuvor hatte der Sicherheitsrat in einer Erklärung von "einem barbarischen und feigen Terroranschlag" gesprochen. Der Terrorismus sei eine der größten Bedrohungen für den Weltfrieden und die internationale Sicherheit.

+++ 17:15 Zehn Kinder und Jugendliche unter den Toten von Nizza +++
Unter den 84 Anschlagsopfern von Nizza sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft zehn Kinder und Jugendliche,Mehr als 200 Menschen seien verletzt worden, sagt der zuständige Staatsanwalt François Molins. 52 Menschen schweben demnach noch in Lebensgefahr.

Molins bestätigte im Wesentlichen bekannte Informationen. Nämlich,

  • dass es sich bei dem Attentäter um den 31-jährigen Mohamed Lahouaiej Bouhlel handelte;
  • dass der aus Tunesien stammende Lieferwagenfahrer einen vor zwei Tagen gemieteten Kühlwagen in die Menge steuerte;
  • dass der Mann von Polizisten erschossen wurde, nachdem er selbst mit einem automatischen Gewehr um sich gefeuert hatte
  • dass die Polizei noch nach möglichen Komplizen sucht und dafür auch bei zwei Hausdurchsuchungen beschlagnahmte Materialien auswertet
  • dass der Mann wegen Diebstahls vorverurteilt sei und auch wegen häuslicher Gewalt bekannt sei;
  • dass die Polizei von einem terroristisch-islamistischen Anschlag ausgeht, auch wenn sich bisher niemand dazu bekannt hat

+++ 17:00 Staatsanwalt gibt Pressekonferenz zu Anschlag +++

 

+++ 16:45 Bild von Nizza-Attentäter veröffentlicht +++

 

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+++ 16:31 Ex-Frau des Attentäters unter Aufsicht gestellt +++
Die Ex-Frau des Attentäters von Nizza ist unter Aufsicht gestellt worden. Das berichtet unter anderem die Tageszeitung "Le Soir" unter Berufung auf die Polizei. Demnach wollen die Ermittler in einer Befragung unter anderem die Motive des Mannes klären und herausfinden, ob er womöglich von einem oder mehreren Helfern unterstützt wurde.

+++ 16:20 Video zeigt tödliche Schüsse auf Attentäter +++

 

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+++ 16:08 Berliner Bezirk bestätigt Tod von Schülern und Lehrerin +++
Das Bezirksamt von Berlin-Charlottenburg bestätigt nun auch offiziell den Tod von zwei Schülern und einer Lehrerin beim Attentat von Nizza. Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann erklärt auf der Website des Bezirks: "Wir sind zutiefst bestürzt über den Tod zweier Schüler*innen und einer Lehrerin des ersten Abitur-Jahrgangs der Paula-Fürst-Schule und trauern mit den Eltern, der gesamten Schule, Angehörigen und Freunden der Opfer. Wir stehen mit Ihnen Seite an Seite und sichern entsprechende Unterstützung zu. Als ein Zeichen der tiefen Trauer wurden die Dienstgebäude des Bezirksamtes auf Halbmast geflaggt."

Unklar ist, ob es sich bei den toten Jugendlichen - wie von mehreren Medien berichtet - um zwei Schülerinnen handelt oder um einen Schüler und eine Schülerin.

+++ 15:52 Münchner Oktoberfest wird auf Nizza-Szenario geprüft +++
Nach dem Anschlag von Nizza kommen immer mehr Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen auf den Prüfstand:  Die bayerische Staatsregierung will das Sicherheitskonzept für das Münchner Oktoberfest noch einmal überdenken. Zwar gehöre das Durchbrechen von Sperren mit Lastwagen schon seit Jahren zu denkbaren Anschlagsszenarien, gegen die man sich gewappnet habe, sagt Innenminister Joachim Herrmann. Das Ganze müsse aber nun "sicherlich noch einmal neu überdacht werden".

In Berlin sind die Vorbereitungen für das deutsch-französische Volksfest gestoppt, dass am heute am Brandenburger Tor starten sollte. Kommende Großveranstaltungen wie das Feuerwerksspektakel "Kölner Lichter", die Travemünder Woche oder ein Triathlon in Hamburg sollten dagegen wie geplant stattfinden.

