"Waffenruhe ist nicht beendet"Hegseth droht Iran bei Angriffen mit "vernichtender Feuerkraft"

Washington will die Blockade der Straße von Hormus beenden. Doch gleich zum Start einer neuen US-Initiative kommt es zu bewaffneten Zusammenstößen. Pentagon-Chef Hegseth warnt Teheran vor einer weiteren Eskalation.
Die USA haben dem Iran bei weiteren Angriffen in der Straße von Hormus mit einer massiven Antwort gedroht. "Wir suchen keinen Konflikt", sagte Verteidigungsminister Pete Hegseth in Washington. Wenn der Iran aber US-Streitkräfte oder weitere Handelsschiffe angreife, werde er "mit der überwältigenden und vernichtenden Feuerkraft der USA konfrontiert".
"Die Waffenruhe ist nicht beendet", sagte Hegseth auf Nachfrage von Journalisten zu der brüchigen Feuerpause, die seit fast einem Monat gilt. Die USA beobachteten die Lage aber genau. Präsident Donald Trump halte sich die Option offen, "den Beginn größerer Kampfhandlungen bei Bedarf erneut anzuordnen". Der Iran hatte den USA zuvor mit weiteren Angriffen in der Straße von Hormus gedroht.
Die USA hatten am Montag eine neue Initiative namens "Projekt Freiheit" zur Sicherung der Meerenge begonnen, durch die ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gastransporte verlaufen. Ziel ist laut US-Präsident Donald Trump, Schiffe durch die Straße von Hormus zu geleiten, die wegen der iranischen Blockade festsitzen.
Man dürfe dem Iran nicht erlauben, unschuldige Länder von der Durchfahrt der Meerenge abzuhalten, sagte Hegseth. Handelsschiffe unter US-Flagge hätten die Straße von Hormus bereits passiert und damit demonstriert, dass dies sicher sei. Aktuell würden Hunderte weitere Schiffe zahlreicher Nationen darauf warten, die Meerenge durchfahren zu können.
Laut dem zuständigen US-Regionalkommando (Centcom) waren im Zuge von "Projekt Freiheit" am Montag Zerstörer durch die Meerenge in den Persischen Golf eingefahren. Zwei Handelsschiffe unter US-Flagge hätten das Seegebiet verlassen können, hieß es. Im Rahmen der Aktion will das US-Militär mindestens sechs Schnellboote der Islamischen Republik zerstört haben. Die iranischen Revolutionsgarden feuerten nach eigenen Angaben mehrere Raketen als Warnung in Richtung von US-Kriegsschiffen ab. Trump drohte dem Iran für den Fall von Angriffen auf US-Schiffe mit Vernichtung.
Nach Angaben von US-Generalstabschef Dan Caine hat Teheran seit Beginn der Waffenruhe Anfang April mehr als zehnmal US-Streitkräfte angegriffen. Zudem habe der Iran neunmal auf Handelsschiffe geschossen und zwei Containerschiffe beschlagnahmt, führte Caine im Beisein von Hegseth aus. Er sprach von Vorfällen, die alle "derzeit noch unterhalb der Schwelle für die Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen liegen".