Politik

Für japanische Lebensmittel EU verschärft Grenzwerte

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Japanisches Gemüse wurde zum Teil verstrahlt.

(Foto: REUTERS)

Die Entscheidung war eine schwere Geburt: Nun beschließt die EU, die Strahlengrenzwerte für japanische Lebensmittel zu verschärfen - allerdings erst einmal vorübergehend. Umweltschützern ist das nicht genug.

Nach heftiger Kritik von Verbraucherschützern haben sich Europäische Kommission und EU-Mitgliedsstaaten auf strengere Grenzwerte für die von Lebens- und Futtermitteln aus . Wie die Kommission mitteilte, entsprechen die Strahlungswerte den strengeren japanischen Normen. Das bedeutet nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums, dass die Grenzwerte für , Cäsium und Plutonium deutlich abgesenkt werden.

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Im AKW Fukushima müssen die defekten Reaktoren noch immer von außen gekühlt werden.

(Foto: dpa)

Dem Ministerium zufolge sind die neuen Grenzwerte bereits "in Kürze" für alle Lebensmittel und Futtermittel aus Japan anzuwenden - auch, wenn sie über ein anderes Land nach Deutschland gelangen. Für Fische und Fischereierzeugnisse gelte, dass die EU-Vorschriften für alle Produkte aus den Küstengewässern der betroffenen japanischen Regionen verbindlich seien - unabhängig davon, wo sie an Land gebracht wurden.

Die neuen Obergrenzen für radioaktive Strahlung sollen von der kommenden Woche an gelten - aber nur vorübergehend. Wissenschafter werden bis zum Sommer prüfen, ob die Grenzwerte gerechtfertigt sind.

Greenpeace kritisiert Grenzwerte

Greenpeace forderte, dass alle Fische und Meeresfrüchte aus den Hauptfanggebieten des pazifischen Raumes kontrolliert werden. Grenzwerte für pazifischen Fisch, der nur in Ausnahmefällen direkt aus Japan in die EU komme, fehlten bisher, erklärte der Umweltorganisation in Hamburg. Außerdem forderte Greenpeace-Agrarbiologe Dirk Zimmermann erneut die Festsetzung niedrigerer Richtwerte für Strontium und Jod-131. Die UN-Organaisationen WHO und FAO sowie kritische Strahlenbiologen empfehlen mach seinen Angaben deutlich unter der EU-Regulierung liegende Maximalwerte.

Nach dem schweren Unfall im japanischen Atomkraftwerk Fukushima hatte die EU die Kontrollen für Lebensmittelimporte aus Japan verschärft. Verbraucherschützer kritisierten jedoch, dass in Japan strengere Grenzwerte in Kraft gesetzt wurden als in der EU. Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte bereits am Dienstag eine "Harmonisierung" angekündigt. Dafür hatte sich auch die Bundesregierung ausgesprochen. Die Änderung der EU-Werte könnte in der kommenden Woche in Kraft treten.

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Die Strahlung um Fukushima ist deutlich erhöht.

(Foto: REUTERS)

Das Bundesumweltministerium empfahl unterdessen den zuständigen Behörden wie Zoll und Hafenbetreibern vorsorglich einen Höchstwert für die Strahlenbelastung von Schiffen und Waren, die aus Japan nach Deutschland kommen. Der Höchstwert soll für Schiffe und Waren bei vier Becquerel pro Quadratzentimeter liegen. Unterhalb dieses Wertes bestehe keine Gefahr.

Eine Kontamination von vier Becquerel pro Quadratzentimeter führt dem Ministerium zufolge zu Strahlendosen, die deutlich unter dem international empfohlenen niedrigsten Referenzwert für Notfälle von einem Millisievert im Jahr liegen. Die Strahlung unterhalb dieses Wertes werde als gesundheitlich unbedenklich angesehen.

Quelle: ntv.de, AFP/dpa

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