+++ 15:32 Rund 30.000 Menschen waren am Anschlagsort versammelt +++
Die hohe Zahl an Opfern beim Anschlag auf die Strandpromenade von Nizza erklärt sich auch durch die hohe Dichte an Zuschauern, die gekommen waren, das Feuerwerk zum Nationalfeiertag zu sehen. Zum Zeitpunkt des Attentats seien dort etwa 30.000 Menschen versammelt gewesen, berichtet der Radiosender Europe 1 unter Berufung auf das Rathaus von Nizza. Die Promenade bleibe nun gesperrt.

+++ 15:25 Hollande dankt Sicherheitskräften und Helfern +++
Frankreichs Präsident Francois Hollande dankt in Nizza den zahlreichen Sicherheits- und Rettungskräften. "Frankreich ist stolz auf Sie", sagt der Staatschef im Anschluss an einem Besuch in einem Krankenhaus von Nizza. "Ich habe gesehen, was die Ärzte leisten", so Hollande. "Nicht alle konnten gerettet werden, aber alles ist getan worden."

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Hollande rechnet nicht mit einem baldigen Ende des Anti-Terror-Kampfes. "Dieser Kampf wird lang sein, denn wir haben einen Gegner, der weitermachen wird, der weiter zuschlagen wird bei Völkern deren Kernwert die Freiheit ist."

+++ 15:12 Entwarnung nach Evakuierung von Nizzas Flughafen +++
Sicherheitskräfte haben nach dem Anschlag in Nizza wegen eines Bombenverdachts vorübergehend den Flughafen der Stadt evakuiert. Anlass der Räumung am Nachmittag war ein herrenloses Gepäckstück im Ankunftsbereich des Terminals 1, wie die Flughafengesellschaft bestätigte. Nach etwa einer halben Stunde gab es Entwarnung. Der Besitzer wurde ausfindig gemacht und bekam das Gepäck zurück.

+++ 14:50 Nachbarn beschreiben Attentäter als Einzelgänger +++
Nachbarn des nach dem Anschlag von Nizza getöteten Attentäters Mohamed Lahouaiej-Bouhlel haben den 31-Jährigen als stillen Einzelgänger beschrieben. Der Mann habe nie gegrüßt, wenn man sich im Treppenhaus des vierstöckigen Gebäudes in Osten von Nizza getroffen habe, sagten Nachbarn der Nachrichtenagentur AFP. Ein Nachbar sagte, der 31-Jährige sei nicht offensiv religiös aufgetreten, er habe häufig Shorts getragen.

Nachbarin Alexia, die in derselben Etage wohnt, wechselte nur ein einziges Mal ein paar Worte mit dem Mann - als er versehentlich den falschen Stromzähler abgestellt hatte. Eine Mieterin des Erdgeschosses sagte, der 31-Jährige sei "ein gut aussehender Mann" gewesen, der ihr aber ein Dorn im Auge war, weil er ihre Töchter "zu sehr angesehen" habe.

+++ 14:36 De Maizière: "Wir sind in großer Sorge" +++
Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat sich soeben ausführlich zum Attentat von Nizza geäußert. Der Attentäter habe über eine Strecke von zwei Kilometern insgesamt 84 Menschen getötet, sagte der CDU-Politiker. "Wir sind in großer Sorge, dass sich unter den Todesopfern auch deutsche Staatsbürger befinden." Es seien etwa 100 Menschen verletzt, davon etwa 18 schwer.

"Wir werden den französische Behörden jedwede Unterstützung anbieten", sagte de Maizière. So helfe Deutschland bereits bei den Binnengrenzkontrollen. "Das Attentat von gestern belegt auf unfassbare Weise wie kaltblütig und brutal Terroristen vorgehen", sagte de Maizière weiter. "Wir stehen zusammen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, gegen die Feinde unserer offenen freiheitlichen Gesellschaften", sagte de Maizière. "Vorsicht und Achtsamkeit sind geboten, aber nicht Einschüchterung und Angst."

