Politik

Gebäude von Expertenrat zerstörtGeistliche bei Abstimmung für neuen Ajatollah getötet?

03.03.2026, 21:45 Uhr
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Nach dem Tod von Ali Chamenei ist der Iran auf der Suche nach einem neuen geistlichen Führer. (Foto: IMAGO/ZUMA Wire)

Ein Gebäude des Expertenrats, der den neuen Ajatollah wählt, existiert nicht mehr. Ob sich zum Zeitpunkt des Angriffs Geistliche darin befanden, die möglicherweise sogar eine Abstimmung durchführten, ist unklar. Aus Israel und dem Iran gibt es unterschiedliche Angaben.

Das Gebäude eines Expertenrats einflussreicher Geistlicher im Iran ist nach Medienberichten bei einem Angriff in der Stadt Ghom getroffen und schwer beschädigt worden. Es gab allerdings widersprüchliche Angaben aus Israel und dem Iran zu der Frage, ob dort zum Zeitpunkt des Angriffs gerade ein Gremium iranischer Geistlicher tagte, das einen Nachfolger von Ajatollah Chamenei bestimmen soll. Staatsoberhaupt und Religionsführer Chamenei war am Samstag bei einem israelischen Angriff getötet worden.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, US-israelische Kräfte hätten das Gebäude des Sekretariats des Expertenrats in Ghom angegriffen. Nach ersten Informationen hätten sich dort zum Zeitpunkt des Angriffs keine Personen befunden. Durch den Raketenangriff seien auch Wohnhäuser und Geschäfte in der Umgebung beschädigt worden. Mehrere Anwohner und Passanten sollen verletzt sein.

Laut der den Revolutionsgarden nahestehenden Nachrichtenagentur Fars sind die Berichte über einen Angriff auf das Gebäude des Expertenrats in Ghom zutreffend, dort habe jedoch keine Sitzung stattgefunden. Das Gebäude sei vorher evakuiert worden. Demnach führt der Expertenrat aus Sicherheitsgründen Abstimmungen in anderer Form durch. Unter Berufung auf informierte Quellen hieß es, das Verfahren zur Wahl eines neuen Religionsführers befinde sich in der Schlussphase.

Israelische Angaben widersprechen Iran

Bereits in der vergangenen Nacht war das Gelände des Expertenrats in Teheran Ziel von Angriffen durch Kampfflugzeuge der US- und israelischen Streitkräfte geworden. Israelische Medien berichteten dagegen unter Berufung auf Sicherheitskreise, zum Zeitpunkt des Angriffs habe dort eine Abstimmung stattgefunden. Es seien aber offenbar nicht alle 88 Mitglieder des Expertenrats anwesend gewesen, sondern deutlich weniger. Die Berichte ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad veröffentlichte in einem Post auf X in persischer Sprache ein Video, in dem Bilder iranischer Geistlicher zu sehen waren, die wie bei einem Domino-Spiel hintereinander umkippten. "Es ist egal, wer heute gewählt wird, sein Schicksal ist schon besiegelt", heißt es in dem Post. "Nur das iranische Volk wird seinen künftigen Anführer wählen."

Quelle: ntv.de, rog/dpa

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