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Drei Stunden vor dem TodHinrichtung aufgeschoben

07.08.2003, 08:00 Uhr

Jose Alfredo Rivera hatte bereits seine Henkersmahlzeit zu sich genommen. Kurz vor seiner Hinrichtung im US-Staat Texas wurde die Exekution ausgesetzt.

Er hatte nur noch 180 Minuten bis zu seiner Exekution. Die Henkersmahlzeit, das letzte Essen vor der Hinrichtung, hatte Jose Alfredo Rivera bereits zu sich genommen. Doch dann die Wende: Der Gefängniskaplan teilt Rivera mit, seine Hinrichtung werde bis auf weiteres aufgeschoben.

120 Kilometer nördlich von Houston, an der Interstae 45-Autobahn im US-Bundesstaat Texas, liegt die kleine Stadt Huntsville. Das 36.000 Einwohner zählende Städtchen hat unter anderem eine Universität und über 70 Kirchen. Bekannter jedoch sind seine sieben Gefängnisse - der so genannte "Todestrakt von Texas". Ungefähr 450 zum Tode Verurteilte warten hier auf ihre Hinrichtung - manchmal mehrere Jahre. So auch Jose Alfredo Rivera.

Der 40 Jahre alte Rivera soll vor zehn Jahren zusammen mit einer Frau einen drei Jahre alten Jungen erwürgt haben. Seine 28 Jahre alte mögliche Komplizin sitzt seitdem im Gefängnis und verbüßt eine lebenslange Haftstrafe.

Die Anwälte des Todeskandidaten hatten die Unschuld ihres Mandanten betont. Entscheidend für den Aufschub war aber offenbar das Argument, ihr Mandant könne wegen seiner geistigen Behinderung nicht für die Tat zur Rechenschaft gezogen werden.

Hinrichtungseifer in Texas

Seit Wiedereinführung der Todesstrafe im Jahre 1982 wurden bis Ende 2002 insgesamt 289 Menschen in Texas hingerichtet. Im Jahr 2000 waren es alleine 40 Menschen.

Bereits 1819 wurde in Texas exekutiert. Bis ins Jahr 1923 geschah dies durch Erhängen, dann löste der elektrische Stuhl diese Praxis ab. 1972 erklärte der Oberste Gerichtshof die Todesstrafe aufgrund ihrer Grausamkeit für verfassungswidrig. Die Strafe der 52 in Texas inhaftierten Todeskandidaten wurde in eine lebenslange Freiheitsstrafe umgewandelt.

Nach Wiedereinführung der Todesstrafe in den Vereinigten Staaten im Jahre 1976 wird im US-Bundesstaat Texas die Giftspritze ("Lethale Injektion") als Hinrichtungsmethode eingeführt. Erstmals findet diese im Jahre 1982 Anwendung. Das Herz wird dabei durch Kaliumchlorid zum Stillstand gebracht.

Das gleiche Schicksal sollte Jose Alfredo Rivera ereilen - vorerst jedoch bleibt ihm seine Hinrichtung erspart.