+++ 14:20 Flughafen in Nizza teilweise geräumt +++
Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Medien sowie von Zeugen via Twitter, ist der Flughafen von Nizza teilweise evakuiert worden. Es soll ein herrenloses Gepäckstück gefunden worden sein. Es ist wahrscheinlich, dass es sich um das übliche Vorgehen bei einem solchen Fund handelt - der sich fast immer als harmlos herausstellt. Die Aufregung in den sozialen Netzwerken spiegelt aber enorme Angespanntheit nach dem Attentat am gestrigen Abend.

+++ 14:08 Berlins Bürgermeister geht von Berlinern unter Opfern aus +++
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat mit Bestürzung auf den Terrorakt von Nizza reagiert. "Wir verurteilen diese mörderische Tat auf das Schärfste", betonte Müller in einer Mitteilung. "Wir müssen leider davon ausgehen, dass auch Berliner unter den Opfern sind", sagte Müller. Aber es gebe derzeit noch keine bestätigten Informationen. "Wir hoffen alle, dass sich dies nicht bestätigt." Bislang werden zwei Schülerinnen und eine Lehrerin aus Berlin vermisst.

Die Gedanken seien in diesen Momenten bei all den Familien, die diese Stunden in Ungewissheit und Sorge um ihre Angehörigen erleben, so Müller. Die Behörden täten ihr Möglichstes, um Klarheit zu gewinnen. "Berlin trauert mit allen, die durch den Anschlag Angehörige verloren haben."

+++ 13:55 May: Kampf gegen Terrorismus verstärken +++
Die neue britische Premierministerin Theresa May ruft zum verstärkten internationalen Kampf gegen Terrorismus auf. "Wenn das - wie wir befürchten - ein Terroranschlag war, dann müssen wir unsere Anstrengungen verdoppeln, um diese brutalen Mörder zu besiegen, die unsere Lebensweise zerstören wollen", sagt die Regierungschefin, die seit Mittwoch im Amt ist.

+++ 13:41 Polens Regierung trauert und kritisiert Frankreich zugleich +++
Polens konservative Regierung reagiert widersprüchlich auf den Anschlag in Nizza: Präsident Andrzej Duda sichert Frankreich Polens Solidarität zu. "Wir bleiben im Kampf um die gemeinsame Sicherheit und bessere Zukunft Europas vereint", heißt es in einem Kondolenzschreiben. Der Warschauer Kulturpalast solle nun drei Nächte lang blau-weiß-rot angeleuchtet werden.

Dagegen kann sich Innenminister Mariusz Blaszczak keine Bewertung verkneifen und stellt im Fernsehen eine Beziehung zu Frankreichs Einwanderungspolitik her. "Das ist ein Problem in Verbindung mit Jahrzehnten von Multikulti-Politik, mit politischer Korrektheit. Das sind leider die Folgen davon", sagt er im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TVP.

+++ 13:24 Reiseanbieter bieten kostenlose Stornierungen für Nizza an +++
Nach dem Anschlag in Nizza bieten große deutsche Reiseveranstalter gebührenfreie Umbuchungen und Stornierungen von Reisen in die südfranzösische Stadt an. Bei TUI gilt das Angebot bis Ende Juli, bei DER Touristik und Thomas Cook bis zum Wochenende.

Hoteliers in der Küstenstadt berichteten bereits von zahlreichen Stornierungen. An der Pariser Börse rutschten Papiere der Reisebranche ins Minus. Der Anschlag hatte die Stadt mitten in der sommerlichen Hochsaison getroffen. "Es gab bereits massenhaft Stornierungen seit gestern Abend", sagte der Präsident der örtlichen Hotelbetreiber, Denis Cippoloni.

+++ 13:01 "Allahu Akbar"-Rufe stellen sich als Falschmeldung heraus +++
Die auch auf n-tv.de verbreitete Information, der Attentäter habe den LKW verlassen und "Allahu Akbar" gerufen, ist offenbar falsch. Quelle dieser Information war der "Daily Telegraph", der sich auf die zu diesem Zeitpunkt vorübergehend nicht erreichbare Lokalzeitung "Nice Matin" berief. "Nice Matin" liegen allerdings keine Informationen über "Allahu Akbar"-Rufe vor.

