Politik
Freitag, 01. August 2003

Wieder Gefechte in Liberia: Hoffen auf ECOWAS-Truppe

In der liberianischen Hauptstadt Monrovia hat ein Artillerieangriff mit neun Toten die Kämpfe am Freitag erneut entfacht. Rebellen und Regierungstruppen lieferten sich heftige Gefechte um drei Brücken, die den Zugang zur Innenstadt ermöglichen.

Inzwischen ist eine Delegation der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) in Monrovia eingetroffen, die Präsident Charles Taylor zum Rücktritt bewegen wollte. Taylor versetzte die Delegation. Nach der Ankunft der Abordnung hieß es überraschend, Taylor habe sich in die ebenfalls zwischen Regierungstruppen und Rebellen umkämpfte Hafenstadt Buchanan begeben.

Spätestens drei Tage nach Beginn der ECOWAS-Friedensmission am Montag müsse Taylor das Land verlassen, sagte der Exekutivsekretär des Staatenbunds, Mohamed Ibn Chambas. Taylor hatte bereits mehrfach versprochen, nach Nigeria ins Exil zu gehen, am Dienstag erklärte er aber, er wolle sein Rücktrittsangebot überdenken.

Der erste Teil der Friedenstruppe fällt kleiner aus als zunächst angekündigt: Nach Angaben ihres künftigen Oberbefehlshaber Theophilus Tawiah aus Ghana werden am Montag 300 Soldaten eintreffen. Ghana, Senegal und Mali würden in den darauf folgenden Tagen je 250 Soldaten schicken, sagte Tawiah.

Die Gesamttruppe in einer Stärke von 3.250 Soldaten soll innerhalb von drei Wochen in Liberia stationiert sein. Als Voraustrupp waren am Donnerstag zehn Militärexperten eingetroffen und von der Bevölkerung der umkämpften Hauptstadt Monrovia begeistert begrüßt worden.

Der Weltsicherheitsrat in New York hatte am Mittwoch (Ortszeit) erstmals über die Multinationale Truppe (MNF) aus Westafrika für Liberia beraten. Dem Rat lag ein amerikanischer Resolutionsentwurf vor, der die Entsendung der schnellen Eingreiftruppe mit etwa 1.500 nigerianischen Soldaten und Verstärkung aus anderen Ländern Westafrikas befürwortet. Die Resolution ebnet auch den Weg für eine bewaffnete UN-Friedensmission in Liberia, die die Multinationale Truppe bis zum 1. Oktober ablösen soll.

Quelle: n-tv.de

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