Politik
Sonntag, 02. Oktober 2011

2003 legal exportiert: Gewehre kommen aus Ägypten

Wie sind die G36-Sturmgewehre aus deutscher Produktion nach Libyen gekommen? Die Ermittler haben inzwischen eine Spur. Die Waffen könnten aus einer Lieferung stammen, die 2003 nach Ägypten ging. Offen bleibt zunächst, wie die Gewehre von dort nach Libyen gelangten.

Die in einer Residenz des langjährigen libyschen Machthabers Muammar el Gaddafi entdeckten Waffen aus Deutschland sollen aus einer Lieferung von Hersteller Heckler & Koch nach Ägypten stammen. Die deutsche Regierung habe 2003 für 608 Sturmgewehre und Munition Exportgenehmigungen nach Ägypten erteilt, berichtete die "Bild am Sonntag".

Ein Bundeswehrrekrut während einer Schießübung mit seinem G36-Sturmgewehr von Heckler & Koch.
Ein Bundeswehrrekrut während einer Schießübung mit seinem G36-Sturmgewehr von Heckler & Koch.(Foto: dpa)

Aus dieser Lieferung stammten offenbar die Bestände des Sturmgewehrs "G36", die im August in einer Gaddafi-Residenz in Tripolis entdeckt worden waren. Eine Sprecherin von Heckler & Koch bestätigte der "BamS" das Ägypten-Geschäft. Die Lieferung nach Ägypten sei legal erfolgt, betonte sie.

Wie die Waffen von dort in die Gaddafi-Residenz gelangen konnten, sei unklar. Die deutschen Waffen waren laut übereinstimmenden Berichten den Kämpfern der neuen Führung in Libyen Ende August in die Hände gefallen, als sie eine Residenz von Gaddafi in der Hauptstadt stürmten.

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Quelle: n-tv.de