+++ 12:52 Terrorwarnung für Handy kam zwei Stunden verspätet +++
Eine am 8. Juni von der französischen Regierung gestartete Terrorwarn-Anwendung für Smartphones hat offenbar versagt. Die App namens "SAIP" habe erst zwei Stunden nach dem Anschlag von Nizza Alarm geschlagen, berichtet "Le Monde". Das Programm gehörte zu den Maßnahmen der Regierung nach den Anschlägen im November 2015. Sie soll auch der Kommunikation zwischen Behörden und Bevölkerung nach einem Anschlag dienen.

+++ 12:39 Mindestens zwei US-Bürger unter Opfern von Nizza +++
Unter den Todesopfern des Anschlags von Nizza sind mindestens zwei US-Bürger. Das bestätigte ein Sprecher des US-Außenministeriums in Moskau am Rande eines Besuchs von Außenminister John Kerry. Die Regierung sprach den Angehörigen und Freunden der Getöteten ihre Anteilnahme aus.

+++ 12:33 Präsident Hollande in Nizza angekommen +++

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+++ 12:15 Sicherheit bei Feuerwerk "Kölner Lichter" auf Prüfstand +++
Nach dem Terroranschlag in Nizza überprüft die Kölner Polizei das Sicherheitskonzept für das Feuerwerksspektakel "Kölner Lichter" am Samstag. "Der gestrige Anschlag lässt uns natürlich noch mal zusätzlich sensibel mit dem Thema umgehen", sagte eine Sprecherin. Man sei mit anderen Sicherheitsbehörden im ständigen Austausch. Ob und in welchem Umfang das Konzept angepasst werde, sei noch nicht entschieden.

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+++ 12:03 Berliner Senat bestätigt drei vermisste Deutsche in Nizza +++
Nach dem Anschlag in Nizza werden nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung für Bildung drei Deutsche vermisst. Ihr Schicksal sei unklar, sagte eine Sprecherin der Behörde. Medienberichte, wonach zwei Schülerinnen und eine Lehrerin einer Berliner Schule bei dem Anschlag getötet wurden, bezeichnete die Sprecherin ausdrücklich als "Spekulation".

Dafür gebe es keine Bestätigung, sagte die Sprecherin weiter. "Wir sind in großer Sorge", fügte sie allerdings hinzu. Insgesamt hätten sich zum Zeitpunkt des Anschlags nach dem bisherigen Erkenntnisstand Lerngruppen aus acht Berliner Schulen in Nizza aufgehalten.

Laut Berliner "Tagesspiegel" sind eine Berliner Lehrerin und zwei Berliner Schülerinnen tot. Die Paula-Fürst-Schule im Bezirk Charlottenburg sei geschlossen und die Schüler nach Hause geschickt worden.

+++ 11:52 Mindestens 50 Kinder nach Anschlag im Krankenhaus +++
Nach dem Anschlag von Nizza werden mindestens 50 Kinder in der südfranzösischen Stadt im Krankenhaus behandelt. Zwei Kinder seien am Morgen bei Operationen gestorben, teilte eine Sprecherin des Kinderkrankenhauses Lanval mit. Weitere Kinder schwebten noch in Lebensgefahr.

+++ 11:38 Zivilist soll mit heldenhaftem Einsatz Lkw gestoppt haben +++
Der Attentäter von Nizza ist offenbar durch den heldenhaften Einsatz einer Privatperson gestoppt worden. Aus der Menge heraus sei ein Mann auf den Lkw gesprungen, um ihn aufzuhalten. "In diesem Moment konnten die Polizisten den Terroristen neutralisieren", sagte der Präsident der Region Alpes-maritimes, Eric Ciotti, dem Radiosender Europe 1. "Der Attentäter schoss auf die Polizisten, ohne sie zu treffen, und auf den Mann, der ihn aufhalten wollte. Ich werde den Blick der Polizistin nicht vergessen, die diesen Mörder erschossen hat."

