Politik
Mittwoch, 17. Juli 2013

Razzien gegen Rechtsextreme: Ermittler nehmen "Werwolf-Kommando" hoch

Erst letzte Woche gehen Polizisten in Bayern mit großangelegten Razzien gegen das Neonazi-Netzwerk "Freies Netz Süd" vor. Nun sind die Beamten in Norddeutschland im Einsatz. Mit den Durchsuchungen beenden sie das Treiben eines "Werwolf"-Kommandos und verhindern offenbar Schlimmeres.

Die Bundesanwaltschaft hat Razzien in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden gegen mutmaßliche Rechtsextremisten veranlasst. Es seien die Wohnungen und Geschäftsräume von vier Beschuldigten durchsucht worden, die eine rechtsterroristische Vereinigung ins Leben gerufen haben sollen, teilte die Behörde in Karlsruhe mit.

Den Betroffenen wird zur Last gelegt, ein "Werwolf-Kommando" gegründet zu haben, um Terroranschläge gegen die Bundesrepublik zu begehen. Die mutmaßlichen Rechtsextremisten sollen laut Bundesanwaltschaft bereits ein elektronisches Verschlüsselungsprogramm entwickelt haben, um konspirativ kommunizieren zu können. Tatsächliche Anhaltspunkte für konkrete Anschlagsvorbereitungen gebe es bislang nicht. Weitere Auskünfte wurden mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen abgelehnt.

In Deutschland fanden die Razzien in Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern statt. 50 Beamte waren an den Durchsuchungen in Norddeutschland beteiligt. Zudem würden die Hafträume zweier weiterer Beschuldigter in der Schweiz durchsucht, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Festnahmen habe es nicht gegeben. Hingegen berichtete die niederländische Polizei von einer Festnahme im Zuge der Razzia in der Nähe von Den Haag.

Letzten Mittwoch startete die bayerische Polizei 70 Durchsuchungen gegen das Neonazi-Netzwerk "Freies Netz Süd" (FNS). Dabei wurden Unterlagen, Computer, Datenträger und einzelne Waffen beschlagnahmt. Der Verfassungsschutz vermutet, dass der Verein eine Nachfolgeorganisation der 2004 verbotenen "Fränkischen Aktionsfront" ist.

Quelle: n-tv.de