Politik

Kahlschlag bei der Bundespolizei Friedrich will Seeger feuern

Nach dem Verfassungsschutz bekommt eine weitere Sicherheitsbehörde eine neue Spitze: Innenminister Friedrich ersetzt die Führungsetage der Bundespolizei. Als Grund wird ein gestörtes Vertrauensverhältnis genannt.

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Bundespolizeipräsident Matthias Seeger muss offenbar mit seiner Ablösung rechnen.

(Foto: dpa)

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) tauscht die Spitze der Bundespolizei zum 1. August komplett aus. Wie aus Koalitionskreisen verlautet, wird Bundespolizeipräsident Matthias Seeger durch den Referatsleiter für Terrorismus-Bekämpfung im Innenministerium (BMI), Dieter Roman, ersetzt. Auch Seegers Stellvertreter Wolfgang Lohmann und Michael Frehse müssen gehen. Grund für den Personalwechsel sei unter anderem ein gestörtes Vertrauensverhältnis.

Es gebe große Unzufriedenheit darüber, dass die Bundespolizei immer wieder mit Interna in die Öffentlichkeit geraten sei, hieß es in den Kreisen. Der 57 Jahre alte Seeger amtierte seit 2008. Intern umstritten war er auch wegen seiner Kontakte zum autoritären Regime in Weißrussland. Der in Berlin erscheinende "Tagesspiegel" berichtete unter Berufung auf Experten, Seeger habe interne Konflikte bei der Bundespolizei nicht in den Griff bekommen.

"Focus Online" hatte über das Personalkarussell berichtet. Demnach sollen der Inspekteur der Bereitschaftspolizeien der Länder im BMI, Jürgen Schubert, und Ministerialrat Franz Palm, Haushaltsreferatsleiter in der Zentralabteilung des Ministeriums, neue Vizepräsidenten werden. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin sagte auf Anfrage, das Ministerium gebe zu Personalspekulationen keine Stellungnahme ab.

Seeger soll am Montag offiziell über seine Ablösung informiert werden. Verkündet werden sollen die Personalien in der Kabinettssitzung an diesem Mittwoch. Auch die "Mitteldeutsche Zeitung" hatte über die bevorstehende Ablösung Seegers berichtet.

Der künftige Bundespolizeichef Roman war maßgeblich an der Razzia gegen radikal-islamische Salafisten Mitte Juni beteiligt. Dabei waren an 80 Orten in sieben Bundesländern zahlreiche Wohnungen, Vereinsräume und eine Moschee durchsucht worden.

Quelle: ntv.de, dpa

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