+++ 11:31 Regierung mobilisiert Reservisten +++
Um nach dem Anschlag von Nizza die Polizei zu entlasten, setzt Frankreich auf Reservisten der Gendarmerie. Das Land will die operationelle Reserve der Truppe einsetzen, wie Premierminister Manuel Valls nach der Sitzung des Sicherheitskabinetts sagte. Dabei handelt es sich um ehemalige Gendarmen. Die Gendarmerie gehört zwar zum Militär, übernimmt aber Polizeiaufgaben und untersteht deshalb auch dem Innenministerium.

Wie viele Reservisten Frankreich einsetzen will und welche Aufgaben sie übernehmen sollen, wurde zunächst nicht bekannt. Französische Polizeigewerkschafter klagen seit Monaten immer wieder über die hohe Belastung durch den anhaltenden Ausnahmezustand und den Kampf gegen den Terror, Großeinsätze wie die Fußball-EM sowie Zusammenstöße am Rande von Demonstrationen.

+++ 11:23 Zweiter Personalausweis in Lastwagen entdeckt +++
Nach dem Attentat in Nizza ist noch immer unklar, ob der Fahrer des Lkw allein gehandelt hat. Die Lokalzeitung "Paris Match" berichtet in ihrem Live-Blog, es sei ein zweiter Ausweis gefunden worden. Ob sich der Attentäter eine falsche Identität zugelegt hatte, andere Erklärungen in Frage kommen oder tatsächlich ein bisher noch unbekannter Helfer involviert ist, ist unklar.

+++ 11:14 Lokalzeitung veröffentlicht Namen des Attentäters +++
Der Attentäter von Nizza heißt Mohamed Lahouaiej Bouhlel. Das berichtet die Lokalzeitung "Nice Matin". Der Name stimme mit dem im Lastwagen gefundenen Personalausweis überein. Die Wohnung des 31-jährigen Lieferwagenfahrers im Norden der Stadt sei durchsucht worden.

+++ 11:02 Grenzkontrollen zu Frankreich verschärft +++
Nach dem Anschlag in Nizza werden die Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Frankreich verschärft. Wie die Bundespolizei in Potsdam mitteilte, erfolgten die Maßnahmen "in Abstimmung mit den französischen Sicherheitsbehörden (...) lageangepasst". Kontrollen seien sowohl an Flughäfen als auch im grenzüberschreitenden Straßen- und Schienenverkehr zu erwarten. Weitere Einzelheiten nannte die Bundespolizei nicht. "Aus einsatztaktischen Gründen können wir gegenwärtig keine Details zu konkreten Maßnahmen der Bundespolizei nennen", hieß es.

 +++ 10:49 Berliner LKA prüft mögliche Opfer aus Berlin +++

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+++ 10:41 Hollande ordnet dreitägige Staatstrauer an +++
Frankreichs Präsident Francois Hollande hat für die kommenden drei Tage Staatstrauer angeordnet. Von Samstag bis Montag sollen die Flaggen auf Halbmast hängen. "Wir müssen uns mit einem neuen Krieg auseinandersetzen, der vom Terrorismus ausgeht", sagte Premierminister Manuel Valls bei der Bekanntgabe der Entscheidung. "Wir müssen zusammenhalten."

+++ 10:30 Deutsch-französisches Volksfest in Berlin abgesagt +++
Nach übereinstimmenden Berichten Berliner Medien ist das für den Abend geplante Volksfest auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor abgesagt. Die französische Botschaft am Platz hat die Tricolore auf Halbmast gehängt. Auch der Brandenburger Landtag hisste Trauerbeflagung. Zwei Schülerinnen sowie eine Lehrerin aus Brandenburg sollen unter den Opfern von Nizza sein.

+++ 10:12 Getöteter Angreifer "formell identifiziert" +++
Nach dem Anschlag von Nizza wird der getötete Angreifer "formell identifiziert". Es handele sich um einen 31-jährigen Franko-Tunesier mit Wohnsitz in Nizza, dessen Ausweispapiere im Tatwagen gefunden wurden, heißt es aus Polizeikreisen. In Nizza liefen derzeit "mehrere" Polizeieinsätze. Die Zeitung "Nice Matin" meldete, die Wohnung des Angreifers werde durchsucht.

