Politik

Finanzmarktdebatte "unsäglich albern" Gauck mokiert sich

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Eine Demonstrantin zieht durch Berlin.

(Foto: dpa)

Der ehemalige Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten ist ein Mann der klaren Worte. Während derzeit selbst Konservative ihr Verständnis für die Wall-Street-Proteste bekunden, sieht er diese kritischer und erwartet ein schnelles Ende.

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Joachim Gauck eckt öfters an.

(Foto: dpa)

Der ehemalige Beauftragte für die Unterlagen der DDR-Staatssicherheit, Joachim Gauck, hält die derzeitige Finanzmarkt-Debatte für "unsäglich albern". Bei einer Veranstaltung der "Zeit" sagte er, der Traum von einer Welt, in der man sich der Bindung von Märkten entledigen könne, sei eine romantische Vorstellung.

Die aktuellen Proteste gegen die Banken und das Finanzsystem werden sich nach seiner Ansicht nicht zu einer dauerhaften Protestbewegung entwickeln. "Das wird schnell verebben", sagte Gauck, der bei der Bundespräsidentenwahl 2010 für SPD und Grüne angetreten war.

"Ich habe in einem Land gelebt, in dem die Banken besetzt waren." Es sei zu bezweifeln, dass die Bankeinlagen sicherer wären, wenn die Politiker in der Finanzwirtschaft das Sagen hätten.

Damit stellt sich Gauck, ein Mann der klaren Worte, gegen viele Politiker, die sich zurzeit in Bekenntnissen zur "Occupy Wall Street"-Bewegung zu übertreffen suchen. Der scheidende EZB-Präsident Jean-Claude Trichet äußerte Verständnis für die weltweiten Demonstrationen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte in der ARD, er nehme die Proteste gegen die Macht der Banken und die Finanzkrise "sehr ernst".

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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