Politik

Stuxnet-Angriff auf Atomanlage Iran beschuldigt Siemens

Nach Ansicht des Iran muss Siemens erklären, wie der Angriff des Computervirus Stuxnet durch die Technik des deutschen Konzerns möglich war. Der Schädling hatte die iranische Atomanlage Buschehr angegriffen und offenbar nachhaltig lahmgelegt.

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(Foto: REUTERS)

Im Zusammenhang mit dem Computervirus Stuxnet hat der Iran einem Zeitungsbericht zufolge schwere Vorwürfe gegen Siemens erhoben. Der deutsche Konzern habe den USA und Israel bei einem Angriff mit der Schadsoftware auf das iranische Atomprogramm geholfen, sagte der Militärkommandeur Gholamresa Dschalali der Zeitung "Kayhan". Siemens müsse dafür zur Rechenschaft gezogen werden, dass sein Kontrollsystem zur Steuerung unter anderem von Kraftwerken (Scada) von dem Virus befallen wurde. "Der Siemens-Konzern muss erklären, wie und warum er dem Feind die Informationen über seine Scada-Software zukommen ließ, was den Boden für die Cyber-Attacke gegen uns bereitet hat." Siemens lehnte eine Stellungnahme ab.

Das Virus Stuxnet dringt nach Einschätzung von Software-Experten in die Systeme zur Überwachung von Automatisierungsprozessen ein, die in zahlreichen Branchen von der Lebensmittel- über die Chemieindustrie bis hin zur Energieerzeugung eingesetzt werden. Die Schadsoftware attackiert auch Rechner, mit denen Kraftwerke und andere Anlagen mit Hilfe von Kontrollsystemen von Siemens gesteuert werden. Stuxnet ist einer der ersten Computerviren, die gezielt für Angriffe auf Industrieprogramme erstellt wurden.

Buscher noch nicht am Netz

Im September hatte der Iran mitgeteilt, dass Stuxnet Computer von Mitarbeitern des Atomkraftwerks Buschehr befallen hat. Die Anlage selbst sei aber unversehrt geblieben, hieß es damals. Allerdings ist Buschehr noch immer nicht am Netz. Das hat Spekulationen darüber ausgelöst, dass die Rechner des einzigen Atomkraftwerks des Landes selbst von Stuxnet befallen wurden.

Einige Experten außerhalb des Iran haben erklärt, Stuxnet sei möglicherweise als Cyber-Angriff auf das umstrittene Programm zur Uran-Anreicherung eingesetzt worden. Der Iran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung von Nuklearenergie nach Atomwaffen zu streben. Die Führung in Teheran bestreitet das.

Quelle: n-tv.de, rts

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