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+++ 10:07 Fahrer der Tour de France bekunden ihr Beileid +++
Auch Teilnehmer der Tour de France zeigen sich nach dem Anschlag von Nizza erschüttert. "Die Gedanken sind bei denen, die von dem schrecklichen Terroranschlag betroffen sind", schreibt Tour-de-France-Spitzenreiter Chris Froome bei Twitter. Viele weitere Teams und Fahrer drückten ihr Beileid aus. Der deutsche Teamchef Rolf Aldag vom Radrennstall Dimension-Data lässt seinen Fahrern einen Ausstieg bei der Tour mit Blick auf den Terroranschlag offen. "Die Ausgangslage ist klar. Wenn jemand sich in seiner Sicherheit bedroht fühlt, kann er natürlich heimfahren", sagt Aldag. Man werde niemanden zur Weiterfahrt zwingen.

+++ 9:30 RBB: Berliner Schülerinnen und Lehrerin in Nizza getötet +++
Der RBB berichtet, dass auch eine Schulklasse aus Berlin von dem Anschlag in Nizza betroffen sei. Demnach kamen zwei Schülerinnen und eine Lehrerin ums Leben. Laut "Berliner Zeitung" sind vier Schulklassen betroffen.

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Das Auswärtige Amt schließt derweil deutsche Opfer nicht aus. "Nach Auswertung aller bisher vorliegenden Informationen können wir nicht ausschließen, dass auch Deutsche betroffen sind", teilt eine Sprecherin in Berlin mit. Ein Konsularteam des Generalkonsulats Marseille sei auf dem Weg in die südfranzösische Küstenstadt, um vor Ort die Lage aufzuklären und gegebenenfalls betroffenen Deutschen Hilfe und Beistand zu leisten.

+++ 9:18 Zeitung: Attentäter soll "Allahu Akbar" gerufen haben +++
Nach Angaben der Zeitung "Nice Matin" sprang der Attentäter von Nizza noch aus dem Wagen. Dabei soll er demnach "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben. Daraufhin eröffnete er das Feuer auf die Polizei, die ihn schließlich tötete.

NACHTRAG VON 13:17: Hierbei handelt es sich offenbar um eine Falschmeldung. Der tatsächliche Hergang hat sich im Laufe des Tages erst herausgestellt, wir verweisen auf die Einträge von 11:38 Uhr und 13:01 Uhr.

+++ 9:02 Medien: Lkw war gemietet +++
Der bei dem Anschlag in Nizza benutzte Lastwagen war Medienberichten zufolge gemietet. Das weiße Fahrzeug sei vor einigen Tagen in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur gemietet worden, meldet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise. Nach einem Bericht der Zeitung "Le Figaro" war der Fahrer allein in dem Fahrzeug.

+++ 8:52 Italien verschärft Grenzkontrollen zu Frankreich +++
Italiens Innenminister Angelino Alfano kündigt verschärfte Kontrollen an drei Grenzübergängen zwischen Italien und Frankreich an. Auch Züge auf der Strecke über Ventimiglia sollen kontrolliert werden.

+++ 8:22 Medwedew: Terror gemeinsam bekämpfen +++
Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew ruft zum gemeinsamen Kampf gegen Terroristen auf. "Europa und Asien müssen sich gegen den Terrorismus vereinen", schreibt er auf Facebook. "Terroristen und ihre Unterstützer verstehen nur die Sprache der Gewalt und die müssen wir nutzen." Der Ministerpräsident spricht Frankreich sowie den Angehörigen der mindestens 84 Toten sein Beileid aus. Auch Russen seien unter den Opfern, schreibt Medwedew, der in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator am Asem-Gipfel teilnimmt.

+++ 8:10 Sigmar Gabriel äußert sich bei Twitter +++

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+++ 7:48 Merkel spricht von "massenmörderischem Anschlag" +++
Nach dem Terroranschlag von Nizza sichert Bundeskanzlerin Angela Merkel Frankreich die volle Solidarität Deutschlands zu. "Deutschland steht im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Frankreichs", sagt sie am Rande des Asem-Gipfels im mongolischen Ulan Bator. "Und ich bin sehr überzeugt, dass wir trotz aller Schwierigkeiten diesen Kampf gewinnen werden." Alle Teilnehmer des Gipfels seien "vereint in der Fassungslosigkeit über den massenmörderischen Anschlag in Nizza". Der Gipfel begann mit einer Schweigeminute für die Opfer.

+++ 07:37 Zahl der Opfer steigt auf 84 +++

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Unter den Opfern sind auch Kinder.

(Foto: REUTERS)

+++ 07:18 Ermittler: Attentäter nicht politisch radikalisiert +++
Der Fahrer des Lastwagens soll nach ersten Erkenntnissen der französischen Polizei nicht politisch radikalisiert gewesen sein. Das berichtet der Nachrichtensender BFMTV unter Berufung auf Ermittlerkreise. In dem Lastwagen wurden Papiere eines franko-tunesischen Mannes gefunden. Die Behörden versuchen, die Identität des Fahrers festzustellen.

+++ 06:41 Angreifer eröffnete offenbar Feuer +++
Der Angreifer hat mit einer Pistole das Feuer eröffnet, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Das verlautet aus Ermittlerkreisen. Auch Regionalpräsident Christian Estrosi sagte, der Mann habe "mehrfach geschossen". Estrosi hatte zuvor außerdem gesagt, in dem 19-Tonner seien "schwere Waffen" gefunden worden. Aus Ermittlerkreisen hieß es dann am Morgen, es seien eine nicht funktionsfähige Granate und Waffenattrappen entdeckt worden.

+++ 06:30 Nizza - Das ist bislang bekannt +++

  • In Nizza rast ein Lkw auf dem Strandboulevard Promenade des Anglais mit hoher Geschwindigkeit in eine Menschenmenge.
  • 80 Menschen sterben - darunter auch Kinder.
  • 18 Personen sind schwer verletzt.
  • Die Polizei erschießt den Fahrer.
  • Im Laster werden die Ausweispapiere eines Franko-Tunesiers gefunden. Die Papiere sind angeblich auf einen in Nizza gemeldeten 31-Jährigen ausgestellt.
  • Frankreich verlängert den Ausnahmezustand.

+++ 06:15 Bundesregierung kondoliert Frankreich +++

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+++ 06:05 Berlin: Bislang keine Hinweise auf deutsche Opfer +++
Nach dem Anschlag im südfranzösischen Nizza hat das Auswärtige Amt bislang keine Hinweise darauf, dass Deutsche betroffen sein könnten. "Das Auswärtige Amt, die deutsche Botschaft in Paris und das Generalkonsulat in Marseille stehen in engem und ständigen Kontakt mit den französischen Behörden und bemühen sich um Aufklärung, ob auch Deutsche betroffen sind", sagte eine Sprecherin. "Dies können wir zum jetzigen Zeitpunkt weder ausschließen, noch bestätigen."

+++ 05:45 Britischer Außenminister twittert sein Entsetzen +++

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+++ 5:16 Hollande mobilisiert Reservisten +++
Präsident Hollande hat die Reservisten bei Polizei und Militär aufgerufen, den regulären Einsatzkräften zu Hilfe zu kommen, die von dem achtmonatigen Ausnahmezustand nach den Anschlägen von Paris im November erschöpft seien. Er betonte, Frankreich werde seine Militäroperationen in Syrien und im Irak nicht beenden.

+++ 4:54 Innenminister: Sind im Krieg mit Terroristen +++
Frankreichs Innenminister Cazeneuve sagte: "Wir sind in einem Krieg mit Terroristen, die uns um jeden Preis wehtun wollen." 18 der Verletzten seien in kritischem Zustand. Weder Cazeneuve noch andere Politiker bestätigten Medienberichte, wonach der Täter ein Einwohner von Nizza mit tunesischen Wurzeln war.

+++ 3:55 Ausnahmezustand verlängert +++
Frankreich verlängert den Ausnahmezustand um drei Monate.

Quelle: n-tv.de, mli/jwu/dpa/rts/AFP